So geht es auf der Baustelle der künftigen Kreisleitstelle voran Stefanie Dullweber Hille. „Das ist das Herzstück des Gebäudes und später ein Hochsicherheitstrakt, zu dem nur wenige Leute Zutritt haben“, sagt Jutta Schwenker vom Bauamt des Kreises. Bei einem Gang durch den Rohbau des Feuerwehrtechnischen Zentrums (FTZ) steht die Projektleiterin zusammen mit Kreisbrandmeister Michael Schäfer in dem Raum, in dem in knapp einem Jahr die Leitstelle untergebracht sein wird. Auch im unfertigen Zustand ist dieser Gebäudeteil imposant. „Wir freuen uns schon sehr darauf, hier zu arbeiten“, sagt Schäfer. Ein paar Meter weiter befindet sich das Büro des Kreisbrandmeisters. Seine Kollegen hätten das Gebäude noch nicht zu Gesicht bekommen, sagt Schäfer. Auf das obligatorische Richtfest habe der Kreis aufgrund von Corona verzichtet. „Trotz aller Einschränkungen sind wir momentan im Zeit- und Kostenplan“, sagt Jutta Schwenker über das 28 Millionen Euro teure Vorhaben an der Eickhorster Straße. Der Pandemie ist es auch geschuldet, dass die Hillerin ihr Büro im Kreishaus verlassen und sich ein Domizil auf dem Gelände der Kreisleitstelle eingerichtet hat. „Wir mussten uns zu Beginn der Pandemie aufteilen. Ich habe gesagt, dass ich in Hille bleibe. Das hat den Vorteil, dass ich auf der Baustelle alles mitbekomme und jederzeit eingreifen kann.“ Bei einem Gang über das 21.000 Quadratmeter große Areal erklären Jutta Schwenker und Michael Schäfer, wie das FTZ aufgeteilt ist. Da ist zum einen das 4.000 Quadratmeter große Übungsgelände im Freien, das den Ehrenamtlichen und Berufsfeuerwehrleuten zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten bietet. „Das ist weit und breit einzigartig“, sagt Schäfer. Hier können beispielsweise in einem Haus Wohnungsbrände simuliert, Notfall-Türöffnungen geübt und vollgelaufene Keller leergepumpt werden. Aus einer Grube retten die Helfer Verschüttete oder bergen abgestürzte Fahrzeuge. Für Übungen mit Sonderlöschmitteln gibt es einen gesonderten Schacht, damit die Flüssigkeiten nicht in das normale Abwassersystem gelangen. Künftig gibt es einen Übungsturm für die Simulation einer Höhenrettung, zur Absturzsicherung und das Üben mit der Drehleiter. Die Hügellandschaft im Norden werde nicht bebaut, sondern lediglich begrünt. Sie schotte das Gelände gegen die benachbarte Wohnbebauung ab. Die ausgehobene Grube sei ein Regenrückhaltebecken, sagt Jutta Schwenker und lacht. „Tauchübungen machen wir hier nicht.“ Nach der Besichtigung des Außengeländes führt der Weg von Jutta Schwenker und Michael Schäfer in das FTZ, das mit zwei Geschossen auf einer Fläche von 5.600 Quadratmetern entsteht. Im Untergeschoss befinden sich eine Wasch- und eine Fahrzeughalle. „Hier stehen Spezialfahrzeuge, die nicht für einen Ersteinsatz vorgesehen sind“, erklärt Schäfer. So werde beispielsweise der Wasserförderzug des Landes Nordrhein-Westfalen hierher umziehen. Derzeit stehen die Fahrzeuge für den Katastrophenschutz in Rahden bei der Löschgruppe Varl-Sielhorst. Auch der Gerätewagen Logistik des Kreises werde in Hille untergebracht. Die Rettungswache – sie ist seit Mai 2018 als Übergangswache am Brockkamp in Hille stationiert – zieht ebenfalls ins Erdgeschoss ein. „Falls hier irgendwann ein zweiter Rettungswagen stationiert wird, haben wir noch Platz“, sagt Jutta Schwenker. Auch bei den Büros seien noch Kapazitäten frei. Erfreulich sei, so die Projektleiterin, dass der überwiegende Teil der Firmen, die an dem Bau beteiligt sind, aus der näheren Umgebung stammen – trotz EU-weiter Ausschreibung. Ein besonders geschützter Bereich im Erdgeschoss seien die Technikräume, sagt Michael Schäfer und zeigt in einen langen Gang. Hier hätten nur Personen mit einer besonderen Berechtigung Zugang. Ebenfalls auf dieser Etage befindet sich ein Sportraum mit Ausdauer- und Fitnessgeräten, ein Bereich für den Hausmeister sowie die Atemschutz-Übungsstrecke. „Derzeit üben die Feuerwehrleute noch in Lübbecke. Die Strecke ist allerdings sanierungsbedürftig und wird nach der Fertigstellung in Hille geschlossen“, erklärt der Kreisbrandmeister. Der Übungsraum in Hille sei einer der modernsten überhaupt. Die Feuerwehrleute würden über einen Brustgurt und mittels Infrarotkameras überwacht. Zwei Treppenhäuser führen in das Obergeschoss, in dem die Kreisleitstelle, ein Krisenstabsraum, die Einsatzleitung, Verwaltungsbüros, Ruhe- und Schulungsräume, Umkleiden und eine Kantine untergebracht sind. „Momentan tagt der Krisenstab bei einer Großschadenslage wie einem Bombenfund im Kreishaus. Das verlagern wir nach Hille“, sagt Jutta Schwenker. Der Bereich der Kreisleitstelle, der aktuell noch frei zugänglich ist, wird später mit einer Schleuse gesichert. Über einen riesigen Bildschirm – eine sogenannte Medienwand – überwachen die Experten das Geschehen und koordinieren die Einsätze. Von den zehn Arbeitsplätzen werden vier für Einsatzkräfte der Leitstelle im Kreis Herford frei gehalten. Das sei eine gegenseitige Vereinbarung, so Schäfer. Sollte in Hille die Leitstelle geräumt werden, würden die Kräfte nach Herford umsiedeln. Der endgültige Umzug von Minden nach Hille soll ab September 2021 sukzessive stattfinden. Schäfer: „Die Leitstelle geht als letztes rüber. Zunächst wird es einen Probebetrieb geben.“

So geht es auf der Baustelle der künftigen Kreisleitstelle voran

Auf dem südlichen Teil des Geländes sind die Parkplätze bereits fertiggestellt.

Hille. „Das ist das Herzstück des Gebäudes und später ein Hochsicherheitstrakt, zu dem nur wenige Leute Zutritt haben“, sagt Jutta Schwenker vom Bauamt des Kreises. Bei einem Gang durch den Rohbau des Feuerwehrtechnischen Zentrums (FTZ) steht die Projektleiterin zusammen mit Kreisbrandmeister Michael Schäfer in dem Raum, in dem in knapp einem Jahr die Leitstelle untergebracht sein wird. Auch im unfertigen Zustand ist dieser Gebäudeteil imposant. „Wir freuen uns schon sehr darauf, hier zu arbeiten“, sagt Schäfer.

Ein paar Meter weiter befindet sich das Büro des Kreisbrandmeisters. Seine Kollegen hätten das Gebäude noch nicht zu Gesicht bekommen, sagt Schäfer. Auf das obligatorische Richtfest habe der Kreis aufgrund von Corona verzichtet. „Trotz aller Einschränkungen sind wir momentan im Zeit- und Kostenplan“, sagt Jutta Schwenker über das 28 Millionen Euro teure Vorhaben an der Eickhorster Straße.

Das Herzstück des Gebäudes an der Eickhorster Straße: Hier zieht die Leitstelle des Kreises ein. Zehn Arbeitsplätze entstehen in diesem Raum. MT- - © Fotos: Stefanie Dullweber
Das Herzstück des Gebäudes an der Eickhorster Straße: Hier zieht die Leitstelle des Kreises ein. Zehn Arbeitsplätze entstehen in diesem Raum. MT- - © Fotos: Stefanie Dullweber

Der Pandemie ist es auch geschuldet, dass die Hillerin ihr Büro im Kreishaus verlassen und sich ein Domizil auf dem Gelände der Kreisleitstelle eingerichtet hat. „Wir mussten uns zu Beginn der Pandemie aufteilen. Ich habe gesagt, dass ich in Hille bleibe. Das hat den Vorteil, dass ich auf der Baustelle alles mitbekomme und jederzeit eingreifen kann.“

Projektleiterin Jutta Schwenker und Kreisbrandmeister Michael Schäfer bei einem Gang über die Baustelle. Schäfer betont, dass er sich schon sehr auf seinen neuen Arbeitsplatz in Hille freue.
Projektleiterin Jutta Schwenker und Kreisbrandmeister Michael Schäfer bei einem Gang über die Baustelle. Schäfer betont, dass er sich schon sehr auf seinen neuen Arbeitsplatz in Hille freue.

Bei einem Gang über das 21.000 Quadratmeter große Areal erklären Jutta Schwenker und Michael Schäfer, wie das FTZ aufgeteilt ist. Da ist zum einen das 4.000 Quadratmeter große Übungsgelände im Freien, das den Ehrenamtlichen und Berufsfeuerwehrleuten zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten bietet. „Das ist weit und breit einzigartig“, sagt Schäfer. Hier können beispielsweise in einem Haus Wohnungsbrände simuliert, Notfall-Türöffnungen geübt und vollgelaufene Keller leergepumpt werden. Aus einer Grube retten die Helfer Verschüttete oder bergen abgestürzte Fahrzeuge. Für Übungen mit Sonderlöschmitteln gibt es einen gesonderten Schacht, damit die Flüssigkeiten nicht in das normale Abwassersystem gelangen.

In dieser Grube wird später unter anderem die Rettung von Verschütteten simuliert.
In dieser Grube wird später unter anderem die Rettung von Verschütteten simuliert.

Künftig gibt es einen Übungsturm für die Simulation einer Höhenrettung, zur Absturzsicherung und das Üben mit der Drehleiter. Die Hügellandschaft im Norden werde nicht bebaut, sondern lediglich begrünt. Sie schotte das Gelände gegen die benachbarte Wohnbebauung ab. Die ausgehobene Grube sei ein Regenrückhaltebecken, sagt Jutta Schwenker und lacht. „Tauchübungen machen wir hier nicht.“

Nach der Besichtigung des Außengeländes führt der Weg von Jutta Schwenker und Michael Schäfer in das FTZ, das mit zwei Geschossen auf einer Fläche von 5.600 Quadratmetern entsteht. Im Untergeschoss befinden sich eine Wasch- und eine Fahrzeughalle. „Hier stehen Spezialfahrzeuge, die nicht für einen Ersteinsatz vorgesehen sind“, erklärt Schäfer. So werde beispielsweise der Wasserförderzug des Landes Nordrhein-Westfalen hierher umziehen. Derzeit stehen die Fahrzeuge für den Katastrophenschutz in Rahden bei der Löschgruppe Varl-Sielhorst. Auch der Gerätewagen Logistik des Kreises werde in Hille untergebracht.

Die Rettungswache – sie ist seit Mai 2018 als Übergangswache am Brockkamp in Hille stationiert – zieht ebenfalls ins Erdgeschoss ein. „Falls hier irgendwann ein zweiter Rettungswagen stationiert wird, haben wir noch Platz“, sagt Jutta Schwenker. Auch bei den Büros seien noch Kapazitäten frei. Erfreulich sei, so die Projektleiterin, dass der überwiegende Teil der Firmen, die an dem Bau beteiligt sind, aus der näheren Umgebung stammen – trotz EU-weiter Ausschreibung.

Ein besonders geschützter Bereich im Erdgeschoss seien die Technikräume, sagt Michael Schäfer und zeigt in einen langen Gang. Hier hätten nur Personen mit einer besonderen Berechtigung Zugang. Ebenfalls auf dieser Etage befindet sich ein Sportraum mit Ausdauer- und Fitnessgeräten, ein Bereich für den Hausmeister sowie die Atemschutz-Übungsstrecke. „Derzeit üben die Feuerwehrleute noch in Lübbecke. Die Strecke ist allerdings sanierungsbedürftig und wird nach der Fertigstellung in Hille geschlossen“, erklärt der Kreisbrandmeister. Der Übungsraum in Hille sei einer der modernsten überhaupt. Die Feuerwehrleute würden über einen Brustgurt und mittels Infrarotkameras überwacht.

Zwei Treppenhäuser führen in das Obergeschoss, in dem die Kreisleitstelle, ein Krisenstabsraum, die Einsatzleitung, Verwaltungsbüros, Ruhe- und Schulungsräume, Umkleiden und eine Kantine untergebracht sind. „Momentan tagt der Krisenstab bei einer Großschadenslage wie einem Bombenfund im Kreishaus. Das verlagern wir nach Hille“, sagt Jutta Schwenker.

Der Bereich der Kreisleitstelle, der aktuell noch frei zugänglich ist, wird später mit einer Schleuse gesichert. Über einen riesigen Bildschirm – eine sogenannte Medienwand – überwachen die Experten das Geschehen und koordinieren die Einsätze. Von den zehn Arbeitsplätzen werden vier für Einsatzkräfte der Leitstelle im Kreis Herford frei gehalten. Das sei eine gegenseitige Vereinbarung, so Schäfer. Sollte in Hille die Leitstelle geräumt werden, würden die Kräfte nach Herford umsiedeln.

Der endgültige Umzug von Minden nach Hille soll ab September 2021 sukzessive stattfinden. Schäfer: „Die Leitstelle geht als letztes rüber. Zunächst wird es einen Probebetrieb geben.“

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Hille