Seltenes Fohlen - von den Weißgeborenen gibt es weltweit nur eine Handvoll, darunter Esther in Holzhausen Stefanie Dullweber Hille-Holzhausen. Neugierig erkundet die kleine Esther ihre Umgebung, bleibt aber vorsichtshalber in der Nähe von Mutter Tessa. Das Knabstrupper-Fohlen hat noch jede Menge Zeit, sich an der frischen Luft auszutoben, denn frühestens in dreieinhalb Jahren beginnt ihre Ausbildung als Reitpferd. Esther ist ein weißgeborenes Fohlen, was bei ihrer Rasse äußerst selten vorkommt. „Bei uns werden jährlich bis zu vier Tiere geboren. Ein weißes ist selten dabei. Zuletzt vor acht Jahren“, sagt Ken-Jack Krüger, der zusammen mit seiner Mutter Melanie Enk und deren Mann Mathias das Gestüt „af Wendandi“ an der Grenze zu Friedewalde leitet. Seit mehr als 25 Jahren züchtet die Familie die dänischen Königspferde und setzt sich für den Erhalt dieser Rasse ein. Die Tiere sind hauptsächlich weiß mit braunen oder schwarzen Tupfen, wobei die Besitzer des heimischen Gestüts vor allem die Weißgeborenen – ohne Färbung – schätzen, die mittlerweile so gut wie ausgestorben sind. Eine berühmte Weißgeborenen-Zucht habe es früher in Herrenhausen bei Hannover gegeben, so Krüger. Bei den Weißgeborenen sind die Gene, die den „Mantel“ vererben, so stark, dass dieser keine Löcher – also keine dunklen Flecken – hat. Das Pferd ist vollkommen weiß und wird – im Gegensatz zum Schimmel – auch bereits weiß geboren. Auch Esthers Vater Azrael hat diese Farbgebung. „Ich bin ein großer Fan der Weißgeborenen“, sagt Ken-Jack Krüger und verweist darauf, dass es weltweit nur etwa 600 Tiere mit dieser Zeichnung gibt. Der Nachwuchs hat auf dem Gestüt „af Wendandi“ einen besonderen Stellenwert, wie Anne Hallermann erklärt, die in die Ausbildung der Tiere eingebunden ist. „Die Fohlen werden vom ersten Tag an den Menschen gewöhnt. Deshalb sind wir meist auch schon bei der Geburt dabei.“ Ab dem dritten Tag würde dem Nachwuchs bereits ein Halfter angelegt und das Tier müsste erste Regeln befolgen. „Der enge Kontakt kommt uns später zugute, denn die Pferde haben keine Angst vor Menschen.“ Bis die Ausbildung tatsächlich startet, dauert es mindestens drei Jahre. „Ab diesem Alter lernen die Pferde, an der Longe zu laufen.“ Anne Hallermann spricht in diesem Zusammenhang von Handarbeit – also dem Teil der Lehrzeit, bei der der Mensch noch nicht im Sattel sitzt. Angeritten würden die Tiere erst ab einem Alter von vier Jahren. „Ihre volle Tragfähigkeit haben sie allerdings erst, wenn sie ungefähr sieben sind.“ Die Fohlen sind auch Teil eines Gesamtkonzeptes, das künftig nicht ausschließlich auf Reitunterricht, sondern vermehrt auf Gesundheitssport ausgerichtet ist. Gerade im Bereich des therapeutischen Reitens würden die Techniken der Heilpraktik und des Reitens ineinandergreifen, findet Melanie Enk, die im Hauptberuf als Heilpraktikerin arbeitet. Ihr Sohn ist Chiropraktiker, Osteopath sowie Trainer A der klassisch-barocken Reiterei. Therapeutisches Reiten eigene sich nicht nur für erfahrene Reiter, sondern auch für Neulinge – insbesondere auch Kinder. Erfolgversprechend sei diese Art der Therapie beispielsweise bei Patienten mit Rückenproblemen oder auch bei Angststörungen.

Seltenes Fohlen - von den Weißgeborenen gibt es weltweit nur eine Handvoll, darunter Esther in Holzhausen

Esther ist ein weißgeborenes Fohlen. Das kommt äußerst selten vor. Ihre Besitzer konnten sich zuletzt vor acht Jahren über solch einen Nachwuchs freuen. Foto: privat © pr

Hille-Holzhausen. Neugierig erkundet die kleine Esther ihre Umgebung, bleibt aber vorsichtshalber in der Nähe von Mutter Tessa. Das Knabstrupper-Fohlen hat noch jede Menge Zeit, sich an der frischen Luft auszutoben, denn frühestens in dreieinhalb Jahren beginnt ihre Ausbildung als Reitpferd.

Esther ist ein weißgeborenes Fohlen, was bei ihrer Rasse äußerst selten vorkommt. „Bei uns werden jährlich bis zu vier Tiere geboren. Ein weißes ist selten dabei. Zuletzt vor acht Jahren“, sagt Ken-Jack Krüger, der zusammen mit seiner Mutter Melanie Enk und deren Mann Mathias das Gestüt „af Wendandi“ an der Grenze zu Friedewalde leitet.

Seit mehr als 25 Jahren züchtet die Familie die dänischen Königspferde und setzt sich für den Erhalt dieser Rasse ein. Die Tiere sind hauptsächlich weiß mit braunen oder schwarzen Tupfen, wobei die Besitzer des heimischen Gestüts vor allem die Weißgeborenen – ohne Färbung – schätzen, die mittlerweile so gut wie ausgestorben sind. Eine berühmte Weißgeborenen-Zucht habe es früher in Herrenhausen bei Hannover gegeben, so Krüger.

Bei den Weißgeborenen sind die Gene, die den „Mantel“ vererben, so stark, dass dieser keine Löcher – also keine dunklen Flecken – hat. Das Pferd ist vollkommen weiß und wird – im Gegensatz zum Schimmel – auch bereits weiß geboren. Auch Esthers Vater Azrael hat diese Farbgebung. „Ich bin ein großer Fan der Weißgeborenen“, sagt Ken-Jack Krüger und verweist darauf, dass es weltweit nur etwa 600 Tiere mit dieser Zeichnung gibt.

Der Nachwuchs hat auf dem Gestüt „af Wendandi“ einen besonderen Stellenwert, wie Anne Hallermann erklärt, die in die Ausbildung der Tiere eingebunden ist. „Die Fohlen werden vom ersten Tag an den Menschen gewöhnt. Deshalb sind wir meist auch schon bei der Geburt dabei.“ Ab dem dritten Tag würde dem Nachwuchs bereits ein Halfter angelegt und das Tier müsste erste Regeln befolgen. „Der enge Kontakt kommt uns später zugute, denn die Pferde haben keine Angst vor Menschen.“

Bis die Ausbildung tatsächlich startet, dauert es mindestens drei Jahre. „Ab diesem Alter lernen die Pferde, an der Longe zu laufen.“ Anne Hallermann spricht in diesem Zusammenhang von Handarbeit – also dem Teil der Lehrzeit, bei der der Mensch noch nicht im Sattel sitzt. Angeritten würden die Tiere erst ab einem Alter von vier Jahren. „Ihre volle Tragfähigkeit haben sie allerdings erst, wenn sie ungefähr sieben sind.“

Die Fohlen sind auch Teil eines Gesamtkonzeptes, das künftig nicht ausschließlich auf Reitunterricht, sondern vermehrt auf Gesundheitssport ausgerichtet ist. Gerade im Bereich des therapeutischen Reitens würden die Techniken der Heilpraktik und des Reitens ineinandergreifen, findet Melanie Enk, die im Hauptberuf als Heilpraktikerin arbeitet. Ihr Sohn ist Chiropraktiker, Osteopath sowie Trainer A der klassisch-barocken Reiterei. Therapeutisches Reiten eigene sich nicht nur für erfahrene Reiter, sondern auch für Neulinge – insbesondere auch Kinder. Erfolgversprechend sei diese Art der Therapie beispielsweise bei Patienten mit Rückenproblemen oder auch bei Angststörungen.

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