Schulbusverkehr weiter in der Kritik: Mehr Elterntaxis in Hille? Hille. Olaf Labitzke spricht von einer massiven Zunahme an Elterntaxis. Der Schulpflegschaftsvorsitzende der Verbundschule führt das weniger auf den momentanen Teil-Lockdown, sondern vielmehr auf die grundsätzlichen Probleme mit Schulbussen in der Corona-Pandemie zurück. „Die sind einfach zu voll", sagt er gegenüber dem MT. Abstände könnten nicht eingehalten werden, sodass die Kinder und Jugendlichen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt seien. Schon mehrfach hatte Olaf Labitzke auf diese Situation hingewiesen. Die Gemeinde hatte daraufhin auf zwei Linien jeweils zusätzliche Fahrzeuge geordert. Zu wenig, wie der Schulpflegschaftsvorsitzende sagt. Seiner Ansicht nach würden weitaus mehr Busse gebraucht. „Die stehen im Stall, werden aber nicht bewegt", sagt er. Während bei Olaf Labitzke häufig Beschwerden von Eltern aufschlagen, bleibt das Telefon in der Verwaltung an dieser Stelle still. Bernd Küchhold sagt am Freitag gegenüber dem MT, dass bei ihm derzeit keine Proteste zum Schulbusverkehr eingegangen sind. „Wir stehen wöchentlich in Kontakt mit den Schulen", sagt er. Führt die Angst vor Covid 19 zu mehr Elterntaxis? Verbundschulleiter Dirk Schubert sieht in den vergangenen Wochen zwar einen Anstieg, allerdings in eher moderater Höhe. Morgens könne das auf dem Parkplatz schon anstrengend sein, weil die Autos auch den Busverkehr blockieren. Generell sei die Lage aber nicht groß anders als sonst. Und auch an den Hiller Grundschulen habe sich seit Corona nicht viel verändert. Mareike Netzeband (Hille) und Stefan Grotthaus (An der Bergkante) sehen überhaupt keine Veränderungen beim Schülerverkehr, lediglich Claudia Kluge (Nordhemmern) hat nach den Sommerferien einen leichten Anstieg wahrgenommen. „Der sich inzwischen aber wieder einigermaßen normalisiert hat", sagt die stellvertretende Schulleiterin. Und aufgrund der guten Parkplatzsituation gebe es so gut wie keine Beeinträchtigungen. 90 Prozent der Nordhemmeraner Grundschüler nutzen nach Worten von Claudia Kluge den Schulbus. Und aus den Gesprächen mit den Schulleitern ist herauszuhören, dass die Lage in Sachen Schülerbeförderung noch relativ entspannt ist. Für Olaf Labitzke sieht die Sache hingegen ganz anders aus. Er kenne Fälle, in denen Eltern bis zu drei Mal am Tag von weit auswärts nach Hille fahren, um ihre Kinder zur Schule zu bringen oder von dort abzuholen. „Das ist auch für die Umwelt nicht gut", sagt er. Selbst Sammeltaxis kämen nicht in Betracht, weil darin die Abstände ebenfalls nicht eingehalten werden könnten. „So wie die Schüler zurzeit mit dem Bus unterwegs sind, ist das mehr als bedenklich", sagt er. Inkonsequent Ein Kommentar von Carsten Korfesmeyer Wären Aerosole aus Farbe, würden gut besetzte Busse und Bahnen kunterbunt unterwegs sein. Und angesichts der momentanen Situation ist es befremdlich, dass sie überhaupt fahren. Überall gelten strenge Abstandsregeln und Hygienevorschriften, nur der ÖPNV sieht sich da wohl weniger in der Pflicht. Da passt etwas nicht. Und sollten Eltern aufgrund des hohen Infektionsrisikos ihre Kinder lieber mit dem Auto zur Schule fahren, ist das in diesen Tagen völlig okay. Momentan müssen wir so viele Beschränkungen hinnehmen, von denen manche eher zu hinterfragen wären als beim ÖPNV. Sind Abstände dort nicht einhaltbar, sollten Busse und Bahnen nicht fahren.

Schulbusverkehr weiter in der Kritik: Mehr Elterntaxis in Hille?

Elterntaxis waren schon vor der Pandemie ein Thema. Corona hat die Diskussion neu entfacht. Foto: via www.imago-images.de © imago images/U. J. Alexander

Hille. Olaf Labitzke spricht von einer massiven Zunahme an Elterntaxis. Der Schulpflegschaftsvorsitzende der Verbundschule führt das weniger auf den momentanen Teil-Lockdown, sondern vielmehr auf die grundsätzlichen Probleme mit Schulbussen in der Corona-Pandemie zurück. „Die sind einfach zu voll", sagt er gegenüber dem MT. Abstände könnten nicht eingehalten werden, sodass die Kinder und Jugendlichen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt seien. Schon mehrfach hatte Olaf Labitzke auf diese Situation hingewiesen. Die Gemeinde hatte daraufhin auf zwei Linien jeweils zusätzliche Fahrzeuge geordert. Zu wenig, wie der Schulpflegschaftsvorsitzende sagt. Seiner Ansicht nach würden weitaus mehr Busse gebraucht. „Die stehen im Stall, werden aber nicht bewegt", sagt er.

Während bei Olaf Labitzke häufig Beschwerden von Eltern aufschlagen, bleibt das Telefon in der Verwaltung an dieser Stelle still. Bernd Küchhold sagt am Freitag gegenüber dem MT, dass bei ihm derzeit keine Proteste zum Schulbusverkehr eingegangen sind. „Wir stehen wöchentlich in Kontakt mit den Schulen", sagt er.

Führt die Angst vor Covid 19 zu mehr Elterntaxis? Verbundschulleiter Dirk Schubert sieht in den vergangenen Wochen zwar einen Anstieg, allerdings in eher moderater Höhe. Morgens könne das auf dem Parkplatz schon anstrengend sein, weil die Autos auch den Busverkehr blockieren. Generell sei die Lage aber nicht groß anders als sonst. Und auch an den Hiller Grundschulen habe sich seit Corona nicht viel verändert. Mareike Netzeband (Hille) und Stefan Grotthaus (An der Bergkante) sehen überhaupt keine Veränderungen beim Schülerverkehr, lediglich Claudia Kluge (Nordhemmern) hat nach den Sommerferien einen leichten Anstieg wahrgenommen. „Der sich inzwischen aber wieder einigermaßen normalisiert hat", sagt die stellvertretende Schulleiterin. Und aufgrund der guten Parkplatzsituation gebe es so gut wie keine Beeinträchtigungen.

90 Prozent der Nordhemmeraner Grundschüler nutzen nach Worten von Claudia Kluge den Schulbus. Und aus den Gesprächen mit den Schulleitern ist herauszuhören, dass die Lage in Sachen Schülerbeförderung noch relativ entspannt ist. Für Olaf Labitzke sieht die Sache hingegen ganz anders aus. Er kenne Fälle, in denen Eltern bis zu drei Mal am Tag von weit auswärts nach Hille fahren, um ihre Kinder zur Schule zu bringen oder von dort abzuholen. „Das ist auch für die Umwelt nicht gut", sagt er. Selbst Sammeltaxis kämen nicht in Betracht, weil darin die Abstände ebenfalls nicht eingehalten werden könnten. „So wie die Schüler zurzeit mit dem Bus unterwegs sind, ist das mehr als bedenklich", sagt er.

Inkonsequent

Ein Kommentar von Carsten Korfesmeyer

Wären Aerosole aus Farbe, würden gut besetzte Busse und Bahnen kunterbunt unterwegs sein. Und angesichts der momentanen Situation ist es befremdlich, dass sie überhaupt fahren. Überall gelten strenge Abstandsregeln und Hygienevorschriften, nur der ÖPNV sieht sich da wohl weniger in der Pflicht.

Da passt etwas nicht. Und sollten Eltern aufgrund des hohen Infektionsrisikos ihre Kinder lieber mit dem Auto zur Schule fahren, ist das in diesen Tagen völlig okay. Momentan müssen wir so viele Beschränkungen hinnehmen, von denen manche eher zu hinterfragen wären als beim ÖPNV. Sind Abstände dort nicht einhaltbar, sollten Busse und Bahnen nicht fahren.

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