Schluss mit echtem Grün: 750.000 Euro vom Land für neuen Kunstrasenplatz Stefanie Dullweber Hille. Ob der Platz denn auch oberligatauglich sei, fragt Ina Scharrenbach in die Runde. Eine Frage, die sich die verantwortlichem vom SC Hille offenbar noch nicht gestellt haben, schließlich ist die höchste Spielklasse der Hiller die Kreisliga B. Die Ministerin nimmt es sportlich und sagt in Richtung der Vereinsvertreter: „Das Geld lasse ich Ihnen trotzdem da.“ Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, machte auf ihrer Tour durch den Mühlenkreis auch am Sportplatz an der Verbundschule Hille Halt. Im Gepäck hatte sie zahlreiche Förderbescheide, die sie in den Kommunen überreichte. Gegen eine Unterschrift erhielt auch Hilles Bürgermeister Michael Schweiß (Unabhängig) die nötigen Unterlagen, die den Bau eines Kunstrasenplatzes und die Sanierung der Sportanlagen ermöglichen. Insgesamt fließen vom Land 750.000 Euro in das Projekt. Das entspricht 90 Prozent der Gesamtinvestitionen, die sich auf 1,163 Millionen Euro belaufen. Nicht nur der SC Hille, der sein Training und seine Meisterschaftsspiele auf der Anlage austrägt, sondern auch weitere Vereine und die Schulen ringsherum profitieren von der Finanzspritze. Der Wunsch, hier einen Kunstrasenplatz zu bauen, kam jedoch von den Fußballern. Der Grund: Der Platz befindet sich in einem schlimmen Zustand. Der Untergrund ist schlecht, es geht holprig zur Sache und Krähen haben die Grasfläche regelrecht zerpflückt. Der Rat der Gemeinde hatte daraufhin im September letzten Jahres beschlossen, einen Förderantrag aus dem Programm „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten 2020 und 2021“ zu stellen. Bei der Vergabe der Fördergelder war die Gemeinde zunächst nicht berücksichtigt worden. Erst bei der zweiten Runde im März diesen Jahres kam die Zusage. Allerdings wurde das Projekt als Tiefbaumaßnahme eingruppiert, so dass sich die ursprünglich in Aussicht gestellte hundertprozentige Förderung reduzierte. Die Differenz zu der vollen Investitionssumme hat die Verwaltung in den Haushalt eingestellt. Im Verlauf der Planungen war schnell klar, dass es mit dem Kunstrasenplatz allein nicht getan ist. Die gesamte Anlage aus dem Jahr 1986 sei in die Jahre gekommen, hatten Stefanie Schmoll und Dirk Nagel vom Büro Nagel Landschaftsarchitekten aus Bad Oeynhausen mitgeteilt. Sie waren von der Gemeinde mit der Planung beauftragt worden. Die Kostenschätzung beinhaltet demnach nicht nur den Bau des Kunstrasenplatzes, sondern auch die Modernisierung der alten Leichtathletikanlagen, eine Regenwasserzisterne, eine Beregnungsanlage sowie sämtliche Baunebenkosten. „Der Belag auf der Laufbahn ist kaum noch vorhanden, die Sprunggruben sind nicht mehr sicher, bei der Kugelstoßanlage überschneiden sich die Sicherheitszonen und lose Rinnen stellen ein Unfallrisiko dar“, nannte Dirk Nagel die größten Schwachstellen. Für das Fußballfeld sieht das Planungsbüro das Abziehen und Entsorgen des Naturrasens vor. Um auch bei Regen optimale Bedingungen zu haben, ist der Neubau von Dränagen und Entwässerungsleitungen vorgesehen. Um den Platz an warmen Sommertagen wässern zu können, ist der Einbau einer Beregnungsanlage geplant, die sich aus einem Brunnen und einer Zisterne speist. Die Innenkanten und Rinnenabdeckungen werden ausgebaut und durch eine neue Sportplatzrinne ersetzt. Abschließend wird der Kunststoffrasen verlegt und mit einer Mischung aus Quarzsand und Kork verfüllt. Eine dauerhafte Linierung des Spielfeldes, eine neue Ausstattung mit Toren, Eckfahnen und Wechselkabinen haben die Planer eingepreist. Um die Laufbahn in einen guten Zustand zu versetzen, muss der Belag laut Stefanie Schmoll tiefengereinigt werden. Anschließend wird eine neue Basisschicht und eine neue Linierung aufgebracht. „Die Bahn ist nach maximal 36 Stunden wieder nutzbar“, so die Landschaftsarchitektin. Eine solche Aufbereitung sollte alle paar Jahre erfolgen. Sowohl die Sprunganlagen als auch der Speerabwurf werden saniert. Weil der Speerwurf ein Teil des Sportunterrichts der Verbundschule ist, muss eine Lösung gefunden werden, die den Kunstrasen nicht beschädigt. Die Idee ist einfach umsetzbar und fällt auch finanziell nicht ins Gewicht: Die Speere bekommen Kunststoffkappen. Die Stoß- und Wurfdisziplinen werden ausgelagert und ziehen in den südlichen Bereich der Anlage. Auf die Frage der Ministerin, wann mit den Bauarbeiten begonnen werde, hieß es von Seiten der Verwaltung „schnellstmöglich“. Fertiggestellt sein soll die Anlage bis zum 1. August nächsten Jahres. „Wir hoffen, dass es schneller geht“, sagte Friedrich Rohlfing, erster Vorsitzender vom SC Hille.

Schluss mit echtem Grün: 750.000 Euro vom Land für neuen Kunstrasenplatz

Nicht nur der Rasenplatz ist in einem schlechten Zustand, auch die Laufbahn und die Leichtathletikanlagen müssen saniert werden. MT-Fotos: S. Dullweber © sbo

Hille. Ob der Platz denn auch oberligatauglich sei, fragt Ina Scharrenbach in die Runde. Eine Frage, die sich die verantwortlichem vom SC Hille offenbar noch nicht gestellt haben, schließlich ist die höchste Spielklasse der Hiller die Kreisliga B. Die Ministerin nimmt es sportlich und sagt in Richtung der Vereinsvertreter: „Das Geld lasse ich Ihnen trotzdem da.“

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, machte auf ihrer Tour durch den Mühlenkreis auch am Sportplatz an der Verbundschule Hille Halt. Im Gepäck hatte sie zahlreiche Förderbescheide, die sie in den Kommunen überreichte. Gegen eine Unterschrift erhielt auch Hilles Bürgermeister Michael Schweiß (Unabhängig) die nötigen Unterlagen, die den Bau eines Kunstrasenplatzes und die Sanierung der Sportanlagen ermöglichen. Insgesamt fließen vom Land 750.000 Euro in das Projekt. Das entspricht 90 Prozent der Gesamtinvestitionen, die sich auf 1,163 Millionen Euro belaufen.

Nicht nur der SC Hille, der sein Training und seine Meisterschaftsspiele auf der Anlage austrägt, sondern auch weitere Vereine und die Schulen ringsherum profitieren von der Finanzspritze. Der Wunsch, hier einen Kunstrasenplatz zu bauen, kam jedoch von den Fußballern. Der Grund: Der Platz befindet sich in einem schlimmen Zustand. Der Untergrund ist schlecht, es geht holprig zur Sache und Krähen haben die Grasfläche regelrecht zerpflückt. Der Rat der Gemeinde hatte daraufhin im September letzten Jahres beschlossen, einen Förderantrag aus dem Programm „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten 2020 und 2021“ zu stellen.

Malina Reckordt

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Bei der Vergabe der Fördergelder war die Gemeinde zunächst nicht berücksichtigt worden. Erst bei der zweiten Runde im März diesen Jahres kam die Zusage. Allerdings wurde das Projekt als Tiefbaumaßnahme eingruppiert, so dass sich die ursprünglich in Aussicht gestellte hundertprozentige Förderung reduzierte. Die Differenz zu der vollen Investitionssumme hat die Verwaltung in den Haushalt eingestellt.

Ministerin Ute Scharrenbach (Fünfte von links) überreichte den Förderbescheid an Bürgermeister Michael Schweiß. Die Vertreter der Vereine und Schulen freuen sich auf die Möglichkeiten, die die sanierte Anlage künftig bietet. - © sbo
Ministerin Ute Scharrenbach (Fünfte von links) überreichte den Förderbescheid an Bürgermeister Michael Schweiß. Die Vertreter der Vereine und Schulen freuen sich auf die Möglichkeiten, die die sanierte Anlage künftig bietet. - © sbo

Im Verlauf der Planungen war schnell klar, dass es mit dem Kunstrasenplatz allein nicht getan ist. Die gesamte Anlage aus dem Jahr 1986 sei in die Jahre gekommen, hatten Stefanie Schmoll und Dirk Nagel vom Büro Nagel Landschaftsarchitekten aus Bad Oeynhausen mitgeteilt. Sie waren von der Gemeinde mit der Planung beauftragt worden. Die Kostenschätzung beinhaltet demnach nicht nur den Bau des Kunstrasenplatzes, sondern auch die Modernisierung der alten Leichtathletikanlagen, eine Regenwasserzisterne, eine Beregnungsanlage sowie sämtliche Baunebenkosten. „Der Belag auf der Laufbahn ist kaum noch vorhanden, die Sprunggruben sind nicht mehr sicher, bei der Kugelstoßanlage überschneiden sich die Sicherheitszonen und lose Rinnen stellen ein Unfallrisiko dar“, nannte Dirk Nagel die größten Schwachstellen.

Für das Fußballfeld sieht das Planungsbüro das Abziehen und Entsorgen des Naturrasens vor. Um auch bei Regen optimale Bedingungen zu haben, ist der Neubau von Dränagen und Entwässerungsleitungen vorgesehen. Um den Platz an warmen Sommertagen wässern zu können, ist der Einbau einer Beregnungsanlage geplant, die sich aus einem Brunnen und einer Zisterne speist. Die Innenkanten und Rinnenabdeckungen werden ausgebaut und durch eine neue Sportplatzrinne ersetzt. Abschließend wird der Kunststoffrasen verlegt und mit einer Mischung aus Quarzsand und Kork verfüllt. Eine dauerhafte Linierung des Spielfeldes, eine neue Ausstattung mit Toren, Eckfahnen und Wechselkabinen haben die Planer eingepreist.

Um die Laufbahn in einen guten Zustand zu versetzen, muss der Belag laut Stefanie Schmoll tiefengereinigt werden. Anschließend wird eine neue Basisschicht und eine neue Linierung aufgebracht. „Die Bahn ist nach maximal 36 Stunden wieder nutzbar“, so die Landschaftsarchitektin. Eine solche Aufbereitung sollte alle paar Jahre erfolgen.

Sowohl die Sprunganlagen als auch der Speerabwurf werden saniert. Weil der Speerwurf ein Teil des Sportunterrichts der Verbundschule ist, muss eine Lösung gefunden werden, die den Kunstrasen nicht beschädigt. Die Idee ist einfach umsetzbar und fällt auch finanziell nicht ins Gewicht: Die Speere bekommen Kunststoffkappen. Die Stoß- und Wurfdisziplinen werden ausgelagert und ziehen in den südlichen Bereich der Anlage.

Auf die Frage der Ministerin, wann mit den Bauarbeiten begonnen werde, hieß es von Seiten der Verwaltung „schnellstmöglich“. Fertiggestellt sein soll die Anlage bis zum 1. August nächsten Jahres. „Wir hoffen, dass es schneller geht“, sagte Friedrich Rohlfing, erster Vorsitzender vom SC Hille.

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