Raus aus dem Rohr: Rothenuffelner Mühlenbach wird wieder ans Tageslicht geholt Stefanie Dullweber Hille-Rothenuffeln. Der Mühlenbach soll sein letztes großes Projekt werden. Wenn Helmut Spilker im Sommer in den Ruhestand geht, werden die Arbeiten im großen und kleinen Kurpark in Rothenuffeln, wo das Gewässer freigelegt werden soll, noch nicht beendet sein. Aber die Fördergelder hat der Bauamtsleiter der Gemeinde noch gesichert. Und das freut den Hiller auf den letzten Metern seiner Amtszeit. Viele, die in Rothenuffeln spazieren gehen, kennen sicherlich nur den großen Kurpark mit der Kulturscheune, dem Heuerlingshaus und der Boule-Bahn. Dass es gar nicht weit entfernt auch den kleinen Kurpark gibt, soll den Menschen nähergebracht werden. Und vor allem sollen diese beiden Bereiche eine Einheit werden. Und welches verbindende Element wäre da besser geeignet als Wasser? Der Rothenuffelner Mühlenbach, der seit mindestens 200 Jahren verrohrt ist, soll freigelegt werden. „Wir planen die Offenlegung und die naturnahe Gestaltung“, sagt Helmut Spilker im Gespräch mit dem Mindener Tageblatt. Mit den Arbeiten soll voraussichtlich im September begonnen werden. Landschaftsarchitekt Wolfgang Hanke vom Büro O.9 aus Minden hat die Pläne für das anstehende Mühlenbach-Projekt gezeichnet, das auf einer Länge von rund 200 Metern umgesetzt werden soll und Kosten in Höhe von 276.650 Euro verursacht. Um es finanzieren zu können, hat Helmut Spilker ein passende Förderprogramm herausgesucht und die Pläne der Gemeinde Hille eingereicht. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Vorhaben zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie mit 221.320 Euro. „Das ist ein Zuschuss von 80 Prozent“, so der Bauamtsleiter. Die gute Nachricht flatterte Ende November ins Rathaus. Einzige Bedingung, die an die Förderung geknüpft ist: Die Arbeiten müssen Ende 2022 abgeschlossen sein. „Wir erhoffen uns eine erhebliche Aufwertung des Kurort-Charakters, auch für den Tourismus.“ Rothenuffeln hat seit August 2018 den Status als Luftkurort. Die Offenlegung des Mühlenbaches beginnt östlich der Straße Griepshop. Im weiteren Verlauf schwenkt der Bachlauf nach Nordwesten. „Die alte Rohrleitung bleibt unter anderem zum Schutz der Bäume im Boden. Sie wird wie mit einem Korken verschlossen“, erklärt Wolfgang Hanke. Nach dem Schwenk fließt der Bach über die Grünfläche im Kleinen Kurpark. „Das Gewässer variiert in der Breite mit bis zu sechs Metern“, so Hanke weiter. An zwei Stellen im Kleinen Kurpark werden Brücken gebaut, über die Spaziergänger den Mühlenbach überqueren können. Am östlichen Ufer ist eine Sandsteintreppe zum Wasser vorgesehen. Es wird Sitzmöglichkeiten und eine Informationstafel geben. Um zum Großen Kurpark zu gelangen, muss der Bach den Boselweg unterqueren. Im weiteren Verlauf fließt der Bach über eine Obstbaumwiese und dann ostwärts in Richtung Neubaugebiet. In diesem Bereich müssten einige Gehölze weichen, heißt es. Ein letzter Schwenk nach Westen lenkt den Mühlenbach in den ursprünglichen Verlauf entlang des Großen Kurparks. „Mit der breiten Sohle schaffen wir eine Ersatzaue“, sagt Wolfgang Hanke. Das heißt, der Bach kann entsprechend der Gewässerdynamik seinen eigenen Lauf ausbilden und sich stetig verändern. Das bedeutet mehr Raum für Tiere und Pflanzen. „Wir wollen den Mühlenbach in einen guten ökologischen Zustand versetzen und den Bachlauf für Anwohner und Besucher wieder erlebbar machen“, sagt Spilker. Er kann sich vorstellen, dass später Schulklassen und Kindergartengruppen für einen Anschauungsunterricht hierher kommen. Um ein naturnahes Gewässer zu schaffen, sind laut Hanke der Einbau von Totholz, größeren Ästen, Steinen sowie eine punktuelle Bepflanzung geplant. Die zusätzlichen Strukturen könnten von Tieren als Versteck, als Ruhezone oder als Laichgebiet genutzt werden. Auch der Einbau von Natursteinmauern zur Uferbefestigung sei an einigen Stellen erforderlich. Für das Mühlenbach-Projekt sollte auch der kleine Kurpark hübsch gemacht werden. Die Grünanlage am Boselweg liegt nur etwa 200 Meter vom großenKurpark entfernt. Für das Projekt bekam die Gemeinde im letzten Jahr ebenfalls Fördergelder vom Land in Höhe von 58.000 Euro. Mit einem Eigenanteil von 35 Prozent beliefen sich die Gesamtkosten auf 88.000 Euro. Mit diesem Geld ist der Weg im Park frisch asphaltiert worden und es sind zwei Sandsteinwände mit Sitzmöglichkeiten entstanden. Auf der anderen Seite des Weges wurden Staudenbeete angelegt. Außerdem leuchten hier abends Laternen. Die Pläne für die Umgestaltung stammen ebenfalls aus der Feder von Wolfgang Hanke. Ein dritter Förderbescheid könnte der Gemeinde schon bald weitere Gelder bescheren und die Planungen rund um den großen und kleinen Kurpark abrunden. Das baufällige Badehaus westlich der Straße Griepshop soll im Zuge der Offenlegung des Mühlenbachs abgerissen werden. Dann reicht das geöffnete Gewässer sogar bis zum Mittelweg. Das Haus befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte Kleinemeier. „Dort haben die Gäste früher ihre Moorbäder bekommen. Heute ist es nicht mehr erhaltenswert“, erklärt Helmut Spilker. Veranschlagt ist eine Summe von 143.000 Euro, von denen 93.000 Euro förderfähig sind. Der Bauamtsleiter ist zuversichtlich, dass auch dieser Antrag bewilligt wird.

Raus aus dem Rohr: Rothenuffelner Mühlenbach wird wieder ans Tageslicht geholt

Im kleinen Kurpark wurden im letzten Jahr die Wege neu asphaltiert und Sitzgelegenheiten geschaffen. MT-Archivfoto: Carsten Korfesmeyer © Carsten Korfesmeyer

Hille-Rothenuffeln. Der Mühlenbach soll sein letztes großes Projekt werden. Wenn Helmut Spilker im Sommer in den Ruhestand geht, werden die Arbeiten im großen und kleinen Kurpark in Rothenuffeln, wo das Gewässer freigelegt werden soll, noch nicht beendet sein. Aber die Fördergelder hat der Bauamtsleiter der Gemeinde noch gesichert. Und das freut den Hiller auf den letzten Metern seiner Amtszeit.

Viele, die in Rothenuffeln spazieren gehen, kennen sicherlich nur den großen Kurpark mit der Kulturscheune, dem Heuerlingshaus und der Boule-Bahn. Dass es gar nicht weit entfernt auch den kleinen Kurpark gibt, soll den Menschen nähergebracht werden. Und vor allem sollen diese beiden Bereiche eine Einheit werden. Und welches verbindende Element wäre da besser geeignet als Wasser?

Der Rothenuffelner Mühlenbach, der seit mindestens 200 Jahren verrohrt ist, soll freigelegt werden. „Wir planen die Offenlegung und die naturnahe Gestaltung“, sagt Helmut Spilker im Gespräch mit dem Mindener Tageblatt. Mit den Arbeiten soll voraussichtlich im September begonnen werden.

Landschaftsarchitekt Wolfgang Hanke vom Büro O.9 aus Minden hat die Pläne für das anstehende Mühlenbach-Projekt gezeichnet, das auf einer Länge von rund 200 Metern umgesetzt werden soll und Kosten in Höhe von 276.650 Euro verursacht. Um es finanzieren zu können, hat Helmut Spilker ein passende Förderprogramm herausgesucht und die Pläne der Gemeinde Hille eingereicht.

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Vorhaben zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie mit 221.320 Euro. „Das ist ein Zuschuss von 80 Prozent“, so der Bauamtsleiter. Die gute Nachricht flatterte Ende November ins Rathaus. Einzige Bedingung, die an die Förderung geknüpft ist: Die Arbeiten müssen Ende 2022 abgeschlossen sein. „Wir erhoffen uns eine erhebliche Aufwertung des Kurort-Charakters, auch für den Tourismus.“ Rothenuffeln hat seit August 2018 den Status als Luftkurort.

Die Offenlegung des Mühlenbaches beginnt östlich der Straße Griepshop. Im weiteren Verlauf schwenkt der Bachlauf nach Nordwesten. „Die alte Rohrleitung bleibt unter anderem zum Schutz der Bäume im Boden. Sie wird wie mit einem Korken verschlossen“, erklärt Wolfgang Hanke. Nach dem Schwenk fließt der Bach über die Grünfläche im Kleinen Kurpark. „Das Gewässer variiert in der Breite mit bis zu sechs Metern“, so Hanke weiter.

An zwei Stellen im Kleinen Kurpark werden Brücken gebaut, über die Spaziergänger den Mühlenbach überqueren können. Am östlichen Ufer ist eine Sandsteintreppe zum Wasser vorgesehen. Es wird Sitzmöglichkeiten und eine Informationstafel geben. Um zum Großen Kurpark zu gelangen, muss der Bach den Boselweg unterqueren.

Im weiteren Verlauf fließt der Bach über eine Obstbaumwiese und dann ostwärts in Richtung Neubaugebiet. In diesem Bereich müssten einige Gehölze weichen, heißt es. Ein letzter Schwenk nach Westen lenkt den Mühlenbach in den ursprünglichen Verlauf entlang des Großen Kurparks. „Mit der breiten Sohle schaffen wir eine Ersatzaue“, sagt Wolfgang Hanke. Das heißt, der Bach kann entsprechend der Gewässerdynamik seinen eigenen Lauf ausbilden und sich stetig verändern. Das bedeutet mehr Raum für Tiere und Pflanzen.

„Wir wollen den Mühlenbach in einen guten ökologischen Zustand versetzen und den Bachlauf für Anwohner und Besucher wieder erlebbar machen“, sagt Spilker. Er kann sich vorstellen, dass später Schulklassen und Kindergartengruppen für einen Anschauungsunterricht hierher kommen. Um ein naturnahes Gewässer zu schaffen, sind laut Hanke der Einbau von Totholz, größeren Ästen, Steinen sowie eine punktuelle Bepflanzung geplant. Die zusätzlichen Strukturen könnten von Tieren als Versteck, als Ruhezone oder als Laichgebiet genutzt werden. Auch der Einbau von Natursteinmauern zur Uferbefestigung sei an einigen Stellen erforderlich.

Für das Mühlenbach-Projekt sollte auch der kleine Kurpark hübsch gemacht werden. Die Grünanlage am Boselweg liegt nur etwa 200 Meter vom großenKurpark entfernt. Für das Projekt bekam die Gemeinde im letzten Jahr ebenfalls Fördergelder vom Land in Höhe von 58.000 Euro. Mit einem Eigenanteil von 35 Prozent beliefen sich die Gesamtkosten auf 88.000 Euro. Mit diesem Geld ist der Weg im Park frisch asphaltiert worden und es sind zwei Sandsteinwände mit Sitzmöglichkeiten entstanden. Auf der anderen Seite des Weges wurden Staudenbeete angelegt. Außerdem leuchten hier abends Laternen. Die Pläne für die Umgestaltung stammen ebenfalls aus der Feder von Wolfgang Hanke.

Ein dritter Förderbescheid könnte der Gemeinde schon bald weitere Gelder bescheren und die Planungen rund um den großen und kleinen Kurpark abrunden. Das baufällige Badehaus westlich der Straße Griepshop soll im Zuge der Offenlegung des Mühlenbachs abgerissen werden. Dann reicht das geöffnete Gewässer sogar bis zum Mittelweg. Das Haus befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte Kleinemeier. „Dort haben die Gäste früher ihre Moorbäder bekommen. Heute ist es nicht mehr erhaltenswert“, erklärt Helmut Spilker. Veranschlagt ist eine Summe von 143.000 Euro, von denen 93.000 Euro förderfähig sind. Der Bauamtsleiter ist zuversichtlich, dass auch dieser Antrag bewilligt wird.

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