Parkplatz statt Jahrmarkt: In Hartum gibt es ab sofort Mandeln, Liebesäpfel und Lebkuchenherzen Carsten Korfesmeyer Hille-Hartum. Der Schaustellerwagen ist die klassische Mandelbude. „Die normalerweise auf einer Kirmes steht“, sagt Mike Osthold. Normal sind die Zeiten für Schausteller aktuell allerdings nicht, so dass der Unternehmer seine Waren jetzt auf dem Parkplatz vor dem Combi-Markt anbietet. Außer sonntags stehen er und seine Frau Jessie hinter dem Tresen und verkaufen Mandeln, Liebesäpfel, Lebkuchenherzen und noch einiges mehr. Für die beiden 30-Jährigen ist das eine neue und noch ungewohnte Umgebung. Wie in der gesamten Branche leiden auch die Osthoffs unter enormen Umsatzeinbußen. 2020 war nahezu ein Komplettausfall und auch im laufenden Jahr sind die Verluste enorm. Mike Osthold gibt sich im MT-Gespräch ganz realistisch. Natürlich stehe er mit seinem Wagen auf dem Parkplatz, um vor allem Einnahmen zu erzielen. Aber er erzählt auch, dass ihm und seiner Frau der Kontakt zu den Kunden enorm gefehlt hat. Wieder den Menschen zu begegnen sei für beide ein regelrechtes Glücksgefühl. Und auf dem Parkplatz zeigt sich rasch, dass die Schausteller mit dieser Ansicht nicht allein sind. Gundula Kloppholz zählt am Dienstagvormittag zu den ersten Kunden an der Mandelbude. Sie kauft kräftig ein – unter anderem Schokofrüchte und jede Menge Popcorn. „Das ist vor allem für meine Kinder“, sagt die Hillerin. Schon so lange auf Jahrmarktbesuche verzichten zu müssen, mache ihre gesamte Familie traurig. Und damit sei sie sicher nicht allein. „Wie sehr ich allein diesen Geruch von gebrannten Mandeln vermisst habe“, sagt sie gegenüber dem MT. Sie habe dadurch gerade ein Gefühl von Normalität empfunden. Die Ostholds gehören zu einer Familie, die auf eine Schaustellertradition über mehrere Generationen zurückblickt. Mehrere Fahrzeuge und Verkaufswagen sind in aller Regel von März bis Dezember bundesweit auf Jahrmärkten und anderen Veranstaltungen vertreten. „Wir haben natürlich auch Personal, für das wir verantwortlich sind“, sagt Mike Osthold. Er und seine Frau haben zwei kleine Kinder und erst vor sechs Jahren hat der Unternehmer nach eigenen Angaben einiges in den Betrieb investiert. Dass er sich aufgrund der Corona-Pandemie um seine Existenz Sorgen macht, ist daher nur verständlich. Die Risiken für die Gesundheit sieht der Schausteller ganz klar. Allerdings ist er auch der Meinung, unter bestimmten Hygieneauflagen durchaus für seine Kunden öffnen zu können. Beim geplanten Kirmespark auf Kanzlers Weide möchte er auf jeden Fall wieder mit dabei sein. Und er wünscht sich Perspektiven. „Die Ungewissheit stört mich dabei am meisten“, sagt Mike Osthold.

Parkplatz statt Jahrmarkt: In Hartum gibt es ab sofort Mandeln, Liebesäpfel und Lebkuchenherzen

Jessie und Mike Osthold haben auch den Kontakt zu den Menschen sehr vermisst. MT-Foto: Carsten Korfesmeyer © cko

Hille-Hartum. Der Schaustellerwagen ist die klassische Mandelbude. „Die normalerweise auf einer Kirmes steht“, sagt Mike Osthold. Normal sind die Zeiten für Schausteller aktuell allerdings nicht, so dass der Unternehmer seine Waren jetzt auf dem Parkplatz vor dem Combi-Markt anbietet. Außer sonntags stehen er und seine Frau Jessie hinter dem Tresen und verkaufen Mandeln, Liebesäpfel, Lebkuchenherzen und noch einiges mehr. Für die beiden 30-Jährigen ist das eine neue und noch ungewohnte Umgebung.

Wie in der gesamten Branche leiden auch die Osthoffs unter enormen Umsatzeinbußen. 2020 war nahezu ein Komplettausfall und auch im laufenden Jahr sind die Verluste enorm. Mike Osthold gibt sich im MT-Gespräch ganz realistisch. Natürlich stehe er mit seinem Wagen auf dem Parkplatz, um vor allem Einnahmen zu erzielen. Aber er erzählt auch, dass ihm und seiner Frau der Kontakt zu den Kunden enorm gefehlt hat. Wieder den Menschen zu begegnen sei für beide ein regelrechtes Glücksgefühl. Und auf dem Parkplatz zeigt sich rasch, dass die Schausteller mit dieser Ansicht nicht allein sind.

Gundula Kloppholz zählt am Dienstagvormittag zu den ersten Kunden an der Mandelbude. Sie kauft kräftig ein – unter anderem Schokofrüchte und jede Menge Popcorn. „Das ist vor allem für meine Kinder“, sagt die Hillerin. Schon so lange auf Jahrmarktbesuche verzichten zu müssen, mache ihre gesamte Familie traurig. Und damit sei sie sicher nicht allein. „Wie sehr ich allein diesen Geruch von gebrannten Mandeln vermisst habe“, sagt sie gegenüber dem MT. Sie habe dadurch gerade ein Gefühl von Normalität empfunden.

Die Ostholds gehören zu einer Familie, die auf eine Schaustellertradition über mehrere Generationen zurückblickt. Mehrere Fahrzeuge und Verkaufswagen sind in aller Regel von März bis Dezember bundesweit auf Jahrmärkten und anderen Veranstaltungen vertreten. „Wir haben natürlich auch Personal, für das wir verantwortlich sind“, sagt Mike Osthold. Er und seine Frau haben zwei kleine Kinder und erst vor sechs Jahren hat der Unternehmer nach eigenen Angaben einiges in den Betrieb investiert. Dass er sich aufgrund der Corona-Pandemie um seine Existenz Sorgen macht, ist daher nur verständlich.

Die Risiken für die Gesundheit sieht der Schausteller ganz klar. Allerdings ist er auch der Meinung, unter bestimmten Hygieneauflagen durchaus für seine Kunden öffnen zu können. Beim geplanten Kirmespark auf Kanzlers Weide möchte er auf jeden Fall wieder mit dabei sein. Und er wünscht sich Perspektiven. „Die Ungewissheit stört mich dabei am meisten“, sagt Mike Osthold.

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