Pappeln müssen weichen: Darum wird es in den Bastauwiesen keine Neuanpflanzungen geben Hille-Hartum (mt/sbo). Sie sind überaltert und damit anfällig für Windbruch: Rund 20 Pappeln fällen Mitarbeiter des Baubetriebshofs der Gemeinde Hille zurzeit an den Wegen im Naturschutzgebiet Bastauwiesen südlich des Hartumer Sportplatzes. Bereits im vergangenen Jahr mussten hier einige Pappeln weichen. Nur ein einziger Baum wird laut Baubetriebshofleiterin Dagmar Meinert nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde lediglich geköpft, nicht gefällt. „Ein Loch deutet auf Fledermäuse hin.“ Eine Neuanpflanzung werde es hingegen nicht geben, teilt die Gemeindeverwaltung mit. Denn die Bäume seien später ein perfekter Ansitz für Krähen und Greifvögel, die es auf Bodenbrüter wie Kiebitz und Brachvogel abgesehen haben. Meinert: „Wir werden dort einen Blühstreifen mit einer regionalen Saatgutmischung und heimischen Pflanzenarten anlegen.“ In der Zeit vom 1. Oktober bis 28. Februar sind Gehölzschnitt sowie Baumpflege- und Fällarbeiten in Naturschutzgebieten zulässig. Daher sei dies eine der Hauptarbeiten des Baubetriebshofs in den Wintermonaten. Auch die Gehölzpflege auf gemeindeeigenen Flächen gehöre dazu. Die Gemeinde ist nicht nur für die Verkehrssicherungspflicht zuständig, sondern auch für den Erhalt von Bäumen und Sträucher an Straßen, Gräben und öffentlichen Grünflächen wie den Dorfplätzen und im Kurpark. Viele Hinweise bekommt der Bauhof in Hartum laut Dagmar Meinert von den Bürgerinnen und Bürgern. Sie melden sich, wenn sie die Sicht behindernde Äste, auf Fahrbahnen wuchernde Büsche und andere Hindernisse bemerken. Zudem prüft Baumkontrolleurin Sibylle Michels die Bäume im öffentlichen Bereich regelmäßig. Ihre Auswertung ergab, dass diesmal 36 Bäume nicht mehr standfest sind und gefällt werden müssen. Hinzu kommen aktuell jene Pappeln im Moor und viele durch die Hitzesommer vertrocknete Birken. Acht Mitarbeiter des Baubetriebshofs sind täglich in drei Kolonnen in der Gemeinde unterwegs. Um in großer Höhe arbeiten zu können, mietet sich der Baubetriebshof einen Teleskopradlader mit Arbeitskorb und ein Gerät für den Bagger, namens Schnittgriffy. Er hält mit dem Greifarm einen Stamm fest und schneidet Äste und Zweige ab. „Gerade bei Totholz ist schwer einzuschätzen, wohin es fällt. Der Arbeiter bedient die Technik aus einiger Entfernung und steht somit außerhalb des Gefahrenbereichs“, erklärt Dagmar Meinert. Die Baumkontrolleurin habe festgestellt, dass 167 Bäume, vor allen Dingen Eichen und Ahornbäume, wegen ihres Totholzanteils nicht mehr sicher für Autofahrer und Passanten sind. Sie werden ausgeschnitten. Apropos Passanten: Immer wieder würden Spaziergänger, Fahrradfahrer und Freizeitsportler die Absperrungen, die die Kolonnen zum Schutz auf den Wegen aufgestellt haben, ignorieren. Das sei, warnt Ralf Kolanowski, Vorarbeiter der Straßenbaukolonne, verboten und lebensgefährlich. Im Laufe der nächsten Woche würden laut Auskunft aus dem Rathaus zudem Sträucher auf den Stock gesetzt. Haselnuss, Schlehe, Weißdorn, Holunder und all die anderen Büsche treiben im Frühjahr neu aus und verdichten sich durch den Verjüngungsschnitt. Damit das Gewicht der langen Äste sie nicht auseinanderbrechen lässt, werden Kopfweiden geschneitelt. „Die gekappten Kronen bieten Lebensraum für Vögel und Insekten“, so Meinert weiter. Ein anderes großes Thema ist das Lichtraumprofil an Straßen und Gehwegen. Laubbäume wie Ahorn, Eichen und Linden werden aufgeastet, das heißt: Alle Äste werden bis zu einer bestimmten Höhe zurückgeschnitten. Bei Straßen liegt die Grenze bei 4,50 Metern, bei Gehwegen bei 2,50 Metern. Auch Obstbäume an Straßen sind zu pflegen, gerade wurden sie am Bliewnißweg und an der Westerholzstraße in Nordhemmern beschnitten (das MT berichtete). Der gesamte Grünschnitt werde, sagt Dagmar Meinert, gehäckselt und verkauft.

Pappeln müssen weichen: Darum wird es in den Bastauwiesen keine Neuanpflanzungen geben

In diesen Tagen werden in Hartum Pappeln gefällt. Nur ein Baum bleibt erhalten. Foto: Gemeinde Hille/privat © Gemeinde Hille/privat

Hille-Hartum (mt/sbo). Sie sind überaltert und damit anfällig für Windbruch: Rund 20 Pappeln fällen Mitarbeiter des Baubetriebshofs der Gemeinde Hille zurzeit an den Wegen im Naturschutzgebiet Bastauwiesen südlich des Hartumer Sportplatzes. Bereits im vergangenen Jahr mussten hier einige Pappeln weichen.

Nur ein einziger Baum wird laut Baubetriebshofleiterin Dagmar Meinert nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde lediglich geköpft, nicht gefällt. „Ein Loch deutet auf Fledermäuse hin.“ Eine Neuanpflanzung werde es hingegen nicht geben, teilt die Gemeindeverwaltung mit. Denn die Bäume seien später ein perfekter Ansitz für Krähen und Greifvögel, die es auf Bodenbrüter wie Kiebitz und Brachvogel abgesehen haben. Meinert: „Wir werden dort einen Blühstreifen mit einer regionalen Saatgutmischung und heimischen Pflanzenarten anlegen.“

In der Zeit vom 1. Oktober bis 28. Februar sind Gehölzschnitt sowie Baumpflege- und Fällarbeiten in Naturschutzgebieten zulässig. Daher sei dies eine der Hauptarbeiten des Baubetriebshofs in den Wintermonaten. Auch die Gehölzpflege auf gemeindeeigenen Flächen gehöre dazu. Die Gemeinde ist nicht nur für die Verkehrssicherungspflicht zuständig, sondern auch für den Erhalt von Bäumen und Sträucher an Straßen, Gräben und öffentlichen Grünflächen wie den Dorfplätzen und im Kurpark.

Viele Hinweise bekommt der Bauhof in Hartum laut Dagmar Meinert von den Bürgerinnen und Bürgern. Sie melden sich, wenn sie die Sicht behindernde Äste, auf Fahrbahnen wuchernde Büsche und andere Hindernisse bemerken.

Zudem prüft Baumkontrolleurin Sibylle Michels die Bäume im öffentlichen Bereich regelmäßig. Ihre Auswertung ergab, dass diesmal 36 Bäume nicht mehr standfest sind und gefällt werden müssen. Hinzu kommen aktuell jene Pappeln im Moor und viele durch die Hitzesommer vertrocknete Birken.

Acht Mitarbeiter des Baubetriebshofs sind täglich in drei Kolonnen in der Gemeinde unterwegs. Um in großer Höhe arbeiten zu können, mietet sich der Baubetriebshof einen Teleskopradlader mit Arbeitskorb und ein Gerät für den Bagger, namens Schnittgriffy. Er hält mit dem Greifarm einen Stamm fest und schneidet Äste und Zweige ab. „Gerade bei Totholz ist schwer einzuschätzen, wohin es fällt. Der Arbeiter bedient die Technik aus einiger Entfernung und steht somit außerhalb des Gefahrenbereichs“, erklärt Dagmar Meinert. Die Baumkontrolleurin habe festgestellt, dass 167 Bäume, vor allen Dingen Eichen und Ahornbäume, wegen ihres Totholzanteils nicht mehr sicher für Autofahrer und Passanten sind. Sie werden ausgeschnitten.

Apropos Passanten: Immer wieder würden Spaziergänger, Fahrradfahrer und Freizeitsportler die Absperrungen, die die Kolonnen zum Schutz auf den Wegen aufgestellt haben, ignorieren. Das sei, warnt Ralf Kolanowski, Vorarbeiter der Straßenbaukolonne, verboten und lebensgefährlich.

Im Laufe der nächsten Woche würden laut Auskunft aus dem Rathaus zudem Sträucher auf den Stock gesetzt. Haselnuss, Schlehe, Weißdorn, Holunder und all die anderen Büsche treiben im Frühjahr neu aus und verdichten sich durch den Verjüngungsschnitt. Damit das Gewicht der langen Äste sie nicht auseinanderbrechen lässt, werden Kopfweiden geschneitelt. „Die gekappten Kronen bieten Lebensraum für Vögel und Insekten“, so Meinert weiter.

Ein anderes großes Thema ist das Lichtraumprofil an Straßen und Gehwegen. Laubbäume wie Ahorn, Eichen und Linden werden aufgeastet, das heißt: Alle Äste werden bis zu einer bestimmten Höhe zurückgeschnitten. Bei Straßen liegt die Grenze bei 4,50 Metern, bei Gehwegen bei 2,50 Metern. Auch Obstbäume an Straßen sind zu pflegen, gerade wurden sie am Bliewnißweg und an der Westerholzstraße in Nordhemmern beschnitten (das MT berichtete). Der gesamte Grünschnitt werde, sagt Dagmar Meinert, gehäckselt und verkauft.

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