Paar baut ehemaligen Rettungswagen zum Camper-Van um Lena Kley Hille/Hiddenhausen/Bünde. Das Blaulicht ist noch am Rettungswagen dran – und die Sirene kann auch noch gehörigen Lärm machen. Doch spätestens, wenn Laura Dyck und ihr Freund Jens Klassen das Fahrzeug komplett zum Van umgebaut haben, muss die Leuchte weg. „Sie muss angemalt sein und darf nicht funktionieren oder leuchten“, erklärt der 27-Jährige. Das ist nur eines von vielen Details, die das Paar aus Hiddenhausen bei dem Umbau beachten muss. Dennoch brennen beide für das Projekt. Jeder Cent wird in den Umbau gesteckt, jede freie Minute geopfert. Die Wochenenden verbringen sie meistens auf dem Hof in Hille, wo das Fahrzeug geparkt ist. Auf die Idee gekommen sind die beiden beim Campen in Kroatien vergangenes Jahr. Als dieses Jahr dann der Skiurlaub coronabedingt ausfiel, entschlossen sich beide dazu, den Plan in die Tat umzusetzen. Am 6. Februar fuhren sie mit dem frisch gekauften Fahrzeug auf den Hof. „Wir sind der Familie von Jens sehr dankbar, dass wir ihn auf ihrem Grundstück abstellen dürfen“, sagt Laura Dyck. Lange mussten sie nach dem Schätzchen allerdings nicht suchen: „Nach zwei bis drei Wochen hatten wir ihn schon auf Ebay-Kleinanzeigen gefunden“, erinnert sich Dyck. Anfang Februar holten sie den Wagen dann bei der Feuerwehr Hamburg ab. „Neu kostet der etwa 150.000 Euro, wir haben ihn für 9.600 Euro bekommen“, erzählt Klassen. Es handele sich bei diesem Exemplar um ein Reservefahrzeug, das wenig gefahren wurde. Lediglich 160.000 Kilometer sind „runter“, viele andere RTW seien meist schon um die 400.000 Kilometer gefahren. Sie hätten auch günstigere Fahrzeuge gefunden, doch die seien in einem wesentlich schlechterem Zustand gewesen. „Das hat für uns keinen Sinn ergeben – wenn wir so viel Zeit und Arbeit investieren, soll der Wagen auch lange halten“, erklärt Klassen. Schon jetzt ist viel Energie in den Wagen geflossen. Das Paar hat die ganze Elektrik und sämtliche Kabel, die nicht benötigt werden, entfernt. Dafür hat sich Jens Klassen vom Hersteller die Schaltpläne geben lassen. Auch die Hub-Betten, die Sauerstoffversorgung und der rote PVC-Boden sind nicht mehr da. Stattdessen liegt ein heller Vinylboden aus und ein weiteres Fenster sowie ein Lattenrost sind eingezogen. Die ersten Teile für eine Dusche stehen auch schon. Dank eines Durchbruchs kann man vom Innenraum in die Fahrerkabine schauen. Diese Veränderung im Besonderen, aber auch andere Anpassungen, hat Jens Klassen abgesprochen – mit seinem Arbeitgeber. Denn der 27-Jährige arbeitet beim TÜV in Bünde. „Es kann aber auch jeder andere zum TÜV kommen und danach fragen“, sagt er. Auf das Paar kommt aber noch eine ganze Menge Arbeit zu: Sie wollen noch eine Camping-Toilette installieren, die zur Dusche hin herausgezogen werden kann. Die soll aber nur im Notfall genutzt werden, sagt Laura Dyck lachend. Eine Küche und ein Frischwassertank sollen auch noch eingebaut werden. Oben wollen die beiden eine Art Dachterrasse auf den Camper bauen. „Damit wir uns den Sonnenuntergang anschauen können“, sagt Dyck. Ganz am Ende soll der Rettungswagen wahrscheinlich weiß bleiben, dafür müssen sie noch die Folie abziehen. Fertig sein soll der Wagen voraussichtlich im Spätsommer. Gestritten hätten sie wegen des Riesenprojektes bisher noch nicht. „Wir diskutieren das sachlich aus“, sagt Laura Dyck, nicht ohne kurz zu schmunzeln. Meist laufe es auf einen Kompromiss hinaus. „Das ist schon wie ein kleiner Hausbau“, sagt die 25-Jährige. Sie hätten bereits viele Videos von Paaren gesehen, die ein ähnliches Projekt hatten. Ein Pärchen habe mehrere Videos zu dem Prozess gezeigt. Beim letzten Clip sei der Van zwar fertig, sie aber nicht mehr zusammen gewesen. „Das passiert bei uns natürlich nicht“, sagt Laura Dyck und erntet Zustimmung von ihrem Freund. Den ganzen Bauprozess zeigt das Paar auf dem Instagram-Kanal @jauraalane mit zahlreichen Fotos, Clips und längeren Videos.

Paar baut ehemaligen Rettungswagen zum Camper-Van um

Laura Dyck und Jens Klassen sind dabei, den Rettungswagen im Hintergrund umzubauen. Das Fahrzeug haben sie auf dem Hof von Jens` Eltern in Hille geparkt. Foto: Lena Kley © NW

Hille/Hiddenhausen/Bünde. Das Blaulicht ist noch am Rettungswagen dran – und die Sirene kann auch noch gehörigen Lärm machen. Doch spätestens, wenn Laura Dyck und ihr Freund Jens Klassen das Fahrzeug komplett zum Van umgebaut haben, muss die Leuchte weg. „Sie muss angemalt sein und darf nicht funktionieren oder leuchten“, erklärt der 27-Jährige. Das ist nur eines von vielen Details, die das Paar aus Hiddenhausen bei dem Umbau beachten muss. Dennoch brennen beide für das Projekt. Jeder Cent wird in den Umbau gesteckt, jede freie Minute geopfert. Die Wochenenden verbringen sie meistens auf dem Hof in Hille, wo das Fahrzeug geparkt ist.

Auf die Idee gekommen sind die beiden beim Campen in Kroatien vergangenes Jahr. Als dieses Jahr dann der Skiurlaub coronabedingt ausfiel, entschlossen sich beide dazu, den Plan in die Tat umzusetzen. Am 6. Februar fuhren sie mit dem frisch gekauften Fahrzeug auf den Hof. „Wir sind der Familie von Jens sehr dankbar, dass wir ihn auf ihrem Grundstück abstellen dürfen“, sagt Laura Dyck. Lange mussten sie nach dem Schätzchen allerdings nicht suchen: „Nach zwei bis drei Wochen hatten wir ihn schon auf Ebay-Kleinanzeigen gefunden“, erinnert sich Dyck. Anfang Februar holten sie den Wagen dann bei der Feuerwehr Hamburg ab.

„Neu kostet der etwa 150.000 Euro, wir haben ihn für 9.600 Euro bekommen“, erzählt Klassen. Es handele sich bei diesem Exemplar um ein Reservefahrzeug, das wenig gefahren wurde. Lediglich 160.000 Kilometer sind „runter“, viele andere RTW seien meist schon um die 400.000 Kilometer gefahren. Sie hätten auch günstigere Fahrzeuge gefunden, doch die seien in einem wesentlich schlechterem Zustand gewesen. „Das hat für uns keinen Sinn ergeben – wenn wir so viel Zeit und Arbeit investieren, soll der Wagen auch lange halten“, erklärt Klassen.


Schon jetzt ist viel Energie in den Wagen geflossen. Das Paar hat die ganze Elektrik und sämtliche Kabel, die nicht benötigt werden, entfernt. Dafür hat sich Jens Klassen vom Hersteller die Schaltpläne geben lassen. Auch die Hub-Betten, die Sauerstoffversorgung und der rote PVC-Boden sind nicht mehr da. Stattdessen liegt ein heller Vinylboden aus und ein weiteres Fenster sowie ein Lattenrost sind eingezogen. Die ersten Teile für eine Dusche stehen auch schon. Dank eines Durchbruchs kann man vom Innenraum in die Fahrerkabine schauen.

Diese Veränderung im Besonderen, aber auch andere Anpassungen, hat Jens Klassen abgesprochen – mit seinem Arbeitgeber. Denn der 27-Jährige arbeitet beim TÜV in Bünde. „Es kann aber auch jeder andere zum TÜV kommen und danach fragen“, sagt er. Auf das Paar kommt aber noch eine ganze Menge Arbeit zu: Sie wollen noch eine Camping-Toilette installieren, die zur Dusche hin herausgezogen werden kann.

Die soll aber nur im Notfall genutzt werden, sagt Laura Dyck lachend. Eine Küche und ein Frischwassertank sollen auch noch eingebaut werden. Oben wollen die beiden eine Art Dachterrasse auf den Camper bauen. „Damit wir uns den Sonnenuntergang anschauen können“, sagt Dyck. Ganz am Ende soll der Rettungswagen wahrscheinlich weiß bleiben, dafür müssen sie noch die Folie abziehen. Fertig sein soll der Wagen voraussichtlich im Spätsommer.

Gestritten hätten sie wegen des Riesenprojektes bisher noch nicht. „Wir diskutieren das sachlich aus“, sagt Laura Dyck, nicht ohne kurz zu schmunzeln. Meist laufe es auf einen Kompromiss hinaus. „Das ist schon wie ein kleiner Hausbau“, sagt die 25-Jährige. Sie hätten bereits viele Videos von Paaren gesehen, die ein ähnliches Projekt hatten. Ein Pärchen habe mehrere Videos zu dem Prozess gezeigt. Beim letzten Clip sei der Van zwar fertig, sie aber nicht mehr zusammen gewesen. „Das passiert bei uns natürlich nicht“, sagt Laura Dyck und erntet Zustimmung von ihrem Freund.

Den ganzen Bauprozess zeigt das Paar auf dem Instagram-Kanal @jauraalane mit zahlreichen Fotos, Clips und längeren Videos.

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