Neues Baugebiet: Altes Bauernhaus vor dem Abriss Carsten Korfesmeyer Hille. Der zweite Schritt ist gemacht und momentan sieht alles danach aus, dass gegenüber von Reimlers Teich das Baugebiet „Dorfstraße/Raiffeisenstraße“ entstehen kann. Der Planungsausschuss hebt das Verfahren über die nächste Hürde und die Zukunft auf dem rund 7.000 Quadratmeter großen Areal könnte so aussehen: Vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 35 Wohnungen stehen auf dem Gelände. Hinzu kommen 45 Stellplätze, die Architekt Olaf Schramme überwiegend als Carports im Innenhof vorsieht. Außerdem gibt es elf weitere Parkplätze vor den Gebäuden. Viele Politiker haben diese Pläne schon in der Sitzung Anfang März begrüßt, als der grundsätzliche Entwurf zum ersten Mal öffentlich vorgestellt wurde. Sie sehen durch den zusätzlichen Wohnraum vor allem eine Attraktivitätssteigerung für den Hiller Ortskern, die sich obendrein mit den im Jahr 2016 selbst gesteckten strategischen Zielen der Gemeinde deckt. „Für den Ort Hille bedeutet das eine Aufwertung“, sagt Planungsausschussvorsitzender Rolf Tiemann (CDU) im MT-Gespräch. Neue Baugebiete bedeuten aber auch Veränderungen, die nicht unbedingt jeder gut finden muss. Deshalb räumt der Gesetzgeber den Bürgern und Behörden die Möglichkeit ein, ihre Bedenken oder Anregungen im Vorfeld mitzuteilen. Das taten einige und unter anderem spielt das alte Bauernhaus in der Dorfstraße 9 dabei eine Rolle. Das soll den Plänen zufolge abgerissen werden, was manche bedauern und die Denkmalbehörde nun überprüft. Die Chancen stehen für den Abriss stehen jedoch weitaus höher als der Erhalt. Denn ein Umbau wäre aufwendig und auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hält eine Einbeziehung des Gebäudes aufgrund der maroden Bausubstanz für wirtschaftlich nicht vertretbar. Über weitere Punkte hat das Gremium in seiner Sitzung zu entscheiden. Nach den ursprünglichen Plänen war beispielsweise nur jeweils ein Stellplatz pro Wohneinheit vorgesehen. Das entspricht nach Worten von Rolf Tiemann zwar den gesetzlichen Vorgaben, sei für einen Ort wie Hille aber unrealistisch. Deshalb soll die Zahl der Stellplätze auf 1,3 pro Wohneinheit steigen. Einige Anwohner sehen in dem Bauprojekt auch grundsätzlich eine Zunahme des Straßenverkehrs. Diskutiert wird auch über die Zufahrten, die laut Plan nicht allein über die Raiffeisenstraße erfolgen muss. Sie könnte über den südwestlichen Teil von der Dorfstraße geregelt werden, was der dortige Anwohner jedoch kritisiert. Denn die Autos würden dann direkt an seiner Grundstücksgrenze unterwegs sein. Nicht mehr diskutiert wird der im März angeregte Vorschlag von Ratsmitglied Hermann Böhne (SPD), das Oberflächenwasser der Gebäude in den benachbarten Reimlers Teich einzuleiten. Die Idee kam zwar seinerzeit gut an, doch Sachbereichsleiter Hans-Peter Seele dämpfte die Erwartungen rasch. Denn die Dorfstraße müsste „unterdükert“ werden, was einen erheblichen Aufwand bedeute. Wie eine jüngste Untersuchung zeigt, sei das planerisch zwar machbar, der technische und finanzielle Aufwand wird von den Experten allerdings als unverhältnismäßig bezeichnet. Außerdem sei ohnehin vorgesehen, das Regenwasser auf dem Grundstück zu versickern. Erhalten bleibt die alte Eiche, die sich an der Ecke Dorfstraße/Raiffeisenstraße befindet. Hierfür hatte sich auch der Kreis in seiner Stellungnahme zum neuen Baugebiet ausgesprochen. Von dort kam auch die Anregung, einen möglichst großen Teil des vorhandenen Baumbestands zu erhalten. Dieses betrifft vor allem einige ältere Hainbuchen an der Dorfstraße. Inwieweit diese jedoch als ortsbildprägend einzustufen sind, wird im Gremium unterschiedlich gesehen. Für das laufende Bauleitplanverfahren werden „die zu erhaltenden und zu entfernenden Bäume“ ermittelt. Wie geht es nun formal weiter? Nach der so genannten Frühzeitigen Bürgerbeteiligung haben die Bürger bei der späteren Öffentlichen Auslegung noch einmal eine Möglichkeit zur Stellungnahme. Erst dann kann die Politik den Satzungsbeschluss fassen, bis der Bebauungsplan letztlich in Kraft tritt.

Neues Baugebiet: Altes Bauernhaus vor dem Abriss

Das alte Bauernhaus in der Dorfstraße 9 soll den Plänen zufolge bald den Neubauten weichen. Die letzte Entscheidung darüber trifft die Denkmalbehörde. Die hat jedoch zumindest schon signalisiert, keine Einwände gegen einen Abriss des Gebäudes zu haben. ?MT-Foto: Carsten Korfesmeyer © dhaunhorst

Hille. Der zweite Schritt ist gemacht und momentan sieht alles danach aus, dass gegenüber von Reimlers Teich das Baugebiet „Dorfstraße/Raiffeisenstraße“ entstehen kann. Der Planungsausschuss hebt das Verfahren über die nächste Hürde und die Zukunft auf dem rund 7.000 Quadratmeter großen Areal könnte so aussehen: Vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 35 Wohnungen stehen auf dem Gelände. Hinzu kommen 45 Stellplätze, die Architekt Olaf Schramme überwiegend als Carports im Innenhof vorsieht. Außerdem gibt es elf weitere Parkplätze vor den Gebäuden. Viele Politiker haben diese Pläne schon in der Sitzung Anfang März begrüßt, als der grundsätzliche Entwurf zum ersten Mal öffentlich vorgestellt wurde. Sie sehen durch den zusätzlichen Wohnraum vor allem eine Attraktivitätssteigerung für den Hiller Ortskern, die sich obendrein mit den im Jahr 2016 selbst gesteckten strategischen Zielen der Gemeinde deckt.

„Für den Ort Hille bedeutet das eine Aufwertung“, sagt Planungsausschussvorsitzender Rolf Tiemann (CDU) im MT-Gespräch. Neue Baugebiete bedeuten aber auch Veränderungen, die nicht unbedingt jeder gut finden muss. Deshalb räumt der Gesetzgeber den Bürgern und Behörden die Möglichkeit ein, ihre Bedenken oder Anregungen im Vorfeld mitzuteilen. Das taten einige und unter anderem spielt das alte Bauernhaus in der Dorfstraße 9 dabei eine Rolle. Das soll den Plänen zufolge abgerissen werden, was manche bedauern und die Denkmalbehörde nun überprüft. Die Chancen stehen für den Abriss stehen jedoch weitaus höher als der Erhalt. Denn ein Umbau wäre aufwendig und auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hält eine Einbeziehung des Gebäudes aufgrund der maroden Bausubstanz für wirtschaftlich nicht vertretbar.

Über weitere Punkte hat das Gremium in seiner Sitzung zu entscheiden. Nach den ursprünglichen Plänen war beispielsweise nur jeweils ein Stellplatz pro Wohneinheit vorgesehen. Das entspricht nach Worten von Rolf Tiemann zwar den gesetzlichen Vorgaben, sei für einen Ort wie Hille aber unrealistisch. Deshalb soll die Zahl der Stellplätze auf 1,3 pro Wohneinheit steigen. Einige Anwohner sehen in dem Bauprojekt auch grundsätzlich eine Zunahme des Straßenverkehrs. Diskutiert wird auch über die Zufahrten, die laut Plan nicht allein über die Raiffeisenstraße erfolgen muss. Sie könnte über den südwestlichen Teil von der Dorfstraße geregelt werden, was der dortige Anwohner jedoch kritisiert. Denn die Autos würden dann direkt an seiner Grundstücksgrenze unterwegs sein.


Nicht mehr diskutiert wird der im März angeregte Vorschlag von Ratsmitglied Hermann Böhne (SPD), das Oberflächenwasser der Gebäude in den benachbarten Reimlers Teich einzuleiten. Die Idee kam zwar seinerzeit gut an, doch Sachbereichsleiter Hans-Peter Seele dämpfte die Erwartungen rasch. Denn die Dorfstraße müsste „unterdükert“ werden, was einen erheblichen Aufwand bedeute. Wie eine jüngste Untersuchung zeigt, sei das planerisch zwar machbar, der technische und finanzielle Aufwand wird von den Experten allerdings als unverhältnismäßig bezeichnet. Außerdem sei ohnehin vorgesehen, das Regenwasser auf dem Grundstück zu versickern.

Erhalten bleibt die alte Eiche, die sich an der Ecke Dorfstraße/Raiffeisenstraße befindet. Hierfür hatte sich auch der Kreis in seiner Stellungnahme zum neuen Baugebiet ausgesprochen. Von dort kam auch die Anregung, einen möglichst großen Teil des vorhandenen Baumbestands zu erhalten. Dieses betrifft vor allem einige ältere Hainbuchen an der Dorfstraße. Inwieweit diese jedoch als ortsbildprägend einzustufen sind, wird im Gremium unterschiedlich gesehen. Für das laufende Bauleitplanverfahren werden „die zu erhaltenden und zu entfernenden Bäume“ ermittelt.

Wie geht es nun formal weiter? Nach der so genannten Frühzeitigen Bürgerbeteiligung haben die Bürger bei der späteren Öffentlichen Auslegung noch einmal eine Möglichkeit zur Stellungnahme. Erst dann kann die Politik den Satzungsbeschluss fassen, bis der Bebauungsplan letztlich in Kraft tritt.

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