Nachbarn der Firma Budde wehren sich gegen geplante Betriebserweiterung Stefanie Dullweber Hille-Eickhorst. „Für unser kleines Dorf muss es genug sein", sagt Eberhard Peper. Der Eickhorster Ortsvorsteher (CDU) spricht von den Plänen der Firma Budde, die ihr Betriebsgelände um 40.000 Quadratmeter erweitern möchte. „Wir sind nicht gegen Wirtschaftsförderung und haben auch nichts gegen die Firma Budde, aber im Hinblick auf die Lebensqualität sind diese Pläne nicht hinnehmbar", sagt Peper und wird noch deutlicher: „Wir werden das nicht kampflos hinnehmen." Wenn der Ortsvorsteher – er ist direkter Nachbar der Firma Budde – von „wir" spricht, dann meint er die direkten Anwohner, die gewählten Ratsvertreter Volker Siebeking und Thomas Leimbach (beide SPD) sowie den Vorsitzenden der Kulturgemeinschaft Jürgen Paulsmeyer. Sie haben zu einem Pressegespräch eingeladen. Die Pläne für die Betriebserweiterung auf der anderen Seite der Hiller Straße gibt es schon länger – die meisten Eickhorster haben jedoch erst aus dem Mindener Tageblatt davon erfahren. Bereits im Dezember war die Firma Budde, die eine Anlage zur Lagerung, Behandlung und zum Umschlag von Abfällen betreibt, Thema im Rat. Seinerzeit sprachen die Beteiligten im nicht-öffentlichen Teil darüber – das heißt, alle Beteiligten sind zum Stillschweigen verpflichtet. Laut MT-Informationen wurde der Antrag, den die Verwaltung gestellt hatte, mehrheitlich abgelehnt. Am 12. Februar hatte die Firma Budde die Notwendigkeit der Betriebserweiterung und die geplanten Maßnahmen gegenüber der Gemeinde schriftlich begründet. Demnach machten es eine positive betriebliche Entwicklung sowie vertragliche Verpflichtungen erforderlich, die Lager und Umsatzmengen vor allem bei nachwachsenden Rohstoffen und Biomasse deutlich zu erhöhen. Insgesamt wolle das Unternehmen in den kommenden beiden Jahren fünf Millionen Euro investieren und 20 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Der Antrag, einen neuen, größeren Bebauungsplan aufzustellen, ging dann am 30. März im Rathaus ein. Dieser Antrag stand zur Diskussion in der Sitzung des Planungs- und Umweltschutzausschusses am 26. Mai – wurde jedoch von der Tagesordnung genommen. Die Politiker wollten Unternehmer Armin Budde die Gelegenheit zu einer Informationsveranstaltung geben, um etwaigen Gegnern seine Erweiterungspläne vorzustellen. Diese fand am 16. Juni im kleinen Kreis auf dem Gelände in Eickhorst statt. Dagmar und Reiner Wiese-Cummerwie betreiben gegenüber der Firma Budde eine Hundewiese mit Hundeplatz – ein von Bäumen umgebenes Gelände auf 24.000 Quadratmetern. Überzeugt habe sie die Info-Veranstaltung nicht – eher im Gegenteil, sagen sie. Würde die Firma Budde ihren Betrieb bis an ihre Grundstücksgrenze erweitern, bedeute das das Ende für ihre Hunde-Wiese. Es seien enorme Staub-, Geruchs- und Geräuschemissionen zu befürchten, meint auch Jürgen Paulsmeyer, der ebenfalls in der Nähe wohnt. Dazu käme der vermehrte Lkw-Verkehr. „Und was ist, wenn es beim Abfallentsorger brennt?", gibt Dagmar Wiese-Cummerwie zu bedenken. Eine Erweiterung des Gewerbegebietes über die Hiller Straße hinaus wollen die Nachbarn der Firma Budde auf jeden Fall verhindern. Das war zumindest der Tenor eines Nachbarschaftstreffens in der vergangenen Woche. „Notfalls werden wir das ganze Dorf mobilisieren", sagt Eberhard Peper, der – genau wie seine Ratskollegen – nicht möchte, dass mit der Sache Wahlkampf gemacht wird. Auch Volker Siebeking hat bereits von mehreren Seiten gehört, dass das Thema längst nicht nur im Unterdorf diskutiert wird, sondern dass der Ärger bereits bis in das benachbarte Nettelstedt reicht. Einige Bürger haben sich schriftlich an die Gemeinde gewandt. Insgesamt drei Schreiben liegen dem Mindener Tageblatt vor. „Bereits bei der jetzigen Betriebsgröße gehen von der Firma Budde in Eickhorst grenzwertige Emissionen aus, die für die Anwohner des Unterdorfes nur schwer zu tolerieren sind", schreiben zwei Eickhorsterinnen an Bürgermeister Michael Schweiß (SPD). Es erschließe sich ihnen nicht, warum man einem Müllentsorgungs-Unternehmen gestatte, sich bis in eine geschlossene Ortschaft hinein auszubreiten. Die Wohnqualität sinke. Der Appell der Verfasserinnen an den Bürgermeister: „Wir hoffen darauf, dass Sie die berechtigten Interessen der Eickhorster nicht aus den Augen verlieren und Ihrer Fürsorgepflicht nachkommen!". Auch ein anderer Eickhorster, der nahe der Firma Budde wohnt, hat sich schriftlich an die Verwaltung gewandt und seinen Unmut geäußert. „Von Anfang an muss ich als direkter Nachbar des Unternehmens mit Lärmbelästigung, Geruchsbelästigung und vermehrtem Schwerlastverkehr leben", heißt es. Der Autor schildert, dass seine Familie vor einigen Jahren auf ihrem Grundstück den Bau eines Einfamilienhaus plante. Der Antrag sei vom Bauamt und der Bezirksregierung abgelehnt worden, mit der Begründung, das Grundstück grenze an ein Naturschutzgebiet und liege im Außenbereich. Jetzt solle sich direkt hinter seinem Grundstück ein Abfallbetrieb erweitern. „Falls der Erweiterung grünes Licht gegeben wird, empfinde ich das als Farce", schreibt der Anwohner. Wie geht es weiter? Das Thema wird – sollte Budde den Antrag nicht zurückziehen – erneut im Planungsausschuss auf die Tagesordnung kommen. „Je nachdem, was aus dem Rathaus kommt, werden wir reagieren", sagt Eberhard Peper und alle Gesprächspartner nicken zustimmend.

Nachbarn der Firma Budde wehren sich gegen geplante Betriebserweiterung

Von Bäumen umgeben ist die Hunde-Wiese von Dagmar und Rainer Wiese-Cummerwie. Richtung Osten will sich die Firma Budde um insgesamt 40.000 Quadratmeter vergrößern. Der Firmensitz befindet sich westlich der Hiller Straße. © Foto: privat

Hille-Eickhorst. „Für unser kleines Dorf muss es genug sein", sagt Eberhard Peper. Der Eickhorster Ortsvorsteher (CDU) spricht von den Plänen der Firma Budde, die ihr Betriebsgelände um 40.000 Quadratmeter erweitern möchte. „Wir sind nicht gegen Wirtschaftsförderung und haben auch nichts gegen die Firma Budde, aber im Hinblick auf die Lebensqualität sind diese Pläne nicht hinnehmbar", sagt Peper und wird noch deutlicher: „Wir werden das nicht kampflos hinnehmen."

Wenn der Ortsvorsteher – er ist direkter Nachbar der Firma Budde – von „wir" spricht, dann meint er die direkten Anwohner, die gewählten Ratsvertreter Volker Siebeking und Thomas Leimbach (beide SPD) sowie den Vorsitzenden der Kulturgemeinschaft Jürgen Paulsmeyer. Sie haben zu einem Pressegespräch eingeladen.

Die Pläne für die Betriebserweiterung auf der anderen Seite der Hiller Straße gibt es schon länger – die meisten Eickhorster haben jedoch erst aus dem Mindener Tageblatt davon erfahren. Bereits im Dezember war die Firma Budde, die eine Anlage zur Lagerung, Behandlung und zum Umschlag von Abfällen betreibt, Thema im Rat. Seinerzeit sprachen die Beteiligten im nicht-öffentlichen Teil darüber – das heißt, alle Beteiligten sind zum Stillschweigen verpflichtet. Laut MT-Informationen wurde der Antrag, den die Verwaltung gestellt hatte, mehrheitlich abgelehnt. Am 12. Februar hatte die Firma Budde die Notwendigkeit der Betriebserweiterung und die geplanten Maßnahmen gegenüber der Gemeinde schriftlich begründet.

Demnach machten es eine positive betriebliche Entwicklung sowie vertragliche Verpflichtungen erforderlich, die Lager und Umsatzmengen vor allem bei nachwachsenden Rohstoffen und Biomasse deutlich zu erhöhen. Insgesamt wolle das Unternehmen in den kommenden beiden Jahren fünf Millionen Euro investieren und 20 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Der Antrag, einen neuen, größeren Bebauungsplan aufzustellen, ging dann am 30. März im Rathaus ein.

Dieser Antrag stand zur Diskussion in der Sitzung des Planungs- und Umweltschutzausschusses am 26. Mai – wurde jedoch von der Tagesordnung genommen. Die Politiker wollten Unternehmer Armin Budde die Gelegenheit zu einer Informationsveranstaltung geben, um etwaigen Gegnern seine Erweiterungspläne vorzustellen. Diese fand am 16. Juni im kleinen Kreis auf dem Gelände in Eickhorst statt.

Dagmar und Reiner Wiese-Cummerwie betreiben gegenüber der Firma Budde eine Hundewiese mit Hundeplatz – ein von Bäumen umgebenes Gelände auf 24.000 Quadratmetern. Überzeugt habe sie die Info-Veranstaltung nicht – eher im Gegenteil, sagen sie. Würde die Firma Budde ihren Betrieb bis an ihre Grundstücksgrenze erweitern, bedeute das das Ende für ihre Hunde-Wiese. Es seien enorme Staub-, Geruchs- und Geräuschemissionen zu befürchten, meint auch Jürgen Paulsmeyer, der ebenfalls in der Nähe wohnt. Dazu käme der vermehrte Lkw-Verkehr. „Und was ist, wenn es beim Abfallentsorger brennt?", gibt Dagmar Wiese-Cummerwie zu bedenken.

Eine Erweiterung des Gewerbegebietes über die Hiller Straße hinaus wollen die Nachbarn der Firma Budde auf jeden Fall verhindern. Das war zumindest der Tenor eines Nachbarschaftstreffens in der vergangenen Woche. „Notfalls werden wir das ganze Dorf mobilisieren", sagt Eberhard Peper, der – genau wie seine Ratskollegen – nicht möchte, dass mit der Sache Wahlkampf gemacht wird. Auch Volker Siebeking hat bereits von mehreren Seiten gehört, dass das Thema längst nicht nur im Unterdorf diskutiert wird, sondern dass der Ärger bereits bis in das benachbarte Nettelstedt reicht. Einige Bürger haben sich schriftlich an die Gemeinde gewandt. Insgesamt drei Schreiben liegen dem Mindener Tageblatt vor.

„Bereits bei der jetzigen Betriebsgröße gehen von der Firma Budde in Eickhorst grenzwertige Emissionen aus, die für die Anwohner des Unterdorfes nur schwer zu tolerieren sind", schreiben zwei Eickhorsterinnen an Bürgermeister Michael Schweiß (SPD). Es erschließe sich ihnen nicht, warum man einem Müllentsorgungs-Unternehmen gestatte, sich bis in eine geschlossene Ortschaft hinein auszubreiten. Die Wohnqualität sinke. Der Appell der Verfasserinnen an den Bürgermeister: „Wir hoffen darauf, dass Sie die berechtigten Interessen der Eickhorster nicht aus den Augen verlieren und Ihrer Fürsorgepflicht nachkommen!".

Auch ein anderer Eickhorster, der nahe der Firma Budde wohnt, hat sich schriftlich an die Verwaltung gewandt und seinen Unmut geäußert. „Von Anfang an muss ich als direkter Nachbar des Unternehmens mit Lärmbelästigung, Geruchsbelästigung und vermehrtem Schwerlastverkehr leben", heißt es. Der Autor schildert, dass seine Familie vor einigen Jahren auf ihrem Grundstück den Bau eines Einfamilienhaus plante. Der Antrag sei vom Bauamt und der Bezirksregierung abgelehnt worden, mit der Begründung, das Grundstück grenze an ein Naturschutzgebiet und liege im Außenbereich. Jetzt solle sich direkt hinter seinem Grundstück ein Abfallbetrieb erweitern. „Falls der Erweiterung grünes Licht gegeben wird, empfinde ich das als Farce", schreibt der Anwohner.

Wie geht es weiter? Das Thema wird – sollte Budde den Antrag nicht zurückziehen – erneut im Planungsausschuss auf die Tagesordnung kommen. „Je nachdem, was aus dem Rathaus kommt, werden wir reagieren", sagt Eberhard Peper und alle Gesprächspartner nicken zustimmend.

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