Nach Dachstuhlbrand: Betrieb im Restaurant Ossenfort geht normal weiter Carsten Korfesmeyer Hille (mt). Alle Fenster im oberen Stock stehen zum Lüften sperrangelweit offen. Das Holz des Balkons ist verkohlt und der Dachdecker damit beschäftigt, das Haus provisorisch dicht zu bekommen. Jürgen Ossenfort schaut vom Garten auf sein Haus. „Ich bin froh, dass niemandem ernsthaft etwas passiert ist“, sagt der Gaststätteninhaber am Sonntagmittag gegenüber dem MT. Den Brand seines Hauses vom Vorabend hat der Hiller zumindest äußerlich gut weggesteckt. Schon in einer Stunde öffnet er sein Restaurant – ganz normal, so als wäre nichts geschehen. Eine Feuerschutzwand zwischen dem privaten Trakt und dem Gastronomiebetrieb verhinderte, dass es im Lokal zu Schäden kommen konnte. Ossenforts Wohnzimmer, Bad und Schlafzimmer sind jedoch komplett zerstört. Schmuck seiner Ehefrau Gudrun und einige Dokumente wurden von den Flammen vernichtet. „Das brannte hier lichterloh“, sagt er. Ein Radfahrer sei gegen 18.30 Uhr in die Gaststätte gestürmt und habe seiner Tochter erzählt, dass ein Feuer im Dachstuhl ausgebrochen ist. Der Gastwirt und seine Familie bereiteten zu dieser Zeit in der Küche ein Essen für 40 Personen vor. Nichts hatten sie bemerkt und Tochter Celina erzählt, dass sie keine fünf Minuten zuvor noch einen gerade angereisten Hotelgast auf sein Zimmer brachte. „Das muss sich dann ganz schnell ausgebreitet haben.“ Wird die Feuerwehr wegen eines Gaststättenbrandes alarmiert, muss sie mit einer Menge gefährdeter Personen rechnen. Als „Massenanfall von Verletzten“ ging die Meldung der Leitstelle deshalb ein – insgesamt kamen rund 90 Einsatzkräfte in den Brockkamp 16. Laut Ossenfort hielten sich beim Ausbruch des Brandes etwa zehn Hotelgäste, ein paar Restaurantgäste sowie einige Saalgäste im Gebäude auf. Als die Retter eintrafen, hatten sich die meisten davon schon selbstständig in Sicherheit bringen können, teilt Hilles Feuerwehrsprecher Luis Rothe mit. Eine Person wurde über den Teleskopmast der Espelkamper Feuerwehr gerettet. Unter Atemschutz durchsuchten die Einsatzkräfte das Haus, fanden aber niemanden mehr. Der zunächst angeforderte Rettungshubschrauber konnte wieder abdrehen. Unter den vier Verletzten ist ein Feuerwehrmann. Gegen 20.30 Uhr war der Brand gelöscht und die Einsatzkräfte machten sich mit einer Wärmebildkamera auf die Suche nach möglichen Glutnestern. „Das Gefährlichste war ja der Rauch“, sagt Ossenfort, der mit seiner Familie möglichst schnell wieder in den Alltag zurückfinden will. Auch an diesem Montag werde deshalb in dem Restaurant des Familienbetriebs alles wie immer sein. „Ab Dienstag machen wir zwei Wochen Urlaub“, sagt er. Der sei lange geplant und falle jedes Jahr in diese Zeit. Was passiert ist, könne er selbstverständlich nicht so schnell abhaken. Vor allem seine Frau, seine Tochter und seine Schwester Monika Heilscher habe das Geschehen am Samstagabend doch sehr mitgenommen. Über die Brandursache könne er momentan nur mutmaßen. „Das muss jetzt die Kripo herausfinden.“ Die Privaträume sind laut Ossenfort zumindest im nördlichen Gebäudetrakt nicht beschädigt. „Die Fenster haben wir aber trotzdem jetzt offen“, sagt der Gastronom. Die Hotelgäste sind noch am Abend abgereist. Sie zählten zu den Saalgästen, die dort ursprünglich ein Jubiläum des Reit- und Fahrvereins feiern wollten. Sie hatten zum Glück keinen langen Weg nach Hause. Ansonsten hätte sich Ossenfort um ein Ausweichquartier bemüht. Der Autor ist erreichbar unter Telefon (05 71) 882 237 oder Carsten.Korfesmeyer@MT.de

Nach Dachstuhlbrand: Betrieb im Restaurant Ossenfort geht normal weiter

Vom Teleskopmast aus löschten die Einsatzkräfte den Dachstuhlbrand. © Foto: Feuerwehr Hille/Luis Rothe

Hille (mt). Alle Fenster im oberen Stock stehen zum Lüften sperrangelweit offen. Das Holz des Balkons ist verkohlt und der Dachdecker damit beschäftigt, das Haus provisorisch dicht zu bekommen. Jürgen Ossenfort schaut vom Garten auf sein Haus. „Ich bin froh, dass niemandem ernsthaft etwas passiert ist“, sagt der Gaststätteninhaber am Sonntagmittag gegenüber dem MT.

Den Brand seines Hauses vom Vorabend hat der Hiller zumindest äußerlich gut weggesteckt. Schon in einer Stunde öffnet er sein Restaurant – ganz normal, so als wäre nichts geschehen. Eine Feuerschutzwand zwischen dem privaten Trakt und dem Gastronomiebetrieb verhinderte, dass es im Lokal zu Schäden kommen konnte.

Rund 90 Rettungskräfte waren im Einsatz, um das Feuer im Dachstuhl der Gaststätte Ossenfort zu löschen. Die meisten Menschen, die sich dort aufhielten, konnten sich selbst in Sicherheit bringen. Foto: Luis Rothe/Feuerwehr Hille - © Luis rothe
Rund 90 Rettungskräfte waren im Einsatz, um das Feuer im Dachstuhl der Gaststätte Ossenfort zu löschen. Die meisten Menschen, die sich dort aufhielten, konnten sich selbst in Sicherheit bringen. Foto: Luis Rothe/Feuerwehr Hille - © Luis rothe

Ossenforts Wohnzimmer, Bad und Schlafzimmer sind jedoch komplett zerstört. Schmuck seiner Ehefrau Gudrun und einige Dokumente wurden von den Flammen vernichtet. „Das brannte hier lichterloh“, sagt er. Ein Radfahrer sei gegen 18.30 Uhr in die Gaststätte gestürmt und habe seiner Tochter erzählt, dass ein Feuer im Dachstuhl ausgebrochen ist. Der Gastwirt und seine Familie bereiteten zu dieser Zeit in der Küche ein Essen für 40 Personen vor. Nichts hatten sie bemerkt und Tochter Celina erzählt, dass sie keine fünf Minuten zuvor noch einen gerade angereisten Hotelgast auf sein Zimmer brachte. „Das muss sich dann ganz schnell ausgebreitet haben.“

Wird die Feuerwehr wegen eines Gaststättenbrandes alarmiert, muss sie mit einer Menge gefährdeter Personen rechnen. Als „Massenanfall von Verletzten“ ging die Meldung der Leitstelle deshalb ein – insgesamt kamen rund 90 Einsatzkräfte in den Brockkamp 16. Laut Ossenfort hielten sich beim Ausbruch des Brandes etwa zehn Hotelgäste, ein paar Restaurantgäste sowie einige Saalgäste im Gebäude auf. Als die Retter eintrafen, hatten sich die meisten davon schon selbstständig in Sicherheit bringen können, teilt Hilles Feuerwehrsprecher Luis Rothe mit. Eine Person wurde über den Teleskopmast der Espelkamper Feuerwehr gerettet. Unter Atemschutz durchsuchten die Einsatzkräfte das Haus, fanden aber niemanden mehr. Der zunächst angeforderte Rettungshubschrauber konnte wieder abdrehen. Unter den vier Verletzten ist ein Feuerwehrmann.

Gegen 20.30 Uhr war der Brand gelöscht und die Einsatzkräfte machten sich mit einer Wärmebildkamera auf die Suche nach möglichen Glutnestern. „Das Gefährlichste war ja der Rauch“, sagt Ossenfort, der mit seiner Familie möglichst schnell wieder in den Alltag zurückfinden will. Auch an diesem Montag werde deshalb in dem Restaurant des Familienbetriebs alles wie immer sein. „Ab Dienstag machen wir zwei Wochen Urlaub“, sagt er. Der sei lange geplant und falle jedes Jahr in diese Zeit. Was passiert ist, könne er selbstverständlich nicht so schnell abhaken. Vor allem seine Frau, seine Tochter und seine Schwester Monika Heilscher habe das Geschehen am Samstagabend doch sehr mitgenommen. Über die Brandursache könne er momentan nur mutmaßen. „Das muss jetzt die Kripo herausfinden.“

Die Privaträume sind laut Ossenfort zumindest im nördlichen Gebäudetrakt nicht beschädigt. „Die Fenster haben wir aber trotzdem jetzt offen“, sagt der Gastronom. Die Hotelgäste sind noch am Abend abgereist. Sie zählten zu den Saalgästen, die dort ursprünglich ein Jubiläum des Reit- und Fahrvereins feiern wollten. Sie hatten zum Glück keinen langen Weg nach Hause. Ansonsten hätte sich Ossenfort um ein Ausweichquartier bemüht.

Der Autor ist erreichbar unter Telefon (05 71) 882 237 oder Carsten.Korfesmeyer@MT.de

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