NRW-Landtagswahl: Benjamin Rauer will sich für Klimaschutz, Bahnverkehr und junge Unternehmer einsetzen Carsten Korfesmeyer Hille/Petershagen. Er steht auf Platz 32 der Landesliste und der ist für einen Grünen-Politiker in NRW aktuell recht aussichtsreich. Benjamin Rauer könnte deshalb schon bald die Hiller und Petershäger in Düsseldorf vertreten. Voller Zuversicht ist er, sagt aber auch, dass es wohl eng werden dürfte. „Der Abend vom 15. auf den 16. Mai ist für mich garantiert noch nicht um acht Uhr zu Ende." In den kommenden Wochen werde er im Landtagswahlkampf um jede Stimme kämpfen und für seine Politik werben. Die ist geprägt vom Sozialen und wie weit der Hüllhorster dieses Themengebiet auslegt, zeigt sich im MT-Gespräch. Denn Soziales ist für ihn auch Kultur, Sport, Tourismus, Familie, Bildung oder die Wirtschaft. 2010 startete Benjamin Rauer in die aktive Politik. Er wolle nicht meckern, ohne zu versuchen es besser zu machen, erklärt er. Dass er seine politische Heimat bei den Grünen hat, stand für ihn bereits seit der Jugend fest. Der Sohn des früheren Hüllhorster Pfarrers Manfred Rauer interessierte sich schon früh für die Friedenspolitik, den Umweltschutz oder das Zusammenleben verschiedener Kulturen. Dass dafür die anderen demokratischen Parteien auch stehen, weiß er. „Aber bei den Grünen macht man die Politik so, wie ich es gut finde", sagt der 39-Jährige. Seither engagiert er sich als Sachkundiger Bürger – zunächst in Hüllhorst und seit 2014 in der Kreispolitik. 2016 entschloss er sich dann, in der Politik „mehr zu wollen". 2017 wählten ihn die heimischen Grünen zu ihrem Kreissprecher. Jetzt will der studierte Sozialarbeiter und ausgebildete Industriekaufmann in die Landespolitik eingreifen und den Mühlenkreis vertreten. Der liegt bekanntlich im obersten Zipfel von NRW und Benjamin Rauer sagt, dass „nicht nur die Wege aus der Landeshauptstadt recht lang sind". Denn im politischen NRW-Alltag dominieren oft die Interessen der großen Städte im Rheinland und im Ruhrgebiet, so dass der ländliche Raum schnell zu kurz kommen könnte. Das will der Grünen-Kreissprecher „mit starker Stimme" verhindern. Im Verlauf des Gesprächs zeigt sich, dass sich Benjamin Rauer mit dem Leben auf dem Land identifiziert. Er redet viel über die Natur und erzählt leidenschaftlich davon, wie reizvoll er die Landschaft in der Region findet. Grundsätzlich tue er sich schwer damit, städtisch zu denken, verrät er. Schlimm sei das nicht, denn sowas können nach seinen Worten andere Politiker im Landtag. Die gleichen das dann wieder aus und: „Dort soll ja auch ein Querschnitt aus der Bevölkerung sitzen." Sollte er sich demnächst MdL nennen, lässt er seine berufliche Aufgabe als Integrationsbeauftragter der Stadt Bad Salzuflen für die Dauer seiner Abgeordnetentätigkeit ruhen. Gleiches gilt für seine Tätigkeit als Geschäftsführer des dortigen Integrationsrats. Benjamin Rauer hat sich klare Ziele gesetzt, die er in der Politik erreichen möchte. Als Grüner sei das selbstverständlich zu einem großen Teil der Klimaschutz. Den will er vorantreiben und schnell fallen Begriffe wie die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs, Car-Sharing oder Elektromobilität. Der Hüllhorster möchte beispielsweise die alten Streckennetze der Bahn wieder flott machen und findet unter anderem die Idee einer Zugverbindung zwischen Minden und Hille „richtig gut". Er geht sogar noch ein paar Schritte weiter und würde die Züge auch wieder bis nach Espelkamp fahren lassen. „Die Schienen liegen ja teilweise noch", sagt er. Weniger Auto – dafür will er sich stark machen. Allerdings blickt Benjamin Rauer der Realität ins Auge. Es sei illusorisch zu glauben, dass die Menschen auf dem Land komplett auf das Auto verzichten können. Allerdings könnten diese Fahrten mit klugen Entscheidungen oder Verhaltensweisen so kurz wie möglich ausfallen. „Wenn man beispielsweise mit dem E-Bike zur Arbeit fährt." Dafür möchte er das Radwegenetz der Region noch weiter verbessern. Benjamin Rauer sieht sich als Netzwerker und sich selbst als gut vernetzt. Das sei wichtig, um politische Ziele umzusetzen, sagt er. Auf dem Gebiet der Wirtschaft möchte er Start-Up-Unternehmen für seinen Wahlkreis gewinnen, die ihrerseits zusätzliche Arbeitskräfte und Gewerbesteuereinnahmen bringen. „Und wir sollten versuchen, dass die Unternehmen ökologisch wirtschaften", sagt der Grünen-Kandidat. Einen Schwerpunkt will der Mann, der 25 Jahre aktiv Handball gespielt und Jugendarbeit geleistet hat, auch bei den Förderungen durch das Land setzen. Gelder für Projekte zu bekommen, setze immer voraus, die Anträge korrekt zu stellen – was einfacher gesagt als getan ist. Aber darin kennt sich der Hüllhorster aus und immer wieder zeigt sich im Gespräch, dass es dem Politiker darum geht, den engen Draht zu den Menschen zu pflegen. Ob Vereine, Institutionen, Verbände, Gruppen oder einzelne Personen. Benjamin Rauer will Vermittler und Türöffner sein. Und auch jemand, der das soziale Miteinander fest im Blick hat.

NRW-Landtagswahl: Benjamin Rauer will sich für Klimaschutz, Bahnverkehr und junge Unternehmer einsetzen

Benjamin Rauer ist seit 2010 in der Politik aktiv und seit 2017 Kreissprecher der Bündnisgrünen im Mühlenkreis. Jetzt will der 39-Jährige in den Düsseldorfer Landtag einziehen. Foto: Richard Westebbe/privat

Hille/Petershagen. Er steht auf Platz 32 der Landesliste und der ist für einen Grünen-Politiker in NRW aktuell recht aussichtsreich. Benjamin Rauer könnte deshalb schon bald die Hiller und Petershäger in Düsseldorf vertreten. Voller Zuversicht ist er, sagt aber auch, dass es wohl eng werden dürfte. „Der Abend vom 15. auf den 16. Mai ist für mich garantiert noch nicht um acht Uhr zu Ende." In den kommenden Wochen werde er im Landtagswahlkampf um jede Stimme kämpfen und für seine Politik werben. Die ist geprägt vom Sozialen und wie weit der Hüllhorster dieses Themengebiet auslegt, zeigt sich im MT-Gespräch. Denn Soziales ist für ihn auch Kultur, Sport, Tourismus, Familie, Bildung oder die Wirtschaft.

2010 startete Benjamin Rauer in die aktive Politik. Er wolle nicht meckern, ohne zu versuchen es besser zu machen, erklärt er. Dass er seine politische Heimat bei den Grünen hat, stand für ihn bereits seit der Jugend fest. Der Sohn des früheren Hüllhorster Pfarrers Manfred Rauer interessierte sich schon früh für die Friedenspolitik, den Umweltschutz oder das Zusammenleben verschiedener Kulturen. Dass dafür die anderen demokratischen Parteien auch stehen, weiß er. „Aber bei den Grünen macht man die Politik so, wie ich es gut finde", sagt der 39-Jährige. Seither engagiert er sich als Sachkundiger Bürger – zunächst in Hüllhorst und seit 2014 in der Kreispolitik. 2016 entschloss er sich dann, in der Politik „mehr zu wollen". 2017 wählten ihn die heimischen Grünen zu ihrem Kreissprecher.

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Jetzt will der studierte Sozialarbeiter und ausgebildete Industriekaufmann in die Landespolitik eingreifen und den Mühlenkreis vertreten. Der liegt bekanntlich im obersten Zipfel von NRW und Benjamin Rauer sagt, dass „nicht nur die Wege aus der Landeshauptstadt recht lang sind". Denn im politischen NRW-Alltag dominieren oft die Interessen der großen Städte im Rheinland und im Ruhrgebiet, so dass der ländliche Raum schnell zu kurz kommen könnte. Das will der Grünen-Kreissprecher „mit starker Stimme" verhindern.


Im Verlauf des Gesprächs zeigt sich, dass sich Benjamin Rauer mit dem Leben auf dem Land identifiziert. Er redet viel über die Natur und erzählt leidenschaftlich davon, wie reizvoll er die Landschaft in der Region findet. Grundsätzlich tue er sich schwer damit, städtisch zu denken, verrät er. Schlimm sei das nicht, denn sowas können nach seinen Worten andere Politiker im Landtag. Die gleichen das dann wieder aus und: „Dort soll ja auch ein Querschnitt aus der Bevölkerung sitzen."

Sollte er sich demnächst MdL nennen, lässt er seine berufliche Aufgabe als Integrationsbeauftragter der Stadt Bad Salzuflen für die Dauer seiner Abgeordnetentätigkeit ruhen. Gleiches gilt für seine Tätigkeit als Geschäftsführer des dortigen Integrationsrats. Benjamin Rauer hat sich klare Ziele gesetzt, die er in der Politik erreichen möchte. Als Grüner sei das selbstverständlich zu einem großen Teil der Klimaschutz. Den will er vorantreiben und schnell fallen Begriffe wie die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs, Car-Sharing oder Elektromobilität.

Der Hüllhorster möchte beispielsweise die alten Streckennetze der Bahn wieder flott machen und findet unter anderem die Idee einer Zugverbindung zwischen Minden und Hille „richtig gut". Er geht sogar noch ein paar Schritte weiter und würde die Züge auch wieder bis nach Espelkamp fahren lassen. „Die Schienen liegen ja teilweise noch", sagt er. Weniger Auto – dafür will er sich stark machen. Allerdings blickt Benjamin Rauer der Realität ins Auge. Es sei illusorisch zu glauben, dass die Menschen auf dem Land komplett auf das Auto verzichten können. Allerdings könnten diese Fahrten mit klugen Entscheidungen oder Verhaltensweisen so kurz wie möglich ausfallen. „Wenn man beispielsweise mit dem E-Bike zur Arbeit fährt." Dafür möchte er das Radwegenetz der Region noch weiter verbessern.

Benjamin Rauer sieht sich als Netzwerker und sich selbst als gut vernetzt. Das sei wichtig, um politische Ziele umzusetzen, sagt er. Auf dem Gebiet der Wirtschaft möchte er Start-Up-Unternehmen für seinen Wahlkreis gewinnen, die ihrerseits zusätzliche Arbeitskräfte und Gewerbesteuereinnahmen bringen. „Und wir sollten versuchen, dass die Unternehmen ökologisch wirtschaften", sagt der Grünen-Kandidat.

Einen Schwerpunkt will der Mann, der 25 Jahre aktiv Handball gespielt und Jugendarbeit geleistet hat, auch bei den Förderungen durch das Land setzen. Gelder für Projekte zu bekommen, setze immer voraus, die Anträge korrekt zu stellen – was einfacher gesagt als getan ist. Aber darin kennt sich der Hüllhorster aus und immer wieder zeigt sich im Gespräch, dass es dem Politiker darum geht, den engen Draht zu den Menschen zu pflegen. Ob Vereine, Institutionen, Verbände, Gruppen oder einzelne Personen. Benjamin Rauer will Vermittler und Türöffner sein. Und auch jemand, der das soziale Miteinander fest im Blick hat.

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