Mit Helm und Säge: So läuft der Baumschnitt im Kurpark von Rothenuffeln Carsten Korfesmeyer Hille-Rothenuffeln. Eine Roteiche ist schon gefällt und die etwa 40 Jahre alte Kastanie am unteren Wegrand bezeichnet André Schwenker als „Wackelkandidatin“. Mit der Hand entfernt er locker sitzende Rinde, zeigt auf Risse im Stamm und den mittleren Kronenbereich, der schon abgestorben ist. „Ich denke, wir werden sie bald fällen“, sagt der Forstingenieur im MT-Gespräch. Der 42-Jährige erkennt mit dem bloßen Auge, ob ein Baum krank ist. Was der Laie auf den ersten Blick nicht sieht, sind auch die Spuren der Miniermotte in den Blättern. Allein Kastanien sind von ihr befallen, sagt der Hiller und der Experte räumt auch mit der weit verbreiteten Meinung auf, Baumschnitt sei nur etwas für die Wintermonate. Denn gerade das Laub sage seinen Worten zufolge viel über den jeweiligen Zustand aus. Grundsätzlich sei der Griff zur Säge eine ganzjährige Angelegenheit. In diesen Tagen ist André Schwenker im gesamten Kurpark unterwegs. Zusammen mit seiner Kollegin Lara Aldag hat er bis Freitagmittag bereits 40 hohe Bäume inspiziert und bearbeitet. Für diese Aktion hat die Gemeinde die Firma Krumme beauftragt, die diese Aufgabe etwa alle zwei Jahre übernimmt. Es geht dabei in erster Hinsicht um die Sicherheit. Totholz könnte beispielsweise herabfallen und Spaziergänger treffen – ein Risiko, das angesichts des starken Bestands minimiert werden muss. Denn die grüne Lunge von Rothenuffeln erfreut sich bei den Menschen einer hohen Beliebtheit. Vor allem Freizeitsportler, Kurgäste, Radfahrer oder Eltern und Großeltern mit kleinen Kindern nutzen das weitläufige Areal. Außerdem gilt das Gelände als Verbindung zur örtlichen Grundschule. „Da müssen wir auch beim Baumschnitt immer sehr genau aufpassen“, sagt Lara Aldag. Die Landschaftsgärtnerin passt genau auf, dass niemand in der Nähe ist, wenn André Schwenker die Baumkronen in der Hebebühne bearbeitet. Darunter seien auch viele dickere Äste, die meist nach innen gewachsen sind und deshalb nicht mehr versorgt werden. „Denn Bäume wollen immer weiter austreiben“, sagt sie. Ist die Menge an Totholz in den vergangen Jahren mehr geworden? Bauhofleiterin Dagmar Meinert antwortet mit einem klaren „Ja“ und schiebt das vor allem auf die Trockenheit der Jahre 2018 und 2019. Die Dürre habe den Bäumen im Kurpark stark zugesetzt. Sie kündigt gegenüber dem MT bereits Neuanpflanzungen an. Lara Aldag und André Schwenker bestätigen den Eindruck der Bauhofchefin weitgehend. Es sei schon einiges mehr zu machen als sonst und in den höheren Lagen verstecke sich so manches abgestorbene Gehölz. Der Forstingenieur macht sich in diesem Moment wieder auf den Weg zur Hebebühne, legt seine Sicherheitskleidung an und schnappt sich unter anderem die Motorsäge. 18 bis 20 Meter kann er hinauffahren und kleinere Zweige entfernt er dort mit der Handsäge. „Schwindelfrei muss man dabei schon sein“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Wann genau die Arbeiten abgeschlossen sind, wissen er und seine Kollegin noch nicht. Vieles hänge dabei von der Witterung ab und aufgrund der anhaltenden Feuchtigkeit könne man mit dem Hebebühnenwagen beispielsweise nicht allzu weit in den Kurpark hineinfahren. Das würde auf dem Areal tiefe und unschöne Spuren hinterlassen. Die kranke Kastanie befindet sich übrigens an einer solchen Stelle und über das Schicksal dieses Baums will der Forstingenieur in den kommenden Tagen mit der Bauhofleiterin sprechen. Prinzipiell spricht sich André Schwenker dafür aus, kranke Bäume möglichst schnell zu Fall zu bringen. Alles andere schiebe deren Ende nur unnötig hinaus und es bestehe auch ein Sicherheitsrisiko. Wann könnte die Kastanie denn frühestens gefällt werden? „Ich denke, spätestens wenn der Frost eingesetzt hat und der Boden hart ist, können wir dort weiter machen.“

Mit Helm und Säge: So läuft der Baumschnitt im Kurpark von Rothenuffeln

Im Auftrag der Gemeinde ist André Schwenker von der Firma Krumme zurzeit im Kurpark unterwegs, um mit seinen Kollegen abgestorbene Äste zu entfernen und kranke Bäume zu fällen. © MT-Foto: Carsten Korfesmeyer

Hille-Rothenuffeln. Eine Roteiche ist schon gefällt und die etwa 40 Jahre alte Kastanie am unteren Wegrand bezeichnet André Schwenker als „Wackelkandidatin“. Mit der Hand entfernt er locker sitzende Rinde, zeigt auf Risse im Stamm und den mittleren Kronenbereich, der schon abgestorben ist. „Ich denke, wir werden sie bald fällen“, sagt der Forstingenieur im MT-Gespräch.

Der 42-Jährige erkennt mit dem bloßen Auge, ob ein Baum krank ist. Was der Laie auf den ersten Blick nicht sieht, sind auch die Spuren der Miniermotte in den Blättern. Allein Kastanien sind von ihr befallen, sagt der Hiller und der Experte räumt auch mit der weit verbreiteten Meinung auf, Baumschnitt sei nur etwas für die Wintermonate. Denn gerade das Laub sage seinen Worten zufolge viel über den jeweiligen Zustand aus. Grundsätzlich sei der Griff zur Säge eine ganzjährige Angelegenheit.

In diesen Tagen ist André Schwenker im gesamten Kurpark unterwegs. Zusammen mit seiner Kollegin Lara Aldag hat er bis Freitagmittag bereits 40 hohe Bäume inspiziert und bearbeitet. Für diese Aktion hat die Gemeinde die Firma Krumme beauftragt, die diese Aufgabe etwa alle zwei Jahre übernimmt. Es geht dabei in erster Hinsicht um die Sicherheit. Totholz könnte beispielsweise herabfallen und Spaziergänger treffen – ein Risiko, das angesichts des starken Bestands minimiert werden muss. Denn die grüne Lunge von Rothenuffeln erfreut sich bei den Menschen einer hohen Beliebtheit. Vor allem Freizeitsportler, Kurgäste, Radfahrer oder Eltern und Großeltern mit kleinen Kindern nutzen das weitläufige Areal. Außerdem gilt das Gelände als Verbindung zur örtlichen Grundschule.

„Da müssen wir auch beim Baumschnitt immer sehr genau aufpassen“, sagt Lara Aldag. Die Landschaftsgärtnerin passt genau auf, dass niemand in der Nähe ist, wenn André Schwenker die Baumkronen in der Hebebühne bearbeitet. Darunter seien auch viele dickere Äste, die meist nach innen gewachsen sind und deshalb nicht mehr versorgt werden. „Denn Bäume wollen immer weiter austreiben“, sagt sie.

Ist die Menge an Totholz in den vergangen Jahren mehr geworden? Bauhofleiterin Dagmar Meinert antwortet mit einem klaren „Ja“ und schiebt das vor allem auf die Trockenheit der Jahre 2018 und 2019. Die Dürre habe den Bäumen im Kurpark stark zugesetzt. Sie kündigt gegenüber dem MT bereits Neuanpflanzungen an.

Lara Aldag und André Schwenker bestätigen den Eindruck der Bauhofchefin weitgehend. Es sei schon einiges mehr zu machen als sonst und in den höheren Lagen verstecke sich so manches abgestorbene Gehölz. Der Forstingenieur macht sich in diesem Moment wieder auf den Weg zur Hebebühne, legt seine Sicherheitskleidung an und schnappt sich unter anderem die Motorsäge. 18 bis 20 Meter kann er hinauffahren und kleinere Zweige entfernt er dort mit der Handsäge. „Schwindelfrei muss man dabei schon sein“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Wann genau die Arbeiten abgeschlossen sind, wissen er und seine Kollegin noch nicht. Vieles hänge dabei von der Witterung ab und aufgrund der anhaltenden Feuchtigkeit könne man mit dem Hebebühnenwagen beispielsweise nicht allzu weit in den Kurpark hineinfahren. Das würde auf dem Areal tiefe und unschöne Spuren hinterlassen. Die kranke Kastanie befindet sich übrigens an einer solchen Stelle und über das Schicksal dieses Baums will der Forstingenieur in den kommenden Tagen mit der Bauhofleiterin sprechen. Prinzipiell spricht sich André Schwenker dafür aus, kranke Bäume möglichst schnell zu Fall zu bringen. Alles andere schiebe deren Ende nur unnötig hinaus und es bestehe auch ein Sicherheitsrisiko. Wann könnte die Kastanie denn frühestens gefällt werden? „Ich denke, spätestens wenn der Frost eingesetzt hat und der Boden hart ist, können wir dort weiter machen.“

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Hille