Meteorologe sagt Wetter fürs Hiller Land vor: So sollen die nächsten Tage werden Carsten Korfesmeyer Hille. Was er vorhersagt, trifft meist zu. Friedrich Föst ist Meteorologe und rechnet bis zum morgigen Donnerstag mit hochsommerlichem Wetter. Auf bis zu 28 Grad könne es das Thermometer noch einmal bringen, aber ab Freitag werde es im Hiller Land durchaus etwas schauer-anfälliger. „Insgesamt dürfte es in der kommenden Zeit aber noch schön bleiben“, sagt er am Dienstag im MT-Gespräch. Ob Radtouren am Mittellandkanal, Spaziergänge im Torfmoor oder Wanderungen durchs Wiehengebirge: Der September biete den Menschen im Mühlenkreis rein witterungsmäßig noch viel Positives. Friedrich Föst zählt zu den wenigen Menschen, die morgens aus dem Fenster schauen und dann sofort das Wetter für die kommenden 24 Stunden nahezu perfekt voraussehen können. Sonne pur erwartet er beispielsweise für den heutigen Mittwoch. Weil der Wind jetzt wieder von Süden weht, wird es nach Worten des Experten auch keinen Nebel geben. Schon am Morgen rechnet der Lübbecker mit warmen Temperaturen zwischen Rothenuffeln bis Mindenerwald. „Und am Donnerstag sieht es kaum anders aus.“ Über das Wetter sprechen die meisten Menschen gerne und oft. Als Meteorologe ist Friedrich Föst deshalb ein willkommener Gesprächspartner. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent lassen sich die Witterungsverhältnisse für den nächsten Tag inzwischen voraussagen, längerfristig nimmt die Trefferquote naturgemäß entsprechend ab. Aufgabe eines Meteorologen ist es auch, Bilanz zu ziehen. Wie war denn nun der Sommer in Hille und im Mühlenkreis? Friedrich Föst beschreibt ihn mit zwei Worten. „Typisch ostwestfälisch“, sagt er. Rein gefühlsmäßig dürften die meisten Menschen in der Region diesen Sommer als eher kühl und nass empfunden haben. Der Meteorologe sieht das jedoch anders. Das subjektive Empfinden, der Sommer sei zu kühl gewesen, spiegelt sich nach seinen Worten nur teilweise in den Zahlen wider. Die Jahreszeit hatte auch seine warme und sonnige Seite, die aufgrund des wechselhaften Wetters der vergangenen Wochen fast schon wieder in Vergessenheit geraten sei. „Der Juni war einer der wärmsten der letzten 130 Jahre, brachte überdurchschnittlich viel Sonnenschein und auch zwei Hitzetage mit mehr als 30 Grad“, sagt Friedrich Föst. Dann der Knick, den wohl niemand erwartet hätte. Weder im Juli noch im August kletterte das Quecksilber nochmals über 30 Grad. Zum Vergleich: In den vergangenen Sommern gab es deutlich mehr Hitzetage an der Wetterstation in Rahden: 2018 waren es 17, ein Jahr später wurden sogar 19 registriert. 2020 gab es neun Hitzetage. Die Anzahl der Sommertage (Tage mit einer Temperatur von 25 Grad und mehr) lag laut Friedrich Föst mit insgesamt 34 in diesen Sommer aber im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Während der Juli aber unterm Strich noch die Durchschnittstemperaturen des Klimamittels erreichte, fiel der August satte 1,4 Grad zu kühl aus. „Somit haben wir den kühlsten August seit 2014 erlebt.“ Dennoch schaffte der August es nicht mehr, den enormen Wärmeüberschuss aus dem Juni auszugleichen, so dass unter dem Strich dieser Sommer noch um 0,6 Grad zu warm gegenüber dem Klimamittel ausfiel. Gegenüber dem alten Klimamittel 1961-1990 war der Sommer im Mühlenkreis sogar um 2,1 Grad zu warm. Der kühle Hochsommer der Monate Juli und August reißt auch ein Loch in die Bilanz der Sonnenscheindauer. Brachte der Juni noch ein sattes Plus an Sonnenschein, machte sich die Sonne im Juli und August rar. Im August wurde sogar nur 70 bis 75 Prozent der sonst üblichen Sonnenscheindauer im Mühlenkreis erreicht. „Die Sonne hat uns rund 50 Stunden unterschlagen“, sagt Friedrich Föst. Insgesamt sei der Sommer zu sonnenscheinarm verlaufen. Wenig Sonne bedeutet laut Friedrich Föst automatisch viele Wolken – und die brachten auch Regen. An der Wetterstation in Rahden gab es nach Aussage des Meteorologen im Sommer insgesamt rund 240 Liter pro Quadratmeter. Das entspreche rund 123 Prozent. „Es war also gegenüber dem Klimamittel leicht zu nass“, erklärt er. Es habe aber auch Orte im Mühlenkreis gegeben, bei denen der Sommer sogar etwas zu trocken ausfiel. „Das war insbesondere im Raum Hille und Bad Oeynhausen der Fall, teilweise aber auch an der Weser im östlichen Kreisgebiet.“ Und da der Niederschlag im Sommer häufig schauerartiger Natur ist, könne es da selbst im Kreisgebiet große Unterschiede geben. So gab es beispielsweise im Raum Wehdem-Oppenwehe im Juni ein Unwetter, das in kurzer Zeit um die 70 Liter Regen auf den Quadratmeter prasseln ließ, während es andernorts trocken blieb. Der Sommer 2021 im Kreisgebiet ist überwiegend von Tiefdruckeinfluss geprägt gewesen. Friedrich Föst sagt, dass die Natur dadurch eine Verschnaufpause einlegen konnte. „Und jetzt bleibt es ja erstmal noch angenehm warm.“

Meteorologe sagt Wetter fürs Hiller Land vor: So sollen die nächsten Tage werden

Erst am Freitag steigt im Kreis die Gefahr für Regenschauer. Für die kommenden Woche werden weiter angenehme Temperaturen erwartet. Foto: Silz, Dirk © epd-bild / Dirk Silz

Hille. Was er vorhersagt, trifft meist zu. Friedrich Föst ist Meteorologe und rechnet bis zum morgigen Donnerstag mit hochsommerlichem Wetter. Auf bis zu 28 Grad könne es das Thermometer noch einmal bringen, aber ab Freitag werde es im Hiller Land durchaus etwas schauer-anfälliger. „Insgesamt dürfte es in der kommenden Zeit aber noch schön bleiben“, sagt er am Dienstag im MT-Gespräch. Ob Radtouren am Mittellandkanal, Spaziergänge im Torfmoor oder Wanderungen durchs Wiehengebirge: Der September biete den Menschen im Mühlenkreis rein witterungsmäßig noch viel Positives.

Friedrich Föst zählt zu den wenigen Menschen, die morgens aus dem Fenster schauen und dann sofort das Wetter für die kommenden 24 Stunden nahezu perfekt voraussehen können. Sonne pur erwartet er beispielsweise für den heutigen Mittwoch. Weil der Wind jetzt wieder von Süden weht, wird es nach Worten des Experten auch keinen Nebel geben. Schon am Morgen rechnet der Lübbecker mit warmen Temperaturen zwischen Rothenuffeln bis Mindenerwald. „Und am Donnerstag sieht es kaum anders aus.“

Über das Wetter sprechen die meisten Menschen gerne und oft. Als Meteorologe ist Friedrich Föst deshalb ein willkommener Gesprächspartner. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent lassen sich die Witterungsverhältnisse für den nächsten Tag inzwischen voraussagen, längerfristig nimmt die Trefferquote naturgemäß entsprechend ab. Aufgabe eines Meteorologen ist es auch, Bilanz zu ziehen. Wie war denn nun der Sommer in Hille und im Mühlenkreis? Friedrich Föst beschreibt ihn mit zwei Worten. „Typisch ostwestfälisch“, sagt er.


Rein gefühlsmäßig dürften die meisten Menschen in der Region diesen Sommer als eher kühl und nass empfunden haben. Der Meteorologe sieht das jedoch anders. Das subjektive Empfinden, der Sommer sei zu kühl gewesen, spiegelt sich nach seinen Worten nur teilweise in den Zahlen wider. Die Jahreszeit hatte auch seine warme und sonnige Seite, die aufgrund des wechselhaften Wetters der vergangenen Wochen fast schon wieder in Vergessenheit geraten sei. „Der Juni war einer der wärmsten der letzten 130 Jahre, brachte überdurchschnittlich viel Sonnenschein und auch zwei Hitzetage mit mehr als 30 Grad“, sagt Friedrich Föst. Dann der Knick, den wohl niemand erwartet hätte. Weder im Juli noch im August kletterte das Quecksilber nochmals über 30 Grad.

Zum Vergleich: In den vergangenen Sommern gab es deutlich mehr Hitzetage an der Wetterstation in Rahden: 2018 waren es 17, ein Jahr später wurden sogar 19 registriert. 2020 gab es neun Hitzetage. Die Anzahl der Sommertage (Tage mit einer Temperatur von 25 Grad und mehr) lag laut Friedrich Föst mit insgesamt 34 in diesen Sommer aber im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Während der Juli aber unterm Strich noch die Durchschnittstemperaturen des Klimamittels erreichte, fiel der August satte 1,4 Grad zu kühl aus. „Somit haben wir den kühlsten August seit 2014 erlebt.“ Dennoch schaffte der August es nicht mehr, den enormen Wärmeüberschuss aus dem Juni auszugleichen, so dass unter dem Strich dieser Sommer noch um 0,6 Grad zu warm gegenüber dem Klimamittel ausfiel. Gegenüber dem alten Klimamittel 1961-1990 war der Sommer im Mühlenkreis sogar um 2,1 Grad zu warm.

Der kühle Hochsommer der Monate Juli und August reißt auch ein Loch in die Bilanz der Sonnenscheindauer. Brachte der Juni noch ein sattes Plus an Sonnenschein, machte sich die Sonne im Juli und August rar. Im August wurde sogar nur 70 bis 75 Prozent der sonst üblichen Sonnenscheindauer im Mühlenkreis erreicht. „Die Sonne hat uns rund 50 Stunden unterschlagen“, sagt Friedrich Föst. Insgesamt sei der Sommer zu sonnenscheinarm verlaufen.

Wenig Sonne bedeutet laut Friedrich Föst automatisch viele Wolken – und die brachten auch Regen. An der Wetterstation in Rahden gab es nach Aussage des Meteorologen im Sommer insgesamt rund 240 Liter pro Quadratmeter. Das entspreche rund 123 Prozent. „Es war also gegenüber dem Klimamittel leicht zu nass“, erklärt er. Es habe aber auch Orte im Mühlenkreis gegeben, bei denen der Sommer sogar etwas zu trocken ausfiel. „Das war insbesondere im Raum Hille und Bad Oeynhausen der Fall, teilweise aber auch an der Weser im östlichen Kreisgebiet.“ Und da der Niederschlag im Sommer häufig schauerartiger Natur ist, könne es da selbst im Kreisgebiet große Unterschiede geben. So gab es beispielsweise im Raum Wehdem-Oppenwehe im Juni ein Unwetter, das in kurzer Zeit um die 70 Liter Regen auf den Quadratmeter prasseln ließ, während es andernorts trocken blieb.

Der Sommer 2021 im Kreisgebiet ist überwiegend von Tiefdruckeinfluss geprägt gewesen. Friedrich Föst sagt, dass die Natur dadurch eine Verschnaufpause einlegen konnte. „Und jetzt bleibt es ja erstmal noch angenehm warm.“

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