"Mehr als nur Trockenübungen": Jugendliche sollen bei politischen Entscheidungen mitbestimmen Carsten Korfesmeyer Hille. Jetzt liegt der Ball bei der Hiller Jugend. Sie bekommt die Gelegenheit, bei künftigen kommunalpolitischen Themen ein deutliches Wörtchen mitzureden. Kommenden Dienstag, 17. Mai, steigt im Bürgerhaus in Rothenuffeln die Auftaktveranstaltung für ein eigenes Jugendparlament in der Gemeinde. Alle Zwölf- bis 18-Jährigen sind dazu eingeladen und die Ausrichter blicken diesem Termin mit Spannung entgegen. „Wir setzen natürlich auf große Resonanz“, sagt Jugendförderer Gerald Marcks gegenüber dem MT. Organisiert sei zwar alles, doch den Ablauf dieses ersten Treffens halte man sich bewusst offen. Spontaneität sei angesagt, aber eines ist schon sicher: In lockerer Atmosphäre können die jungen Leute in der Zeit von 17 bis 19 Uhr über ihre Vorstellungen von Kommunalpolitik sprechen und ihre Ideen einbringen.Jugendparlamente sind keine neue Erfindung und die Erfolge solcher Projekte in den Kommunen fallen erfahrungsgemäß recht unterschiedlich aus. Manche dieser Gremien etablieren sich, andere verlaufen eher im Sande. Das meiste steht und fällt mit den Beteiligten und das ist Gerald Marcks bewusst. Er setzt darauf, dass sich die jungen Leute einmischen und mit Politikern oder Fachbereichen auf Augenhöhe diskutieren. Es werde nicht bloß Politik nachgespielt, sondern es gehe um konkrete Entscheidungen. „Wir machen hier keine Trockenübungen“, sagt er. So sehen das auch die Vertreter der fünf Ratsfraktionen, die sich zuvor innerhalb einer Gruppe mit der Vorbereitung des Auftakttreffens beschäftigt haben. Für das Projekt hatte die Verwaltung eine vertragliche Vereinbarung mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) geschlossen, der den gesamten Prozess mit Experten fachlich begleitet. In einigen Städten und Gemeinden sei das schon passiert und Gerald Marcks zeigt sich im Gespräch mit dem MT überzeugt davon, dass die Hiller Jugend ein solches Angebot annimmt. Für ihn ist das Projekt auch eine Herzensangelegenheit. Der Jugendförderer wünscht sich ein grundsätzlich stärkeres Interesse an der örtlichen Politik und am Geschehen vor Ort. „Methode World Café“ – so lautet der Titel der Auftaktveranstaltung. Das klingt beim ersten Hinhören nach Weltpolitik, gemeint sind jedoch die kommunalen Themen. „Die ja meist irgendwie auch mit der großen Politik in Verbindung stehen“, sagt Gerald Marcks. Er nennt als Beispiele den Klimaschutz, aber auch die Mobilität und die Bildung. Grundsätzlich sei man für neue Ideen und Vorschläge offen. Alle Beteiligten seien neugierig darauf, was die jungen Leute ansprechen werden. Und an dieser Stelle zeigt sich auch, worum es den Initiatoren ebenfalls geht: um den engen Draht zur Jugend und den Gedankenaustausch der Generationen. Der grobe Ablauf der Auftaktveranstaltung sieht vor, dass sich die Teilnehmer an vier Thementischen zusammenfinden. Dort sitzen einige Politiker der Hiller Parteien und auch Bürgermeister Michael Schweiß (parteilos) werde dabei sein. Das Ziel ist eine lokale Agenda für die Anliegen der Jugendlichen. Die Ergebnisse werden mit kleinen Kärtchen an Stellwänden festgehalten. Das alles klingt nach Worten von Gerald Marcks aber formaler als es tatsächlich ist. Vielmehr werde an den Tischen über Politik geplaudert und das ganz unterhaltsam. Und damit der rote Faden nie verloren geht, setzen die Initiatoren auf die professionelle Moderation aus den Reihen des Vereins für politische Bildung in Bonn. Wie geht es dann weiter? Der Jugendförderer erklärt, dass der gesamte Prozess einer eigenständigen Jugendpolitik wohl immer im Fluss bleiben wird. Das langfristige Ziel sei, dass die Jugendlichen an verbindlichen Entscheidungen mitwirken. Ihre Interessen sollen stärker berücksichtigt werden. Letztlich stehe und falle alles aber mit dem Engagement der Beteiligten. Das müsse jederzeit bedacht werden. So dürften wohl immer mal wieder neue junge Leute dazustoßen, oder auch abspringen. Genau so, wie es auch in der Kommunalpolitik der Fall ist.

"Mehr als nur Trockenübungen": Jugendliche sollen bei politischen Entscheidungen mitbestimmen

Diese Jugendliche schlüpfen in die Rolle von Bundestagsabgeordneten und stellen den politischen Alltag nach. Das Ziel der neuen Jugendpolitik in Hille ist hingegen ein aktives Einmischen mit konkreten Ergebnissen und Entscheidungen. Foto: Thomas Koehler/photothek.net © imago/photothek

Hille. Jetzt liegt der Ball bei der Hiller Jugend. Sie bekommt die Gelegenheit, bei künftigen kommunalpolitischen Themen ein deutliches Wörtchen mitzureden. Kommenden Dienstag, 17. Mai, steigt im Bürgerhaus in Rothenuffeln die Auftaktveranstaltung für ein eigenes Jugendparlament in der Gemeinde. Alle Zwölf- bis 18-Jährigen sind dazu eingeladen und die Ausrichter blicken diesem Termin mit Spannung entgegen.

„Wir setzen natürlich auf große Resonanz“, sagt Jugendförderer Gerald Marcks gegenüber dem MT. Organisiert sei zwar alles, doch den Ablauf dieses ersten Treffens halte man sich bewusst offen. Spontaneität sei angesagt, aber eines ist schon sicher: In lockerer Atmosphäre können die jungen Leute in der Zeit von 17 bis 19 Uhr über ihre Vorstellungen von Kommunalpolitik sprechen und ihre Ideen einbringen.

Jugendparlamente sind keine neue Erfindung und die Erfolge solcher Projekte in den Kommunen fallen erfahrungsgemäß recht unterschiedlich aus. Manche dieser Gremien etablieren sich, andere verlaufen eher im Sande. Das meiste steht und fällt mit den Beteiligten und das ist Gerald Marcks bewusst. Er setzt darauf, dass sich die jungen Leute einmischen und mit Politikern oder Fachbereichen auf Augenhöhe diskutieren. Es werde nicht bloß Politik nachgespielt, sondern es gehe um konkrete Entscheidungen. „Wir machen hier keine Trockenübungen“, sagt er.

So sehen das auch die Vertreter der fünf Ratsfraktionen, die sich zuvor innerhalb einer Gruppe mit der Vorbereitung des Auftakttreffens beschäftigt haben. Für das Projekt hatte die Verwaltung eine vertragliche Vereinbarung mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) geschlossen, der den gesamten Prozess mit Experten fachlich begleitet. In einigen Städten und Gemeinden sei das schon passiert und Gerald Marcks zeigt sich im Gespräch mit dem MT überzeugt davon, dass die Hiller Jugend ein solches Angebot annimmt. Für ihn ist das Projekt auch eine Herzensangelegenheit. Der Jugendförderer wünscht sich ein grundsätzlich stärkeres Interesse an der örtlichen Politik und am Geschehen vor Ort.


„Methode World Café“ – so lautet der Titel der Auftaktveranstaltung. Das klingt beim ersten Hinhören nach Weltpolitik, gemeint sind jedoch die kommunalen Themen. „Die ja meist irgendwie auch mit der großen Politik in Verbindung stehen“, sagt Gerald Marcks. Er nennt als Beispiele den Klimaschutz, aber auch die Mobilität und die Bildung. Grundsätzlich sei man für neue Ideen und Vorschläge offen. Alle Beteiligten seien neugierig darauf, was die jungen Leute ansprechen werden. Und an dieser Stelle zeigt sich auch, worum es den Initiatoren ebenfalls geht: um den engen Draht zur Jugend und den Gedankenaustausch der Generationen.

Der grobe Ablauf der Auftaktveranstaltung sieht vor, dass sich die Teilnehmer an vier Thementischen zusammenfinden. Dort sitzen einige Politiker der Hiller Parteien und auch Bürgermeister Michael Schweiß (parteilos) werde dabei sein. Das Ziel ist eine lokale Agenda für die Anliegen der Jugendlichen. Die Ergebnisse werden mit kleinen Kärtchen an Stellwänden festgehalten. Das alles klingt nach Worten von Gerald Marcks aber formaler als es tatsächlich ist. Vielmehr werde an den Tischen über Politik geplaudert und das ganz unterhaltsam. Und damit der rote Faden nie verloren geht, setzen die Initiatoren auf die professionelle Moderation aus den Reihen des Vereins für politische Bildung in Bonn.

Wie geht es dann weiter? Der Jugendförderer erklärt, dass der gesamte Prozess einer eigenständigen Jugendpolitik wohl immer im Fluss bleiben wird. Das langfristige Ziel sei, dass die Jugendlichen an verbindlichen Entscheidungen mitwirken. Ihre Interessen sollen stärker berücksichtigt werden. Letztlich stehe und falle alles aber mit dem Engagement der Beteiligten. Das müsse jederzeit bedacht werden. So dürften wohl immer mal wieder neue junge Leute dazustoßen, oder auch abspringen. Genau so, wie es auch in der Kommunalpolitik der Fall ist.

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Mehr zum Thema