MT-Serie "Zu zweit": Im Gasthaus Kreft arbeitet die ganze Familie zusammen Carsten Korfesmeyer Hille-Unterlübbe (mt). Claudia Kreft und Michael Zopf sind verschwägert. Sie ist die Tochter der Seniorchefs Marita und Heinrich Kreft und die Schwester von Stefanie Zopf, die mit dem Koch des Unterlübber Gasthauses verheiratet ist. „Mein Mann Anthony hat die Serviceleitung", sagt sie im MT-Gespräch. Mehr Familie geht nicht in dem mehr als 150 Jahre alten Traditionslokal, denn die drei Paare stellen nahezu die gesamte Belegschaft. Fast täglich kreuzen sich beruflich ihre Wege und dann sind sie nicht Ehepartner, Kinder, Schwiegersöhne oder Vater und Mutter, sondern Kollegen. „Wir versuchen die Arbeit vom Privaten zu trennen", sagt Michael Zopf. Das klappe weitgehend, aber manchmal auch nicht. Auf jeden Fall funktioniert die Zusammenarbeit der sechs Familienmitglieder reibungslos und dass sich alle gut miteinander verstehen, ist unübersehbar. Eine halbe Stunde vor der Öffnung des Restaurants herrscht eine gelöste Stimmung. Claudia Kreft deckt noch ein paar Tische ein, Stefanie Zopf nimmt Reservierungen am Telefon entgegen und Anthony Kreft zündet die Kerzen an. Die Abläufe wirken eingespielt, ohne dass es nach reiner Routine aussieht. Jeder Tag bringt andere Gäste und deshalb sei auch keiner wie der andere. „Das ist ja das Schöne in unserer Branche", sagt Claudia Kreft, die im Gasthaus für den Service zuständig ist. Sie ist die unmittelbare Ansprechpartnerin für die Gäste und das Bindeglied zur Küche, in der neben ihrem Schwager auch ihre Schwester tätig ist. Als eingespielt bezeichnet sie das, was während ihrer Arbeitszeit passiert. Sie empfängt die Gäste, begleitet sie an die Tische und nimmt nach gewisser Zeit die Bestellungen auf. Die Zusammenarbeit mit der Küche laufe im besten Fall ohne Kommunikation. Nachdem die gewählten Gerichte ins Abrechnungssystem eingegeben sind, reicht Claudia Kreft einfach den Bon an ihren Schwager weiter. „Ich weiß dann, was zu tun ist", sagt Michael Zopf. Nur bei Änderungswünschen müssen beide kurz miteinander reden. Klingt nach einem ruhigen geregelten Alltag, was aber häufig nicht zutrifft. Beide sprechen von einem oft stressigen Beruf und vergleichen die Stoßzeiten im Restaurants mit einem Handballspiel, in dem jeder auf seiner Position hochkonzentriert zur Sache geht. Alle Abläufe müssten miteinander verzahnen und funktioniere mal etwas nicht, sage man sich mit klaren Worten auch offen und ehrlich die Meinung. Nach der Arbeit sei es wie im Sport – und alles wieder vergessen. Ganz entscheidend, aber häufig auch eine Kunst sei, dass die Gäste von dem oft hektischen Geschehen hinter den Kulissen nichts mitbekommen. Reklamationen und Beanstandungen zum Essen seien zum Glück selten. „Und wenn doch , läuft das auf eine nette Weise ab", sagt Claudia Kreft, die diese konstruktive Kritik dann ungefiltert an ihren Schwager weiter gibt. Es sei wichtig, dass offen kommuniziert werde. Das geschieht auch immer an den späten Samstagabenden, wenn die letzten Gäste gegangen sind – und die drei Ehepaare zusammensitzen, um die Bestellungen für die neue Woche aufzunehmen. Das sind die Momente, in dem der Schnitt zwischen Privat und Beruf am deutlichsten ist. Die Krefts und die Zopfs erzählen von der gelösten Atmosphäre oder davon, dass sie dann gerne Apfelschorle trinken. „Ich bin seit achteinhalb Jahren hier", sagt Michael Zopf, der aus Hamburg stammt und dort seine Frau kennengelernt hat. Claudia Kreft und ihr Mann Anthony waren beruflich schon auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs. Alle vier sind weit herumgekommen und lieben ihren Familienbetrieb deshalb umso mehr.

MT-Serie "Zu zweit": Im Gasthaus Kreft arbeitet die ganze Familie zusammen

Claudia Kreft und ihr Schwager Michael Zopf trennen privates und berufliches. Während der Arbeitszeiten im Gasthaus Kreft sehen sich eher als Kollegen – auch wenn das nicht immer so klappt. MT- © Foto: Carsten Korfesmeyer

Hille-Unterlübbe (mt). Claudia Kreft und Michael Zopf sind verschwägert. Sie ist die Tochter der Seniorchefs Marita und Heinrich Kreft und die Schwester von Stefanie Zopf, die mit dem Koch des Unterlübber Gasthauses verheiratet ist. „Mein Mann Anthony hat die Serviceleitung", sagt sie im MT-Gespräch.

Mehr Familie geht nicht in dem mehr als 150 Jahre alten Traditionslokal, denn die drei Paare stellen nahezu die gesamte Belegschaft. Fast täglich kreuzen sich beruflich ihre Wege und dann sind sie nicht Ehepartner, Kinder, Schwiegersöhne oder Vater und Mutter, sondern Kollegen. „Wir versuchen die Arbeit vom Privaten zu trennen", sagt Michael Zopf. Das klappe weitgehend, aber manchmal auch nicht.

Auf jeden Fall funktioniert die Zusammenarbeit der sechs Familienmitglieder reibungslos und dass sich alle gut miteinander verstehen, ist unübersehbar. Eine halbe Stunde vor der Öffnung des Restaurants herrscht eine gelöste Stimmung. Claudia Kreft deckt noch ein paar Tische ein, Stefanie Zopf nimmt Reservierungen am Telefon entgegen und Anthony Kreft zündet die Kerzen an. Die Abläufe wirken eingespielt, ohne dass es nach reiner Routine aussieht. Jeder Tag bringt andere Gäste und deshalb sei auch keiner wie der andere. „Das ist ja das Schöne in unserer Branche", sagt Claudia Kreft, die im Gasthaus für den Service zuständig ist. Sie ist die unmittelbare Ansprechpartnerin für die Gäste und das Bindeglied zur Küche, in der neben ihrem Schwager auch ihre Schwester tätig ist.

Als eingespielt bezeichnet sie das, was während ihrer Arbeitszeit passiert. Sie empfängt die Gäste, begleitet sie an die Tische und nimmt nach gewisser Zeit die Bestellungen auf. Die Zusammenarbeit mit der Küche laufe im besten Fall ohne Kommunikation. Nachdem die gewählten Gerichte ins Abrechnungssystem eingegeben sind, reicht Claudia Kreft einfach den Bon an ihren Schwager weiter. „Ich weiß dann, was zu tun ist", sagt Michael Zopf. Nur bei Änderungswünschen müssen beide kurz miteinander reden.

Klingt nach einem ruhigen geregelten Alltag, was aber häufig nicht zutrifft. Beide sprechen von einem oft stressigen Beruf und vergleichen die Stoßzeiten im Restaurants mit einem Handballspiel, in dem jeder auf seiner Position hochkonzentriert zur Sache geht. Alle Abläufe müssten miteinander verzahnen und funktioniere mal etwas nicht, sage man sich mit klaren Worten auch offen und ehrlich die Meinung. Nach der Arbeit sei es wie im Sport – und alles wieder vergessen.

Ganz entscheidend, aber häufig auch eine Kunst sei, dass die Gäste von dem oft hektischen Geschehen hinter den Kulissen nichts mitbekommen. Reklamationen und Beanstandungen zum Essen seien zum Glück selten. „Und wenn doch , läuft das auf eine nette Weise ab", sagt Claudia Kreft, die diese konstruktive Kritik dann ungefiltert an ihren Schwager weiter gibt. Es sei wichtig, dass offen kommuniziert werde.

Das geschieht auch immer an den späten Samstagabenden, wenn die letzten Gäste gegangen sind – und die drei Ehepaare zusammensitzen, um die Bestellungen für die neue Woche aufzunehmen. Das sind die Momente, in dem der Schnitt zwischen Privat und Beruf am deutlichsten ist. Die Krefts und die Zopfs erzählen von der gelösten Atmosphäre oder davon, dass sie dann gerne Apfelschorle trinken. „Ich bin seit achteinhalb Jahren hier", sagt Michael Zopf, der aus Hamburg stammt und dort seine Frau kennengelernt hat. Claudia Kreft und ihr Mann Anthony waren beruflich schon auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs. Alle vier sind weit herumgekommen und lieben ihren Familienbetrieb deshalb umso mehr.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Hille