Laternen und ihre Fehlerketten: Wenn Ameisen für Dunkelheit sorgen Carsten Korfesmeyer Hille. Andreas Schossau zeigt das Bild einer geöffneten Verteilersäule für die Straßenbeleuchtung. Bis etwa zur Hälfte steckt diese voll Sand, der stellvertretende Bauhofleiter weist auf die verschmorten Kabel hin. „Das alles haben Ameisen verursacht“, sagt er. Die kleinen Insekten lösten einen Kurzschluss aus und versetzten damit Teile von Rothenuffeln ins Dunkle. Passiert ist das schon vor einiger Zeit und der Bauhof-Vize erzählt, dass die Ursache für den Schaden in diesem Fall relativ schnell gefunden wurde. Ziemlich am Anfang der Fehlerkette stießen die Mitarbeiter der von der Gemeinde beauftragten Fachfirma auf den kaputten grauen Kasten, der von außen noch völlig intakt schien. Ein Glücksfall, denn oft müssen sich die Fachleute auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen begeben. Zig andere Gründe gibt es für einen Kurzschluss und selbst eine einzige ausgefallene Laterne kann gleich mehreren das Licht ausknipsen. Manchmal liegt es auch am Mast – beispielsweise dann, wenn ein Auto dagegen gefahren ist. Gelegentlich schlägt aber auch der Blitz ein. Passiert ist das zuletzt im Sommer in Nordhemmern. Durch die Überspannung fielen rund 20 Straßenlaternen im Bereich der Grundschule aus. An einigen davon ist der Schaden so groß, dass sie bis heute noch nicht wieder leuchten. „Wir warten händeringend auf die Ersatzteile“, sagt Schossau. Diese seien zwar längst bestellt, aber noch nicht geliefert. Die Reparaturen werden aber auf jeden Fall aufwendig, sagt er. Einige der Laternen seien von innen komplett zerstört. Bis zu 150 der etwa 2.100 Hiller Straßenlampen gehen pro Jahr das Licht aus. Jede ist über ein Kataster erfasst und trägt eine eigene Nummer. Laut Bauhof-Stellvertreter hat die Zahl der Ausfälle in der jüngeren Vergangenheit eher abgenommen, weil die Brenndauer aufgrund der Technik gestiegen ist. Schon seit ein paar Jahren stellt die Gemeinde „Zug um Zug“ auf die deutlich verbrauchsärmere LED-Beleuchtung um. Andreas Schossau sagt im MT-Gespräch, dass sämtliche Laternen ein Mal im Jahr auf ihre Standsicherheit untersucht würden. Für etwaige Schäden aller Art stehen dafür im Haushaltsplan rund 40.000 Euro zur Verfügung. Und im Winter gehe tendenziell eher etwas kaputt als in der hellen Jahreszeit, sagt er. Eine Versicherung für die Straßenbeleuchtung sei aber nicht möglich. In Hille brennen die Lichter an den Straßen nicht die ganze Nacht. „Außer an den Zebrastreifen“, erklärt der stellvertretende Bauhofleiter. Um 23.30 Uhr ist an den normalen Stellen grundsätzlich Schluss und um 6 Uhr schaltet sich das Licht wieder ein. Aufgrund der automatischen Steuerung bedeutet das jedoch nicht, dass sich die Lampen in den Morgenstunden zwingend einschalten. Ein nach DIN-Norm eingestellter Sensor erkennt bei Dämmerung, ab wann es Zeit für die Einschaltung der Beleuchtung ist. Im Sommer gibt es deshalb im Grunde morgens keine leuchtenden Straßenlaternen. Und warum brennen die Laternen manchmal auch tagsüber? Das liegt nach Worten von Andreas Schossau an den Arbeiten. Und die Schaltschränke versorgen manchmal gleich mehrere Straßenzüge. „Dann leuchtet vielleicht auch an Stellen das Licht, wo von den Arbeitern weit und breit nichts zu sehen ist.“ Umstellung auf LED-Beleuchtung - Im Jahr 2011 startete in Hille bereits die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik. - Jahrelang tauchte die Straßenbeleuchtung im Energiebericht der Gemeinde als „Stromfresser Nummer eins“ auf. Das hat sich mit der seither laufenden Umrüstung auf die verbrauchsarme Technologie geändert. Angaben aus dem Jahr 2017 zufolge konnten der Energieverbrauch um etwa 115.000 Kilowattstunden gesenkt und rund 28.000 Euro eingespart werden.

Laternen und ihre Fehlerketten: Wenn Ameisen für Dunkelheit sorgen

Straßenlaternen gibt es in zig verschiedenen Modellen. In Hille wird seit einiger Zeit „Zug um Zug“ auf die deutlich langlebrige LED-Technik umgerüstet. Foto: via www.imago-images.de © imago images/Imaginechina-Tuchong

Hille. Andreas Schossau zeigt das Bild einer geöffneten Verteilersäule für die Straßenbeleuchtung. Bis etwa zur Hälfte steckt diese voll Sand, der stellvertretende Bauhofleiter weist auf die verschmorten Kabel hin. „Das alles haben Ameisen verursacht“, sagt er. Die kleinen Insekten lösten einen Kurzschluss aus und versetzten damit Teile von Rothenuffeln ins Dunkle.

Passiert ist das schon vor einiger Zeit und der Bauhof-Vize erzählt, dass die Ursache für den Schaden in diesem Fall relativ schnell gefunden wurde. Ziemlich am Anfang der Fehlerkette stießen die Mitarbeiter der von der Gemeinde beauftragten Fachfirma auf den kaputten grauen Kasten, der von außen noch völlig intakt schien. Ein Glücksfall, denn oft müssen sich die Fachleute auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen begeben. Zig andere Gründe gibt es für einen Kurzschluss und selbst eine einzige ausgefallene Laterne kann gleich mehreren das Licht ausknipsen. Manchmal liegt es auch am Mast – beispielsweise dann, wenn ein Auto dagegen gefahren ist.

Gelegentlich schlägt aber auch der Blitz ein. Passiert ist das zuletzt im Sommer in Nordhemmern. Durch die Überspannung fielen rund 20 Straßenlaternen im Bereich der Grundschule aus. An einigen davon ist der Schaden so groß, dass sie bis heute noch nicht wieder leuchten. „Wir warten händeringend auf die Ersatzteile“, sagt Schossau. Diese seien zwar längst bestellt, aber noch nicht geliefert. Die Reparaturen werden aber auf jeden Fall aufwendig, sagt er. Einige der Laternen seien von innen komplett zerstört.

Bis zu 150 der etwa 2.100 Hiller Straßenlampen gehen pro Jahr das Licht aus. Jede ist über ein Kataster erfasst und trägt eine eigene Nummer. Laut Bauhof-Stellvertreter hat die Zahl der Ausfälle in der jüngeren Vergangenheit eher abgenommen, weil die Brenndauer aufgrund der Technik gestiegen ist. Schon seit ein paar Jahren stellt die Gemeinde „Zug um Zug“ auf die deutlich verbrauchsärmere LED-Beleuchtung um. Andreas Schossau sagt im MT-Gespräch, dass sämtliche Laternen ein Mal im Jahr auf ihre Standsicherheit untersucht würden. Für etwaige Schäden aller Art stehen dafür im Haushaltsplan rund 40.000 Euro zur Verfügung. Und im Winter gehe tendenziell eher etwas kaputt als in der hellen Jahreszeit, sagt er. Eine Versicherung für die Straßenbeleuchtung sei aber nicht möglich.

In Hille brennen die Lichter an den Straßen nicht die ganze Nacht. „Außer an den Zebrastreifen“, erklärt der stellvertretende Bauhofleiter. Um 23.30 Uhr ist an den normalen Stellen grundsätzlich Schluss und um 6 Uhr schaltet sich das Licht wieder ein. Aufgrund der automatischen Steuerung bedeutet das jedoch nicht, dass sich die Lampen in den Morgenstunden zwingend einschalten. Ein nach DIN-Norm eingestellter Sensor erkennt bei Dämmerung, ab wann es Zeit für die Einschaltung der Beleuchtung ist. Im Sommer gibt es deshalb im Grunde morgens keine leuchtenden Straßenlaternen.

Und warum brennen die Laternen manchmal auch tagsüber? Das liegt nach Worten von Andreas Schossau an den Arbeiten. Und die Schaltschränke versorgen manchmal gleich mehrere Straßenzüge. „Dann leuchtet vielleicht auch an Stellen das Licht, wo von den Arbeitern weit und breit nichts zu sehen ist.“

Umstellung auf LED-Beleuchtung

- Im Jahr 2011 startete in Hille bereits die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik.

- Jahrelang tauchte die Straßenbeleuchtung im Energiebericht der Gemeinde als „Stromfresser Nummer eins“ auf. Das hat sich mit der seither laufenden Umrüstung auf die verbrauchsarme Technologie geändert. Angaben aus dem Jahr 2017 zufolge konnten der Energieverbrauch um etwa 115.000 Kilowattstunden gesenkt und rund 28.000 Euro eingespart werden.

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