Landwirte protestieren vor Molkereien und Schlachthöfen Hille. „Wir brauchen kostendeckende Milchpreise“, sagt Carolin Schöphörster gegenüber dem Mindener Tageblatt. Die Landwirtin aus Holzhausen II kämpft sei Monaten an vorderster Front, wenn die Bauern auf die Straße gehen. Sie ist in der Organisation „Land schafft Verbindung“ organisiert. Auch in dieser Woche war die Hillerin mit Kollegen aus mehreren Verbänden unterwegs, um unter anderem am Standort Georgsmarienhütte auf die Belange der Landwirte aufmerksam zu machen. Das Unternehmen „Deutsches Milchkontor GmbH (DMK)“ ist dort ansässig – eine der größten deutschen Molkereien. Die Proteste sind Teil einer bundesweiten Kampagne von Landwirten für eine bessere Vergütung. Nicht nur vor Molkereien, sondern auch vor Schlachthöfen haben die Bauern in dieser Woche auf sich aufmerksam gemacht. Sie fordern mindestens 15 Cent mehr pro Liter Milch, einen Euro für mehr das Kilo Rindfleisch, 50 Cent mehr für das Kilogramm Schweinefleisch und 20 Cent mehr je Kilogramm Geflügel. „Wir fordern die Molkereien auf, mit uns zusammen einen Weg zu erarbeiten, damit es bessere Preise gibt“, sagt die staatliche geprüfte Agrar-Betriebswirtin Carolin Schöphörster. Den Milchviehbetrieb im Hiller Ortsteil Holzhausen II bewirtschaften ihre Eltern im Haupterwerb. Aufgrund ihrer Tätigkeit beim Landeskontrollverband Nordrhein-Westfalen als Milchleistungsprüferin für den Kreis Minden-Lübbecke hat die Hillerin ein umso größeres Interesse, dass die Existenz der Milchviehhaltenden Betriebe gewährleistet ist. Aber, sie kämpft nicht nur für sich, sondern auch für ihre Kollegen. Im aktuellen Fall haben die Landwirte ihre Forderungen schriftlich zugestellt – und erwarten eine Rückmeldung. „Wir haben eine Frist bis Donnerstag, 19. November, gesetzt, dann fahren wir wieder hin.“ In ihrem Forderungspapier schildern die Betroffenen ihre Situation. In allen landwirtschaftlichen Bereichen und insbesondere bei den Tierhaltern brenne derzeit die Hütte, heißt es. Schlachtkapazitäten würden wegbrechen und die Preise für Fleisch und Milch würden gerade noch zwei Drittel der Kosten decken. „Und mit weiteren Auflagen steigen die Kosten, während die Erlöse stagnieren, oder sich rückwärts entwickeln“, schreiben die Landwirte und betonen: „Das halten unsere Betriebe nicht durch.“ Die Überbringer dieses Papiers weisen darauf hin, dass Lösungen kurzfristig gefunden werden müssten. Sie schreiben: „Bei den Landwirten ist das Ende der Fahnenstange erreicht! Hier ist nichts mehr zu holen! Die Kalkulation der Preise muss von unten nach oben erfolgen!“ Warum sie sich direkt an die Verarbeiter werden, begründen die Protestler so: Die Verarbeiter seien diejenigen, die die Erzeugnisse bezahlen und sind damit die Adressaten. „Wer sich nach eigener Aussage als Partner der Landwirte versteht, muss diese auch partnerschaftlich behandeln – dazu gehört eine mindestens kostendeckende Bezahlung als Regelfall und nicht als Ausnahme“, heißt es in dem Forderungspapier. Die Landwirte räumen ein, dass es mehr als nur eine Forderung an die Verarbeiter brauche, um längerfristig gewinnbringende Preise über den Markt zu erreichen. Es brauche Rahmenbedingungen von der Politik und Initiative von allen Beteiligten der Wertschöpfungskette. „Wir sind gespannt, welche Antwort wir am Donnerstag bekommen“, sagt Carolin Schöphörster.

Landwirte protestieren vor Molkereien und Schlachthöfen

Mehrere Hundert Landwirte haben in dieser Woche vor Molkereien und Schlachthöfen demonstriert: Mit dabei waren (von links) Manuel Bollmeier, Lukas Glüsenkamp. Carolin Schöphörster, Leon Theikemeier und Matthias Hafer. Foto: privat © privat

Hille. „Wir brauchen kostendeckende Milchpreise“, sagt Carolin Schöphörster gegenüber dem Mindener Tageblatt. Die Landwirtin aus Holzhausen II kämpft sei Monaten an vorderster Front, wenn die Bauern auf die Straße gehen. Sie ist in der Organisation „Land schafft Verbindung“ organisiert.

Auch in dieser Woche war die Hillerin mit Kollegen aus mehreren Verbänden unterwegs, um unter anderem am Standort Georgsmarienhütte auf die Belange der Landwirte aufmerksam zu machen. Das Unternehmen „Deutsches Milchkontor GmbH (DMK)“ ist dort ansässig – eine der größten deutschen Molkereien. Die Proteste sind Teil einer bundesweiten Kampagne von Landwirten für eine bessere Vergütung. Nicht nur vor Molkereien, sondern auch vor Schlachthöfen haben die Bauern in dieser Woche auf sich aufmerksam gemacht. Sie fordern mindestens 15 Cent mehr pro Liter Milch, einen Euro für mehr das Kilo Rindfleisch, 50 Cent mehr für das Kilogramm Schweinefleisch und 20 Cent mehr je Kilogramm Geflügel.

„Wir fordern die Molkereien auf, mit uns zusammen einen Weg zu erarbeiten, damit es bessere Preise gibt“, sagt die staatliche geprüfte Agrar-Betriebswirtin Carolin Schöphörster. Den Milchviehbetrieb im Hiller Ortsteil Holzhausen II bewirtschaften ihre Eltern im Haupterwerb. Aufgrund ihrer Tätigkeit beim Landeskontrollverband Nordrhein-Westfalen als Milchleistungsprüferin für den Kreis Minden-Lübbecke hat die Hillerin ein umso größeres Interesse, dass die Existenz der Milchviehhaltenden Betriebe gewährleistet ist.

Aber, sie kämpft nicht nur für sich, sondern auch für ihre Kollegen. Im aktuellen Fall haben die Landwirte ihre Forderungen schriftlich zugestellt – und erwarten eine Rückmeldung. „Wir haben eine Frist bis Donnerstag, 19. November, gesetzt, dann fahren wir wieder hin.“

In ihrem Forderungspapier schildern die Betroffenen ihre Situation. In allen landwirtschaftlichen Bereichen und insbesondere bei den Tierhaltern brenne derzeit die Hütte, heißt es. Schlachtkapazitäten würden wegbrechen und die Preise für Fleisch und Milch würden gerade noch zwei Drittel der Kosten decken. „Und mit weiteren Auflagen steigen die Kosten, während die Erlöse stagnieren, oder sich rückwärts entwickeln“, schreiben die Landwirte und betonen: „Das halten unsere Betriebe nicht durch.“

Die Überbringer dieses Papiers weisen darauf hin, dass Lösungen kurzfristig gefunden werden müssten. Sie schreiben: „Bei den Landwirten ist das Ende der Fahnenstange erreicht! Hier ist nichts mehr zu holen! Die Kalkulation der Preise muss von unten nach oben erfolgen!“ Warum sie sich direkt an die Verarbeiter werden, begründen die Protestler so: Die Verarbeiter seien diejenigen, die die Erzeugnisse bezahlen und sind damit die Adressaten. „Wer sich nach eigener Aussage als Partner der Landwirte versteht, muss diese auch partnerschaftlich behandeln – dazu gehört eine mindestens kostendeckende Bezahlung als Regelfall und nicht als Ausnahme“, heißt es in dem Forderungspapier.

Die Landwirte räumen ein, dass es mehr als nur eine Forderung an die Verarbeiter brauche, um längerfristig gewinnbringende Preise über den Markt zu erreichen. Es brauche Rahmenbedingungen von der Politik und Initiative von allen Beteiligten der Wertschöpfungskette. „Wir sind gespannt, welche Antwort wir am Donnerstag bekommen“, sagt Carolin Schöphörster.

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