Kurze Wege: Neue Raumordnung an der Verbundschule Hille Stefanie Dullweber Hille. „Ich habe seit Beginn dieses Schuljahres einige Kollegen schon häufiger gesehen, als im gesamten letzten Schuljahr“, sagt Ann-Kathrin Schierbaum und lacht. Die Lehrerin der Verbundschule Hille sitzt gemütlich in einer Loungeecke und verbringt dort ihre Pause. Dafür hatte sie in den letzten Schuljahren kaum Gelegenheit, weil sie zwischen den Unterrichtsstunden sehr lange Wege zurücklegen musste. Insgesamt gab es vier Lehrerzimmer über das Gebäude verteilt, das Sekretariat und die Schulleitung waren am äußerten Ende untergebracht. Mal eben dort etwas abzugeben, war zumindest in den kurzen Pausen kaum zu schaffen. Damit ist jetzt Schluss. Ab sofort sind die Wege kürzer und die Begegnungen häufiger. Mit Beginn dieses Schuljahres ist der gesamte Verwaltungstrakt inklusive Lehrerzimmer und Schulleitung in einen zentralen Bereich der Verbundschule umgezogen. „Wir hatten zum Schuljahresbeginn zwei Herausforderungen zu meistern – Corona und den Umzug“, sagt Schulleiter Dirk Schubert im MT-Gespräch. Über die Pandemie möchte er an diesem Vormittag am liebsten nicht sprechen. Nur so viel: „Zum Glück ist unsere Schule bisher verschont geblieben. Wichtig ist, dass wir ein gutes Konzept haben.“ Schubert freut sich vor allem darüber, dass Politik und Verwaltung an dem vor fünf Jahren gefassten Entschluss zur Sanierung und Modernisierung der Verbundschule festgehalten haben. Das sei in Zeiten knapper Kassen nicht selbstverständlich. Auch über das Mitspracherecht des Kollegiums bei der Umgestaltung sei er sehr froh gewesen. Das führe dazu, dass sich alle sehr wohl in den neuen Räumen fühlen. Jeder, der 120 Lehrkräfte hat – verteilt auf zwei Stockwerke – seinen eigenen Platz, die sieben Vertreter der Schulleitung ein eigenes Büro und auch das Sekretariat ist nicht mehr das Durchgangszimmer zum Schulleiter. „Die Atmosphäre ist sehr angenehm. Es ist auf der einen Seite deutlich ruhiger, auf der anderen Seite gibt es mehr Möglichkeiten, zu kommunizieren“, sagt Christoph Donner. Der Lehrer freut sich über ein besseres Zeitmanagement und über ausreichend Platz. Jeder Kollege hat einen eigenen Spind, ein eigenes Postfach, die Drucker sind zentral untergebracht und es stehen sechs PC-Arbeitsplätze zur Verfügung. Und, nicht zu vergessen, die Telefonzelle. „Offiziell heißt sie Communication Cube“, korrigiert Dirk Schubert. Hier hätten die Lehrer absolute Ruhe, um beispielsweise mit Eltern zu telefonieren. Das Angebot werde gut angenommen. Die Verbundschule Hille ist die einzige weiterführende Schule in der Gemeinde Hille und wird aktuell von rund 1500 Schülerinnen und Schülern besucht. Die Schüler haben hier die Möglichkeit, alle Schulabschlüsse der Sekundarstufen I und II zu machen. Der Altbau ist in den Jahren 1980/1981 – seinerzeit noch als Hauptschule entstanden. Sanierungen im Bestand gab es seitdem nicht, nur vereinzelte Reparaturen und Brandschutzmaßnahmen. In die Umgestaltung des Verwaltungstrakts hat die Gemeinde jetzt etwa 1,06 Millionen Euro investiert. Einige würden sich sicherlich die Frage stellen, warum die Gemeinde dafür so viel Geld in die Hand genommen hat, räumt Dirk Schubert ein und betont: „Es geht um die Qualität. Wir haben jetzt kurze Wege anstatt langer Mails. Die Abläufe sind effektiver und es wird mehr kommuniziert. Und letztlich stärkt eine Wohlfühlatmosphäre am Arbeitsplatz die Motivation.“ Jetzt müssten nur noch die Schüler lernen, wo sich das neue Sekretariat befindet“, sagt der Schulleiter mit einem Augenzwinkern. Aufnahme auswärtiger Schüler an der Verbundschule: Der Bildungsausschuss hat sich in seiner Sitzung mit dem Anmeldeverfahren für die Jahrgangsstufe 5 der Verbundschule befasst – einem Problem, das seit Jahren besteht und das jetzt einstimmig gelöst ist. Denn es melden sich an der Von-Oeynhausen-Srraße mehr Schülerinnen und Schüler an, als Kapazitäten bestehen. Künftig besteht für die Verbundschule die Möglichkeiten, Schülerinnen und Schülern aus auswärtigen Kommunen die Aufnahme zu verweigern, wenn in deren Städten oder Gemeinden die gewünschte Schulform vorhanden ist. Beispiel: Ein Fünftklässler aus Minden könnte abgelehnt werden, weil er auch die Möglichkeit hätte, zur Kurt-Tucholsky-Gesamtschule (KTG) zu gehen. Damit hat der Bildungsausschuss dem Wunsch der Gemeinde Rechnung getragen, allen Schülerinnen und Schülern aus Hille einen Platz an der Verbundschule sichern zu können. Sie werden jetzt bevorzugt aufgenommen. (cko)

Kurze Wege: Neue Raumordnung an der Verbundschule Hille

Jede Lehrkraft hat einen eigenen Tisch, aber auch die Loungemöbel im Lehrerzimmer werden gerne genutzt. MT- © Fotos: Stefanie Dullweber

Hille. „Ich habe seit Beginn dieses Schuljahres einige Kollegen schon häufiger gesehen, als im gesamten letzten Schuljahr“, sagt Ann-Kathrin Schierbaum und lacht. Die Lehrerin der Verbundschule Hille sitzt gemütlich in einer Loungeecke und verbringt dort ihre Pause. Dafür hatte sie in den letzten Schuljahren kaum Gelegenheit, weil sie zwischen den Unterrichtsstunden sehr lange Wege zurücklegen musste.

Insgesamt gab es vier Lehrerzimmer über das Gebäude verteilt, das Sekretariat und die Schulleitung waren am äußerten Ende untergebracht. Mal eben dort etwas abzugeben, war zumindest in den kurzen Pausen kaum zu schaffen. Damit ist jetzt Schluss. Ab sofort sind die Wege kürzer und die Begegnungen häufiger.

Das Herzstück des Lehrerzimmers ist eine Telefonzelle. Schulleiter Dirk Schubert bestätigt, dass seine Kollegen den Raum sehr gerne nutzen.
Das Herzstück des Lehrerzimmers ist eine Telefonzelle. Schulleiter Dirk Schubert bestätigt, dass seine Kollegen den Raum sehr gerne nutzen.

Mit Beginn dieses Schuljahres ist der gesamte Verwaltungstrakt inklusive Lehrerzimmer und Schulleitung in einen zentralen Bereich der Verbundschule umgezogen. „Wir hatten zum Schuljahresbeginn zwei Herausforderungen zu meistern – Corona und den Umzug“, sagt Schulleiter Dirk Schubert im MT-Gespräch. Über die Pandemie möchte er an diesem Vormittag am liebsten nicht sprechen. Nur so viel: „Zum Glück ist unsere Schule bisher verschont geblieben. Wichtig ist, dass wir ein gutes Konzept haben.“

Die neue Teeküche ist ebenfalls ein Treffpunkt für die Kollegen. Das wichtigste Gerät sei die Kaffeemaschine, verrät der Schulleiter.
Die neue Teeküche ist ebenfalls ein Treffpunkt für die Kollegen. Das wichtigste Gerät sei die Kaffeemaschine, verrät der Schulleiter.

Schubert freut sich vor allem darüber, dass Politik und Verwaltung an dem vor fünf Jahren gefassten Entschluss zur Sanierung und Modernisierung der Verbundschule festgehalten haben. Das sei in Zeiten knapper Kassen nicht selbstverständlich. Auch über das Mitspracherecht des Kollegiums bei der Umgestaltung sei er sehr froh gewesen. Das führe dazu, dass sich alle sehr wohl in den neuen Räumen fühlen. Jeder, der 120 Lehrkräfte hat – verteilt auf zwei Stockwerke – seinen eigenen Platz, die sieben Vertreter der Schulleitung ein eigenes Büro und auch das Sekretariat ist nicht mehr das Durchgangszimmer zum Schulleiter.

„Die Atmosphäre ist sehr angenehm. Es ist auf der einen Seite deutlich ruhiger, auf der anderen Seite gibt es mehr Möglichkeiten, zu kommunizieren“, sagt Christoph Donner. Der Lehrer freut sich über ein besseres Zeitmanagement und über ausreichend Platz. Jeder Kollege hat einen eigenen Spind, ein eigenes Postfach, die Drucker sind zentral untergebracht und es stehen sechs PC-Arbeitsplätze zur Verfügung. Und, nicht zu vergessen, die Telefonzelle. „Offiziell heißt sie Communication Cube“, korrigiert Dirk Schubert. Hier hätten die Lehrer absolute Ruhe, um beispielsweise mit Eltern zu telefonieren. Das Angebot werde gut angenommen.

Die Verbundschule Hille ist die einzige weiterführende Schule in der Gemeinde Hille und wird aktuell von rund 1500 Schülerinnen und Schülern besucht. Die Schüler haben hier die Möglichkeit, alle Schulabschlüsse der Sekundarstufen I und II zu machen. Der Altbau ist in den Jahren 1980/1981 – seinerzeit noch als Hauptschule entstanden. Sanierungen im Bestand gab es seitdem nicht, nur vereinzelte Reparaturen und Brandschutzmaßnahmen. In die Umgestaltung des Verwaltungstrakts hat die Gemeinde jetzt etwa 1,06 Millionen Euro investiert.

Einige würden sich sicherlich die Frage stellen, warum die Gemeinde dafür so viel Geld in die Hand genommen hat, räumt Dirk Schubert ein und betont: „Es geht um die Qualität. Wir haben jetzt kurze Wege anstatt langer Mails. Die Abläufe sind effektiver und es wird mehr kommuniziert. Und letztlich stärkt eine Wohlfühlatmosphäre am Arbeitsplatz die Motivation.“ Jetzt müssten nur noch die Schüler lernen, wo sich das neue Sekretariat befindet“, sagt der Schulleiter mit einem Augenzwinkern.

Aufnahme auswärtiger Schüler an der Verbundschule:

Der Bildungsausschuss hat sich in seiner Sitzung mit dem Anmeldeverfahren für die Jahrgangsstufe 5 der Verbundschule befasst – einem Problem, das seit Jahren besteht und das jetzt einstimmig gelöst ist. Denn es melden sich an der Von-Oeynhausen-Srraße mehr Schülerinnen und Schüler an, als Kapazitäten bestehen.

Künftig besteht für die Verbundschule die Möglichkeiten, Schülerinnen und Schülern aus auswärtigen Kommunen die Aufnahme zu verweigern, wenn in deren Städten oder Gemeinden die gewünschte Schulform vorhanden ist. Beispiel: Ein Fünftklässler aus Minden könnte abgelehnt werden, weil er auch die Möglichkeit hätte, zur Kurt-Tucholsky-Gesamtschule (KTG) zu gehen.

Damit hat der Bildungsausschuss dem Wunsch der Gemeinde Rechnung getragen, allen Schülerinnen und Schülern aus Hille einen Platz an der Verbundschule sichern zu können. Sie werden jetzt bevorzugt aufgenommen. (cko)

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