"Kultur im Hof" bringt Richie Arndt in Aufbruchstimmung Ursula Koch Hille. Als Anfang Juli der Anruf von Olli Roth kam, ob er bei der „Kultur im Hof“ auftreten will, war der Musiker Richie Arndt froh, aber auch ein wenig skeptisch. So richtig konnte er sich da noch nicht vorstellen, dass daraus etwas wird. Den letzten Auftritt hatte er im Februar und die danach folgende Serie an Absagen im Kopf. „Als wir am 25. Juli im Innenhof der Neuen Regierung ankamen, gab es nur noch Aufbruchstimmung“, erinnert sich der Hiller an den Abend. Es habe einfach alles gepasst: „Der Sound war gut, das Licht und die Atmosphäre im Hof toll und das Publikum war gut drauf“. Kein Wunder, dass in es in dieser Stimmung auch musikalisch ein gelungenes Konzert wurde. Der Abend habe bei ihm das Gefühl hinterlassen: Es kann jetzt nur besser werden, beschreibt Richie Arndt seinen Glücksmoment in einem schwierigen Jahr. Mit den Absagen ist es noch nicht vorbei: Eigentlich hätte Arndt am Samstag zusammen mit der Soulsängerin Svenja Schmidt aus Lage mit dem „Winterblues“ im Jazz Club Minden gastieren sollen. „Wir hatten das schon vor dem Teil-Lockdown von der Band auf ein Duo reduziert“, erzählt der Gitarrist, Sänger und Songschreiber, der in Hille lebt. „Wir hatten bei einer privaten Feier zusammen musiziert. Der Jazz Club wäre dafür der passende Rahmen gewesen“, meint der Musiker. Aber die anderen Auftrittsorte für den „Winterblues“ hätten schon viel früher als Minden abgewunken. Das Publikum sei aber auch zurückhaltend, außerdem leide die Atmosphäre, weil die Kommunikation rund um den Auftritt nicht mehr stattfinde. Trotzdem blickt er optimistisch in das neue Jahr. Der Grund ist die Impfung: „Ich hoffe, dass wir im Herbst über das Gröbste hinweg sind.“ Als Lehrer an der Gesamtschule Hüllhorst hat er jeden Tag 1200 Schüler um sich. „Ich lasse mich auf jeden Fall impfen. Ich will, dass die Sache vorbei ist.“ Aber auch persönlich wird das Jahr 2021 für ihn eine Zäsur bringen. „Ich habe zum 31. Juli 2021 gekündigt. Ich will mit 63 Jahren in Rente gehen. Dann steht die Musik an erster Stelle. Darauf freue ich mich.“ Die Schule sei durch die sich ständig ändernden Regeln aktuell sehr anstrengend. Er sei darum fast froh, dass er zur Zeit nicht nebenbei auch noch Gigs habe. Die Reise nach Tennessee, die er eigentlich schon im Sommer machen wollte, ist nun auf September verschoben. Als Ergebnis seiner ersten USA-Reise vor fünf Jahre war das Programm „Mississippi“ entstanden. Darin erzählt er, untermalt von Fotos, von den Eindrücken der Reise, den Ursprüngen des Blues und spielt auch die passende Musik live dazu. In Tennessee wird es um die Stilrichtungen Country, Bluegrass und Americana gehen. „Ich höre mich gerade ein“, sagt Arndt. Memphis, wo Elvis lebte, wird dieses Mal der Endpunkt sein, die vorangegangene Reise hatte dort begonnen. Das neue Programm soll im April 2022 im Stadttheater Premiere feiern. Dazu will er dieses Mal nur eine Musik-CD herausbringen, während zu „Mississippi“ ein Hörbuch erschienen war. Vorher will der Hiller aber noch eine neu CD mit seiner Band und mit dem Gitarristen Gregor Hilden aufnehmen. Nach zwei gemeinsamen Silberlingen mit Coverversionen – „Moments – unplugged“ und „Moments – electric“ – sollen es dieses Mal ausschließlich eigene Stücke werden „Moments – originals“ eben. Damit wollen sie im Herbst dann auf Tour gehen „Tour ist etwas hoch gegriffen. Es werden wohl eher einige Auftritte in Clubs an Wochenenden“, sagt der 62-Jährige. Dass seine Bandmitglieder und auch Hilden im Münsterland leben, sei für ihn allerdings kein Grund, der Region den Rücken zu kehren: „Meiner Familie und mir geht es in Unterlübbe ganz gut. Wir wollen bleiben.“ Die Zusammenarbeit mit Hilden, der auch ein eigenes Trio hat und als Studiomusiker tätig ist, habe sich zufällig ergeben und er stelle fest, dass sie gemeinsam ein größeres Publikum erreichen. Auch die Veranstalter würden, wenn sie die Wahl haben, lieber beide Gitarristen mit Band buchen. Ein Plan aus diesem Jahr soll 2022 realisiert werden: Arndt wird als VIP-Guide eine Reise durch Mississippi führen. Für die 18 Plätze lägen bereits zwölf Anmeldungen vor, berichtet der Musiker. Die reisen in drei Bullis durch den US-Bundesstaat. „Besuche in den einschlägigen Clubs in Memphis sind auf jeden Fall dabei“, verspricht der Musiker, der auf seiner eigenen Reise bereits Kontakte zu amerikanischen Kollegen geknüpft hatte.

"Kultur im Hof" bringt Richie Arndt in Aufbruchstimmung

Hille. Als Anfang Juli der Anruf von Olli Roth kam, ob er bei der „Kultur im Hof“ auftreten will, war der Musiker Richie Arndt froh, aber auch ein wenig skeptisch. So richtig konnte er sich da noch nicht vorstellen, dass daraus etwas wird. Den letzten Auftritt hatte er im Februar und die danach folgende Serie an Absagen im Kopf. „Als wir am 25. Juli im Innenhof der Neuen Regierung ankamen, gab es nur noch Aufbruchstimmung“, erinnert sich der Hiller an den Abend.

Richie Arndt will sich ab nächsten Sommer ganz auf die Musik konzentrieren. Foto: Meinolf Reimering/pr - © mreim62@web.de
Richie Arndt will sich ab nächsten Sommer ganz auf die Musik konzentrieren. Foto: Meinolf Reimering/pr - © mreim62@web.de

Es habe einfach alles gepasst: „Der Sound war gut, das Licht und die Atmosphäre im Hof toll und das Publikum war gut drauf“. Kein Wunder, dass in es in dieser Stimmung auch musikalisch ein gelungenes Konzert wurde. Der Abend habe bei ihm das Gefühl hinterlassen: Es kann jetzt nur besser werden, beschreibt Richie Arndt seinen Glücksmoment in einem schwierigen Jahr.

Mit den Absagen ist es noch nicht vorbei: Eigentlich hätte Arndt am Samstag zusammen mit der Soulsängerin Svenja Schmidt aus Lage mit dem „Winterblues“ im Jazz Club Minden gastieren sollen. „Wir hatten das schon vor dem Teil-Lockdown von der Band auf ein Duo reduziert“, erzählt der Gitarrist, Sänger und Songschreiber, der in Hille lebt. „Wir hatten bei einer privaten Feier zusammen musiziert. Der Jazz Club wäre dafür der passende Rahmen gewesen“, meint der Musiker. Aber die anderen Auftrittsorte für den „Winterblues“ hätten schon viel früher als Minden abgewunken. Das Publikum sei aber auch zurückhaltend, außerdem leide die Atmosphäre, weil die Kommunikation rund um den Auftritt nicht mehr stattfinde.

Trotzdem blickt er optimistisch in das neue Jahr. Der Grund ist die Impfung: „Ich hoffe, dass wir im Herbst über das Gröbste hinweg sind.“ Als Lehrer an der Gesamtschule Hüllhorst hat er jeden Tag 1200 Schüler um sich. „Ich lasse mich auf jeden Fall impfen. Ich will, dass die Sache vorbei ist.“

Aber auch persönlich wird das Jahr 2021 für ihn eine Zäsur bringen. „Ich habe zum 31. Juli 2021 gekündigt. Ich will mit 63 Jahren in Rente gehen. Dann steht die Musik an erster Stelle. Darauf freue ich mich.“ Die Schule sei durch die sich ständig ändernden Regeln aktuell sehr anstrengend. Er sei darum fast froh, dass er zur Zeit nicht nebenbei auch noch Gigs habe.

Die Reise nach Tennessee, die er eigentlich schon im Sommer machen wollte, ist nun auf September verschoben. Als Ergebnis seiner ersten USA-Reise vor fünf Jahre war das Programm „Mississippi“ entstanden. Darin erzählt er, untermalt von Fotos, von den Eindrücken der Reise, den Ursprüngen des Blues und spielt auch die passende Musik live dazu. In Tennessee wird es um die Stilrichtungen Country, Bluegrass und Americana gehen. „Ich höre mich gerade ein“, sagt Arndt. Memphis, wo Elvis lebte, wird dieses Mal der Endpunkt sein, die vorangegangene Reise hatte dort begonnen. Das neue Programm soll im April 2022 im Stadttheater Premiere feiern. Dazu will er dieses Mal nur eine Musik-CD herausbringen, während zu „Mississippi“ ein Hörbuch erschienen war.

Vorher will der Hiller aber noch eine neu CD mit seiner Band und mit dem Gitarristen Gregor Hilden aufnehmen. Nach zwei gemeinsamen Silberlingen mit Coverversionen – „Moments – unplugged“ und „Moments – electric“ – sollen es dieses Mal ausschließlich eigene Stücke werden „Moments – originals“ eben. Damit wollen sie im Herbst dann auf Tour gehen „Tour ist etwas hoch gegriffen. Es werden wohl eher einige Auftritte in Clubs an Wochenenden“, sagt der 62-Jährige. Dass seine Bandmitglieder und auch Hilden im Münsterland leben, sei für ihn allerdings kein Grund, der Region den Rücken zu kehren: „Meiner Familie und mir geht es in Unterlübbe ganz gut. Wir wollen bleiben.“

Die Zusammenarbeit mit Hilden, der auch ein eigenes Trio hat und als Studiomusiker tätig ist, habe sich zufällig ergeben und er stelle fest, dass sie gemeinsam ein größeres Publikum erreichen. Auch die Veranstalter würden, wenn sie die Wahl haben, lieber beide Gitarristen mit Band buchen.

Ein Plan aus diesem Jahr soll 2022 realisiert werden: Arndt wird als VIP-Guide eine Reise durch Mississippi führen. Für die 18 Plätze lägen bereits zwölf Anmeldungen vor, berichtet der Musiker. Die reisen in drei Bullis durch den US-Bundesstaat. „Besuche in den einschlägigen Clubs in Memphis sind auf jeden Fall dabei“, verspricht der Musiker, der auf seiner eigenen Reise bereits Kontakte zu amerikanischen Kollegen geknüpft hatte.

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