Kult-Diskothek endgültig vor dem Aus: Hiller Lindenhof soll verkauft werden Stefanie Dullweber Hille. Generationen von Jugendlichen haben hier die Nächte durchgefeiert, die Liebe fürs Leben gefunden, getanzt und getrunken. Es gibt wohl kaum jemanden aus Hille und Umgebung, der keine Erinnerungen mit dem Lindenhof verbindet. Schon bald könnte die Geschichte der Kult-Diskothek um ein Kapitel reicher sein. Ob es eine Erfolgsgeschichte wird – aktuell spricht einiges dagegen. Die Neuigkeit Eine Anzeige bei Ebay Kleinanzeigen Ende vergangener Woche bringt die Neuigkeit ans Licht: Der Lindenhof soll verkauft werden. „Eine Investition, die sich lohnt“, ist die Anzeige von Falc Immobilien aus Bad Oeynhausen überschrieben. Hier wird ein Wohn- und Geschäftshaus mit Baugrundstück auf 11.000 Quadratmetern für rund eine Million Euro angepriesen. Das genannte Baugrundstück sorgt in den folgenden Tagen für große Aufregung. Denn gebaut werden kann hier aktuell gar nicht, weil das dazu nötige Planverfahren bei der Gemeinde noch läuft. Die zuständigen Mitarbeiter im Rathaus erfahren durch eine Anfrage des Mindener Tageblatts, dass hier mit etwas geworben wird, was sie so nicht stehen lassen können. Désirée Miano von Falc Immobilien bestätigt gegenüber dieser Zeitung, dass ihre Agentur von den Eigentümern des Lindenhofes mit der Suche nach einem Investor beauftragt worden ist. Noch am Montag ist in der Online-Anzeige von einem „positiven Bauvorbescheid“ die Rede. Die Anzeige wird nach einem Hinweis aus der Gemeindeverwaltung noch am gleichen Tag angepasst. In der Objektbeschreibung heißt es jetzt, dass das Grundstück individuell nach den Wünschen des potenziellen Käufers eingemessen werden kann. Das Planverfahren zur Bebauung habe begonnen und ruhe derzeit. Ein konkretes Bauvorhaben müsse der Käufer mit der Gemeinde abstimmen. Der Lindenhof selbst wird als „Wohn- und Geschäftshaus“ beschrieben. Im Erdgeschoss befindet sich ein griechisches Restaurant, im Obergeschoss zwei Wohnungen mit einer Wohnfläche von insgesamt rund 220 Quadratmetern. Alle Einheiten seien derzeit vermietet. Zusätzliche Räumlichkeiten seien als Lager vermietet. Die aktuellen Mieteinnahmen belaufen sich den Angaben zufolge auf circa 2.800 Euro Kaltmiete im Monat. Das Haus könne jedoch in Absprache mit den Eigentümern auch im Leerstand erworben werden. Ein Energieausweis werde derzeit erstellt. Die Party ist zu Ende Zur Vorgeschichte: Im Oktober 2015sorgte die Nachricht, dass die Party im Lindenhof zu Ende sein soll für viel Aufregung. Eigentümer Heinz-Jürgen Buhrmester plante, den Festsaal und weitere Räumlichkeiten der ehemaligen Diskothek abzureißen und den dazugehörigen Parkplatz zurückbauen. Um seine Pläne zu verwirklichen, hatte Buhrmester bereits im Mai bei der Gemeinde den Antrag zur Aufstellung eines Bebauungsplans gestellt. Die Kosten für Planung und Erschließung wollte der Eigentümer selbst tragen. Im westlichen Bereich des Grundstücks sollten neun Einfamilienhäuser entstehen. Die zu verkaufenden Grundstücke sollten zwischen 560 und 765 Quadratmeter groß sein und über einen Stichweg, der Rahdener und Frotheimer Straße verbindet, erreichbar sein. Mit der Aufstellung eines sogenannten Bauleitplanverfahrens hatte Heinz-Jürgen Buhrmester das Planungsbüro „O.9“ aus Minden beauftragt. In einem Städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde verpflichtete sich der Besitzer, alle externen Kosten zu übernehmen, die mit der Aufstellung eines Bebauungsplans entstehen. Das beauftragte Planungsbüro sollte die nötigen Fachgutachten und Stellungnahmen einholen. Die Party geht weiter „Die Party geht weiter“, hieß es plötzlich im August 2016. Überraschend kündigte Heinz-Jürgen Buhrmester an, im Herbst den Diskobetrieb im Lindenhof wieder aufleben zu lassen. Außerdem eröffnete am 25. August ein griechisches Restaurant im Lindenhof. „Auf Sicht bleibt alles, wie es ist. Alles andere ist nur eine Option, die ich mir offenhalte“, sagte der Eigentümer damals gegenüber dem MT. Das angestoßene Bauleitplanverfahren sei noch nicht abgeschlossen. Dafür müssten noch verschiedene Gutachten eingeholt werden. Für Buhrmester war zu diesem Zeitpunkt laut eigener Aussage vorrangig, den Diskobetrieb wieder ans Laufen zu bringen. Die Partys werde er, wie gehabt, zusammen mit Ulrich Bruns veranstalten, so der Eigentümer weiter. Und auch die Weihnachtsparty am 25. Dezember solle wie gewohnt stattfinden. Das war auch der Fall. Das Ende einer Ära? Im Mai 2019 war der Abriss des Lindenhof erneut Thema. Auch für die geplante Bebauung schienen die Pläne konkreter zu werden. Die Gemeinde lud die Bürger zu einer Info-Veranstaltung in der Aula der Verbundschule ein. An diesem Abend stellten Vertreter der Verwaltung den Vorentwurf des Bebauungsplanes vor – das sieht das Verfahren so vor. Vorgesehen warendemnach eine Wohnbebauung und die Ansiedlung von Gewerbebetrieben, die das Umfeld nicht beeinträchtigen dürfen. Die Bürger hatten im Anschluss an die Info-Veranstaltung zwei Wochen Zeit, mögliche Bedenken schriftlich oder persönlich im Rathaus mitzuteilen. Sachgebietsleiter Hans-Peter Seele berichtetean diesem Abend mit, dass sich das rechtliche Verfahren noch mindestens bis Ende 2019 hinziehen werde. Erst danach könne der Eigentümer mit der Erschließung und Vermarktung loslegen. Bei der Vorstellung der Pläne betonte der Eigentümer, dass der große Saal des Lindenhofes, in dem bis zu 800 Menschen Platz haben, abgerissen wird. Das gelte auch für den Schießstand hinter dem Gebäudetrakt. Was bleibe, seien nur das Restaurant und der kleine Saal für bis zu 80 Personen. Heinz-Jürgen Buhrmester erklärte, dass Familienfeiern im Lindenhof weiterhin möglich seien. Aber der überwiegende Teil des Komplexes komme weg. Klärungsbedarf Der aktuell geplante Verkauf des Lindenhofes bringt einige Ungereimtheiten ans Licht. Wie die Gemeinde Hille bestätigt, ist Heinz-Jürgen Buhrmester mittlerweile nicht mehr Eigentümer, er hat die Immobilie und das Grundstück verkauft. In der aktuellen Immobilien-Anzeige auf Ebay ist von „den Eigentümern“ die Rede – laut MT-Informationen soll es sich um zwei Personen handeln, die den Komplex jetzt erneut veräußern wollen. Die Immobilienmakler, die mit der Suche nach einem Käufer beauftragt wurden, sind offenbar von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Denn die in der Online-Anzeige beschriebenen Baugrundstücke gibt es so nicht, weil das Verfahren nicht zu einem Abschluss gebracht wurde. „Es ruht“, sagt Hans-Peter Seele zum aktuellen Stand. Sein Kollege Andreas Waßmann bestätigt: „Die Anzeige suggeriert, dass hier sofort gebaut werden kann. Dem ist nicht so.“ Waßmann ärgert sich vor allem darüber, dass solche Falschmeldungen ins Netz gestellt werden, ohne, dass deren Wahrheitsgehalt im Vorfeld geprüft wird. „Wir sind diejenigen, die jetzt für Klarheit sorgen müssen.“ Zumal das Planverfahren noch weit von einem Abschluss entfernt ist. „Hier sind noch mehr als ein paar Formalitäten zu klären.“ Und das am Ende das Baurecht tatsächlich erteilt wird, könne auch niemand garantieren. In der Tat ist ein Bauleitplanverfahren sehr umfangreich und muss mehrere Stufen durchlaufen. Damit es überhaupt eingeleitet werden kann, muss der Rat sein Okaygeben. Zwischenzeitlich müssen die Bürger beteiligt werden, genauso wie die sogenannten Träger öffentlicher Belange – beispielsweise Energieversorger, Umwelt- und Denkmalschutzbehörden, Straßenbaulastträger, Bund für Naturschutz, Post oder Telekom. Zum aktuellen Planungsstand sagt Hans-Peter Seele: „Die Ergebnisse der ersten Beteiligungsrunde müssten jetzt dem Fachausschuss vorgelegt werden. Erst dann folgt die nächste Stufe.“ Erschwert wird das ohnehin schon komplizierte Verfahren durch den Eigentümerwechsel. Zwar ist Heinz-Jürgen Buhrmester nicht verpflichtet, das Projekt zu einem Abschluss zu bringen, aber die aktuellen Eigentümer oder ein potenzieller Käufer müssten seine Position übernehmen und damit noch einmal Geld investieren. Seele: „Die jetzigen Eigentümer haben bisher keinen Kontakt mit der Gemeinde Hille aufgenommen.“ Sie wären jedoch in der Pflicht, zu klären, unter welchen Bedingungen das Bebauungsplanverfahren verbindlich fortgesetzt werden kann. Mit dem Wechsel müsse im Übrigen auch der Planungs- und Umweltausschuss einverstanden sein. Das politische Gremium müsste einer neuen Planungskostenvereinbarung noch zustimmen. Auch das sei bislang nicht beantragt worden. Seele: „Aktuell gibt es keinerlei Baurechte.“

Kult-Diskothek endgültig vor dem Aus: Hiller Lindenhof soll verkauft werden

Abriss, Teilabriss oder Partyzentrum? Die Pläne für den Lindenhof haben sich in den letzten Jahren häufig geändert. MT-Archivfotos: Stefanie Dullweber © Stefanie Dullweber

Hille. Generationen von Jugendlichen haben hier die Nächte durchgefeiert, die Liebe fürs Leben gefunden, getanzt und getrunken. Es gibt wohl kaum jemanden aus Hille und Umgebung, der keine Erinnerungen mit dem Lindenhof verbindet. Schon bald könnte die Geschichte der Kult-Diskothek um ein Kapitel reicher sein. Ob es eine Erfolgsgeschichte wird – aktuell spricht einiges dagegen.

Die Neuigkeit

Eine Anzeige bei Ebay Kleinanzeigen Ende vergangener Woche bringt die Neuigkeit ans Licht: Der Lindenhof soll verkauft werden. „Eine Investition, die sich lohnt“, ist die Anzeige von Falc Immobilien aus Bad Oeynhausen überschrieben. Hier wird ein Wohn- und Geschäftshaus mit Baugrundstück auf 11.000 Quadratmetern für rund eine Million Euro angepriesen.

Bislang ist die Fläche ein Parkplatz.  - © Stefanie Dullweber
Bislang ist die Fläche ein Parkplatz.  - © Stefanie Dullweber

Das genannte Baugrundstück sorgt in den folgenden Tagen für große Aufregung. Denn gebaut werden kann hier aktuell gar nicht, weil das dazu nötige Planverfahren bei der Gemeinde noch läuft. Die zuständigen Mitarbeiter im Rathaus erfahren durch eine Anfrage des Mindener Tageblatts, dass hier mit etwas geworben wird, was sie so nicht stehen lassen können.

Désirée Miano von Falc Immobilien bestätigt gegenüber dieser Zeitung, dass ihre Agentur von den Eigentümern des Lindenhofes mit der Suche nach einem Investor beauftragt worden ist. Noch am Montag ist in der Online-Anzeige von einem „positiven Bauvorbescheid“ die Rede. Die Anzeige wird nach einem Hinweis aus der Gemeindeverwaltung noch am gleichen Tag angepasst.

In der Objektbeschreibung heißt es jetzt, dass das Grundstück individuell nach den Wünschen des potenziellen Käufers eingemessen werden kann. Das Planverfahren zur Bebauung habe begonnen und ruhe derzeit. Ein konkretes Bauvorhaben müsse der Käufer mit der Gemeinde abstimmen.

Der Lindenhof selbst wird als „Wohn- und Geschäftshaus“ beschrieben. Im Erdgeschoss befindet sich ein griechisches Restaurant, im Obergeschoss zwei Wohnungen mit einer Wohnfläche von insgesamt rund 220 Quadratmetern. Alle Einheiten seien derzeit vermietet. Zusätzliche Räumlichkeiten seien als Lager vermietet. Die aktuellen Mieteinnahmen belaufen sich den Angaben zufolge auf circa 2.800 Euro Kaltmiete im Monat. Das Haus könne jedoch in Absprache mit den Eigentümern auch im Leerstand erworben werden. Ein Energieausweis werde derzeit erstellt.

Die Party ist zu Ende

Zur Vorgeschichte: Im Oktober 2015sorgte die Nachricht, dass die Party im Lindenhof zu Ende sein soll für viel Aufregung. Eigentümer Heinz-Jürgen Buhrmester plante, den Festsaal und weitere Räumlichkeiten der ehemaligen Diskothek abzureißen und den dazugehörigen Parkplatz zurückbauen.

Um seine Pläne zu verwirklichen, hatte Buhrmester bereits im Mai bei der Gemeinde den Antrag zur Aufstellung eines Bebauungsplans gestellt. Die Kosten für Planung und Erschließung wollte der Eigentümer selbst tragen. Im westlichen Bereich des Grundstücks sollten neun Einfamilienhäuser entstehen. Die zu verkaufenden Grundstücke sollten zwischen 560 und 765 Quadratmeter groß sein und über einen Stichweg, der Rahdener und Frotheimer Straße verbindet, erreichbar sein.

Mit der Aufstellung eines sogenannten Bauleitplanverfahrens hatte Heinz-Jürgen Buhrmester das Planungsbüro „O.9“ aus Minden beauftragt. In einem Städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde verpflichtete sich der Besitzer, alle externen Kosten zu übernehmen, die mit der Aufstellung eines Bebauungsplans entstehen. Das beauftragte Planungsbüro sollte die nötigen Fachgutachten und Stellungnahmen einholen.

Die Party geht weiter

„Die Party geht weiter“, hieß es plötzlich im August 2016. Überraschend kündigte Heinz-Jürgen Buhrmester an, im Herbst den Diskobetrieb im Lindenhof wieder aufleben zu lassen. Außerdem eröffnete am 25. August ein griechisches Restaurant im Lindenhof. „Auf Sicht bleibt alles, wie es ist. Alles andere ist nur eine Option, die ich mir offenhalte“, sagte der Eigentümer damals gegenüber dem MT.

Das angestoßene Bauleitplanverfahren sei noch nicht abgeschlossen. Dafür müssten noch verschiedene Gutachten eingeholt werden. Für Buhrmester war zu diesem Zeitpunkt laut eigener Aussage vorrangig, den Diskobetrieb wieder ans Laufen zu bringen. Die Partys werde er, wie gehabt, zusammen mit Ulrich Bruns veranstalten, so der Eigentümer weiter. Und auch die Weihnachtsparty am 25. Dezember solle wie gewohnt stattfinden. Das war auch der Fall.

Das Ende einer Ära?

Im Mai 2019 war der Abriss des Lindenhof erneut Thema. Auch für die geplante Bebauung schienen die Pläne konkreter zu werden. Die Gemeinde lud die Bürger zu einer Info-Veranstaltung in der Aula der Verbundschule ein. An diesem Abend stellten Vertreter der Verwaltung den Vorentwurf des Bebauungsplanes vor – das sieht das Verfahren so vor.

Vorgesehen warendemnach eine Wohnbebauung und die Ansiedlung von Gewerbebetrieben, die das Umfeld nicht beeinträchtigen dürfen. Die Bürger hatten im Anschluss an die Info-Veranstaltung zwei Wochen Zeit, mögliche Bedenken schriftlich oder persönlich im Rathaus mitzuteilen. Sachgebietsleiter Hans-Peter Seele berichtetean diesem Abend mit, dass sich das rechtliche Verfahren noch mindestens bis Ende 2019 hinziehen werde. Erst danach könne der Eigentümer mit der Erschließung und Vermarktung loslegen.

Bei der Vorstellung der Pläne betonte der Eigentümer, dass der große Saal des Lindenhofes, in dem bis zu 800 Menschen Platz haben, abgerissen wird. Das gelte auch für den Schießstand hinter dem Gebäudetrakt. Was bleibe, seien nur das Restaurant und der kleine Saal für bis zu 80 Personen. Heinz-Jürgen Buhrmester erklärte, dass Familienfeiern im Lindenhof weiterhin möglich seien. Aber der überwiegende Teil des Komplexes komme weg.

Klärungsbedarf

Der aktuell geplante Verkauf des Lindenhofes bringt einige Ungereimtheiten ans Licht. Wie die Gemeinde Hille bestätigt, ist Heinz-Jürgen Buhrmester mittlerweile nicht mehr Eigentümer, er hat die Immobilie und das Grundstück verkauft. In der aktuellen Immobilien-Anzeige auf Ebay ist von „den Eigentümern“ die Rede – laut MT-Informationen soll es sich um zwei Personen handeln, die den Komplex jetzt erneut veräußern wollen.

Die Immobilienmakler, die mit der Suche nach einem Käufer beauftragt wurden, sind offenbar von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Denn die in der Online-Anzeige beschriebenen Baugrundstücke gibt es so nicht, weil das Verfahren nicht zu einem Abschluss gebracht wurde. „Es ruht“, sagt Hans-Peter Seele zum aktuellen Stand.

Sein Kollege Andreas Waßmann bestätigt: „Die Anzeige suggeriert, dass hier sofort gebaut werden kann. Dem ist nicht so.“ Waßmann ärgert sich vor allem darüber, dass solche Falschmeldungen ins Netz gestellt werden, ohne, dass deren Wahrheitsgehalt im Vorfeld geprüft wird. „Wir sind diejenigen, die jetzt für Klarheit sorgen müssen.“ Zumal das Planverfahren noch weit von einem Abschluss entfernt ist. „Hier sind noch mehr als ein paar Formalitäten zu klären.“ Und das am Ende das Baurecht tatsächlich erteilt wird, könne auch niemand garantieren.

In der Tat ist ein Bauleitplanverfahren sehr umfangreich und muss mehrere Stufen durchlaufen. Damit es überhaupt eingeleitet werden kann, muss der Rat sein Okaygeben. Zwischenzeitlich müssen die Bürger beteiligt werden, genauso wie die sogenannten Träger öffentlicher Belange – beispielsweise Energieversorger, Umwelt- und Denkmalschutzbehörden, Straßenbaulastträger, Bund für Naturschutz, Post oder Telekom. Zum aktuellen Planungsstand sagt Hans-Peter Seele: „Die Ergebnisse der ersten Beteiligungsrunde müssten jetzt dem Fachausschuss vorgelegt werden. Erst dann folgt die nächste Stufe.“

Erschwert wird das ohnehin schon komplizierte Verfahren durch den Eigentümerwechsel. Zwar ist Heinz-Jürgen Buhrmester nicht verpflichtet, das Projekt zu einem Abschluss zu bringen, aber die aktuellen Eigentümer oder ein potenzieller Käufer müssten seine Position übernehmen und damit noch einmal Geld investieren. Seele: „Die jetzigen Eigentümer haben bisher keinen Kontakt mit der Gemeinde Hille aufgenommen.“ Sie wären jedoch in der Pflicht, zu klären, unter welchen Bedingungen das Bebauungsplanverfahren verbindlich fortgesetzt werden kann. Mit dem Wechsel müsse im Übrigen auch der Planungs- und Umweltausschuss einverstanden sein. Das politische Gremium müsste einer neuen Planungskostenvereinbarung noch zustimmen. Auch das sei bislang nicht beantragt worden. Seele: „Aktuell gibt es keinerlei Baurechte.“

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