Kümmerer im Dorf: Das ist der neue Ortsvorsteher in Oberlübbe Carsten Korfesmeyer Hille-Oberlübbe. Bernd Steinkemeier freut sich, als er am Donnerstag die Bauhofmitarbeiter am Kindergarten sieht. „Die beseitigen dort gerade eine Stolperkante“, sagt Oberlübbes neuer Ortsvorsteher gegenüber dem MT. Davon hat ihm ein Bürger erst vor ein paar Tagen erzählt und er habe das dann gleich der Verwaltung gemeldet. Das kleine Problem am Korfskamp ist schnell beseitigt, steht aber auch symbolisch für den neuen Job des CDU-Ratsmitglieds: Er kümmert sich um die Dinge, die in seinem Dorf auffallen und von der öffentlichen Hand erledigt werden müssen. Bei der Kommunalwahl im September hat Bernd Steinkemeier in Oberlübbe die meisten Stimmen erhalten. In Hille ist es gängige Praxis, dann auch das Amt des Ortsvorstehers zu übernehmen. Er hat das gerne getan. „Ich bin von hier und mit Oberlübbe fest verwurzelt.“ Der 55-Jährige sieht sich als einen Ansprechpartner für die Bürger und gleichzeitig als Mittler zur Verwaltung. Gibt es Probleme oder drückt jemandem irgendwo der Schuh, will der Kommunalpolitiker helfen und die jeweilige Angelegenheit mit aufklären. Ganz neu ist ihm seine Aufgabe als Ortsvorsteher nicht. 2012 übernahm er das Amt von Heinz-Friedel Fabry (CDU), gab es nach der Kommunalwahl 2014 aber an Hans-Dieter Riechmann (SPD) ab. Beide haben nach Worten von Bernd Steinkemeier einen guten Job gemacht und nicht nur an dieser Stelle des Gesprächs zeigt sich, wie überparteilich diese Funktion ist. Es geht allein um die Sache und bei den meisten Oberlübber Themen herrscht ohnehin Geschlossenheit. „Vor allem, wenn es um die Hauptstraße geht.“ Denn auf der stark frequentierten Strecke habe der Verkehr noch mehr zugelegt. Nachdem die Fahrbahn im Zuge der Kanalbauarbeiten erneuert worden ist, hätten sich die früheren Probleme noch verschärft. Bernd Steinkemeier spricht von Raserei und Unfallgefahren. Auf Höhe der Grundschule wünscht er sich deshalb eine Tempo-30-Zone. Und dass der Kreis die Mittellinien auf weiten Teilen der Straße ausgelassen hat, kann er nicht nachvollziehen. „Viele Bürger sehen das ganz genau so“, sagt er. Wie sehr der neue Ortsvorsteher mit Oberlübbe verbunden ist, zeigt sich immer wieder. Die Löschgruppe, in der er passives Mitglied ist, bezeichnet er als Dreh- und Angelpunkt der dörflichen Aktivitäten. Auch der Kindergarten liegt ihm am Herzen – und dass der Grundschulstandort bald saniert wird, sei eine „ganz erfreuliche Sache“. Er ist außerdem Mitglied von Eintracht Oberlübbe und im örtlichen Geflügelverein. Trotzdem bezeichnet sich Bernd Steinkemeier nicht als den typischen Vereinsmeier – eher als jemanden, der sich für alle Belange seines Dorfes interessiert. Und das vor allem generationenübergreifend. „Altenfeiern sind wichtig“, sagt er. Sie seien für die Älteren eine gern genutzte Gelegenheit, um sich mal wieder zu treffen und Erinnerungen auszutauschen. Das Programm der Nachmittage spiele seiner Ansicht nach dabei eine eher untergeordnete Rolle. Der Ortsvorsteher findet des deshalb schade, dass diese Veranstaltungen nur noch alle zwei Jahre laufen. Bernd Steinkemeier ist auch Vorstandsmitglied im Heimatverein. Als Oberlübber würde er sich gerne dafür einsetzen, die plattdeutsche Sprache zu fördern. Er selbst spricht sie nicht, versteht dafür aber jedes Wort. Gerne schaut er die Stücke der Laienspielgruppe, die alle zwei Jahre im Gemeindehaus aufgeführt werden. 2021 stehen sie im März eigentlich wieder an, doch das werde coronabedingt wohl kaum zu halten sein. „Überhaupt ist es zurzeit gar nicht möglich, verlässliche Termine für das Jahr zu planen. Normalerweise hätten sich die Oberlübber mit den Unterlübbern mit den Planungen für 2021 längst abgestimmt. Was sagt der Ortsvorsteher grundsätzlich zu dem Verhältnis beider Dörfer, das angeblich von einer gewissen Rivalität geprägt sein soll? Bernd Steinkemeier kann sich ein Lachen nicht verkneifen. „Da ist nichts dran“, sagt er. Eine Art Konkurrenzkampf oder ein gegenseitiges Behakeln gebe es höchstens im Sport und sei auch dann nicht bierernst gemeint. In die Kommunalpolitik ist der hauptberufliche Gerichtsvollzieher im Jahr 1992 eher reingerutscht. Sein starkes Interesse und Engagement an den Hiller Themen brachten ihn 2009 in den Gemeinderat und somit läuft inzwischen seine dritte Legislatur. Bernd Steinkemeier bezeichnet sich als einen Familienmenschen, der sich gerne auf dem inzwischen umgebauten elterlichen Hof aufhält. „Ich bin hier nicht weggekommen“, sagt er noch mit einem Augenzwinkern. Ein Makel? Wohl sicher nicht, sondern vielleicht die beste Voraussetzung für das Amt eines Ortsvorstehers.

Kümmerer im Dorf: Das ist der neue Ortsvorsteher in Oberlübbe

Bernd Steinkemeier ist im Hauptberuf als Gerichtsvollzieher tätig. 1992 trat der Oberlübber in die CDU ein und sitzt inzwischen in seiner dritten Legislaturperiode im Hiller Gemeinderat. MT-Foto: Carsten Korfesmeyer © cko

Hille-Oberlübbe. Bernd Steinkemeier freut sich, als er am Donnerstag die Bauhofmitarbeiter am Kindergarten sieht. „Die beseitigen dort gerade eine Stolperkante“, sagt Oberlübbes neuer Ortsvorsteher gegenüber dem MT. Davon hat ihm ein Bürger erst vor ein paar Tagen erzählt und er habe das dann gleich der Verwaltung gemeldet. Das kleine Problem am Korfskamp ist schnell beseitigt, steht aber auch symbolisch für den neuen Job des CDU-Ratsmitglieds: Er kümmert sich um die Dinge, die in seinem Dorf auffallen und von der öffentlichen Hand erledigt werden müssen.

Bei der Kommunalwahl im September hat Bernd Steinkemeier in Oberlübbe die meisten Stimmen erhalten. In Hille ist es gängige Praxis, dann auch das Amt des Ortsvorstehers zu übernehmen. Er hat das gerne getan. „Ich bin von hier und mit Oberlübbe fest verwurzelt.“ Der 55-Jährige sieht sich als einen Ansprechpartner für die Bürger und gleichzeitig als Mittler zur Verwaltung. Gibt es Probleme oder drückt jemandem irgendwo der Schuh, will der Kommunalpolitiker helfen und die jeweilige Angelegenheit mit aufklären.

Ganz neu ist ihm seine Aufgabe als Ortsvorsteher nicht. 2012 übernahm er das Amt von Heinz-Friedel Fabry (CDU), gab es nach der Kommunalwahl 2014 aber an Hans-Dieter Riechmann (SPD) ab. Beide haben nach Worten von Bernd Steinkemeier einen guten Job gemacht und nicht nur an dieser Stelle des Gesprächs zeigt sich, wie überparteilich diese Funktion ist. Es geht allein um die Sache und bei den meisten Oberlübber Themen herrscht ohnehin Geschlossenheit. „Vor allem, wenn es um die Hauptstraße geht.“

Denn auf der stark frequentierten Strecke habe der Verkehr noch mehr zugelegt. Nachdem die Fahrbahn im Zuge der Kanalbauarbeiten erneuert worden ist, hätten sich die früheren Probleme noch verschärft. Bernd Steinkemeier spricht von Raserei und Unfallgefahren. Auf Höhe der Grundschule wünscht er sich deshalb eine Tempo-30-Zone. Und dass der Kreis die Mittellinien auf weiten Teilen der Straße ausgelassen hat, kann er nicht nachvollziehen. „Viele Bürger sehen das ganz genau so“, sagt er.

Wie sehr der neue Ortsvorsteher mit Oberlübbe verbunden ist, zeigt sich immer wieder. Die Löschgruppe, in der er passives Mitglied ist, bezeichnet er als Dreh- und Angelpunkt der dörflichen Aktivitäten. Auch der Kindergarten liegt ihm am Herzen – und dass der Grundschulstandort bald saniert wird, sei eine „ganz erfreuliche Sache“. Er ist außerdem Mitglied von Eintracht Oberlübbe und im örtlichen Geflügelverein. Trotzdem bezeichnet sich Bernd Steinkemeier nicht als den typischen Vereinsmeier – eher als jemanden, der sich für alle Belange seines Dorfes interessiert. Und das vor allem generationenübergreifend.

„Altenfeiern sind wichtig“, sagt er. Sie seien für die Älteren eine gern genutzte Gelegenheit, um sich mal wieder zu treffen und Erinnerungen auszutauschen. Das Programm der Nachmittage spiele seiner Ansicht nach dabei eine eher untergeordnete Rolle. Der Ortsvorsteher findet des deshalb schade, dass diese Veranstaltungen nur noch alle zwei Jahre laufen.

Bernd Steinkemeier ist auch Vorstandsmitglied im Heimatverein. Als Oberlübber würde er sich gerne dafür einsetzen, die plattdeutsche Sprache zu fördern. Er selbst spricht sie nicht, versteht dafür aber jedes Wort. Gerne schaut er die Stücke der Laienspielgruppe, die alle zwei Jahre im Gemeindehaus aufgeführt werden. 2021 stehen sie im März eigentlich wieder an, doch das werde coronabedingt wohl kaum zu halten sein. „Überhaupt ist es zurzeit gar nicht möglich, verlässliche Termine für das Jahr zu planen. Normalerweise hätten sich die Oberlübber mit den Unterlübbern mit den Planungen für 2021 längst abgestimmt.

Was sagt der Ortsvorsteher grundsätzlich zu dem Verhältnis beider Dörfer, das angeblich von einer gewissen Rivalität geprägt sein soll? Bernd Steinkemeier kann sich ein Lachen nicht verkneifen. „Da ist nichts dran“, sagt er. Eine Art Konkurrenzkampf oder ein gegenseitiges Behakeln gebe es höchstens im Sport und sei auch dann nicht bierernst gemeint.

In die Kommunalpolitik ist der hauptberufliche Gerichtsvollzieher im Jahr 1992 eher reingerutscht. Sein starkes Interesse und Engagement an den Hiller Themen brachten ihn 2009 in den Gemeinderat und somit läuft inzwischen seine dritte Legislatur. Bernd Steinkemeier bezeichnet sich als einen Familienmenschen, der sich gerne auf dem inzwischen umgebauten elterlichen Hof aufhält. „Ich bin hier nicht weggekommen“, sagt er noch mit einem Augenzwinkern. Ein Makel? Wohl sicher nicht, sondern vielleicht die beste Voraussetzung für das Amt eines Ortsvorstehers.

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