Kooperation mit Landwirten: Ingenieurbüro berät Bauern beim Düngemanagement Hille. Aus Sicht der Wasserwirtschaft hat sich die Grundwasserbelastung mit Nitrat im Wasserschutzgebiet (WSG) Hille-Südhemmern verringert. Man müsse aber achtgeben, dass sich die Situation durch Einträge von Nitrat nicht wieder verschlechtere. So die Mahnung von Dr. Franz Antony, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Ingus. Das Büro betreut und berät im Auftrag des Wasserbeschaffungsverbandes Am Wiehen ganzjährig die Landwirte in der Region in Fragen des Düngemanagements. Die Zusammenarbeit mit den heimischen Landwirten laufe sehr gut. Fazit: Es werde nachweislich weniger gedüngt. Wurden 2012 nach der Ente noch 121 Kilogramm Rest-Nitrat pro Hektar im Herbst im Boden gemessen, waren es 2019 noch 98 Kilogramm Nitrat und 2021 nur noch 91 Kilogramm, teilt Ingus in einer Pressemitteilung mit. Der Belastungsdruck gehe also nachweislich zurück. Als optimalen und kostensparenden Weg zu gutem Grundwasser nannte Antony die gemeinsame Vorsorge mit den Landwirten. Etliche in der Landwirtschaft eingesetzte Stoffe gelangen laut Antony in unterschiedlicher Art und Weise in den Boden. Ein Hauptaugenmerk der Fachleute richte sich seit Jahren auf Nitrat. Denn bei einer zu hohen Stickstoffdüngung verblieben nach der Ernte zu hohe Nitratwerte im Ackerboden. Genau hier greife die Grundwasserschutzberatung ein, heißt es. Ingus schließe mit den Landwirten auf fast 1.000 Hektar jedes Jahr Verträge zur winterlichen Begrünung ab, um die Nitrat-Rückstände im Boden zu reduzieren. „Je geringer die Rückstände im Herbst im Boden sind, umso weniger Nitrat kann dann in der winterlichen Regenphase mit dem Sickerwasser aus dem Boden ausgewaschen und ins Grundwasser eingetragen werden.“ Als Begrünungsmaßnahmen werden unter anderem Zwischenfrüchte (z.B. Sonnenblumen) eingesetzt. Diese würden das Nitrat binden und hielten das Sickerwasser sauber. „Im Frühjahr werden diese Zwischenfrüchte dann wieder untergepflügt, da sie ihre Schutzaufgabe erfüllt haben“, so Antony. Die Situation in der Region beschreibt der Fachmann so: „Der Grundwasserleiter ist relativ flach. Ein Ausweichen der Trinkwasserbrunnen in größere Tiefen ist nicht möglich. Das Sickerwasser benötigt zehn bis 20 Jahre, bis es als Grundwasser an den Trinkwasserbrunnen ankommt. Damit haben wir relativ junges Grundwasser.“ Im Jahre 2012 hätte es einen Handlungsbedarf beim Düngemanagement gegeben. Die Trendumkehr sei inzwischen geschafft. Neben den Begrünungsmaßnahmen sei das Wichtigste eine korrekte Düngebedarfsermittlung und Düngeplanung. Das alles müsse im Dialog mit den Landwirten dann umgesetzt werden. Insgesamt beteiligen sich mit aktuell 46 Betrieben fast alle Landwirte im WSG Hille-Südhemmern an der Beratung und den Flächenmaßnahmen im Feld, teilt das Unternehmen mit.Vorsorge sei immer besser und sogar deutlich preisgünstiger als die Nachsorge durch technische Filteranlagen. Franz Antony erklärt, dass es in Deutschland bereits Wasserwerke gibt, wo das aus dem Grundwasser gewonnene Trinkwasser technisch aufwendig vom Nitrat und von anderen Stoffen befreit werden muss. Er rät daher, alles daran zu setzen, dies durch ausreichende und frühzeitige Vorsorge zu vermeiden. „Was erst gar nicht ins Grundwasser reinkommt, muss auch später nicht herausgeholt werden.“

Kooperation mit Landwirten: Ingenieurbüro berät Bauern beim Düngemanagement

Vielen Landwirte nutzen inzwischen eine neue Technik: Mithilfe des Strip-Till-Verfahrens wird Gülle in die Erde gebracht – genau zwölf Zentimeter tief. MT-Archivfoto: S. Dullweber © sbo

Hille. Aus Sicht der Wasserwirtschaft hat sich die Grundwasserbelastung mit Nitrat im Wasserschutzgebiet (WSG) Hille-Südhemmern verringert. Man müsse aber achtgeben, dass sich die Situation durch Einträge von Nitrat nicht wieder verschlechtere. So die Mahnung von Dr. Franz Antony, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Ingus. Das Büro betreut und berät im Auftrag des Wasserbeschaffungsverbandes Am Wiehen ganzjährig die Landwirte in der Region in Fragen des Düngemanagements. Die Zusammenarbeit mit den heimischen Landwirten laufe sehr gut. Fazit: Es werde nachweislich weniger gedüngt.

Wurden 2012 nach der Ente noch 121 Kilogramm Rest-Nitrat pro Hektar im Herbst im Boden gemessen, waren es 2019 noch 98 Kilogramm Nitrat und 2021 nur noch 91 Kilogramm, teilt Ingus in einer Pressemitteilung mit. Der Belastungsdruck gehe also nachweislich zurück. Als optimalen und kostensparenden Weg zu gutem Grundwasser nannte Antony die gemeinsame Vorsorge mit den Landwirten.

Etliche in der Landwirtschaft eingesetzte Stoffe gelangen laut Antony in unterschiedlicher Art und Weise in den Boden. Ein Hauptaugenmerk der Fachleute richte sich seit Jahren auf Nitrat. Denn bei einer zu hohen Stickstoffdüngung verblieben nach der Ernte zu hohe Nitratwerte im Ackerboden. Genau hier greife die Grundwasserschutzberatung ein, heißt es. Ingus schließe mit den Landwirten auf fast 1.000 Hektar jedes Jahr Verträge zur winterlichen Begrünung ab, um die Nitrat-Rückstände im Boden zu reduzieren. „Je geringer die Rückstände im Herbst im Boden sind, umso weniger Nitrat kann dann in der winterlichen Regenphase mit dem Sickerwasser aus dem Boden ausgewaschen und ins Grundwasser eingetragen werden.“ Als Begrünungsmaßnahmen werden unter anderem Zwischenfrüchte (z.B. Sonnenblumen) eingesetzt. Diese würden das Nitrat binden und hielten das Sickerwasser sauber. „Im Frühjahr werden diese Zwischenfrüchte dann wieder untergepflügt, da sie ihre Schutzaufgabe erfüllt haben“, so Antony.

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Patrick Schwemmling

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Die Situation in der Region beschreibt der Fachmann so: „Der Grundwasserleiter ist relativ flach. Ein Ausweichen der Trinkwasserbrunnen in größere Tiefen ist nicht möglich. Das Sickerwasser benötigt zehn bis 20 Jahre, bis es als Grundwasser an den Trinkwasserbrunnen ankommt. Damit haben wir relativ junges Grundwasser.“ Im Jahre 2012 hätte es einen Handlungsbedarf beim Düngemanagement gegeben. Die Trendumkehr sei inzwischen geschafft. Neben den Begrünungsmaßnahmen sei das Wichtigste eine korrekte Düngebedarfsermittlung und Düngeplanung. Das alles müsse im Dialog mit den Landwirten dann umgesetzt werden. Insgesamt beteiligen sich mit aktuell 46 Betrieben fast alle Landwirte im WSG Hille-Südhemmern an der Beratung und den Flächenmaßnahmen im Feld, teilt das Unternehmen mit.

Vorsorge sei immer besser und sogar deutlich preisgünstiger als die Nachsorge durch technische Filteranlagen. Franz Antony erklärt, dass es in Deutschland bereits Wasserwerke gibt, wo das aus dem Grundwasser gewonnene Trinkwasser technisch aufwendig vom Nitrat und von anderen Stoffen befreit werden muss. Er rät daher, alles daran zu setzen, dies durch ausreichende und frühzeitige Vorsorge zu vermeiden. „Was erst gar nicht ins Grundwasser reinkommt, muss auch später nicht herausgeholt werden.“

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