Kontrolliertes Feiern: Das Ordnungsamt stellt sich auf neue Regeln für Veranstaltungen ein Stefanie Dullweber Hille (mt/nw).Große Feiern können wie unkontrollierte Virenschleudern wirken. Das hat eine Hochzeitsparty in Hamm mit mehreren Hundert Besuchern im September gezeigt. Besonders problematisch war, dass offenbar keine genaue Gästeliste geführt wurde. Doch das ist das A und O, sollte es zu einem Corona-Ausbruch kommen. Denn nur so können können die Gesundheitsämter die Infektionsketten nachvollziehen. Auch in der Gemeinde Hille gibt es für Feiernde einiges zu beachten. Wie es um die Disziplin der Bürger bestellt ist, und ob das Ordnungsamt schon häufiger einschreiten musste, weiß dessen Mitarbeiter Christian Obering. „Zu Beginn der Pandemie mussten wir ein bis zwei Treffen von Jugendlichen auflösen“, erinnert sich der Angestellte aus dem Rathaus. Sie hätten gegen die Verhaltensregeln im öffentlichen Raum verstoßen. Ansonsten sei es aber recht ruhig geblieben, so dass die Gemeinde bislang verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen sei. Aktuell sind von den knapp 16.000 Einwohnern drei nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Trotz der vergleichsweise niedrigen Fallzahlen, gelten auch hier die in dieser Woche vom Land Nordrhein-Westfalen verschärften Regeln. Demnach dürfen Privatfeiern nur im Rahmen eines herausragenden Anlasses wie etwa Hochzeiten, Trauerfeiern, Taufen und Geburtstagen stattfinden. Neu ist: Sie müssen beim Ordnungsamt angemeldet werden. Wird eine Feier außerhalb des häuslichen Umfelds nicht angemeldet, könnte auf den Gastgeber ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro zukommen. Neben einer Gästeliste – mit Namen, Adressen und Telefonnummern der Anwesenden – muss für die Räumlichkeiten auch ein entsprechendes Hygienekonzept vorliegen. Gaststättenbetreiber müssten damit rechnen, dass das Ordnungsamt stichprobenartig kontrolliert, sagt Christian Obering. Gebe es Beschwerden, würden Ermittlungen eingeleitet. Bisher war es möglich, mit bis zu 150 Gästen im öffentlichen Raum – also in Gaststätten und Restaurants – zu feiern. Das hat sich in dieser Woche geändert – es dürfen nur noch maximal 50 Personen zusammen feiern. Einzige Ausnahme: Bis zum 10. Oktober angemeldete Veranstaltungen dürfen im Oktober noch mit bis zu 150 Gästen stattfinden – solange die lokale Inzidenz nicht höher als 35 ist. Ab 1. November gilt dann grundsätzlich die Beschränkung auf 50 Personen. Wohnt man in einem Risikogebiet, dürfen nur 25 Personen teilnehmen. Hier gelten dann auch eingeschränkte Öffnungszeiten für Kneipen und Restaurants. Und die Risikogebiete häufen sich. In Nordrhein-Westfalen zählen Großstädte wie Köln, Duisburg, Düsseldorf und auch Herne und Hamm als Corona-Hotspots. Wer sich noch in diesem Jahr in der Gemeinde Hille trauen lassen möchte, bekommt voraussichtlich noch einen Termin. Das Standesamt habe noch freie Kapazitäten, bestätigt Christian Obering. Trauungen finden im Müllerhaus in Südhemmern und im Trauzimmer des Rathauses statt. Feierlichkeiten in der eigenen Wohnung können nicht verboten werden. Doch die Politik rät dringend davon ab. In Regionen mit 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern lautet die Empfehlung, nicht mehr als 15 Personen in die eigenen vier Wände einzuladen. „Die Liste mit den Kontaktdaten müssen die Gastgeber nicht an das Ordnungsamt weiterleiten. Sie müssen sie aber vier Wochen lang aufbewahren“, sagt Christian Obering. Wer in den Garten oder auf die Terrasse ausweichen möchte, darf dort – damit die Gäste nicht frieren müssen – einen Heizstrahler aufstellen – auch wenn deren Einsatz umstritten ist. Es gebe kein Verbot für den privaten Gebrauch, heißt es aus dem Rathaus. Auch bräuchten im Freien keine Masken getragen, werden, sofern der Abstand von 1.50 Metern eingehalten werden kann. Apropos Kälte und draußen: Weihnachtsmärkte sind laut der aktuellen Corona-Verordnung des Landes grundsätzlich zugelassen, sofern es ein Infektionsschutz-, Hygiene- und Zugangskonzept gibt. Stehtische mit festen Plätzen sind erlaubt. Konkrete Absagen von Weihnachtsmärkten gibt es in der Gemeinde Hille noch nicht. Ob die beiden größten Feste an der Brennerei in Hille und am Bürgerhaus in Rothenuffeln stattfinden, dazu will sich der Gewerbeverein Ende Oktober nach seiner nächsten Mitgliederversammlung äußern. Wie dessen Vorsitzender Detlev Haake in dieser Woche im MT-Gespräch andeutete, sei eine Absage jedoch wahrscheinlich. Einen verkaufsoffenen Sonntag hätten die Hiller Unternehmen bislang nicht beantragt, sagt Christian Obering. Laut dem Land NRW sind die zulässigen Öffnungstage terminiert auf den 29. November, den 6., 13. und 20. Dezember sowie den 3. Januar. In den vergangenen Jahren hatte es in der Ortschaft Hille meist einen verkaufsoffenen Sonntag im Dezember gegeben. Beschwerden wegen Lärmbelästigung oder Maskenverweigerern seien beim Ordnungsamt bislang nicht eingegangen, so Obering weiter. Auch mit einem vermehrten Müllaufkommen – viele Treffen fanden im Sommer in Parks und an Seen statt – habe es in der Gemeinde Hille keine Probleme gegeben.

Kontrolliertes Feiern: Das Ordnungsamt stellt sich auf neue Regeln für Veranstaltungen ein

So lange die Abstandsregeln eingehalten werden können, müssen die Bürger im Freien keine Maske tragen. © Foto: Pixabay

Hille (mt/nw).Große Feiern können wie unkontrollierte Virenschleudern wirken. Das hat eine Hochzeitsparty in Hamm mit mehreren Hundert Besuchern im September gezeigt. Besonders problematisch war, dass offenbar keine genaue Gästeliste geführt wurde. Doch das ist das A und O, sollte es zu einem Corona-Ausbruch kommen. Denn nur so können können die Gesundheitsämter die Infektionsketten nachvollziehen.

Auch in der Gemeinde Hille gibt es für Feiernde einiges zu beachten. Wie es um die Disziplin der Bürger bestellt ist, und ob das Ordnungsamt schon häufiger einschreiten musste, weiß dessen Mitarbeiter Christian Obering.

„Zu Beginn der Pandemie mussten wir ein bis zwei Treffen von Jugendlichen auflösen“, erinnert sich der Angestellte aus dem Rathaus. Sie hätten gegen die Verhaltensregeln im öffentlichen Raum verstoßen. Ansonsten sei es aber recht ruhig geblieben, so dass die Gemeinde bislang verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen sei. Aktuell sind von den knapp 16.000 Einwohnern drei nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Trotz der vergleichsweise niedrigen Fallzahlen, gelten auch hier die in dieser Woche vom Land Nordrhein-Westfalen verschärften Regeln.

Nur in dringenden Fällen sollten die Bürger das Rathaus aufsuchen, sagt die Verwaltung. Dafür müssen sie einen Termin vereinbaren. - © MT-Foto: Archiv
Nur in dringenden Fällen sollten die Bürger das Rathaus aufsuchen, sagt die Verwaltung. Dafür müssen sie einen Termin vereinbaren. - © MT-Foto: Archiv

Demnach dürfen Privatfeiern nur im Rahmen eines herausragenden Anlasses wie etwa Hochzeiten, Trauerfeiern, Taufen und Geburtstagen stattfinden. Neu ist: Sie müssen beim Ordnungsamt angemeldet werden. Wird eine Feier außerhalb des häuslichen Umfelds nicht angemeldet, könnte auf den Gastgeber ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro zukommen. Neben einer Gästeliste – mit Namen, Adressen und Telefonnummern der Anwesenden – muss für die Räumlichkeiten auch ein entsprechendes Hygienekonzept vorliegen. Gaststättenbetreiber müssten damit rechnen, dass das Ordnungsamt stichprobenartig kontrolliert, sagt Christian Obering. Gebe es Beschwerden, würden Ermittlungen eingeleitet.

Bisher war es möglich, mit bis zu 150 Gästen im öffentlichen Raum – also in Gaststätten und Restaurants – zu feiern. Das hat sich in dieser Woche geändert – es dürfen nur noch maximal 50 Personen zusammen feiern. Einzige Ausnahme: Bis zum 10. Oktober angemeldete Veranstaltungen dürfen im Oktober noch mit bis zu 150 Gästen stattfinden – solange die lokale Inzidenz nicht höher als 35 ist. Ab 1. November gilt dann grundsätzlich die Beschränkung auf 50 Personen. Wohnt man in einem Risikogebiet, dürfen nur 25 Personen teilnehmen. Hier gelten dann auch eingeschränkte Öffnungszeiten für Kneipen und Restaurants. Und die Risikogebiete häufen sich. In Nordrhein-Westfalen zählen Großstädte wie Köln, Duisburg, Düsseldorf und auch Herne und Hamm als Corona-Hotspots.

Wer sich noch in diesem Jahr in der Gemeinde Hille trauen lassen möchte, bekommt voraussichtlich noch einen Termin. Das Standesamt habe noch freie Kapazitäten, bestätigt Christian Obering. Trauungen finden im Müllerhaus in Südhemmern und im Trauzimmer des Rathauses statt.

Feierlichkeiten in der eigenen Wohnung können nicht verboten werden. Doch die Politik rät dringend davon ab. In Regionen mit 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern lautet die Empfehlung, nicht mehr als 15 Personen in die eigenen vier Wände einzuladen. „Die Liste mit den Kontaktdaten müssen die Gastgeber nicht an das Ordnungsamt weiterleiten. Sie müssen sie aber vier Wochen lang aufbewahren“, sagt Christian Obering.

Wer in den Garten oder auf die Terrasse ausweichen möchte, darf dort – damit die Gäste nicht frieren müssen – einen Heizstrahler aufstellen – auch wenn deren Einsatz umstritten ist. Es gebe kein Verbot für den privaten Gebrauch, heißt es aus dem Rathaus. Auch bräuchten im Freien keine Masken getragen, werden, sofern der Abstand von 1.50 Metern eingehalten werden kann.

Apropos Kälte und draußen: Weihnachtsmärkte sind laut der aktuellen Corona-Verordnung des Landes grundsätzlich zugelassen, sofern es ein Infektionsschutz-, Hygiene- und Zugangskonzept gibt. Stehtische mit festen Plätzen sind erlaubt. Konkrete Absagen von Weihnachtsmärkten gibt es in der Gemeinde Hille noch nicht. Ob die beiden größten Feste an der Brennerei in Hille und am Bürgerhaus in Rothenuffeln stattfinden, dazu will sich der Gewerbeverein Ende Oktober nach seiner nächsten Mitgliederversammlung äußern. Wie dessen Vorsitzender Detlev Haake in dieser Woche im MT-Gespräch andeutete, sei eine Absage jedoch wahrscheinlich.

Einen verkaufsoffenen Sonntag hätten die Hiller Unternehmen bislang nicht beantragt, sagt Christian Obering. Laut dem Land NRW sind die zulässigen Öffnungstage terminiert auf den 29. November, den 6., 13. und 20. Dezember sowie den 3. Januar. In den vergangenen Jahren hatte es in der Ortschaft Hille meist einen verkaufsoffenen Sonntag im Dezember gegeben.

Beschwerden wegen Lärmbelästigung oder Maskenverweigerern seien beim Ordnungsamt bislang nicht eingegangen, so Obering weiter. Auch mit einem vermehrten Müllaufkommen – viele Treffen fanden im Sommer in Parks und an Seen statt – habe es in der Gemeinde Hille keine Probleme gegeben.

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