Kommode mit Aha-Effekt: Tischlergesellin aus Nordhemmern auf Landesebene ausgezeichnet Stefanie Dullweber Hille-Nordhemmern. „Es ist ein wirklich schönes und perfektes Gesellenstück, das diese Werkstatt jemals verlassen hat“, schwärmt Matthias Fabry. „Aber es hat der Auszubildenden auch viele Nerven gekostet“, sagt der Chef der Möbeltischlerei Fabry mit Sitz in Nordhemmern. Die Arbeit an ihrer Kommode habe ihr einige schlaflose Nächte bereitet, gibt Luisa Kiel zu, die ihre dreijährige Tischlerlehre in dem Betrieb absolviert hat. Dass sie am Ende so erfolgreich mit ihrem Werkstück sein würde, hätte sie niemals gedacht, gibt die 21-Jährige zu. Mit ihrem Gesellenstück „Der Schwarm“ hat Luisa Kiel beim Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form“ ordentlich abgeräumt. Dabei werden exzellent gestaltete Stücke im Tischler- und Schreinerhandwerk ausgezeichnet. Die Innung richtet den Wettbewerb jährlich aus. Kreisweit landete das halbhohe Möbelstück aus Nussbaumholz auf dem ersten Platz und war damit für den Landesentscheid nominiert. „Da herrscht ein wahnsinnig hohes Niveau im Vergleich zum Kreisentscheid. Auf Landesebene einen Preis zu bekommen, ist wirklich schwierig“, weiß Matthias Fabry aus eigener Erfahrung.Dementsprechend groß war die Freude bei allen Beteiligten über den dritten Platz, für den Luisa Kiel in Essen einen Preis bekommen hat. Und von der Konkurrenz habe es ebenfalls nur lobende Worte gegeben, berichtet ihr Ausbilder stolz. Von einem Jurymitglied habe er erfahren, dass dieses Jahr schwerpunktmäßig Stücke ausgezeichnet wurden, die Emotionen und Persönlichkeit zeigen.„Die Aufgabe für ein Gesellenstück in der Möbeltischlerei Fabry ist, etwas zu entwerfen, was dem Lehrling selbst entspricht“, erklärt der Tischlermeister. Während bei der Gesellenprüfung in erster Linie die handwerkliche Qualität bewertet werde, stehe bei der „Guten Form“ der gestalterische Aspekt im Vordergrund. Und der war bei dem prämierten Möbelstück von Luisa Kiel tatsächlich ein Prozess, wie ihre Mappe mit den zahlreichen Skizzen zeigt. Außen eher schlicht gehalten, bekommt der Betrachter nur eine Ahnung, was sich im Inneren verbirgt – beim Öffnen kommt dann der Aha-Effekt.Ausgangspunkt sei ein von ihr gewähltes Ornament gewesen, erklärt Luisa Kiel, die eine Vorliebe für Grafiken hat, und zeigt eine feine Kerbschnitzarbeit. Sie habe aus dem schönen, dunklen Holz etwas Dreidimensionales schaffen wollen. So sei der „Vogel“-Schwarm entstanden – einerseits Namensgeber für die Kommode, anderseits Grifflösung, um das Möbelstück zu öffnen. Die Kutenhauserin hat filigrane Vögel aus Holz und etwas massivere aus Metall geschaffen, die den Griff ersetzen. Ein Holzgestell trägt den äußerlich schlicht gehaltenen Korpus. Zwei flache Schubkästen sind im oberen Bereich mit der Schnitzarbeit verziert, die die Herkunft des kleinen Schwarms auf der Front erklärt, der das Schnitzornament als Positivform abbildet. Rund einhundert Arbeitsstunden waren die zeitliche Vorgabe für das Gesellenstück.Inzwischen hat es erste Kaufanfragen gegeben, doch Luisa Kiel, die inzwischen ein Architekturstudium in Detmold begonnen hat, möchte ihren „Schwarm“ behalten. „Der ist unverkäuflich.“ In der Möbeltischlerei treten zwei neue Azubis gerade in ihre Fußstapfen, die entsprechend groß sind. „So ging es mir zu Beginn meiner Ausbildung auch“, sagt Luisa Kiel lachend. „Das soll die Neuen aber nicht abschrecken, sondern eher ein Ansporn sein“, sagt Matthias Fabry.

Kommode mit Aha-Effekt: Tischlergesellin aus Nordhemmern auf Landesebene ausgezeichnet

In Essen hat Luisa Kiel einen Preis für den dritten Platz bekommen. © Privat

Hille-Nordhemmern. „Es ist ein wirklich schönes und perfektes Gesellenstück, das diese Werkstatt jemals verlassen hat“, schwärmt Matthias Fabry. „Aber es hat der Auszubildenden auch viele Nerven gekostet“, sagt der Chef der Möbeltischlerei Fabry mit Sitz in Nordhemmern. Die Arbeit an ihrer Kommode habe ihr einige schlaflose Nächte bereitet, gibt Luisa Kiel zu, die ihre dreijährige Tischlerlehre in dem Betrieb absolviert hat. Dass sie am Ende so erfolgreich mit ihrem Werkstück sein würde, hätte sie niemals gedacht, gibt die 21-Jährige zu.

Mit ihrem Gesellenstück „Der Schwarm“ hat Luisa Kiel beim Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form“ ordentlich abgeräumt. Dabei werden exzellent gestaltete Stücke im Tischler- und Schreinerhandwerk ausgezeichnet. Die Innung richtet den Wettbewerb jährlich aus. Kreisweit landete das halbhohe Möbelstück aus Nussbaumholz auf dem ersten Platz und war damit für den Landesentscheid nominiert. „Da herrscht ein wahnsinnig hohes Niveau im Vergleich zum Kreisentscheid. Auf Landesebene einen Preis zu bekommen, ist wirklich schwierig“, weiß Matthias Fabry aus eigener Erfahrung.

Dementsprechend groß war die Freude bei allen Beteiligten über den dritten Platz, für den Luisa Kiel in Essen einen Preis bekommen hat. Und von der Konkurrenz habe es ebenfalls nur lobende Worte gegeben, berichtet ihr Ausbilder stolz. Von einem Jurymitglied habe er erfahren, dass dieses Jahr schwerpunktmäßig Stücke ausgezeichnet wurden, die Emotionen und Persönlichkeit zeigen.

„Die Aufgabe für ein Gesellenstück in der Möbeltischlerei Fabry ist, etwas zu entwerfen, was dem Lehrling selbst entspricht“, erklärt der Tischlermeister. Während bei der Gesellenprüfung in erster Linie die handwerkliche Qualität bewertet werde, stehe bei der „Guten Form“ der gestalterische Aspekt im Vordergrund. Und der war bei dem prämierten Möbelstück von Luisa Kiel tatsächlich ein Prozess, wie ihre Mappe mit den zahlreichen Skizzen zeigt. Außen eher schlicht gehalten, bekommt der Betrachter nur eine Ahnung, was sich im Inneren verbirgt – beim Öffnen kommt dann der Aha-Effekt.

Ausgangspunkt sei ein von ihr gewähltes Ornament gewesen, erklärt Luisa Kiel, die eine Vorliebe für Grafiken hat, und zeigt eine feine Kerbschnitzarbeit. Sie habe aus dem schönen, dunklen Holz etwas Dreidimensionales schaffen wollen. So sei der „Vogel“-Schwarm entstanden – einerseits Namensgeber für die Kommode, anderseits Grifflösung, um das Möbelstück zu öffnen. Die Kutenhauserin hat filigrane Vögel aus Holz und etwas massivere aus Metall geschaffen, die den Griff ersetzen. Ein Holzgestell trägt den äußerlich schlicht gehaltenen Korpus. Zwei flache Schubkästen sind im oberen Bereich mit der Schnitzarbeit verziert, die die Herkunft des kleinen Schwarms auf der Front erklärt, der das Schnitzornament als Positivform abbildet. Rund einhundert Arbeitsstunden waren die zeitliche Vorgabe für das Gesellenstück.

Inzwischen hat es erste Kaufanfragen gegeben, doch Luisa Kiel, die inzwischen ein Architekturstudium in Detmold begonnen hat, möchte ihren „Schwarm“ behalten. „Der ist unverkäuflich.“ In der Möbeltischlerei treten zwei neue Azubis gerade in ihre Fußstapfen, die entsprechend groß sind. „So ging es mir zu Beginn meiner Ausbildung auch“, sagt Luisa Kiel lachend. „Das soll die Neuen aber nicht abschrecken, sondern eher ein Ansporn sein“, sagt Matthias Fabry.

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Patrick Schwemmling

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Das Möbelstück überzeugte die Jury mit einer Mischung aus schlichten Formen und dekorativen Elementen. Foto: privat - © Privat
Das Möbelstück überzeugte die Jury mit einer Mischung aus schlichten Formen und dekorativen Elementen. Foto: privat - © Privat
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