Kommentar zur abgesagten Sitzung des Feuerschutzausschusses: Unpopuläre Entscheidungen? Stefanie Dullweber Die letzte Sitzung des Feuerschutzausschusses fand am 29. Oktober 2019 (!) statt. Und wenn die Politik nicht in den Quark kommt, wird die nächste Sitzung wohl frühestens ein Jahr später abgehalten. Nicht nur für die Leitung der Feuerwehr ist das unbefriedigend, sondern auch für die Ehrenamtlichen, die wegen Corona sowieso schon in ihrer Arbeit eingeschränkt sind. Lehrgänge wurden von heute auf morgen abgesagt, Dienste konnten nicht mehr stattfinden und Prüfungen mussten auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Meldet sich allerdings der Pieper, rückt die Freiwillige Feuerwehr aus – Corona hin oder her. Sie löschen Brände, befreien Unfallopfer aus ihren Autos und pumpen nach Starkregen vollgelaufene Gebäude leer. Dazu kommt ein hoher bürokratischer Aufwand. Alles muss dokumentiert und nachgehalten werden. Und glaubt man, auf dem neuesten Stand zu sein, kommt eine neue EU-Verordnung, die innerhalb einer bestimmten Frist umgesetzt werden muss. Bei Gebäuden und Fahrzeugen geht es schnell um mehrere Hunderttausend Euro – und die sollten nicht leichtfertig ausgegeben werden. Zumal die Gemeinde Hille viele Baustellen hat, für die Geld benötigt wird. Aber der Leitung der Feuerwehr die Gelegenheit zu geben, im Ausschuss ihre Anträge vorzustellen, wäre das Mindeste gewesen. Besser hätten die Politiker ihren Beratungsbedarf kaum stillen können als im Austausch mit den Experten. Möglicherweise steckt aber hinter dem sogenannten Beratungsbedarf eine ganz andere Motivation – bloß keine unpopuläre Entscheidung kurz vor der Kommunalwahl zu treffen.

Kommentar zur abgesagten Sitzung des Feuerschutzausschusses: Unpopuläre Entscheidungen?

Die letzte Sitzung des Feuerschutzausschusses fand am 29. Oktober 2019 (!) statt. Und wenn die Politik nicht in den Quark kommt, wird die nächste Sitzung wohl frühestens ein Jahr später abgehalten. Nicht nur für die Leitung der Feuerwehr ist das unbefriedigend, sondern auch für die Ehrenamtlichen, die wegen Corona sowieso schon in ihrer Arbeit eingeschränkt sind.

MT-Redakteurin Stefanie Dullweber. - © Foto: MT
MT-Redakteurin Stefanie Dullweber. - © Foto: MT

Lehrgänge wurden von heute auf morgen abgesagt, Dienste konnten nicht mehr stattfinden und Prüfungen mussten auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Meldet sich allerdings der Pieper, rückt die Freiwillige Feuerwehr aus – Corona hin oder her. Sie löschen Brände, befreien Unfallopfer aus ihren Autos und pumpen nach Starkregen vollgelaufene Gebäude leer. Dazu kommt ein hoher bürokratischer Aufwand. Alles muss dokumentiert und nachgehalten werden. Und glaubt man, auf dem neuesten Stand zu sein, kommt eine neue EU-Verordnung, die innerhalb einer bestimmten Frist umgesetzt werden muss.

Bei Gebäuden und Fahrzeugen geht es schnell um mehrere Hunderttausend Euro – und die sollten nicht leichtfertig ausgegeben werden. Zumal die Gemeinde Hille viele Baustellen hat, für die Geld benötigt wird. Aber der Leitung der Feuerwehr die Gelegenheit zu geben, im Ausschuss ihre Anträge vorzustellen, wäre das Mindeste gewesen. Besser hätten die Politiker ihren Beratungsbedarf kaum stillen können als im Austausch mit den Experten. Möglicherweise steckt aber hinter dem sogenannten Beratungsbedarf eine ganz andere Motivation – bloß keine unpopuläre Entscheidung kurz vor der Kommunalwahl zu treffen.

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