Jahrgangsbester: Yannick Gräper schließt Ausbildung zum Hotelfachmann mit der Note 1,1 ab Carsten Korfesmeyer Hille-Rothenuffeln. Etwas baff war Yannick Gräper schon, als er Mittwochabend mal wieder im Pivittskrug vorbeischaute. Niemand gratulierte ihm zunächst. Denn keiner in seinem Lehrbetrieb wusste zu dem Zeitpunkt, dass soeben der Jahrgangsbeste aus ganz OWL den Raum betreten hatte. Das klärte sich aber rasch auf und dann gab es im Kurhaus kein Halten mehr. Noch während des MT-Gesprächs am Freitagnachmittag darf er dort Glückwünsche zu seinem Erfolg entgegen nehmen. Und obwohl alles bei ihm schon etwas gesackt sein müsste, ist der 30-Jährige immer noch bewegt. „Auf mich wirkt das alles nach wie vor etwas unwirklich“, sagt er. Yannick Gräper ist mit der Gastronomie groß geworden. Seine Eltern führen die Dorfgaststätte „Treffpunkt Gräper“ in Haselhorn und es gibt Fotos, die ihn als Vierjährigen hinter der Theke zeigen. Er kennt die Branche und weiß beispielsweise auch, dass es mit den Arbeitszeiten anders als in den meisten Berufen läuft. Das schrecke viele Nachwuchskräfte ab, ihn nicht. „Das hat auch viele Vorteile“, sagt er. So könne er beispielsweise tagsüber mal locker einkaufen, wenn andere im Büro sitzen müssen. Was muss man an Voraussetzungen mitbringen, um in der Hotelfachbranche erfolgreich zu sein? Pivittskrug-Chef Ralf von Behren hält vor allem eine gute Kommunikation für wichtig. Man müsse auch aufmerksam sein, gut organisieren können und immer ein Gespür für den Gast haben. Alles das beherrscht Yannick Gräper nach den Worten seines Ausbilders. Schon nach relativ kurzer Zeit habe er ihm bedenkenlos die Verantwortung für größere Feierlichkeiten überlassen. „Wir wussten, dass er das kann.“ Yannick Gräper ist jetzt zwar mit der Ausbildung durch, will seinen Erfahrungsschatz aber noch weiter ausbauen. Er weiß, wie wichtig es für sein berufliches Weiterkommen ist, weitere Eindrücke zu sammeln. Dafür sollte man in anderen Häusern arbeiten und genau deshalb zieht es ihn jetzt bald nach Bielefeld, wo seine Freundin ein Studium aufnimmt. Eine neue Stelle hat er noch nicht, weil er aktuell seinen Vater im „Treffpunkt Gräper“ vertritt. Sobald der wieder hinter dem Tresen stehen kann, kümmert er sich darum. Die Gastronomie sucht gut ausgebildetes Personal. Aufgrund seines Notenschnitts von 1,1 dürfte er ein Kandidat für viele Häuser sein. Was nimmt er aus seiner Zeit in Rothenuffeln mit? Viele positive Eindrücke und Momente, sagt Yannick Gräper. Gerade im eher ländlich geprägten Raum laufe alles sehr auf der persönlichen Schiene ab. Die Menschen kennen sich untereinander und das mache auch das Arbeiten in den Gastronomiebetrieben aus. „Mich sprechen sogar Leute beim Einkaufen an“, sagt er. Er spüre, dass sie ein ehrliches Interesse an ihm haben. Hat sich Gastronomie verändert? Der Hotelfachmann antwortet spontan. „Ja, sogar sehr.“ Gerade die typischen Dorfkneipen seien vom Aussterben bedroht. Viele Orte hätten noch vor Jahrzehnten jede Menge davon gehabt – und jetzt gar keine mehr. Eine mögliche Ursache sieht Yannick Gräper in der gesellschaftlichen Entwicklung. So werde das berühmte Feierabendbier inzwischen häufiger Zuhause im Kreise der Familie getrunken. Der Mann, der in Petershagen sein Abitur gemacht hat und einige Zeit in Heidelberg studierte, wirkt in sich ruhend. Ist das auch eine Voraussetzung für den Beruf? Beispielsweise dann, wenn es spontan einmal hektisch wird? Es gehöre zur Professionalität, in solchen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. „Alles andere würde ja auch nichts bringen“, sagt Yannick Gräper mit einem Augenzwinkern. Für ihn ist entscheidend, dass sich die Gäste wohl fühlen. Und wenn plötzlich unangemeldet ein paar Personen mehr im Restaurant sind, dauert es schlimmstenfalls in der Küche etwas länger. „Das erklären wir den Gästen selbstverständlich.“ In aller Regel zeigen diese dann auch viel Verständnis.

Jahrgangsbester: Yannick Gräper schließt Ausbildung zum Hotelfachmann mit der Note 1,1 ab

Ein gutes Glas Weißwein serviert Yannick Gräper voraussichtlich schon bald in einem Bielefelder Gastronomiebetrieb. MT-Foto: Carsten Korfesmeyer © cko

Hille-Rothenuffeln. Etwas baff war Yannick Gräper schon, als er Mittwochabend mal wieder im Pivittskrug vorbeischaute. Niemand gratulierte ihm zunächst. Denn keiner in seinem Lehrbetrieb wusste zu dem Zeitpunkt, dass soeben der Jahrgangsbeste aus ganz OWL den Raum betreten hatte. Das klärte sich aber rasch auf und dann gab es im Kurhaus kein Halten mehr. Noch während des MT-Gesprächs am Freitagnachmittag darf er dort Glückwünsche zu seinem Erfolg entgegen nehmen. Und obwohl alles bei ihm schon etwas gesackt sein müsste, ist der 30-Jährige immer noch bewegt. „Auf mich wirkt das alles nach wie vor etwas unwirklich“, sagt er.

Yannick Gräper ist mit der Gastronomie groß geworden. Seine Eltern führen die Dorfgaststätte „Treffpunkt Gräper“ in Haselhorn und es gibt Fotos, die ihn als Vierjährigen hinter der Theke zeigen. Er kennt die Branche und weiß beispielsweise auch, dass es mit den Arbeitszeiten anders als in den meisten Berufen läuft. Das schrecke viele Nachwuchskräfte ab, ihn nicht. „Das hat auch viele Vorteile“, sagt er. So könne er beispielsweise tagsüber mal locker einkaufen, wenn andere im Büro sitzen müssen.

Was muss man an Voraussetzungen mitbringen, um in der Hotelfachbranche erfolgreich zu sein? Pivittskrug-Chef Ralf von Behren hält vor allem eine gute Kommunikation für wichtig. Man müsse auch aufmerksam sein, gut organisieren können und immer ein Gespür für den Gast haben. Alles das beherrscht Yannick Gräper nach den Worten seines Ausbilders. Schon nach relativ kurzer Zeit habe er ihm bedenkenlos die Verantwortung für größere Feierlichkeiten überlassen. „Wir wussten, dass er das kann.“


Yannick Gräper ist jetzt zwar mit der Ausbildung durch, will seinen Erfahrungsschatz aber noch weiter ausbauen. Er weiß, wie wichtig es für sein berufliches Weiterkommen ist, weitere Eindrücke zu sammeln. Dafür sollte man in anderen Häusern arbeiten und genau deshalb zieht es ihn jetzt bald nach Bielefeld, wo seine Freundin ein Studium aufnimmt. Eine neue Stelle hat er noch nicht, weil er aktuell seinen Vater im „Treffpunkt Gräper“ vertritt. Sobald der wieder hinter dem Tresen stehen kann, kümmert er sich darum. Die Gastronomie sucht gut ausgebildetes Personal. Aufgrund seines Notenschnitts von 1,1 dürfte er ein Kandidat für viele Häuser sein.

Was nimmt er aus seiner Zeit in Rothenuffeln mit? Viele positive Eindrücke und Momente, sagt Yannick Gräper. Gerade im eher ländlich geprägten Raum laufe alles sehr auf der persönlichen Schiene ab. Die Menschen kennen sich untereinander und das mache auch das Arbeiten in den Gastronomiebetrieben aus. „Mich sprechen sogar Leute beim Einkaufen an“, sagt er. Er spüre, dass sie ein ehrliches Interesse an ihm haben.

Hat sich Gastronomie verändert? Der Hotelfachmann antwortet spontan. „Ja, sogar sehr.“ Gerade die typischen Dorfkneipen seien vom Aussterben bedroht. Viele Orte hätten noch vor Jahrzehnten jede Menge davon gehabt – und jetzt gar keine mehr. Eine mögliche Ursache sieht Yannick Gräper in der gesellschaftlichen Entwicklung. So werde das berühmte Feierabendbier inzwischen häufiger Zuhause im Kreise der Familie getrunken.

Der Mann, der in Petershagen sein Abitur gemacht hat und einige Zeit in Heidelberg studierte, wirkt in sich ruhend. Ist das auch eine Voraussetzung für den Beruf? Beispielsweise dann, wenn es spontan einmal hektisch wird? Es gehöre zur Professionalität, in solchen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. „Alles andere würde ja auch nichts bringen“, sagt Yannick Gräper mit einem Augenzwinkern. Für ihn ist entscheidend, dass sich die Gäste wohl fühlen. Und wenn plötzlich unangemeldet ein paar Personen mehr im Restaurant sind, dauert es schlimmstenfalls in der Küche etwas länger. „Das erklären wir den Gästen selbstverständlich.“ In aller Regel zeigen diese dann auch viel Verständnis.

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