Corona und das Impfzentrum: Jahresrückblick mit Hilles Bürgermeister Michael Schweiß Stefanie Dullweber Hille. Die Pandemie hat das Leben in der Gemeinde Hille 2020 bestimmt. Das Virus habe auf nahezu alle Bereich Einfluss, sagt Hilles Bürgermeister Michael Schweiß im Jahresrückblick mit dem MT. Mit dem Impfzentrum in Unterlübbe kommt der Gemeinde 2021 eine besondere Bedeutung bei der Bekämpfung von Corona zu. „Wir wollen den Kreis bestmöglich unterstützen", sagt Schweiß. Corona hat das Jahr beherrscht. Welche konkreten Auswirkungen der Pandemie sind Ihnen bislang bekannt? Die Corona-Krise hat vor allem gezeigt, dass man in Hille zusammenhält. Es gibt hier außerdem so gut wie keine Verstöße gegen die Infektionsschutzregeln und getroffene Anordnungen. Es gibt nach wie vor keine digitalen Klassenzimmer und das Kommunale Rechenzentrum kommt mit der Konfiguration der Ipads nicht hinterher? Warum dauert das so lange? Das Kommunale Rechenzentrum in Lemgo arbeitet mit Nachdruck daran. Wir sind aber nicht die einzige Gemeinde. Im gesamten Verbandsgebiet muss das für knapp 40 Städte und Gemeinden gemacht werden. Was kommt finanziell auf die Gemeinde in den nächsten Jahren zu? Werden andere Projekte zurückgestellt, weil das Geld nicht reicht? Ob das Geld reicht oder nicht, halte ich im Moment – ohne die Auswirkungen von Corona zu kennen – für reine Spekulation. Im Übrigen ist und bleibt es Aufgabe des Rates, die strategischen Schwerpunkte zu setzen. Wir werden mit dem Entwurf des Haushaltsplanes 2021 Vorschläge unterbreiten. Außerdem werden wir unsere selbst gesteckten Ziele der strategischen Haushaltskonsolidierung weiter verfolgen. Was wurde in Sachen Bildung im Jahr 2020 angeschoben? Da ist zum einen der Anbau an die Verbundschule und die Neugestaltung des Verwaltungstraktes zu nennen. Auch die benachbarte Grundschule ist um einen Anbau erweitert worden. An der Grundschule Nordhemmern sind die Sanierungsarbeiten mittlerweile abgeschlossen. Jetzt steht noch der geplante Anbau am Standort Oberlübbe der Grundschule An der Bergkante an. Die Sporthalle Unterlübbe wurde als Impfzentrum für den Kreis Minden-Lübbecke ausgewählt. Was waren Ihre Gedanken, als Sie davon erfahren haben? Mich hat das nicht überrascht, da die Gemeinde ja zentral im Mühlenkreis liegt. Und klar war auch, dass die Gemeinde den Kreis bei dieser wichtigen Aufgabe bestmöglich unterstützen wird. Warum gerade Unterlübbe? Die Sporthalle in Holzhausen II war ebenfalls in der engeren Wahl… Die Verantwortlichen des Kreises hatten in der Tat zunächst um einen Besichtigungstermin der Bürgerhalle in Holzhausen gebeten. Als wir vor Ort waren, haben wir seitens der Gemeinde Hille aber die Sporthalle in Unterlübbe vorgeschlagen und haben diese sogleich besichtigt. Die Halle ist mit der Verkehrsanbindung an die B 65 optimal zu erreichen. Die Sanitäranlagen und weiteren Räume sind in einem sehr guten Zustand und das Deutsche Rote Kreuz Ortsgruppe Hille ist dort in der angrenzenden ehemaligen Schule ebenfalls stationiert. In diesem Jahr hat die Gemeinde neue Gewerbegebiete auf den Weg gebracht. Für das Gebiet „Am Gleisbogen" Hille gibt es jetzt schon mehr Interessenten als Grundstücke. Wer bekommt den Zuschlag und was sind die Auswahlkriterien? Wir haben bislang zwei Interessenten, deren Planungen dort mit hoher Wahrscheinlichkeit realisiert werden. Mit einem weiteren Interessenten hat ein Gespräch in dieser Woche stattgefunden. Die Auswahlkriterien richten sich nach den bauplanungsrechtlichen Vorgaben. Eine etwaige verbleibende Restfläche muss nach Lage und Größe für weitere Interessenten attraktiv bleiben. Zeichnet sich eine Lösung für die Firma Budde ab? Der zuständige Fachausschuss und der Rat haben, nachdem die Firma Budde ihren Antrag auf Einleitung des Aufstellungsverfahrens bereits zurückgezogen hatte, die angedachte Betriebserweiterung grundsätzlich abgelehnt. Weitere Anträge der Firma Budde liegen mir nicht vor. Wie sieht es für dieses Jahr mit den Gewerbesteuer-Einnahmen aus? Ziemlich gut. Wir liegen über dem geplanten Ansatz. Unser Kämmerer Dietmar Rohde hat in der letzten Ratssitzung dazu berichtet, dass wir 5,1 Millionen Euro an Gewerbesteuer eingeplant hatten. Tatsächlich sind circa sechs Millionen Euro in die Gemeindekasse geflossen. Zusätzlich bekommen wir vom Land NRW eine Gewerbesteuer-Ausgleichszuweisung von knapp 750.000 Euro. Zurzeit läuft in Hille der Breitbandausbau des Kreises. Können auch die Bürger in Mindenerwald auf schnelles Internet hoffen? Nimmt die Gemeinde für Gebiete, die nicht in den Masterplan fallen, noch einmal Geld in die Hand? Wir prüfen derzeit einen Vertragsentwurf mit Greenfiber, der Vereinbarungen über den eigenwirtschaftlichen Ausbau der jetzt im Masterplan nicht erfassten Gebiete, beinhaltet. Der Hiller Kindergarten ist ein Dauerbrenner-Thema? Wann sind die neuen Räume bezugsfertig? Und wie sehen die Pläne für den Kindergarten Hartum aus? Eine Sanierung scheint keine Alternative zu sein.. Wie schon beim Ortstermin vom Architekten deutlich gesagt wurde, kann man sich bei den jetzigen Rahmenbedingungen nicht wirklich verbindlich festlegen. Bei dem Kindergarten in Hartum war die Aussage des Fachmannes vor Ort eindeutig. Eine Sanierung ist wirtschaftlich nicht sinnvoll. Die Verwaltung prüft derzeit Standorte für einen Neubau. Stichwort Hartum: Dort entsteht die Luisen-Residenz – die mittlerweile dritte Einrichtung für Senioren in der Gemeinde. Hille möchte aber auch für junge Familien attraktiv sein. Doch es gibt nicht genügend Bauplätze… Wir haben gemeinsam mit dem Rat in der letzten Zeit sechs rechtswirksame Bebauungspläne auf den Weg gebracht, fünf weitere sind im Aufstellungsverfahren sowie vier Innenbereichssatzungen. Für die Feuerwehr hat die Politik gerade im hohen sechsstelligen Bereich Anschaffungen beschlossen. Im letzten Jahr war noch die Rede von möglichen Zusammenlegungen von Löschgruppen, um Geld zu sparen. Sind die Sparmaßnahmen vom Tisch? Die Anschaffungen waren nötig, um beispielsweise die Atemschutzträger optimal zu schützen und Fahrzeuge zu ersetzen, die über 30 Jahre alt sind. Der Arbeitskreis Zukunft Feuerwehr hat die Möglichkeit der Zusammenlegung der Löschgruppen Oberlübbe und Unterlübbe herausgearbeitet. Dieses Ziel wird weiter verfolgt. Um es einmal klar zu sagen: Die Freiwillige Feuerwehr erfüllt mit enormen Engagement eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, nämlich den Brand- und Bevölkerungsschutz. Wer bei der Feuerwehr spart, spart mit Sicherheit am falschen Ende. Was gab es abseits von Corona Positives im Jahr 2020? Im Bereich Ehrenamt waren das sicherlich zehn Jahre Bürgerbus und zehn Jahre Seniorenarbeit. Leider konnten wir das wegen Corona nicht im großen Rahmen würdigen. Im Bereich Umwelt- und Klimaschutz ist die energetische Rathaussanierung inklusive Photovoltaikanlage zu nennen. Eine weitere Anlage am Klärwerk in Hartum ist in Planung. Zusammen mit der Gemeinden Stemwede haben wir einen Klimamanager eingestellt. Wir freuen uns, dass der Kreis den Standort Hille für den Bau des Feuerwehrtechnischen Zentrums gewählt hat. Seit 2018 haben wir bereits eine provisorische Rettungswache inklusive Rettungswagen. Diese wird nach Fertigstellung in die Kreisleitstelle umziehen. In der vor einem Jahr an der Georgstraße in Hille wieder eröffneten Arztpraxis arbeitet seit Anfang Januar ein dritter Arzt. Was den Freizeitbereich betrifft, steht den Besuchern des Badesees seit letztem Jahr ein Wohnmobilstellplatz und eine Gastronomie zur Verfügung. Demnächst wird hier mit dem Bau der Schulsternwarte begonnen.

Corona und das Impfzentrum: Jahresrückblick mit Hilles Bürgermeister Michael Schweiß

Hilles Bürgermeister Michael Schweiß bei einem Pressetermin im Impfzentrum Unterlübbe. MT-Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Hille. Die Pandemie hat das Leben in der Gemeinde Hille 2020 bestimmt. Das Virus habe auf nahezu alle Bereich Einfluss, sagt Hilles Bürgermeister Michael Schweiß im Jahresrückblick mit dem MT. Mit dem Impfzentrum in Unterlübbe kommt der Gemeinde 2021 eine besondere Bedeutung bei der Bekämpfung von Corona zu. „Wir wollen den Kreis bestmöglich unterstützen", sagt Schweiß.

Corona hat das Jahr beherrscht. Welche konkreten Auswirkungen der Pandemie sind Ihnen bislang bekannt?

Die Corona-Krise hat vor allem gezeigt, dass man in Hille zusammenhält. Es gibt hier außerdem so gut wie keine Verstöße gegen die Infektionsschutzregeln und getroffene Anordnungen.

Es gibt nach wie vor keine digitalen Klassenzimmer und das Kommunale Rechenzentrum kommt mit der Konfiguration der Ipads nicht hinterher? Warum dauert das so lange?

Das Kommunale Rechenzentrum in Lemgo arbeitet mit Nachdruck daran. Wir sind aber nicht die einzige Gemeinde. Im gesamten Verbandsgebiet muss das für knapp 40 Städte und Gemeinden gemacht werden.

Was kommt finanziell auf die Gemeinde in den nächsten Jahren zu? Werden andere Projekte zurückgestellt, weil das Geld nicht reicht?

Ob das Geld reicht oder nicht, halte ich im Moment – ohne die Auswirkungen von Corona zu kennen – für reine Spekulation. Im Übrigen ist und bleibt es Aufgabe des Rates, die strategischen Schwerpunkte zu setzen. Wir werden mit dem Entwurf des Haushaltsplanes 2021 Vorschläge unterbreiten. Außerdem werden wir unsere selbst gesteckten Ziele der strategischen Haushaltskonsolidierung weiter verfolgen.

Was wurde in Sachen Bildung im Jahr 2020 angeschoben?

Da ist zum einen der Anbau an die Verbundschule und die Neugestaltung des Verwaltungstraktes zu nennen. Auch die benachbarte Grundschule ist um einen Anbau erweitert worden. An der Grundschule Nordhemmern sind die Sanierungsarbeiten mittlerweile abgeschlossen. Jetzt steht noch der geplante Anbau am Standort Oberlübbe der Grundschule An der Bergkante an.

Die Sporthalle Unterlübbe wurde als Impfzentrum für den Kreis Minden-Lübbecke ausgewählt. Was waren Ihre Gedanken, als Sie davon erfahren haben?

Mich hat das nicht überrascht, da die Gemeinde ja zentral im Mühlenkreis liegt. Und klar war auch, dass die Gemeinde den Kreis bei dieser wichtigen Aufgabe bestmöglich unterstützen wird.

Warum gerade Unterlübbe? Die Sporthalle in Holzhausen II war ebenfalls in der engeren Wahl…

Die Verantwortlichen des Kreises hatten in der Tat zunächst um einen Besichtigungstermin der Bürgerhalle in Holzhausen gebeten. Als wir vor Ort waren, haben wir seitens der Gemeinde Hille aber die Sporthalle in Unterlübbe vorgeschlagen und haben diese sogleich besichtigt. Die Halle ist mit der Verkehrsanbindung an die B 65 optimal zu erreichen. Die Sanitäranlagen und weiteren Räume sind in einem sehr guten Zustand und das Deutsche Rote Kreuz Ortsgruppe Hille ist dort in der angrenzenden ehemaligen Schule ebenfalls stationiert.

In diesem Jahr hat die Gemeinde neue Gewerbegebiete auf den Weg gebracht. Für das Gebiet „Am Gleisbogen" Hille gibt es jetzt schon mehr Interessenten als Grundstücke. Wer bekommt den Zuschlag und was sind die Auswahlkriterien?

Wir haben bislang zwei Interessenten, deren Planungen dort mit hoher Wahrscheinlichkeit realisiert werden. Mit einem weiteren Interessenten hat ein Gespräch in dieser Woche stattgefunden. Die Auswahlkriterien richten sich nach den bauplanungsrechtlichen Vorgaben. Eine etwaige verbleibende Restfläche muss nach Lage und Größe für weitere Interessenten attraktiv bleiben.

Zeichnet sich eine Lösung für die Firma Budde ab?

Der zuständige Fachausschuss und der Rat haben, nachdem die Firma Budde ihren Antrag auf Einleitung des Aufstellungsverfahrens bereits zurückgezogen hatte, die angedachte Betriebserweiterung grundsätzlich abgelehnt. Weitere Anträge der Firma Budde liegen mir nicht vor.

Wie sieht es für dieses Jahr mit den Gewerbesteuer-Einnahmen aus?

Ziemlich gut. Wir liegen über dem geplanten Ansatz. Unser Kämmerer Dietmar Rohde hat in der letzten Ratssitzung dazu berichtet, dass wir 5,1 Millionen Euro an Gewerbesteuer eingeplant hatten. Tatsächlich sind circa sechs Millionen Euro in die Gemeindekasse geflossen. Zusätzlich bekommen wir vom Land NRW eine Gewerbesteuer-Ausgleichszuweisung von knapp 750.000 Euro.

Zurzeit läuft in Hille der Breitbandausbau des Kreises. Können auch die Bürger in Mindenerwald auf schnelles Internet hoffen? Nimmt die Gemeinde für Gebiete, die nicht in den Masterplan fallen, noch einmal Geld in die Hand?

Wir prüfen derzeit einen Vertragsentwurf mit Greenfiber, der Vereinbarungen über den eigenwirtschaftlichen Ausbau der jetzt im Masterplan nicht erfassten Gebiete, beinhaltet.

Der Hiller Kindergarten ist ein Dauerbrenner-Thema? Wann sind die neuen Räume bezugsfertig? Und wie sehen die Pläne für den Kindergarten Hartum aus? Eine Sanierung scheint keine Alternative zu sein..

Wie schon beim Ortstermin vom Architekten deutlich gesagt wurde, kann man sich bei den jetzigen Rahmenbedingungen nicht wirklich verbindlich festlegen.

Bei dem Kindergarten in Hartum war die Aussage des Fachmannes vor Ort eindeutig. Eine Sanierung ist wirtschaftlich nicht sinnvoll. Die Verwaltung prüft derzeit Standorte für einen Neubau.

Stichwort Hartum: Dort entsteht die Luisen-Residenz – die mittlerweile dritte Einrichtung für Senioren in der Gemeinde. Hille möchte aber auch für junge Familien attraktiv sein. Doch es gibt nicht genügend Bauplätze…

Wir haben gemeinsam mit dem Rat in der letzten Zeit sechs rechtswirksame Bebauungspläne auf den Weg gebracht, fünf weitere sind im Aufstellungsverfahren sowie vier Innenbereichssatzungen.

Für die Feuerwehr hat die Politik gerade im hohen sechsstelligen Bereich Anschaffungen beschlossen. Im letzten Jahr war noch die Rede von möglichen Zusammenlegungen von Löschgruppen, um Geld zu sparen. Sind die Sparmaßnahmen vom Tisch?

Die Anschaffungen waren nötig, um beispielsweise die Atemschutzträger optimal zu schützen und Fahrzeuge zu ersetzen, die über 30 Jahre alt sind. Der Arbeitskreis Zukunft Feuerwehr hat die Möglichkeit der Zusammenlegung der Löschgruppen Oberlübbe und Unterlübbe herausgearbeitet. Dieses Ziel wird weiter verfolgt.

Um es einmal klar zu sagen: Die Freiwillige Feuerwehr erfüllt mit enormen Engagement eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, nämlich den Brand- und Bevölkerungsschutz. Wer bei der Feuerwehr spart, spart mit Sicherheit am falschen Ende.

Was gab es abseits von Corona Positives im Jahr 2020?

Im Bereich Ehrenamt waren das sicherlich zehn Jahre Bürgerbus und zehn Jahre Seniorenarbeit. Leider konnten wir das wegen Corona nicht im großen Rahmen würdigen.

Im Bereich Umwelt- und Klimaschutz ist die energetische Rathaussanierung inklusive Photovoltaikanlage zu nennen. Eine weitere Anlage am Klärwerk in Hartum ist in Planung. Zusammen mit der Gemeinden Stemwede haben wir einen Klimamanager eingestellt.

Wir freuen uns, dass der Kreis den Standort Hille für den Bau des Feuerwehrtechnischen Zentrums gewählt hat. Seit 2018 haben wir bereits eine provisorische Rettungswache inklusive Rettungswagen. Diese wird nach Fertigstellung in die Kreisleitstelle umziehen. In der vor einem Jahr an der Georgstraße in Hille wieder eröffneten Arztpraxis arbeitet seit Anfang Januar ein dritter Arzt.

Was den Freizeitbereich betrifft, steht den Besuchern des Badesees seit letztem Jahr ein Wohnmobilstellplatz und eine Gastronomie zur Verfügung. Demnächst wird hier mit dem Bau der Schulsternwarte begonnen.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Hille