In Hiller Kindergärten stehen Obst und Gemüse täglich auf dem Speiseplan Keine Chance für Milchschnitte & Co. / Kinder kennen sich mit Ernährung aus Von Claudia Hyna Hille (mt). Kinder ernähren sich zu süß und zu fettig? Nicht so in den Kindergärten in der Gemeinde Hille. Hier ist gesunde Ernährung mittlerweile selbstverständlich geworden. Das sagen die Leiterinnen der Kindergärten und Familienzentren in Hartum, Hille und Rothenuffeln. Besonders beliebt sind der Obst- und Gemüseteller sowie das gemeinsame Frühstück.Noch vor 20 Jahren war das Thema Ernährung eher untergeordnet. Die Vorbereitung auf die Schule stand im Vordergrund. Doch seit einigen Jahren rückt die Gesundheit, nicht zuletzt angeschubst von den Medien, verstärkt in den Fokus - auch im Kleinkindbereich, meint Annegret Schwier von der Kindertagesstätte und Familienzentrum "Am alten Pfarrhaus" in Hille.Bereits seit sieben Jahren gibt es hier den Obst- und Gemüseteller am Vor- und Nachmittag, von dem sich die Kinder ungefragt bedienen können. Auch in Hartum wird ein gesunder Teller angeboten. "Das kommt sehr gut an, die Kinder fordern ihn sogar ein", hat Sina Blase festgestellt. Der Teller enthält neben Äpfeln, Bananen, Birnen und Gurken auch mal exotische Früchte wie frische Ananas, Drachenfrucht oder Mango. "So werden die Kinder mutiger."Maren Schweitzer, Leiterin des Kindergartens Rothenuffeln, hat erlebt, dass die Kinder für Obst und Gemüse alles andere stehen lassen. Nicht immer zufrieden ist sie mit der Mitarbeit der Eltern. In der Absicht, den Kindern etwas Gutes zu tun, packten sie ihnen fertige Obstriegel oder Süßigkeiten in die Tasche. Eltern werden durch die Werbung irregeführt, glaubt sie. Für solche Fälle verteilt sie Zettel, ansonsten werden Eltern auch mal angesprochen. Denn: "Donuts zum Frühstück, das muss wirklich nicht sein."Die Kinder hingegen wüssten genau, was gesund sei. Milch und Wasser, Obst und Gemüse, das haben sie verinnerlicht. Und was ist mit Schokolade? "Nein, die nicht", sagen Jasmin und Fides (beide sechs Jahre alt). Für manche Kinder ist ein Apfel schon fast eine Süßigkeit. "Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind", so Schweitzer.Gemeinsames Backen und KochenIn Hartum steht gemeinsames Backen und Kochen regelmäßig auf dem Programm. Seit Juni ist der Kindergarten kneipp-zertifiziert, daher wird besonders mit Kräutern experimentiert. "Wir stellen viele Dips her und machen auch unser Müsli selbst", so Sina Blase. Mittlerweile gibt es sogar ein Kneippkochbuch, mit dem Eltern und Kinder die Gerichte zuhause nachkochen können.Als Getränk gibt es in den befragten Einrichtungen ausnahmslos Wasser und ungezuckerten Früchtetee. "Die Eltern meinen oft, das mögen ihre Kinder nicht, wir haben aber keine Schwierigkeiten damit", berichten Blase und Schwier. Als in Hartum der Sprudler ausgefallen war, gab es eine Weile nur stilles Wasser. "Das trinken die Kinder heute sogar lieber und auch mehr davon", heißt es.Milchschnitte & Co. sind in allen Kindergärten verboten. Gegen ein Nutellabrot ab und zu spreche jedoch nichts. Und zu Geburtstagen und besonderen Anlässen gebe es für alle Kinder Eis oder Süßes, erklärt Annegret Schwier.Eng verknüpft mit dem Thema Ernährung seien auch Zahngesundheit und Bewegung. Mit übergewichtigen Kindern hat übrigens keiner der Kindergärten Probleme. "Vielleicht ein bis zwei Fälle in zehn Jahren", meint eine der Befragten.

In Hiller Kindergärten stehen Obst und Gemüse täglich auf dem Speiseplan

Hille (mt). Kinder ernähren sich zu süß und zu fettig? Nicht so in den Kindergärten in der Gemeinde Hille. Hier ist gesunde Ernährung mittlerweile selbstverständlich geworden.

Fides, Jasmin, Yasmina und Lukas (v.l.) schnippeln Obst im Hiller Kindergarten Am alten Pfarrhaus. Besonders gerne mögen die vier auch den Obstsalat, der an einem heißen Sommertag richtig erfrischend schmeckt. - © MT-Foto: Claudia Hyna
Fides, Jasmin, Yasmina und Lukas (v.l.) schnippeln Obst im Hiller Kindergarten Am alten Pfarrhaus. Besonders gerne mögen die vier auch den Obstsalat, der an einem heißen Sommertag richtig erfrischend schmeckt. - © MT-Foto: Claudia Hyna

Das sagen die Leiterinnen der Kindergärten und Familienzentren in Hartum, Hille und Rothenuffeln. Besonders beliebt sind der Obst- und Gemüseteller sowie das gemeinsame Frühstück.

Noch vor 20 Jahren war das Thema Ernährung eher untergeordnet. Die Vorbereitung auf die Schule stand im Vordergrund. Doch seit einigen Jahren rückt die Gesundheit, nicht zuletzt angeschubst von den Medien, verstärkt in den Fokus - auch im Kleinkindbereich, meint Annegret Schwier von der Kindertagesstätte und Familienzentrum "Am alten Pfarrhaus" in Hille.

Bereits seit sieben Jahren gibt es hier den Obst- und Gemüseteller am Vor- und Nachmittag, von dem sich die Kinder ungefragt bedienen können. Auch in Hartum wird ein gesunder Teller angeboten. "Das kommt sehr gut an, die Kinder fordern ihn sogar ein", hat Sina Blase festgestellt. Der Teller enthält neben Äpfeln, Bananen, Birnen und Gurken auch mal exotische Früchte wie frische Ananas, Drachenfrucht oder Mango. "So werden die Kinder mutiger."

Maren Schweitzer, Leiterin des Kindergartens Rothenuffeln, hat erlebt, dass die Kinder für Obst und Gemüse alles andere stehen lassen. Nicht immer zufrieden ist sie mit der Mitarbeit der Eltern. In der Absicht, den Kindern etwas Gutes zu tun, packten sie ihnen fertige Obstriegel oder Süßigkeiten in die Tasche. Eltern werden durch die Werbung irregeführt, glaubt sie. Für solche Fälle verteilt sie Zettel, ansonsten werden Eltern auch mal angesprochen. Denn: "Donuts zum Frühstück, das muss wirklich nicht sein."

Die Kinder hingegen wüssten genau, was gesund sei. Milch und Wasser, Obst und Gemüse, das haben sie verinnerlicht. Und was ist mit Schokolade? "Nein, die nicht", sagen Jasmin und Fides (beide sechs Jahre alt). Für manche Kinder ist ein Apfel schon fast eine Süßigkeit. "Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind", so Schweitzer.

Gemeinsames Backen und Kochen

In Hartum steht gemeinsames Backen und Kochen regelmäßig auf dem Programm. Seit Juni ist der Kindergarten kneipp-zertifiziert, daher wird besonders mit Kräutern experimentiert. "Wir stellen viele Dips her und machen auch unser Müsli selbst", so Sina Blase. Mittlerweile gibt es sogar ein Kneippkochbuch, mit dem Eltern und Kinder die Gerichte zuhause nachkochen können.

Als Getränk gibt es in den befragten Einrichtungen ausnahmslos Wasser und ungezuckerten Früchtetee. "Die Eltern meinen oft, das mögen ihre Kinder nicht, wir haben aber keine Schwierigkeiten damit", berichten Blase und Schwier. Als in Hartum der Sprudler ausgefallen war, gab es eine Weile nur stilles Wasser. "Das trinken die Kinder heute sogar lieber und auch mehr davon", heißt es.

Milchschnitte & Co. sind in allen Kindergärten verboten. Gegen ein Nutellabrot ab und zu spreche jedoch nichts. Und zu Geburtstagen und besonderen Anlässen gebe es für alle Kinder Eis oder Süßes, erklärt Annegret Schwier.

Eng verknüpft mit dem Thema Ernährung seien auch Zahngesundheit und Bewegung. Mit übergewichtigen Kindern hat übrigens keiner der Kindergärten Probleme. "Vielleicht ein bis zwei Fälle in zehn Jahren", meint eine der Befragten.

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