Immer da, wenn es brennt: Michael Bosse ist nicht nur ehrenamtlich Feuerwehrmann Stefanie Dullweber Hille. „Ich habe meine Passion gefunden“, sagt Michael Bosse. Dass der 42-Jährige das sowohl über sein Hobby als auch über seinen Beruf sagen kann, ist ein großes Glück für ihn – zumal beides eng zusammenhängt. Ehrenamtlich ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, beruflich leitet er das Team Sicherheit und Brandschutz bei der Diakonischen Stiftung Wittekindshof am Standort Volmerdingsen. Für die Freiwillige Feuerwehr engagiert sich Michael Bosse schon seit 30 Jahren, war damals Anfang der 90er Jahren auch Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr. „Für mich steht die Gemeinschaft an erster Stelle. Und genauso wichtig ist mir, anderen Menschen helfen zu können.“ Eigentlich sei sein Berufswunsch gewesen, zur Berufsfeuerwehr zu gehen. Er habe sich dann aber zunächst für eine handwerkliche Ausbildung zum Maler und Lackierer entschieden, erzählt Bosse, der mit seiner Familie in Rothenuffeln lebt.Der Wunsch, mit Menschen zu arbeiten, habe ihn dann noch einmal zu einer beruflichen Neuausrichtung veranlasst. Michael Bosse machte eine Diakon- und Erzieherausbildung, absolvierte eine Weiterbildung zum Sozialmanager und übernahm schließlich vor zwei Jahren – nach einer Fortbildung als Fachkraft für Arbeitssicherheit – die Abteilung auf dem Wittekindshof. Zuvor hatte er dort in verschiedenen Bereichen eine Leitungsfunktion.Obwohl der Rothenuffelner bereits seit seinem 16. Lebensjahr in der Gemeinde Hille lebt, ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Minden, wo er stellvertretender Löschgruppenführer ist. Auch der Wittekindshof hatte eine eigene Werkfeuerwehr, auch hier übernahm Bosse die stellvertretende Leitung. Die Gruppe wurde 2017 aufgelöst. Ihre Arbeit hat die Tagesverfügbarkeitstruppe Nord der Feuerwehr Bad Oeynhausen übernommen. Sie ist Teil der Feuerwehr Bad Oeynhausen und besteht aus Wittekindshofer Mitarbeitenden, darunter auch Michael Bosse. Gibt es während der regulären Dienstzeit einen Einsatz, dann wechselt der 42-Jährige vom Schreibtisch ins Einsatzfahrzeug.Doch Michael Bosse ist nicht nur Feuerwehrmann, sondern hat auch eine Ausbildung als Fachberater Seelsorge. Weil Einsatzkräfte der Feuerwehr häufig mit Leid, Sterben und Tod konfrontiert werden, können daraus psychische Überbelastungen entstehen. Erstes Ziel des PSU-Teams (Psychosoziale Unterstützung) ist es, solche psychischen Überlastungen zu erkennen und zu minimieren. „Durch die jahrelange Erfahrung gehe ich anders mit Einsätzen um. Sicherlich, wir werden mit viel Leid konfrontiert und man ist sich auch der Gefahr bewusst, der man sich als Feuerwehrmann aussetzt. Jeder möchte heil wieder nach Hause kommen“, sagt Michael Bosse.Wenn er Kollegen vor sich habe, die ein traumatisches Erlebnis zu verarbeiten haben, finde er sich selbst häufig in den Schilderungen wieder. „Ich würde mich als sehr empathisch bezeichnen und fühle dementsprechend immer mit. Manchmal bin ich selbst den Tränen nahe“, berichtet der Helfer von fordernden Gesprächen, in denen das Erlebte aufgearbeitet wird. „Wenn wir als PSU-Team merken, dass mehr Unterstützung benötigt wird, als wir leisten können, vermitteln wir an weitere Fachkräfte wie zum Beispiel Therapeuten. Wir sind keine Psychologen.“ Sein ehrenamtliches Engagement habe ihm auch für seinen späteren Beruf einiges mit auf den Weg gegeben, sagt Bosse. Die Ausbildung bei der Feuerwehr habe ihm sowohl technisches Verständnis als auch Führungskompetenz verschafft. „Und man lernt nie aus. Im Arbeits- und Gesundheitsschutz gibt es keinen Stillstand.“Obwohl Michael Bosse ehrenamtlich in Minden aktiv ist, blickt er auch interessiert auf die Arbeit in der Gemeinde Hille. „Die Gemeinde muss investieren, um eine leistungsfähige Feuerwehr zu unterhalten“, ist der Rothenuffelner überzeugt. Durch die Freiwilligkeit würden – anders als bei einer Berufsfeuerwehr – keine Personalkosten anfallen. Aber es müsse gewährleistet sein, dass die Einsatzkräfte entsprechend ausgestattet sind.Sicherlich gebe es auch Bereiche, in denen es Unstimmigkeiten gibt, weiß Bosse und spricht damit die Diskussion über eine mögliche Zusammenlegung von Löschgruppen an. „Dabei geht für viele Kameraden auch immer ein Stück Tradition verloren.“ Dennoch, ist Bosse überzeugt, sollte man sich Neuerungen nicht verschließen. „Schließlich steht bei unserem Ehrenamt nicht das Befinden des Einzelnen im Vordergrund, sondern für andere Menschen da zu sein.“

Immer da, wenn es brennt: Michael Bosse ist nicht nur ehrenamtlich Feuerwehrmann

Michael Bosse an einem seiner Lieblingsplätze in Rothenuffeln – dem Kurpark mit den Heuerlingshäusern. MT-Foto: Alex Lehn

Hille. „Ich habe meine Passion gefunden“, sagt Michael Bosse. Dass der 42-Jährige das sowohl über sein Hobby als auch über seinen Beruf sagen kann, ist ein großes Glück für ihn – zumal beides eng zusammenhängt. Ehrenamtlich ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, beruflich leitet er das Team Sicherheit und Brandschutz bei der Diakonischen Stiftung Wittekindshof am Standort Volmerdingsen.

Für die Freiwillige Feuerwehr engagiert sich Michael Bosse schon seit 30 Jahren, war damals Anfang der 90er Jahren auch Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr. „Für mich steht die Gemeinschaft an erster Stelle. Und genauso wichtig ist mir, anderen Menschen helfen zu können.“ Eigentlich sei sein Berufswunsch gewesen, zur Berufsfeuerwehr zu gehen. Er habe sich dann aber zunächst für eine handwerkliche Ausbildung zum Maler und Lackierer entschieden, erzählt Bosse, der mit seiner Familie in Rothenuffeln lebt.

Der Wunsch, mit Menschen zu arbeiten, habe ihn dann noch einmal zu einer beruflichen Neuausrichtung veranlasst. Michael Bosse machte eine Diakon- und Erzieherausbildung, absolvierte eine Weiterbildung zum Sozialmanager und übernahm schließlich vor zwei Jahren – nach einer Fortbildung als Fachkraft für Arbeitssicherheit – die Abteilung auf dem Wittekindshof. Zuvor hatte er dort in verschiedenen Bereichen eine Leitungsfunktion.

Obwohl der Rothenuffelner bereits seit seinem 16. Lebensjahr in der Gemeinde Hille lebt, ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Minden, wo er stellvertretender Löschgruppenführer ist. Auch der Wittekindshof hatte eine eigene Werkfeuerwehr, auch hier übernahm Bosse die stellvertretende Leitung. Die Gruppe wurde 2017 aufgelöst. Ihre Arbeit hat die Tagesverfügbarkeitstruppe Nord der Feuerwehr Bad Oeynhausen übernommen. Sie ist Teil der Feuerwehr Bad Oeynhausen und besteht aus Wittekindshofer Mitarbeitenden, darunter auch Michael Bosse. Gibt es während der regulären Dienstzeit einen Einsatz, dann wechselt der 42-Jährige vom Schreibtisch ins Einsatzfahrzeug.

Doch Michael Bosse ist nicht nur Feuerwehrmann, sondern hat auch eine Ausbildung als Fachberater Seelsorge. Weil Einsatzkräfte der Feuerwehr häufig mit Leid, Sterben und Tod konfrontiert werden, können daraus psychische Überbelastungen entstehen. Erstes Ziel des PSU-Teams (Psychosoziale Unterstützung) ist es, solche psychischen Überlastungen zu erkennen und zu minimieren. „Durch die jahrelange Erfahrung gehe ich anders mit Einsätzen um. Sicherlich, wir werden mit viel Leid konfrontiert und man ist sich auch der Gefahr bewusst, der man sich als Feuerwehrmann aussetzt. Jeder möchte heil wieder nach Hause kommen“, sagt Michael Bosse.

Wenn er Kollegen vor sich habe, die ein traumatisches Erlebnis zu verarbeiten haben, finde er sich selbst häufig in den Schilderungen wieder. „Ich würde mich als sehr empathisch bezeichnen und fühle dementsprechend immer mit. Manchmal bin ich selbst den Tränen nahe“, berichtet der Helfer von fordernden Gesprächen, in denen das Erlebte aufgearbeitet wird. „Wenn wir als PSU-Team merken, dass mehr Unterstützung benötigt wird, als wir leisten können, vermitteln wir an weitere Fachkräfte wie zum Beispiel Therapeuten. Wir sind keine Psychologen.“

Sein ehrenamtliches Engagement habe ihm auch für seinen späteren Beruf einiges mit auf den Weg gegeben, sagt Bosse. Die Ausbildung bei der Feuerwehr habe ihm sowohl technisches Verständnis als auch Führungskompetenz verschafft. „Und man lernt nie aus. Im Arbeits- und Gesundheitsschutz gibt es keinen Stillstand.“

Obwohl Michael Bosse ehrenamtlich in Minden aktiv ist, blickt er auch interessiert auf die Arbeit in der Gemeinde Hille. „Die Gemeinde muss investieren, um eine leistungsfähige Feuerwehr zu unterhalten“, ist der Rothenuffelner überzeugt. Durch die Freiwilligkeit würden – anders als bei einer Berufsfeuerwehr – keine Personalkosten anfallen. Aber es müsse gewährleistet sein, dass die Einsatzkräfte entsprechend ausgestattet sind.

Sicherlich gebe es auch Bereiche, in denen es Unstimmigkeiten gibt, weiß Bosse und spricht damit die Diskussion über eine mögliche Zusammenlegung von Löschgruppen an. „Dabei geht für viele Kameraden auch immer ein Stück Tradition verloren.“ Dennoch, ist Bosse überzeugt, sollte man sich Neuerungen nicht verschließen. „Schließlich steht bei unserem Ehrenamt nicht das Befinden des Einzelnen im Vordergrund, sondern für andere Menschen da zu sein.“


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