Im Trockenstress: Vor allem Birken haben unter den vergangenen Hitzesommern gelitten Stefanie Dullweber Hille. Das nasskalte Wetter bietet nicht die besten Bedingungen für Arbeiten an der frischen Luft. „Wir haben warme Kleidung. Und außerdem haben wir den Teleskopradler nun einmal geliehen“, sagt Paul Köster. Der Landschaftsgärtner und seine Kollegen vom Bauhof der Gemeinde Hille haben eine lange Liste, die bis Ende Februar abgearbeitet werden soll. Viele Bäume und Sträucher müssen beschnitten werden. Einige Exemplare haben derart unter den heißen Sommern gelitten, dass sie nicht mehr zu retten sind. Bauhofleiterin Dagmar Meinert macht sich am Dienstagmorgen ein Bild von den Arbeiten. Ihre Kollegen sind gerade in Nordhemmern unterwegs und schneiden am Bliefnißweg Ahornbäume. An diesem Morgen bekommt die Chefin auch einen der Bäume zu sehen, der nicht mehr zu retten ist. Der Stamm ist von innen verfault und fast hohl. Ein roter Punkt am Stamm ist der Hinweis für die Bauhof-Mitarbeiter, dass hier kein Rückschnitt mehr nötig ist. Die Bäume in der Gemeinde Hille werden regelmäßig kontrolliert. Zuständig dafür ist die selbstständige Baumkontrolleurin Sibylle Michels. Im Jahr 2013 hat sie ein Kataster für die Gemeinde Hille erstellt, das seitdem regelmäßig aktualisiert wird. In ihrer Datenbank hat die Sachverständige seinerzeit rund 4.800 Bäume erfasst – mittlerweile ist der Bestand auf mehr als 7.000 angewachsen. Einige Bäume schaut Michels sich halbjährlich an, Jungbäume beispielsweise sind nur alle drei Jahre dran. Die Ergebnisse trägt sie zusammen – sie sind die Grundlage für die Arbeit des Bauhofes. „Wir haben aktuell 167 Bäume erster Priorität. Das heißt, diese müssen dringend beschnitten beziehungsweise von Totholz befreit werden“, sagt Dagmar Meinert. Das trifft beispielsweise auf einige Eichen im Kurpark Rothenuffeln zu. Von den 167 Bäumen sind etwa 100 Kopfweiden, die als Naturschutzmaßnahme geschneitelt werden. Die Bäume seien ein wertvoller Lebensraum für Insekten und Vögel. Um die Tiere nicht beim Brüten zu stören, ist der Rückschnitt nur bis Ende Februar zulässig. Das gelte auch für Sträucher und Hecken – sowohl im öffentlichen Raum als auch in Privatgärten. „Weitere 36 Bäume gelten als sogenannte Gefahrenbäume und müssen gefällt werden“, fasst Dagmar Meinert die Ergebnisse zusammen. Von den Fällungen sind vor allem Birken betroffen. „Sie haben die Trockenheit der letzten drei Jahre nicht überstanden und sind vertrocknet.“ Die Standorte seien über das gesamte Gemeindegebiet verteilt. Die Bäume würden auf Friedhöfen, Dorfplätzen, an Schulen und Kindergärten stehen, so die Bauhofleiterin. Auch einige Pappeln in den Bastauwiesen müssen weg, weil sie umzustürzen drohen. Lediglich ein Baum bleibe zur Hälfte stehen, weil in ihm Fledermäuse zu Hause sind. Bereits Anfang des letzten Jahres wurden in Hartum einige überalterte Bäume gefällt. Im Landschaftsplan „Bastau Niederung Wickriede“ – zu dem auch das Naturschutzgebiet südlich von Hartum gehört – war als ein Entwicklungsziel die Entfernung von Großbäumen und Gehölzen vereinbart worden. Im Sommer war dann auf einer Länge von etwa 500 Metern und einer Breite von durchschnittlich acht Metern ein Uferstreifen als Lebensraum für Tiere angelegt worden. Gute Nachrichten gibt es von der rund 200 Jahre alten Eiche im Ortskern von Hille. „Der Baum sieht gesund aus“, sagt Dagmar Meinert. In den vergangenen Jahren war die Eiche immer mal wieder ein Sorgenkind, sogar ihre Fällung stand zur Debatte. Nach einem Gutachten im Jahr 2009 wurde der Baum zurückgeschnitten und das Totholz beseitigt. 2018 riet Baumkontrolleurin Sibylle Michels zu einer genaueren Untersuchung der Wurzeln. Sie hatte im Innenbereich des Stamms diverse Faulstellen und Pilzfruchtkörper entdeckt sowie Hohlräume zwischen den Wurzelanläufen. Laut ihrer Expertise sei damit zu rechen, dass die Restwandstärke in dem Bereich, wo der Baum ausgehöhlt ist, nicht mehr ausreicht – und die Eiche zusammenbrechen könnte. Mit einem sogenannten Zugversuch wurde die Standsicherheit der Eiche geprüft. Das Ergebnis: Der Baum bleibt erhalten – nur die Krone musste um fünf Meter gestutzt werden. Seitdem seien bei den halbjährlichen Kontrollen keine erneuten Schwachstellen aufgefallen, so Dagmar Meinert. Eine weitere gute Nachricht gibt es aus Nordhemmern. Die Obstbäume, die im Herbst 2019 an der Detzkämper Straße und an der Windmühlenallee gepflanzt wurden, sind trotz der Trockenheit angewachsen. Bis die jungen Obstbäume allerdings Früchte tragen, dauert es sicherlich noch ein paar Jahre.

Im Trockenstress: Vor allem Birken haben unter den vergangenen Hitzesommern gelitten

Mit Hilfe eines Teleskopradladers schneidet Paul Köster einen Ahornbaum am Bliefnißweg in Nordhemmern. Bis Ende Januar müssen die Baumschnittarbeiten im Gemeindegebiet abgeschlossen sein. MT-Foto: Stefanie Dullweber © Stefanie Dullweber

Hille. Das nasskalte Wetter bietet nicht die besten Bedingungen für Arbeiten an der frischen Luft. „Wir haben warme Kleidung. Und außerdem haben wir den Teleskopradler nun einmal geliehen“, sagt Paul Köster. Der Landschaftsgärtner und seine Kollegen vom Bauhof der Gemeinde Hille haben eine lange Liste, die bis Ende Februar abgearbeitet werden soll. Viele Bäume und Sträucher müssen beschnitten werden. Einige Exemplare haben derart unter den heißen Sommern gelitten, dass sie nicht mehr zu retten sind.

Bauhofleiterin Dagmar Meinert macht sich am Dienstagmorgen ein Bild von den Arbeiten. Ihre Kollegen sind gerade in Nordhemmern unterwegs und schneiden am Bliefnißweg Ahornbäume. An diesem Morgen bekommt die Chefin auch einen der Bäume zu sehen, der nicht mehr zu retten ist. Der Stamm ist von innen verfault und fast hohl. Ein roter Punkt am Stamm ist der Hinweis für die Bauhof-Mitarbeiter, dass hier kein Rückschnitt mehr nötig ist.

Die Bäume in der Gemeinde Hille werden regelmäßig kontrolliert. Zuständig dafür ist die selbstständige Baumkontrolleurin Sibylle Michels. Im Jahr 2013 hat sie ein Kataster für die Gemeinde Hille erstellt, das seitdem regelmäßig aktualisiert wird. In ihrer Datenbank hat die Sachverständige seinerzeit rund 4.800 Bäume erfasst – mittlerweile ist der Bestand auf mehr als 7.000 angewachsen. Einige Bäume schaut Michels sich halbjährlich an, Jungbäume beispielsweise sind nur alle drei Jahre dran. Die Ergebnisse trägt sie zusammen – sie sind die Grundlage für die Arbeit des Bauhofes.

„Wir haben aktuell 167 Bäume erster Priorität. Das heißt, diese müssen dringend beschnitten beziehungsweise von Totholz befreit werden“, sagt Dagmar Meinert. Das trifft beispielsweise auf einige Eichen im Kurpark Rothenuffeln zu. Von den 167 Bäumen sind etwa 100 Kopfweiden, die als Naturschutzmaßnahme geschneitelt werden. Die Bäume seien ein wertvoller Lebensraum für Insekten und Vögel. Um die Tiere nicht beim Brüten zu stören, ist der Rückschnitt nur bis Ende Februar zulässig. Das gelte auch für Sträucher und Hecken – sowohl im öffentlichen Raum als auch in Privatgärten.

„Weitere 36 Bäume gelten als sogenannte Gefahrenbäume und müssen gefällt werden“, fasst Dagmar Meinert die Ergebnisse zusammen. Von den Fällungen sind vor allem Birken betroffen. „Sie haben die Trockenheit der letzten drei Jahre nicht überstanden und sind vertrocknet.“ Die Standorte seien über das gesamte Gemeindegebiet verteilt. Die Bäume würden auf Friedhöfen, Dorfplätzen, an Schulen und Kindergärten stehen, so die Bauhofleiterin.

Auch einige Pappeln in den Bastauwiesen müssen weg, weil sie umzustürzen drohen. Lediglich ein Baum bleibe zur Hälfte stehen, weil in ihm Fledermäuse zu Hause sind. Bereits Anfang des letzten Jahres wurden in Hartum einige überalterte Bäume gefällt. Im Landschaftsplan „Bastau Niederung Wickriede“ – zu dem auch das Naturschutzgebiet südlich von Hartum gehört – war als ein Entwicklungsziel die Entfernung von Großbäumen und Gehölzen vereinbart worden. Im Sommer war dann auf einer Länge von etwa 500 Metern und einer Breite von durchschnittlich acht Metern ein Uferstreifen als Lebensraum für Tiere angelegt worden.

Gute Nachrichten gibt es von der rund 200 Jahre alten Eiche im Ortskern von Hille. „Der Baum sieht gesund aus“, sagt Dagmar Meinert. In den vergangenen Jahren war die Eiche immer mal wieder ein Sorgenkind, sogar ihre Fällung stand zur Debatte. Nach einem Gutachten im Jahr 2009 wurde der Baum zurückgeschnitten und das Totholz beseitigt.

2018 riet Baumkontrolleurin Sibylle Michels zu einer genaueren Untersuchung der Wurzeln. Sie hatte im Innenbereich des Stamms diverse Faulstellen und Pilzfruchtkörper entdeckt sowie Hohlräume zwischen den Wurzelanläufen. Laut ihrer Expertise sei damit zu rechen, dass die Restwandstärke in dem Bereich, wo der Baum ausgehöhlt ist, nicht mehr ausreicht – und die Eiche zusammenbrechen könnte. Mit einem sogenannten Zugversuch wurde die Standsicherheit der Eiche geprüft. Das Ergebnis: Der Baum bleibt erhalten – nur die Krone musste um fünf Meter gestutzt werden. Seitdem seien bei den halbjährlichen Kontrollen keine erneuten Schwachstellen aufgefallen, so Dagmar Meinert.

Eine weitere gute Nachricht gibt es aus Nordhemmern. Die Obstbäume, die im Herbst 2019 an der Detzkämper Straße und an der Windmühlenallee gepflanzt wurden, sind trotz der Trockenheit angewachsen. Bis die jungen Obstbäume allerdings Früchte tragen, dauert es sicherlich noch ein paar Jahre.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Hille