Im Heimathaus von Nordhemmern ist in den vergangenen Monate einiges passiert Carsten Korfesmeyer Hille-Nordhemmern. Gerhard Wiese wirft ein Stück Holz in den brennenden Ofen. Die Flammen daraus verbreiten im Versammlungsraum des Heimatvereins viel Wärme und Gemütlichkeit. Menschen fehlen dort aktuell noch und der 82-Jährige ist seit fast einem Jahr der Einzige, der in dem fertigsanierten Gebäude täglich nach dem Rechten schaut. Denn ob Feiern, Lesungen, kleine Musikabende oder Vereinstreffs: Das alles, wofür die Räumlichkeiten neben der Kirche seit dem Frühjahr 2017 überwiegend in Eigenleistung der Mitglieder hergerichtet wurden, ist pandemiebedingt nicht möglich. „Das heißt aber nicht, dass im Heimatverein nichts passiert ist“, sagt der Mann, der so etwas wie der Hausmeister in dem früheren Spritzenhaus ist. Gerhard Wiese erzählt von dem Ofen, der erst seit wenigen Wochen im Raum steht. Er sei eine Spende eines großen Unternehmens aus dem Altkreis Lübbecke, von einem Ofenbauer aufgestellt und durch Bezirksschornsteinfeger Michael Thiel abgenommen worden. Der frühere Lkw- und Baggerfahrer hat die große Hoffnung, dass die Veranstaltungen im und am Heimathaus bald normal beginnen können. Die Einweihung stehe ja noch aus. „Ich bin sicher, dass die Leute gut finden, was hier durch uns alle entstanden ist“, sagt er. Heimatvereinsvorsitzende Brigitte Niemann ist zwar grundsätzlich ein optimistischer Mensch, stellt aber eines klar: Veranstaltungen starten erst, wenn dadurch kein Risiko für die Gesundheit der Gäste besteht. Wann das ist? Ein großes Fragezeichen. „Trotzdem haben wir weitere gute Nachrichten“, sagt die Vorsitzende. Sie nennt die Bestuhlung, die bis dato aus nicht mehr benötigten Mobiliar der Grundschule Nordhemmern bestand und beinahe schon weggeworfen wäre. Die Schülerstühle strahlen allerdings so etwas wie Klassenzimmer-Atmosphäre aus, die bei dem eher etwas älteren Publikum des Heimatvereins wohl dauerhaft nicht so sehr angekommen wäre. Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke sei das bei seinem Besuch am 28. Januar sofort ins Auge gefallen, sagt Brigitte Niemann. „Und er hatte gleich eine Idee.“ Denn der Mühlenverein Levern tauscht demnächst seine Bestuhlung aus. Die „Alte“ sei aber noch recht gut in Schuss, habe gepolsterte Stühle und würde sich gut in den Versammlungsraum einfügen. Die Sache sei seit vergangener Woche „auf dem kurzen Dienstweg“ in trockenen Tüchern. Ludwig Pöhler war es, der den Besuch des Kreisheimatpflegers in Nordhemmern angeregt hatte. Der Ortschronist stellte dem Heimathaus bereits einige Bilder und Gegenstände zur Verfügung, die das frühere Leben im Dorf widerspiegeln. Dabei handelt es sich um mehrere Bilder, verschiedene Karten – und seit kurzem auch um normale Haushaltsdinge wie ein altes Bügeleisen. Die Ausstattung wächst. „Wir wollen einen Eindruck von damals vermitteln, aber auch die Gegenwart darstellen“, sagt Brigitte Niemann zu den Aufgaben des Heimatvereins. 55 Mitglieder zählt er inzwischen und ist im Ort längst eine feste Größe. Gemeinsam getroffen haben sich alle schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr und die Vorsitzende konnte auch keine Sitzungen mit ihren drei Vorstandskollegen abhalten. Was zu besprechen war, wurde überwiegend telefonisch geregelt Brigitte Niemann nennt in diesem Zusammenhang auch die Deckenstrahler und erzählt, dass die auf Initiative von Vereinsmitglied Michael Krudup installiert werden konnten. Die Lichter seien so eingestellt, dass sie einige der Exponate so anstrahlen, dass sich die gemütliche Atmosphäre im Raum noch verstärkt. Überhaupt gehöre das „selbst in die Hand nehmen“ zur festen Säule. Das sei bei den anderen Heimatvereinen in der Region nicht anders, zu denen die Nordhemmeraner freundschaftliche Verbindungen pflegen. „Wir unterstützen uns dann auch gerne mal gegenseitig“, sagt sie. Einen ganz engen Draht habe man auch zum Mühlenverein Nordhemmern. Sind die Sanierungsarbeiten im Heimathaus jetzt abgeschlossen? „Im Innenbereich sind wir fertig“, sagt die Vorsitzende. Was noch fehlt, seien Vorhänge an den Fenstern. Die müssen aus Kostengründen aber noch warten. Das Bauamt kann somit zur endgültigen Abnahme vorbeikommen, was gegebenenfalls kurzfristig passieren könnte. Außen gibt es am Gebäude noch ein bisschen was zu tun – unter anderem soll der Dachüberstand repariert werden. „Es fällt ja immer mal was an“, sagt Gerhard Wiese. Und das womöglich sogar urplötzlich. Erst neulich sei beim Wintereinbruch die Wasserleitung eingefroren. Der Hausmeister wusste sich jedoch zu helfen und stellte Heizstrahler auf. Damit konnte er das Problem relativ rasch lösen. „Da habe ich wieder gemerkt, dass es gut ist, dass ich hier jeden Tag mal nach dem Rechten sehe.“

Im Heimathaus von Nordhemmern ist in den vergangenen Monate einiges passiert

Gerhard Wiese wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Heimathaus. Dort schaut der 82-Jährige täglich nach dem Rechten und kann auch plötzlich aufgetretene Probleme rasch lösen. Kürzlich fror beispielsweise beim Wintereinbruch die Wasserleitung ein. MT-Foto: Carsten Korfesmeyer © cko

Hille-Nordhemmern. Gerhard Wiese wirft ein Stück Holz in den brennenden Ofen. Die Flammen daraus verbreiten im Versammlungsraum des Heimatvereins viel Wärme und Gemütlichkeit. Menschen fehlen dort aktuell noch und der 82-Jährige ist seit fast einem Jahr der Einzige, der in dem fertigsanierten Gebäude täglich nach dem Rechten schaut. Denn ob Feiern, Lesungen, kleine Musikabende oder Vereinstreffs: Das alles, wofür die Räumlichkeiten neben der Kirche seit dem Frühjahr 2017 überwiegend in Eigenleistung der Mitglieder hergerichtet wurden, ist pandemiebedingt nicht möglich. „Das heißt aber nicht, dass im Heimatverein nichts passiert ist“, sagt der Mann, der so etwas wie der Hausmeister in dem früheren Spritzenhaus ist.

Gerhard Wiese erzählt von dem Ofen, der erst seit wenigen Wochen im Raum steht. Er sei eine Spende eines großen Unternehmens aus dem Altkreis Lübbecke, von einem Ofenbauer aufgestellt und durch Bezirksschornsteinfeger Michael Thiel abgenommen worden. Der frühere Lkw- und Baggerfahrer hat die große Hoffnung, dass die Veranstaltungen im und am Heimathaus bald normal beginnen können. Die Einweihung stehe ja noch aus. „Ich bin sicher, dass die Leute gut finden, was hier durch uns alle entstanden ist“, sagt er.

Heimatvereinsvorsitzende Brigitte Niemann ist zwar grundsätzlich ein optimistischer Mensch, stellt aber eines klar: Veranstaltungen starten erst, wenn dadurch kein Risiko für die Gesundheit der Gäste besteht. Wann das ist? Ein großes Fragezeichen.

„Trotzdem haben wir weitere gute Nachrichten“, sagt die Vorsitzende. Sie nennt die Bestuhlung, die bis dato aus nicht mehr benötigten Mobiliar der Grundschule Nordhemmern bestand und beinahe schon weggeworfen wäre. Die Schülerstühle strahlen allerdings so etwas wie Klassenzimmer-Atmosphäre aus, die bei dem eher etwas älteren Publikum des Heimatvereins wohl dauerhaft nicht so sehr angekommen wäre. Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke sei das bei seinem Besuch am 28. Januar sofort ins Auge gefallen, sagt Brigitte Niemann. „Und er hatte gleich eine Idee.“ Denn der Mühlenverein Levern tauscht demnächst seine Bestuhlung aus. Die „Alte“ sei aber noch recht gut in Schuss, habe gepolsterte Stühle und würde sich gut in den Versammlungsraum einfügen. Die Sache sei seit vergangener Woche „auf dem kurzen Dienstweg“ in trockenen Tüchern.

Ludwig Pöhler war es, der den Besuch des Kreisheimatpflegers in Nordhemmern angeregt hatte. Der Ortschronist stellte dem Heimathaus bereits einige Bilder und Gegenstände zur Verfügung, die das frühere Leben im Dorf widerspiegeln. Dabei handelt es sich um mehrere Bilder, verschiedene Karten – und seit kurzem auch um normale Haushaltsdinge wie ein altes Bügeleisen. Die Ausstattung wächst. „Wir wollen einen Eindruck von damals vermitteln, aber auch die Gegenwart darstellen“, sagt Brigitte Niemann zu den Aufgaben des Heimatvereins. 55 Mitglieder zählt er inzwischen und ist im Ort längst eine feste Größe. Gemeinsam getroffen haben sich alle schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr und die Vorsitzende konnte auch keine Sitzungen mit ihren drei Vorstandskollegen abhalten. Was zu besprechen war, wurde überwiegend telefonisch geregelt

Brigitte Niemann nennt in diesem Zusammenhang auch die Deckenstrahler und erzählt, dass die auf Initiative von Vereinsmitglied Michael Krudup installiert werden konnten. Die Lichter seien so eingestellt, dass sie einige der Exponate so anstrahlen, dass sich die gemütliche Atmosphäre im Raum noch verstärkt. Überhaupt gehöre das „selbst in die Hand nehmen“ zur festen Säule. Das sei bei den anderen Heimatvereinen in der Region nicht anders, zu denen die Nordhemmeraner freundschaftliche Verbindungen pflegen. „Wir unterstützen uns dann auch gerne mal gegenseitig“, sagt sie. Einen ganz engen Draht habe man auch zum Mühlenverein Nordhemmern.

Sind die Sanierungsarbeiten im Heimathaus jetzt abgeschlossen? „Im Innenbereich sind wir fertig“, sagt die Vorsitzende. Was noch fehlt, seien Vorhänge an den Fenstern. Die müssen aus Kostengründen aber noch warten. Das Bauamt kann somit zur endgültigen Abnahme vorbeikommen, was gegebenenfalls kurzfristig passieren könnte.

Außen gibt es am Gebäude noch ein bisschen was zu tun – unter anderem soll der Dachüberstand repariert werden. „Es fällt ja immer mal was an“, sagt Gerhard Wiese. Und das womöglich sogar urplötzlich. Erst neulich sei beim Wintereinbruch die Wasserleitung eingefroren. Der Hausmeister wusste sich jedoch zu helfen und stellte Heizstrahler auf. Damit konnte er das Problem relativ rasch lösen. „Da habe ich wieder gemerkt, dass es gut ist, dass ich hier jeden Tag mal nach dem Rechten sehe.“

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Hille