Im Ernstfall schon vor Ort: Ein Besuch bei der Betriebsfeuerwehr auf der Pohlschen Heide Stefanie Dullweber Hille (mt). Für Julian Sparwirth macht es keinen Unterschied, ob er als Ehrenamtlicher mit seiner Löschgruppe Holzhausen II zu einem Brand ausrückt oder als Angestellter der Pohlschen Heide. „Ich bin einfach Feuerwehrmann“, sagt der 32-Jährige. Der Hiller ist schon seit Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde. Seit Mai diesen Jahres leitet Sparwirth die Betriebsfeuerwehr auf dem Gelände der Pohlschen Heide. Bereits seit einigen Jahren ist Julian Sparwirth Brandschutzbeauftragter auf der Deponie im Hiller Ortsteil Mindenerwald. Angefangen hat er 2005 als Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Mittlerweile sei er für die Betriebsfeuerwehr freigestellt, sagt er gegenüber dem MT. Gespräche über die Gründung einer Betriebsfeuerwehr hätten die Geschäftsführung der KAVG (Kreisabfallverwertungsgesellschaft) und die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr schon länger geführt. „Wir waren hier in Sachen Brandschutz schon immer gut aufgestellt. Es fehlte nur an Kleinigkeiten und an einem eigenen Fahrzeug“, sagt Sparwirth. Zwei Großbrände im vergangenen September und November, die sich über mehrere Tage hinzogen, brachten die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Notwendigkeit einer eigenen Betriebsfeuerwehr war nicht mehr wegzudiskutieren und so wurde die Gründung am 22. März dieses Jahres offiziell bei der Gemeinde Hille beurkundet. Zwar werde die Betriebsfeuerwehr nach wie vor von der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt, aber viele Dinge könnten jetzt einfach und schnell von den Kräften vor Ort erledigt werden. Sparwirth: „Wir unterstützen uns gegenseitig. Wenn die Freiwillige Feuerwehr unsere Hilfe benötigt, können sie uns auch anfordern.“ Das Team von Julian Sparwirth umfasst 14 Mitarbeiter. „Wir arbeiten wie eine normale Löschgruppe mit den gleichen Funkmeldeempfängern und haben auch unsere regelmäßigen Übungsdienste“, sagt der Chef der Truppe. Während der Kernarbeitszeit seien immer mindestens sechs Leute vor Ort, um bei internen Alarmierungen ausrücken zu können. Außerhalb der Kernarbeitszeit gebe es eine Brandbereitschaft und auch nachts sei ein Sicherheitsdienst mit einer Wärmebildkamera auf dem Gelände unterwegs. In einem eigenen Gebäude für die Betriebsfeuerwehr parkt das Fahrzeug – ein Tanklöschfahrzeug 24-50 mit 5.000 Litern Wasser an Bord. Hier lagern auch die Schläuche, Löschschaum, Werkzeuge und hier befinden sich auch die Umkleideräume, in denen die Ausrüstung der Einsatzkräfte mit Uniform, Stiefeln und Helm bereitliegt. Die Betriebsfeuerwehr hat auf der Pohlschen Heide gut zu tun. Bereits zwei Tage nach der Gründung waren die Mitarbeiter an einem Gefahrguteinsatz beteiligt. Kanister mit einer ätzenden Flüssigkeit waren umgekippt und ausgelaufen. Ein Kunde hatte die Kanister unerlaubterweise als Gewerbemüll abgegeben. Bei einem weiteren Einsatz kam ein brennendes Müllfahrzeug auf den Hof gefahren – die Betriebsfeuerwehr war sofort zur Stelle und löschte den Wagen. Ein Einsatzschwerpunkt sei die Selbstentzündung, sagt Sparwirth. Lagerten die Ersatzbrennstoffe zu lange, käme es bei den Verrottungsprozessen immer wieder zu Bränden. Aber auch im Restmüll entsorgte Lithium-Ionen-Akkus beispielsweise von Mobiltelefonen seien eine Gefahrenquelle. „Die Akkus gehören nicht in die Mülltonne, sondern in die Schadstoffsammlung“, betont der Experte. Dass insbesondere die Kooperation mit der Gemeinde Hille auch für andere Firmen interessant ist, hat der Technische Leiter und Prokurist Thomas Kropp in den letzten Wochen erfahren. Bereits mehrfach sei er von Kollegen auf die neue Betriebsfeuerwehr und die Umsetzung angesprochen worden. Julian Sparwirth ist von der Win-win-Situation überzeugt: „Unsere Firma gewinnt durch den Brandschutz und die Gemeinde Hille gewinnt an Sicherheit.“ Das Entsorgungszentrum Pohlsche Heide Die Pohlsche Heide in Hille ist das Entsorgungszentrum des Kreises Minden-Lübbecke. Es ist bekannt für seine effizienten und modernen Anlagen zur Abfallaufbereitung. Wie funktionieren diese Anlagen? Was passiert mit dem täglich dort angelieferten Müll? Und warum ist die Deponie selbst im Zeitalter des Recyclings noch unerlässlich? Diesen und noch vielen weiteren Fragen geht das Mindener Tageblattin diesen Wochen in der Serie „Pohlsche Heide“ tiefer auf den Grund. Haben Sie ein weiteres Thema rund um das Entsorgungszentrum in Hille, das Sie interessiert und über das wir berichten sollten? Schicken Sie uns Ihre Vorschläge per E-Mail an lokales@MT.de! Hier gibt es weitere Teile der MT-Serie "Pohlsche Heide"

Im Ernstfall schon vor Ort: Ein Besuch bei der Betriebsfeuerwehr auf der Pohlschen Heide

Beruflich und privat als Feuerwehrmann im Einsatz: Julian Sparwirth leitet die Betriebsfeuerwehr und ist in der Löschgruppe Holzhausen aktiv.  © Alex Lehn

Hille (mt). Für Julian Sparwirth macht es keinen Unterschied, ob er als Ehrenamtlicher mit seiner Löschgruppe Holzhausen II zu einem Brand ausrückt oder als Angestellter der Pohlschen Heide. „Ich bin einfach Feuerwehrmann“, sagt der 32-Jährige. Der Hiller ist schon seit Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde. Seit Mai diesen Jahres leitet Sparwirth die Betriebsfeuerwehr auf dem Gelände der Pohlschen Heide.

Bereits seit einigen Jahren ist Julian Sparwirth Brandschutzbeauftragter auf der Deponie im Hiller Ortsteil Mindenerwald. Angefangen hat er 2005 als Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Mittlerweile sei er für die Betriebsfeuerwehr freigestellt, sagt er gegenüber dem MT. Gespräche über die Gründung einer Betriebsfeuerwehr hätten die Geschäftsführung der KAVG (Kreisabfallverwertungsgesellschaft) und die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr schon länger geführt. „Wir waren hier in Sachen Brandschutz schon immer gut aufgestellt. Es fehlte nur an Kleinigkeiten und an einem eigenen Fahrzeug“, sagt Sparwirth.

Zwei Großbrände im vergangenen September und November, die sich über mehrere Tage hinzogen, brachten die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Notwendigkeit einer eigenen Betriebsfeuerwehr war nicht mehr wegzudiskutieren und so wurde die Gründung am 22. März dieses Jahres offiziell bei der Gemeinde Hille beurkundet. Zwar werde die Betriebsfeuerwehr nach wie vor von der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt, aber viele Dinge könnten jetzt einfach und schnell von den Kräften vor Ort erledigt werden. Sparwirth: „Wir unterstützen uns gegenseitig. Wenn die Freiwillige Feuerwehr unsere Hilfe benötigt, können sie uns auch anfordern.“

Das Team von Julian Sparwirth umfasst 14 Mitarbeiter. „Wir arbeiten wie eine normale Löschgruppe mit den gleichen Funkmeldeempfängern und haben auch unsere regelmäßigen Übungsdienste“, sagt der Chef der Truppe. Während der Kernarbeitszeit seien immer mindestens sechs Leute vor Ort, um bei internen Alarmierungen ausrücken zu können. Außerhalb der Kernarbeitszeit gebe es eine Brandbereitschaft und auch nachts sei ein Sicherheitsdienst mit einer Wärmebildkamera auf dem Gelände unterwegs.

In einem eigenen Gebäude für die Betriebsfeuerwehr parkt das Fahrzeug – ein Tanklöschfahrzeug 24-50 mit 5.000 Litern Wasser an Bord. Hier lagern auch die Schläuche, Löschschaum, Werkzeuge und hier befinden sich auch die Umkleideräume, in denen die Ausrüstung der Einsatzkräfte mit Uniform, Stiefeln und Helm bereitliegt.

Die Betriebsfeuerwehr hat auf der Pohlschen Heide gut zu tun. Bereits zwei Tage nach der Gründung waren die Mitarbeiter an einem Gefahrguteinsatz beteiligt. Kanister mit einer ätzenden Flüssigkeit waren umgekippt und ausgelaufen. Ein Kunde hatte die Kanister unerlaubterweise als Gewerbemüll abgegeben. Bei einem weiteren Einsatz kam ein brennendes Müllfahrzeug auf den Hof gefahren – die Betriebsfeuerwehr war sofort zur Stelle und löschte den Wagen. Ein Einsatzschwerpunkt sei die Selbstentzündung, sagt Sparwirth. Lagerten die Ersatzbrennstoffe zu lange, käme es bei den Verrottungsprozessen immer wieder zu Bränden. Aber auch im Restmüll entsorgte Lithium-Ionen-Akkus beispielsweise von Mobiltelefonen seien eine Gefahrenquelle. „Die Akkus gehören nicht in die Mülltonne, sondern in die Schadstoffsammlung“, betont der Experte.

Dass insbesondere die Kooperation mit der Gemeinde Hille auch für andere Firmen interessant ist, hat der Technische Leiter und Prokurist Thomas Kropp in den letzten Wochen erfahren. Bereits mehrfach sei er von Kollegen auf die neue Betriebsfeuerwehr und die Umsetzung angesprochen worden. Julian Sparwirth ist von der Win-win-Situation überzeugt: „Unsere Firma gewinnt durch den Brandschutz und die Gemeinde Hille gewinnt an Sicherheit.“

Das Entsorgungszentrum Pohlsche Heide

Die Pohlsche Heide in Hille ist das Entsorgungszentrum des Kreises Minden-Lübbecke. Es ist bekannt für seine effizienten und modernen Anlagen zur Abfallaufbereitung.

Wie funktionieren diese Anlagen? Was passiert mit dem täglich dort angelieferten Müll? Und warum ist die Deponie selbst im Zeitalter des Recyclings noch unerlässlich? Diesen und noch vielen weiteren Fragen geht das Mindener Tageblattin diesen Wochen in der Serie „Pohlsche Heide“ tiefer auf den Grund.

Haben Sie ein weiteres Thema rund um das Entsorgungszentrum in Hille, das Sie interessiert und über das wir berichten sollten? Schicken Sie uns Ihre Vorschläge per E-Mail an lokales@MT.de!

Hier gibt es weitere Teile der MT-Serie "Pohlsche Heide"

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Hille