Humor auf der Schiene: Museumseisenbahn verbindet Fahrten nach Südhemmern mit Kabarett und Live-Musik Kerstin Rickert Hille-Südhemmern. Andreas Schneider verspricht sich einiges von der neuen Saison an der Windmühle Südhemmern. So konnten nach zweieinhalb Jahren coronabedingter Pause die Mahl- und Backtage bereits wieder anlaufen. Als Nächstes steht eine ganze Reihe kultureller Ereignisse an, mit denen der Vorsitzende der Mühlengruppe Südhemmern neuen Schwung verbindet: „Ich hoffe, dass die zusätzlichen sechs Termine uns helfen, ein paar Löcher zu stopfen.“ Die Rede ist von „Kabarett unter Dampf“. Dieses besondere Veranstaltungsformat verbindet Fahrten mit Live-Musik in der Museumseisenbahn und Kabarett unter freiem Himmel an der Mühle Südhemmern. Zum Auftakt am Freitag, 10. Juni, ist Richie Arndt mit von der Partie. Für den in der Blues-Szene bekannten Sänger und Gitarristen aus Unterlübbe ist sein Auftritt ein ganz besonderes Heimspiel. „Nur mit Gitarre im Zug hin und her zu wandern ist schon anders“, sagt der gebürtige Bielefelder. Seine Karriere als Musiker hat den 64-Jährigen schon auf unzählige Bühnen im In- und Ausland geführt. In einem Zug gespielt hat Richie Arndt noch nie. Dabei hat er die passenden Songs schon lange im Gepäck. Für sein Album „Train Stories“ hat er sie mit seiner Akustikgitarre vor 13 Jahren eingespielt: Eisenbahn-Lieder aus der Feder großer Kollegen, die vom Umherziehen, von Begegnungen und dem Drang nach Freiheit handeln. „Es bietet sich an, einige davon zu spielen“, findet Richie Arndt. Mehr verrät er noch nicht, außer: „Es wird rein akustisch, denn ich spiele ja unverstärkt.“ Die Idee für „Kabarett unter Dampf“ stammt von Andrea Krauledat, der Intendantin des Mindener Stadttheaters. Als klar war, dass das Theater wegen Sanierungsarbeiten über einen längeren Zeitraum geschlossen werden würde, ging sie auf die Suche nach Alternativen. „Wir haben früh angefangen zu überlegen, was wir machen“, sagt Krauledat. Schon lange habe ihr die Museumseisenbahn als Spielort vorgeschwebt. Anders aber als zum 100-jährigen Jubiläum des Stadttheaters vor 14 Jahren, als der „Mörderexpress“ unter der Regie von Jürgen Morche viele Male von Minden-Oberstadt nach Kleinenbremen rollte, sollte es diesmal sein. „Wir wollten etwas Besonderes machen. Für jeden etwas, für Jung und Alt, mit Musik und Comedy. Es sollte insgesamt ein Erlebnis werden“, sagt Andrea Krauledat. Ihr Wunsch für die Fahrten mit dem Zug: Lauf-Acts – Künstler, die sich durch den Zug bewegen und nicht isoliert auf einer Bühne spielen. Gemeinsam mit der Mindener Museumseisenbahn, dem Kulturbüro OWL und den Kulturkoordinatorinnen von „Handwerk trifft Kultur“, einem Modellprojekt in den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford, entwickelte sie die Richtung, in die es gehen sollte. Dass dabei die Mühle Südhemmern ins Spiel kam, überrascht Andreas Schneider nicht: „Weil wir es können“, sagt er selbstbewusst. „Wir haben die Örtlichkeiten, die Leute und die Möglichkeit, dass unsere Besucher mit der Museumseisenbahn anreisen.“ Die Mühlengruppe sei mehr als bereit, wieder voll durchzustarten. „Wir haben eine lange Durststrecke hinter uns, nur Ausgaben, keine Einnahmen“, blickt der Vorsitzende auf die vergangenen zweieinhalb Jahre zurück. Umso größer sei die Freude, das historische Gebäudeensemble mit dem Wall-Holländer von 1880, Scheune, Müller- und Backhaus nach so langer Zeit wieder präsentieren zu können. Mit Veranstaltungen auch außerhalb der Mahl- und Backtage habe sich die Mühlengruppe in der Vergangenheit einen guten Ruf erworben. Andreas Schneider erinnert an Filmnächte und Autoren-Lesungen in Zusammenarbeit mit dem Literaturbüro OWL. „Wenn es um Kultur geht und Verköstigung, sind wir eine gute Wahl“, ist er überzeugt. Auf „Kabarett unter Dampf“ freue er sich sehr: „Es kommen namhafte Künstler nach Südhemmern. Das ist keine Kleinkunst und schon etwas ganz Besonderes.“ Er erhoffe sich, dass möglichst viele Menschen das genauso sehen und die Veranstaltungen gut angenommen werden. Insgesamt sechs Mal macht sich die Museumseisenbahn im Juni und im August für „Kabarett unter Dampf“ auf den Weg von Minden nach Südhemmern und wieder zurück. Los geht es jeweils um 17 Uhr mit Live-Musik am Bahnhof Minden-Oberstadt. Zwischen 17.30 und 18 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung und fährt mit musikalischer Begleitung bis zur Haltestelle Specken. Von dort geht es zu Fuß zur nahegelegenen Mühle, wo um 19 Uhr Kabarett auf einer Open-Air-Bühne auf dem Programm steht (Rückfahrt mit dem Zug gegen 21.30 Uhr). „Uns war es wichtig, raus zu gehen an die frische Luft“, sagt Andrea Krauledat. Der Bereich vor der Bühne werde nach Worten der Theaterintendantin bestuhlt, 200 Plätze stehen pro Veranstaltung zur Verfügung, finanzielle Unterstützung kommt vom Land NRW. „Die gesamte Organisation bedeutet schon einen großen logistischen Aufwand“, merkt Krauledat an. „Aber wenn es gut klappt, könnte ich mir vorstellen, das in Zukunft zu wiederholen.“

Humor auf der Schiene: Museumseisenbahn verbindet Fahrten nach Südhemmern mit Kabarett und Live-Musik

Nach einer langen Durststrecke soll die Kultur weiter in Schwung kommen. Die Verbindung zwischen Zug und Mühle ist eine neue Form des Kabarett in Südhemmern. Foto: MEM © x

Hille-Südhemmern. Andreas Schneider verspricht sich einiges von der neuen Saison an der Windmühle Südhemmern. So konnten nach zweieinhalb Jahren coronabedingter Pause die Mahl- und Backtage bereits wieder anlaufen. Als Nächstes steht eine ganze Reihe kultureller Ereignisse an, mit denen der Vorsitzende der Mühlengruppe Südhemmern neuen Schwung verbindet: „Ich hoffe, dass die zusätzlichen sechs Termine uns helfen, ein paar Löcher zu stopfen.“ Die Rede ist von „Kabarett unter Dampf“. Dieses besondere Veranstaltungsformat verbindet Fahrten mit Live-Musik in der Museumseisenbahn und Kabarett unter freiem Himmel an der Mühle Südhemmern.

Zum Auftakt am Freitag, 10. Juni, ist Richie Arndt mit von der Partie. Für den in der Blues-Szene bekannten Sänger und Gitarristen aus Unterlübbe ist sein Auftritt ein ganz besonderes Heimspiel. „Nur mit Gitarre im Zug hin und her zu wandern ist schon anders“, sagt der gebürtige Bielefelder. Seine Karriere als Musiker hat den 64-Jährigen schon auf unzählige Bühnen im In- und Ausland geführt. In einem Zug gespielt hat Richie Arndt noch nie. Dabei hat er die passenden Songs schon lange im Gepäck. Für sein Album „Train Stories“ hat er sie mit seiner Akustikgitarre vor 13 Jahren eingespielt: Eisenbahn-Lieder aus der Feder großer Kollegen, die vom Umherziehen, von Begegnungen und dem Drang nach Freiheit handeln. „Es bietet sich an, einige davon zu spielen“, findet Richie Arndt. Mehr verrät er noch nicht, außer: „Es wird rein akustisch, denn ich spiele ja unverstärkt.“

Die Idee für „Kabarett unter Dampf“ stammt von Andrea Krauledat, der Intendantin des Mindener Stadttheaters. Als klar war, dass das Theater wegen Sanierungsarbeiten über einen längeren Zeitraum geschlossen werden würde, ging sie auf die Suche nach Alternativen. „Wir haben früh angefangen zu überlegen, was wir machen“, sagt Krauledat. Schon lange habe ihr die Museumseisenbahn als Spielort vorgeschwebt. Anders aber als zum 100-jährigen Jubiläum des Stadttheaters vor 14 Jahren, als der „Mörderexpress“ unter der Regie von Jürgen Morche viele Male von Minden-Oberstadt nach Kleinenbremen rollte, sollte es diesmal sein. „Wir wollten etwas Besonderes machen. Für jeden etwas, für Jung und Alt, mit Musik und Comedy. Es sollte insgesamt ein Erlebnis werden“, sagt Andrea Krauledat. Ihr Wunsch für die Fahrten mit dem Zug: Lauf-Acts – Künstler, die sich durch den Zug bewegen und nicht isoliert auf einer Bühne spielen. Gemeinsam mit der Mindener Museumseisenbahn, dem Kulturbüro OWL und den Kulturkoordinatorinnen von „Handwerk trifft Kultur“, einem Modellprojekt in den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford, entwickelte sie die Richtung, in die es gehen sollte. Dass dabei die Mühle Südhemmern ins Spiel kam, überrascht Andreas Schneider nicht: „Weil wir es können“, sagt er selbstbewusst.


„Wir haben die Örtlichkeiten, die Leute und die Möglichkeit, dass unsere Besucher mit der Museumseisenbahn anreisen.“ Die Mühlengruppe sei mehr als bereit, wieder voll durchzustarten. „Wir haben eine lange Durststrecke hinter uns, nur Ausgaben, keine Einnahmen“, blickt der Vorsitzende auf die vergangenen zweieinhalb Jahre zurück. Umso größer sei die Freude, das historische Gebäudeensemble mit dem Wall-Holländer von 1880, Scheune, Müller- und Backhaus nach so langer Zeit wieder präsentieren zu können. Mit Veranstaltungen auch außerhalb der Mahl- und Backtage habe sich die Mühlengruppe in der Vergangenheit einen guten Ruf erworben. Andreas Schneider erinnert an Filmnächte und Autoren-Lesungen in Zusammenarbeit mit dem Literaturbüro OWL. „Wenn es um Kultur geht und Verköstigung, sind wir eine gute Wahl“, ist er überzeugt. Auf „Kabarett unter Dampf“ freue er sich sehr: „Es kommen namhafte Künstler nach Südhemmern. Das ist keine Kleinkunst und schon etwas ganz Besonderes.“ Er erhoffe sich, dass möglichst viele Menschen das genauso sehen und die Veranstaltungen gut angenommen werden.

Insgesamt sechs Mal macht sich die Museumseisenbahn im Juni und im August für „Kabarett unter Dampf“ auf den Weg von Minden nach Südhemmern und wieder zurück. Los geht es jeweils um 17 Uhr mit Live-Musik am Bahnhof Minden-Oberstadt. Zwischen 17.30 und 18 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung und fährt mit musikalischer Begleitung bis zur Haltestelle Specken. Von dort geht es zu Fuß zur nahegelegenen Mühle, wo um 19 Uhr Kabarett auf einer Open-Air-Bühne auf dem Programm steht (Rückfahrt mit dem Zug gegen 21.30 Uhr).

„Uns war es wichtig, raus zu gehen an die frische Luft“, sagt Andrea Krauledat. Der Bereich vor der Bühne werde nach Worten der Theaterintendantin bestuhlt, 200 Plätze stehen pro Veranstaltung zur Verfügung, finanzielle Unterstützung kommt vom Land NRW. „Die gesamte Organisation bedeutet schon einen großen logistischen Aufwand“, merkt Krauledat an. „Aber wenn es gut klappt, könnte ich mir vorstellen, das in Zukunft zu wiederholen.“

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Mehr zum Thema