Henning Grinke bezeichnet finanzielle Lage der Gemeinde als "brisant" Carsten Korfesmeyer Hille-Südhemmern. Sich selbst nennt er einen Zahlenmenschen. Henning Grinke analysiert gerne und hat sein Urteil über die Haushaltslage der Gemeinde schon vor Monaten gefällt. „Sie ist brisant“, sagt der neue CDU-Fraktionsvorsitzende im Gespräch mit dem MT. Schon vor Corona sei das Defizit höher gewesen als notwendig und der 38-Jährige will das ändern. Nicht unbedingt mit einem drastischen Sparkurs, vielmehr mit gezielten und nachhaltigen Entscheidungen, die für Außenstehende vielleicht nicht auf Anhieb erkennbar sind. Der kürzlich aufgebrachte Splitt auf den Straßen sei beispielsweise keine kostengünstige Lösung gewesen. Mit Fördermitteln und Abschreibungen hätte die Gemeinde seiner Ansicht nach baulich viel mehr machen können. „Was dann natürlich sehr viel länger hält“, sagt Grinke. Die Straßen sind nur ein politisches Feld, das der Fraktionschef in den kommenden fünf Jahren beackern will. Das Streckennetz sei vergleichbar mit dem der Großstadt Dortmund. Auf dem Gebiet müsse dringend mehr passieren. „Wir müssen den Aufwand herunterfahren“, findet Henning Grinke. Die viel diskutierten Treckerschleusen seien nicht der alleinige Ansatz und alternativ könnten wenig befahrene Feldwege mit Schotter ausgestattet werden. Der Nachfolger von Herbert Heuer sagt selbst, dass er in große Fußstapfen getreten ist. Er ist außerdem neu im Hiller Rat und gleich in der Führungsrolle gelandet. Dass er die besetzt, war bereits nach dem Scheitern in der Stichwahl um das Bürgermeisteramt absehbar. „Ich will meinen Beitrag leisten, um Hille voran zu bringen“, sagt der Südhemmeraner. Der einstige Kandidat für das Amt des Verwaltungschefs sieht sich mit seiner Fraktion in einer guten Position. Die CDU ist im Rat die stärkste Kraft und nach Worten ihres Chefs auch personell gut aufgestellt. Aber die Herausforderungen sind groß. „Corona wird uns in den Kommunen auf lange Sicht vor schwere Entscheidungen stellen.“ Die Konstellation im Rat zeigt, dass es mit der Mehrheitsbeschaffung durchaus spannend werden kann. Den kleinen Fraktionen kämen womöglich Schlüsselrollen zu und sie könnten das Zünglein an der Waage sein. Henning Grinke ist überzeugt, dass es in den politischen Gremien der Gemeinde weiterhin sachorientiert zugeht. Ohnehin sei die CDU immer offen für Gespräche. Mit den Fraktionsspitzen von SPD und FDP habe es diese bereits gegeben. Treffen mit der FWG und den Bündnisgrünen sollen folgen. Besonders am Herzen liegt dem Fraktionschef die Lebensqualität der Menschen. Hille soll unter anderem an Wohnqualität gewinnen und er möchte auch die Wirtschaft weiter ankurbeln. Die Stärkung des Ehrenamts hat er sich schon im Wahlkampf auf die Fahnen geschrieben und der Mann aus Südhemmern will sich ebenfalls für eine angemessene Ausstattung der Feuerwehr stark machen. „Wir müssen außerdem die ärztliche Versorgung deutlich voran bringen.“ Und was ist mit der Digitalisierung? Da sieht der CDU-Politiker noch Luft nach oben – und das, obwohl zurzeit der Breitbandausbau des Kreises in der Gemeinde läuft. Es reiche nicht, die bisher unterversorgten Gebiete mit schnellem Internet auszustatten, dafür aber die bisher als versorgt geltenden Bereiche zu vergessen. Das Netz brauche immer mehr Tempo und sowohl für Firmen als auch Privatleute gehört die rasante Fahrt auf der Datenautobahn längst zur Grundversorgung. „Beim Glasfaserausbau müssen wir weiter am Ball bleiben“, sagt Henning Grinke. Der Masterplan des Kreises reiche allein nicht aus. Der Fraktionsvorsitzende ist ein eher sachlicher Typ und sicherlich keiner, der mit markanten Sprüchen auffallen möchte. Er will sich für Förderprogramme stark machen, denn da gehe zurzeit einiges. Die Zahlenwelt bezeichnet er selbst als ein unliebsames Thema, mit dem man „keinen hinter dem Ofen hervor holt“. Doch in der Kommunalpolitik drehe sich nun einmal allerhand um die Finanzen. „Wir müssen unbedingt verhindern, dass wir in die Haushaltssicherung geraten“, sagt Henning Grinke. Würde das passieren, wären Rat und Verwaltung nicht mehr Herr im eigenen Haus, sondern würden von der Bezirksregierung gemanaged. Und wenn die Entscheidungsträger nicht vor Ort sind und ihre Regelungen rein nach Aktenlage treffen müssen, könne es ruckzuck passieren, dass an der Gebührenschraube gedreht werde.

Henning Grinke bezeichnet finanzielle Lage der Gemeinde als "brisant"

Henning Grinke ist von der CDU-Fraktion einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Der 38-Jährige ist Nachfolger von Herbert Heuer, der aus Altersgründen nicht erneut für den Gemeinderat kandidiert hatte. Foto: Christian Schwier © Foto 2020 von www.ChristianSchwier.de

Hille-Südhemmern. Sich selbst nennt er einen Zahlenmenschen. Henning Grinke analysiert gerne und hat sein Urteil über die Haushaltslage der Gemeinde schon vor Monaten gefällt. „Sie ist brisant“, sagt der neue CDU-Fraktionsvorsitzende im Gespräch mit dem MT.

Schon vor Corona sei das Defizit höher gewesen als notwendig und der 38-Jährige will das ändern. Nicht unbedingt mit einem drastischen Sparkurs, vielmehr mit gezielten und nachhaltigen Entscheidungen, die für Außenstehende vielleicht nicht auf Anhieb erkennbar sind. Der kürzlich aufgebrachte Splitt auf den Straßen sei beispielsweise keine kostengünstige Lösung gewesen. Mit Fördermitteln und Abschreibungen hätte die Gemeinde seiner Ansicht nach baulich viel mehr machen können. „Was dann natürlich sehr viel länger hält“, sagt Grinke.

Die Straßen sind nur ein politisches Feld, das der Fraktionschef in den kommenden fünf Jahren beackern will. Das Streckennetz sei vergleichbar mit dem der Großstadt Dortmund. Auf dem Gebiet müsse dringend mehr passieren. „Wir müssen den Aufwand herunterfahren“, findet Henning Grinke. Die viel diskutierten Treckerschleusen seien nicht der alleinige Ansatz und alternativ könnten wenig befahrene Feldwege mit Schotter ausgestattet werden.

Der Nachfolger von Herbert Heuer sagt selbst, dass er in große Fußstapfen getreten ist. Er ist außerdem neu im Hiller Rat und gleich in der Führungsrolle gelandet. Dass er die besetzt, war bereits nach dem Scheitern in der Stichwahl um das Bürgermeisteramt absehbar. „Ich will meinen Beitrag leisten, um Hille voran zu bringen“, sagt der Südhemmeraner. Der einstige Kandidat für das Amt des Verwaltungschefs sieht sich mit seiner Fraktion in einer guten Position. Die CDU ist im Rat die stärkste Kraft und nach Worten ihres Chefs auch personell gut aufgestellt. Aber die Herausforderungen sind groß. „Corona wird uns in den Kommunen auf lange Sicht vor schwere Entscheidungen stellen.“

Die Konstellation im Rat zeigt, dass es mit der Mehrheitsbeschaffung durchaus spannend werden kann. Den kleinen Fraktionen kämen womöglich Schlüsselrollen zu und sie könnten das Zünglein an der Waage sein. Henning Grinke ist überzeugt, dass es in den politischen Gremien der Gemeinde weiterhin sachorientiert zugeht. Ohnehin sei die CDU immer offen für Gespräche. Mit den Fraktionsspitzen von SPD und FDP habe es diese bereits gegeben. Treffen mit der FWG und den Bündnisgrünen sollen folgen.

Besonders am Herzen liegt dem Fraktionschef die Lebensqualität der Menschen. Hille soll unter anderem an Wohnqualität gewinnen und er möchte auch die Wirtschaft weiter ankurbeln. Die Stärkung des Ehrenamts hat er sich schon im Wahlkampf auf die Fahnen geschrieben und der Mann aus Südhemmern will sich ebenfalls für eine angemessene Ausstattung der Feuerwehr stark machen. „Wir müssen außerdem die ärztliche Versorgung deutlich voran bringen.“

Und was ist mit der Digitalisierung? Da sieht der CDU-Politiker noch Luft nach oben – und das, obwohl zurzeit der Breitbandausbau des Kreises in der Gemeinde läuft. Es reiche nicht, die bisher unterversorgten Gebiete mit schnellem Internet auszustatten, dafür aber die bisher als versorgt geltenden Bereiche zu vergessen. Das Netz brauche immer mehr Tempo und sowohl für Firmen als auch Privatleute gehört die rasante Fahrt auf der Datenautobahn längst zur Grundversorgung. „Beim Glasfaserausbau müssen wir weiter am Ball bleiben“, sagt Henning Grinke. Der Masterplan des Kreises reiche allein nicht aus.

Der Fraktionsvorsitzende ist ein eher sachlicher Typ und sicherlich keiner, der mit markanten Sprüchen auffallen möchte. Er will sich für Förderprogramme stark machen, denn da gehe zurzeit einiges. Die Zahlenwelt bezeichnet er selbst als ein unliebsames Thema, mit dem man „keinen hinter dem Ofen hervor holt“. Doch in der Kommunalpolitik drehe sich nun einmal allerhand um die Finanzen. „Wir müssen unbedingt verhindern, dass wir in die Haushaltssicherung geraten“, sagt Henning Grinke. Würde das passieren, wären Rat und Verwaltung nicht mehr Herr im eigenen Haus, sondern würden von der Bezirksregierung gemanaged. Und wenn die Entscheidungsträger nicht vor Ort sind und ihre Regelungen rein nach Aktenlage treffen müssen, könne es ruckzuck passieren, dass an der Gebührenschraube gedreht werde.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Hille