Heimische Landwirte kritisieren Preiskampf bei Lebensmitteln Kreis Minden-Lübbecke (nw). „Wir werden dieses Corona-Jahr noch lange in Erinnerung behalten“, resümiert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke Rainer Meyer. 2020 habe allen, der gesamten Gesellschaft, viel abverlangt. Auch für die Landwirte sei es ein anstrengendes Jahr gewesen. Die Preise für viele landwirtschaftliche Produkte seien im Keller und die Stimmung auf den Höfen vielfach bedrückend. Für den Vorsitzenden ist es ein nachdenkliches Jahr. 2020 habe den Menschen aber auch deutlich gemacht, dass volle Regale im Supermarkt keine Selbstverständlichkeit sind. Wir haben gelernt, wie wertvoll Nahrungsmittel sind und dass sie ihren Preis haben müssen“, blickt der Vorsitzende zurück. Die Verwundbarkeit der globalen Lieferketten und die Wichtigkeit der hiesigen Erzeugung seien in diesem Corona-Jahr sehr bewusst geworden. „In 2020 haben wir wieder erfahren, wie abhängig wir Bauern von der Natur und dem Wetter sind“, berichtet der Vorsitzende. Mit der Ernte seien sie zum Glück dann noch relativ glimpflich davon gekommen. Allerdings sei die Spannbreite enorm groß. Große Sorgen bereiten den Landwirten die Schweine-, Rind-, Geflügelfleisch-, Milch- und Eierpreise. So hätten drei trockene Jahre insbesondere bei den Milchbauern und Bullenmästern die Kosten stark steigen lassen bei nicht auskömmlichen Erzeugerpreisen. Die Bullenmäster würden unter der Schließung der Gastronomie und dem Wegfall des Weihnachtsgeschäfts massiv leiden. Ebenso habe auf dem Geflügel- und Eiermarkt ein Preisverfall eingesetzt. Bei den Sauen- und Schweinehaltern führten Corona und die hohen Vorsichtsmaßnahmen in der Schlachtbranche sowie der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland im September zu extremen Preiseinbrüchen. Auch bei den Waldbauern sei die Situation durch drei Dürrejahre und den Befall des Borkenkäfers desaströs. Corona, Afrikanische Schweinepest (ASP), Vogelgrippe, Preisverfall, immer mehr Auflagen, Gesetze, Bürokratie, die die Kosten erhöhen – die Lage sei ernst. „Wir sehen eine wirtschaftlich schwierige Situation, mit einer sich weiter öffnenden Kosten- und Erlösschere“, schildert der Vorsitzende. „Auf der anderen Seite wird zunehmend mit unseren Produkten vom Lebensmitteleinzelhandel (LEH) gutes Geld verdient.“ Nicht nur das: Außerdem trage der LEH wegen des eigenen Wettbewerbsvorteils mit immer neuen Anforderungen dazu bei, dass der Kostendruck steige. Weiter komme hinzu, dass die Landwirtschaft einem globalen Wettbewerbsdruck ausgesetzt sei. „Es kann und darf kein Weiter so geben. Das schaffen unsere Bauernfamilien nicht mehr“, beschreibt Meyer den existenziellen Druck. „Wir müssen mit unseren Familien von unserer Arbeit leben können.“ Gerade der Nachwuchs brauche planbare, verlässliche Perspektiven. „Wir sind für fairen Wettbewerb mit gleichen EU-weiten Kriterien“, unterstreicht der Vorsitzende. „Wir sind für ein verantwortungsbewusstes Miteinander, doch wir müssen es auch durchhalten.“ Deshalb gehöre zur Nachhaltigkeit auch das Soziale und die Ökonomie dazu. Lebensmittel hätten ihren Preis. „Die Verantwortung für das, was wir in Zukunft essen, liegt bei uns allen“, appelliert der Vorsitzende. Es gehe nur gemeinsam mit der Landwirtschaft, der Gesellschaft und der Politik. Auch vom Lebensmitteleinzelhandel fordert Meyer einen fairen Umgang und eine angemessene Bezahlung bei höheren Qualitätsstandards. Er gibt zu bedenken, dass die Bauernfamilien seit Generationen verantwortungsbewusst für Mensch, Tier und Natur qualitativ hochwertige Lebensmittel erzeugten und den ländlichen Raum erhielten. Wolle die Gesellschaft eine nachhaltige, lokale, sichere Lebensmittelversorgung und höhere Ansprüche an mehr Tierwohl sowie Umweltschutz, so müssten diese fair bezahlt werden. Traurig stimmt Meyer, dass das Corona-Virus vielen Menschen persönliches sowie wirtschaftliches Leid gebracht habe. „2020 hat uns mehr als deutlich gezeigt, wie wichtig Gesundheit ist.

Heimische Landwirte kritisieren Preiskampf bei Lebensmitteln

2020 hat den Menschen gezeigt, dass volle Regale im Supermarkt keine Selbstverständlichkeit sind. Foto: WLV © WLV

Kreis Minden-Lübbecke (nw). „Wir werden dieses Corona-Jahr noch lange in Erinnerung behalten“, resümiert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke Rainer Meyer. 2020 habe allen, der gesamten Gesellschaft, viel abverlangt. Auch für die Landwirte sei es ein anstrengendes Jahr gewesen. Die Preise für viele landwirtschaftliche Produkte seien im Keller und die Stimmung auf den Höfen vielfach bedrückend. Für den Vorsitzenden ist es ein nachdenkliches Jahr.

2020 habe den Menschen aber auch deutlich gemacht, dass volle Regale im Supermarkt keine Selbstverständlichkeit sind. Wir haben gelernt, wie wertvoll Nahrungsmittel sind und dass sie ihren Preis haben müssen“, blickt der Vorsitzende zurück. Die Verwundbarkeit der globalen Lieferketten und die Wichtigkeit der hiesigen Erzeugung seien in diesem Corona-Jahr sehr bewusst geworden.

„In 2020 haben wir wieder erfahren, wie abhängig wir Bauern von der Natur und dem Wetter sind“, berichtet der Vorsitzende. Mit der Ernte seien sie zum Glück dann noch relativ glimpflich davon gekommen. Allerdings sei die Spannbreite enorm groß.

Große Sorgen bereiten den Landwirten die Schweine-, Rind-, Geflügelfleisch-, Milch- und Eierpreise. So hätten drei trockene Jahre insbesondere bei den Milchbauern und Bullenmästern die Kosten stark steigen lassen bei nicht auskömmlichen Erzeugerpreisen. Die Bullenmäster würden unter der Schließung der Gastronomie und dem Wegfall des Weihnachtsgeschäfts massiv leiden. Ebenso habe auf dem Geflügel- und Eiermarkt ein Preisverfall eingesetzt.

Bei den Sauen- und Schweinehaltern führten Corona und die hohen Vorsichtsmaßnahmen in der Schlachtbranche sowie der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland im September zu extremen Preiseinbrüchen. Auch bei den Waldbauern sei die Situation durch drei Dürrejahre und den Befall des Borkenkäfers desaströs.

Corona, Afrikanische Schweinepest (ASP), Vogelgrippe, Preisverfall, immer mehr Auflagen, Gesetze, Bürokratie, die die Kosten erhöhen – die Lage sei ernst. „Wir sehen eine wirtschaftlich schwierige Situation, mit einer sich weiter öffnenden Kosten- und Erlösschere“, schildert der Vorsitzende. „Auf der anderen Seite wird zunehmend mit unseren Produkten vom Lebensmitteleinzelhandel (LEH) gutes Geld verdient.“ Nicht nur das: Außerdem trage der LEH wegen des eigenen Wettbewerbsvorteils mit immer neuen Anforderungen dazu bei, dass der Kostendruck steige. Weiter komme hinzu, dass die Landwirtschaft einem globalen Wettbewerbsdruck ausgesetzt sei. „Es kann und darf kein Weiter so geben. Das schaffen unsere Bauernfamilien nicht mehr“, beschreibt Meyer den existenziellen Druck.

„Wir müssen mit unseren Familien von unserer Arbeit leben können.“ Gerade der Nachwuchs brauche planbare, verlässliche Perspektiven. „Wir sind für fairen Wettbewerb mit gleichen EU-weiten Kriterien“, unterstreicht der Vorsitzende. „Wir sind für ein verantwortungsbewusstes Miteinander, doch wir müssen es auch durchhalten.“ Deshalb gehöre zur Nachhaltigkeit auch das Soziale und die Ökonomie dazu.

Lebensmittel hätten ihren Preis. „Die Verantwortung für das, was wir in Zukunft essen, liegt bei uns allen“, appelliert der Vorsitzende. Es gehe nur gemeinsam mit der Landwirtschaft, der Gesellschaft und der Politik. Auch vom Lebensmitteleinzelhandel fordert Meyer einen fairen Umgang und eine angemessene Bezahlung bei höheren Qualitätsstandards.

Er gibt zu bedenken, dass die Bauernfamilien seit Generationen verantwortungsbewusst für Mensch, Tier und Natur qualitativ hochwertige Lebensmittel erzeugten und den ländlichen Raum erhielten. Wolle die Gesellschaft eine nachhaltige, lokale, sichere Lebensmittelversorgung und höhere Ansprüche an mehr Tierwohl sowie Umweltschutz, so müssten diese fair bezahlt werden.

Traurig stimmt Meyer, dass das Corona-Virus vielen Menschen persönliches sowie wirtschaftliches Leid gebracht habe. „2020 hat uns mehr als deutlich gezeigt, wie wichtig Gesundheit ist.

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