Heimatverbunden: Ehrenamtliche aus Nordhemmern belegen den ersten Platz beim Heimatpreis Stefanie Dullweber Hille-Hartum. „Heimat ist für mich...“ – müssten die Preisträger diesen Satz vervollständigen, stünde ziemlich weit oben das ehrenamtliche Engagement. Und genau dafür sind jetzt drei Projekte mit dem Heimatpreis der Gemeinde Hille ausgezeichnet worden. Eine Jury hatte aus fünf eingereichten Bewerbungen die drei Sieger gekürt. Auf dem dritten Platz landete Regina Frese für ihr jahrelanges Engagement in der Gemeindebücherei Hartum. Platz zwei belegt der Heimatverein Südhemmern mit seiner Heimatstube im Müllerhaus. Und über Platz eins freut sich der Heimatverein Nordhemmern, der das ehemalige Spritzenhaus seit 2017 von Grund auf saniert. Einen Sektempfang und Schnittchen gibt es am Dienstagabend im Rathaus nicht. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hatte die Gemeinde Hille die Sieger zu einer symbolischen Preisübergabe eingeladen – mit Maske und Abstand. Bürgermeister Michael Schweiß (SPD) gratulierte nicht per Handschlag, sondern Corona-konform mit der Ellenbogen-Variante. Auch ohne feierlichen Rahmen freuten sich die Ehrenamtlichen riesig – vor allem Brigitte Niemann vom Heimatverein Nordhemmern. „Das Preisgeld kommt genau zum richtigen Moment“, sagte sie und nahm die Auszeichnung stellvertretend für alle engagierten Helfer entgegen. Die Gemeinde Hille hat den vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Heimatpreis in diesem Jahr erstmals vergeben. Mit ihm werden ehrenamtlich aktive Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise in der Gemeinde Hille um Heimat und Gemeinschaft verdient machen. Von jedermann vorgeschlagen werden konnten Einzelpersonen, Gruppen, Organisationen oder örtliche Vereine. Berücksichtigt wurden begonnene, laufende oder bereits abgeschlossene Projekte zur Schaffung, Stärkung und zum Erhalt lokaler Identität und Gemeinschaft. Das Kulturgut muss – so steht es in den Regularien – im Mittelpunkt stehen und das Projekt nachhaltig und nachahmenswert sein. Weitere Kriterien sind die allgemeine Zugänglichkeit und keine Gewinnerzielungsabsicht. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro – aufgeteilt auf 2.500 Euro für den ersten Platz, 1.500 Euro für den zweiten Platz und 1.000 Euro für den dritten Platz. Bürgermeister Michael Schweiß machte die Bedeutung des Ehrenamtes beispielhaft an der Bewältigung der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 fest. „Ohne das Ehrenamt hätte das nicht funktioniert und ich bin unendlich dankbar, was auf Initiative des Seniorenbeirates in der Gemeinde auf den Weg gebracht worden ist.“ Jedes einzelne Engagement in den 149 Vereinen und Gruppen sei von Bedeutung – und drei Highlights würden jetzt ausgezeichnet, so Schweiß weiter. Regina Frese hat erst aus der Einladung zu der Preisverleihung erfahren, dass jemand sie nominiert hat. „Ich war sehr überrascht, aber ich freue mich über die Anerkennung.“ Das muss jemand gewesen sein, der weiß, wie viel Zeit die Bücherei in Anspruch nimmt. Regina Frese engagiert sich seit 22 Jahren für die Gemeindebücherei. Elisabeth Röthemeyer ist seit 2019 Vorsitzende des Heimatvereins Südhemmern und nahm den Preis stellvertretend für alle Mitglieder entgegen. Es sei die Idee der beiden Ortsheimatpfleger, Dennis Schnittker und Rolf Tiemann, gewesen, sich zu bewerben. „Einige wissen noch gar nichts davon und werden sich jetzt freuen.“ Die Mitglieder des Heimatvereins zeigen in der Heimatstube an Webstühlen, Spinnrädern, am Zigarrentisch und in der Reepschlägerei die mühsame Arbeit aus den Tagen ihrer Urgroßeltern – natürlich in passender Tracht. Darüber, wofür der Verein das Preisgeld ausgibt, muss Brigitte Niemann nicht lange nachdenken. Im neuen Vereinsdomizil fehlen noch Tische und Stühle sowie Regale und Schränke. „Es ist toll, dass unser Engagement so honoriert wird“, freut sich die Vorsitzende. Die Mitglieder des Heimatvereins hatten sich Anfang 2017 dazu entschlossen hatten, das ehemalige Spritzenhaus vor dem Verfall zu retten und von Grund auf zu sanieren. „Es wäre einfach zu schade gewesen, das Gebäude weiter verkommen zu lassen. Irgendwann hätte man es nur noch abreißen können“, sagt Brigitte Niemann und freut sich über die vielen Helfer, die seit drei Jahren dafür sorgen, dass der Traum von einem neuen Dorftreffpunkt Wirklichkeit wird.

Heimatverbunden: Ehrenamtliche aus Nordhemmern belegen den ersten Platz beim Heimatpreis

Die Preisträger Elisabeth Röthemeyer (vorne von links), Brigitte Niemann und Regina Freese mit Jury und Bürgermeister Michael Schweiß. MT-Fotos (2): Stefanie Dullweber

Hille-Hartum. „Heimat ist für mich...“ – müssten die Preisträger diesen Satz vervollständigen, stünde ziemlich weit oben das ehrenamtliche Engagement. Und genau dafür sind jetzt drei Projekte mit dem Heimatpreis der Gemeinde Hille ausgezeichnet worden. Eine Jury hatte aus fünf eingereichten Bewerbungen die drei Sieger gekürt. Auf dem dritten Platz landete Regina Frese für ihr jahrelanges Engagement in der Gemeindebücherei Hartum. Platz zwei belegt der Heimatverein Südhemmern mit seiner Heimatstube im Müllerhaus. Und über Platz eins freut sich der Heimatverein Nordhemmern, der das ehemalige Spritzenhaus seit 2017 von Grund auf saniert.

Einen Sektempfang und Schnittchen gibt es am Dienstagabend im Rathaus nicht. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hatte die Gemeinde Hille die Sieger zu einer symbolischen Preisübergabe eingeladen – mit Maske und Abstand. Bürgermeister Michael Schweiß (SPD) gratulierte nicht per Handschlag, sondern Corona-konform mit der Ellenbogen-Variante. Auch ohne feierlichen Rahmen freuten sich die Ehrenamtlichen riesig – vor allem Brigitte Niemann vom Heimatverein Nordhemmern. „Das Preisgeld kommt genau zum richtigen Moment“, sagte sie und nahm die Auszeichnung stellvertretend für alle engagierten Helfer entgegen.

Bei den Aktionstagen in Südhemmern können die Besucher sehen, wie früher an den Spinnrädern gearbeitet wurde. MT-Archivfoto: Alex Lehn
Bei den Aktionstagen in Südhemmern können die Besucher sehen, wie früher an den Spinnrädern gearbeitet wurde. MT-Archivfoto: Alex Lehn

Die Gemeinde Hille hat den vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Heimatpreis in diesem Jahr erstmals vergeben. Mit ihm werden ehrenamtlich aktive Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise in der Gemeinde Hille um Heimat und Gemeinschaft verdient machen. Von jedermann vorgeschlagen werden konnten Einzelpersonen, Gruppen, Organisationen oder örtliche Vereine.

In dem künftigen Versammlungsraum erinnert nur noch der rote Steinfußboden an das ehemalige Spritzenhaus.
In dem künftigen Versammlungsraum erinnert nur noch der rote Steinfußboden an das ehemalige Spritzenhaus.

Berücksichtigt wurden begonnene, laufende oder bereits abgeschlossene Projekte zur Schaffung, Stärkung und zum Erhalt lokaler Identität und Gemeinschaft. Das Kulturgut muss – so steht es in den Regularien – im Mittelpunkt stehen und das Projekt nachhaltig und nachahmenswert sein. Weitere Kriterien sind die allgemeine Zugänglichkeit und keine Gewinnerzielungsabsicht. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro – aufgeteilt auf 2.500 Euro für den ersten Platz, 1.500 Euro für den zweiten Platz und 1.000 Euro für den dritten Platz.

Bürgermeister Michael Schweiß machte die Bedeutung des Ehrenamtes beispielhaft an der Bewältigung der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 fest. „Ohne das Ehrenamt hätte das nicht funktioniert und ich bin unendlich dankbar, was auf Initiative des Seniorenbeirates in der Gemeinde auf den Weg gebracht worden ist.“ Jedes einzelne Engagement in den 149 Vereinen und Gruppen sei von Bedeutung – und drei Highlights würden jetzt ausgezeichnet, so Schweiß weiter.

Regina Frese hat erst aus der Einladung zu der Preisverleihung erfahren, dass jemand sie nominiert hat. „Ich war sehr überrascht, aber ich freue mich über die Anerkennung.“ Das muss jemand gewesen sein, der weiß, wie viel Zeit die Bücherei in Anspruch nimmt. Regina Frese engagiert sich seit 22 Jahren für die Gemeindebücherei.

Elisabeth Röthemeyer ist seit 2019 Vorsitzende des Heimatvereins Südhemmern und nahm den Preis stellvertretend für alle Mitglieder entgegen. Es sei die Idee der beiden Ortsheimatpfleger, Dennis Schnittker und Rolf Tiemann, gewesen, sich zu bewerben. „Einige wissen noch gar nichts davon und werden sich jetzt freuen.“ Die Mitglieder des Heimatvereins zeigen in der Heimatstube an Webstühlen, Spinnrädern, am Zigarrentisch und in der Reepschlägerei die mühsame Arbeit aus den Tagen ihrer Urgroßeltern – natürlich in passender Tracht.

Darüber, wofür der Verein das Preisgeld ausgibt, muss Brigitte Niemann nicht lange nachdenken. Im neuen Vereinsdomizil fehlen noch Tische und Stühle sowie Regale und Schränke. „Es ist toll, dass unser Engagement so honoriert wird“, freut sich die Vorsitzende. Die Mitglieder des Heimatvereins hatten sich Anfang 2017 dazu entschlossen hatten, das ehemalige Spritzenhaus vor dem Verfall zu retten und von Grund auf zu sanieren. „Es wäre einfach zu schade gewesen, das Gebäude weiter verkommen zu lassen. Irgendwann hätte man es nur noch abreißen können“, sagt Brigitte Niemann und freut sich über die vielen Helfer, die seit drei Jahren dafür sorgen, dass der Traum von einem neuen Dorftreffpunkt Wirklichkeit wird.

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