Heimat- und Gartenbauverein Hille untersucht das heimatliche Sprachgut Drei Arbeitsgruppen / Plattdeutsches Wörterbuch bis jetzt noch ein Traum Von Robert Kauffeld Hille (rkm). Hille soll ein plattdeutsches Wörterbuch bekommen. Das beschlossen kürzlich die Mitglieder des Heimat- und Gartenbauvereins bei ihrer Versammlung in der Alten Brennerei. Es wurden drei Arbeitsgruppen gebildet, die in den nächsten Monaten plattdeutsche Begriffe und Ausdrücke sammeln sollen. Im September werden dann alle gemeinsam die Ergebnisse zusammenfassen und mit den Vorarbeiten für das Wörterbuch beginnen. Vorsitzender Hermann Böhne erinnerte an eine Zeit, als die Lehrer in der Schule den Eltern dringend empfahlen, mit den Kindern nur noch Hochdeutsch zu reden, "damit sei nich en bieten dumm bliebet". Heute habe man längst erkannt, dass es wichtig sei, das Plattdeutsche zu erhalten.Und er konnte darstellen, dass man in Hille keineswegs "bei Null" beginnen müsse.So konnte er ein kleines Buch "Rund ümme de Matten" zeigen, in dem Wilhelm Buhrmester "Dönkes, Schnurren, Geschichten un Woahrheten iut Hille" zusammengetragen hat. "Boddermelks-Anballerße" heißt ein kleines Kochbuch, in dem auch das besagte Gericht beschrieben wird, das in der Region wohl jeder kennt, das trotzdem nicht jeden Geschmack trifft. Die Verwendung von Buttermilch ist erkennbar, doch warum die "angeballert" wird, muss für den Laien noch erklärt werden.Paul Rüter hatte einen dicken Ordner mitgebracht, der ihm "zur Erinnerung an seine Muttersprache von seinen Schwiegereltern Ruth und Gert Hermann" zu Weihnachten 1992 geschenkt wurde. Es ist die Sammlung von 468 Kurzgeschichten, die der 1991 verstorbene Gemeindeheimatpfleger Heinrich Wesemann unter dem Titel "Wie kürt Hiller platt, Ji auk?" geschrieben hat. Geschichten und Beschreibungen aus Hille und von dem Leben der Bürger sind wertvolle Zeugnisse einer vergangene Zeit."Dor bisse vonne Socken", möchte man sagen, wenn man hört, dass in Hille Schulkinder mit Freuden plattdeutsch lernen und das gleichnamige Büchlein geschaffen haben. Selbst gemalte Bilder erklären Sprüche wie "Je dicker de Biuk, umso wieter bisse vanne Oarbeit aff", ja, der dicke Bauch schafft eben Abstand von der Arbeit. Helga Wittenfeld, Rektorin der Grundschule Hille, berichtete über die Plattdeutsch-AG, die jetzt ein Quartettspiel für plattdeutsche Wörter geschaffen hat. Von den Kindern gemalte Bilder verzieren die Karten, die unter "Iuse Familie" nach Voer, Moime, Süster und Broer raten lassen.Anekdoten und Hiller MoorbrandUnd so findet man unter "Veih" auch dat Perd, de Keoh, dat Schoap und de Katte. Und wenn de Spraien zu raten ist, dann sollte man wissen, dass das ein Star ist. Der Vogel! Nicht der aus dem Kino, auch wenn eine Ähnlichkeit bestehen sollte.Es ging lustig zu, an diesem plattdeutschen Abend. Manche Dönkes wurden erzählt, und ein Hiller Moorbrand fehlte auch nicht. Doch die sehr engagierten Mitglieder sind überzeugt, dass Hille bald über ein eigenes plattdeutsches Wörterbuch verfügen wird.

Heimat- und Gartenbauverein Hille untersucht das heimatliche Sprachgut

Hille (rkm). Hille soll ein plattdeutsches Wörterbuch bekommen. Das beschlossen kürzlich die Mitglieder des Heimat- und Gartenbauvereins bei ihrer Versammlung in der Alten Brennerei. Es wurden drei Arbeitsgruppen gebildet, die in den nächsten Monaten plattdeutsche Begriffe und Ausdrücke sammeln sollen.

Im September werden dann alle gemeinsam die Ergebnisse zusammenfassen und mit den Vorarbeiten für das Wörterbuch beginnen. Vorsitzender Hermann Böhne erinnerte an eine Zeit, als die Lehrer in der Schule den Eltern dringend empfahlen, mit den Kindern nur noch Hochdeutsch zu reden, "damit sei nich en bieten dumm bliebet". Heute habe man längst erkannt, dass es wichtig sei, das Plattdeutsche zu erhalten.

Und er konnte darstellen, dass man in Hille keineswegs "bei Null" beginnen müsse.

So konnte er ein kleines Buch "Rund ümme de Matten" zeigen, in dem Wilhelm Buhrmester "Dönkes, Schnurren, Geschichten un Woahrheten iut Hille" zusammengetragen hat. "Boddermelks-Anballerße" heißt ein kleines Kochbuch, in dem auch das besagte Gericht beschrieben wird, das in der Region wohl jeder kennt, das trotzdem nicht jeden Geschmack trifft. Die Verwendung von Buttermilch ist erkennbar, doch warum die "angeballert" wird, muss für den Laien noch erklärt werden.

Paul Rüter hatte einen dicken Ordner mitgebracht, der ihm "zur Erinnerung an seine Muttersprache von seinen Schwiegereltern Ruth und Gert Hermann" zu Weihnachten 1992 geschenkt wurde. Es ist die Sammlung von 468 Kurzgeschichten, die der 1991 verstorbene Gemeindeheimatpfleger Heinrich Wesemann unter dem Titel "Wie kürt Hiller platt, Ji auk?" geschrieben hat. Geschichten und Beschreibungen aus Hille und von dem Leben der Bürger sind wertvolle Zeugnisse einer vergangene Zeit.

"Dor bisse vonne Socken", möchte man sagen, wenn man hört, dass in Hille Schulkinder mit Freuden plattdeutsch lernen und das gleichnamige Büchlein geschaffen haben. Selbst gemalte Bilder erklären Sprüche wie "Je dicker de Biuk, umso wieter bisse vanne Oarbeit aff", ja, der dicke Bauch schafft eben Abstand von der Arbeit. Helga Wittenfeld, Rektorin der Grundschule Hille, berichtete über die Plattdeutsch-AG, die jetzt ein Quartettspiel für plattdeutsche Wörter geschaffen hat. Von den Kindern gemalte Bilder verzieren die Karten, die unter "Iuse Familie" nach Voer, Moime, Süster und Broer raten lassen.

Anekdoten und Hiller Moorbrand

Und so findet man unter "Veih" auch dat Perd, de Keoh, dat Schoap und de Katte. Und wenn de Spraien zu raten ist, dann sollte man wissen, dass das ein Star ist. Der Vogel! Nicht der aus dem Kino, auch wenn eine Ähnlichkeit bestehen sollte.

Es ging lustig zu, an diesem plattdeutschen Abend. Manche Dönkes wurden erzählt, und ein Hiller Moorbrand fehlte auch nicht. Doch die sehr engagierten Mitglieder sind überzeugt, dass Hille bald über ein eigenes plattdeutsches Wörterbuch verfügen wird.

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