Gut gerüstet: Feuerwehrchef Bernhard Förster hat den Jahresbericht vorgelegt Carsten Korfesmeyer Hille-Hartum.Bernhard Förster ist am Donnerstagabend gut beschäftigt. Der Feuerwehrchef stellt im Fachausschuss den Istzustand der Löschgruppen vor, begründet seine Anträge für Neuanschaffung und gibt dem Gremium auch einen Überblick zur Ausrüstung der Einsatzkräfte. Nahezu 70 Minuten steht er am Pult und beantwortet Zwischenfragen. Gegen 19.15 Uhr meldet sich der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Habbe zu Wort. „Richten Sie den Mitgliedern der Löschgruppen unseren großen Dank für das Geleistete aus“, sagt er. Im Sitzungssaal des Rathauses klopfen alle zustimmend auf die Tische. Kurz nach 18 Uhr hatte Bernhard Förster mit dem Lagebericht der Hiller Feuerwehr begonnen. Detailliert ging er auf das abgelaufene Jahr ein und ließ aus seinen Worten häufig heraushören, dass er mit der Motivation, Leistungsstärke und Einsatzbereitschaft der neun Löschgruppen zufrieden ist. Insgesamt 3.290 Arbeitsstunden haben die Einsatzkräfte in 2020 geleistet. 113-mal rückten die Frauen und Männer aus – unter anderem gab es 19 Brandeinsätze. „Darunter einen Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen“, sagte Bernhard Förster. Die übrigen Feuer seien relativ schnell unter Kontrolle gebracht worden. In Flammen standen beispielsweise Strohballen, Maschinen und auch ein Dachstuhl. Die Brandeinsätze liegen bei den geleisteten Hilfeleistungen allerdings auf Platz zwei. Insgesamt 39-mal mussten die Hiller Feuerwehrkräfte bei Sturm und Wasserschäden ausrücken. „Wir hatten außerdem 15 Türöffnungen“, sagte Bernhard Förster. Dabei gelte es, Menschen aus Notlagen zu befreien. Darüber hinaus ereigneten sich zehn Ölunfälle, vier Verkehrsunfälle und jeweils zweimal schlug der Alarm aufgrund von Gasfreisetzung sowie Gefahrstoffen aus. „Sechsmal gab es Blinden Alarm durch Brandmeldeanlagen und Fehlalarme.“ In seinem Bericht sprach der Feuerwehrchef deutlich an, dass sich die Einsatzkräfte oft starken körperlichen Belastungen aussetzen müssen. Verletzungen wie Zerrungen, Verstauchungen oder Prellungen seien auch im vergangenen Jahr vorgekommen. Bernhard Förster ging auch offen auf die seelischen Belastungen ein, die bei manchen Einsätzen entstehen können. „Es gibt diese Fälle, wo man emotional einfach überfordert ist und alleine damit nicht klarkommt.“ Dann stehe den Einsatzkräften eine psychologische Betreuung zur Seite. Dass die Zahl der freiwilligen Feuerwehrkräfte gar nicht hoch genug sein kann, stellte Bernhard Förster an der ein oder anderen Stelle heraus. Nach dem Stand vom 31. Dezember beläuft sich die Gesamtstärke der Wehr auf 424 Personen. Hinzu kämen noch die 13 Mitglieder der Betriebsfeuerwehr der Kreis-Abfall-Verwertungsgesellschaft (KAVG) auf der Pohlschen Heide. Von der Zahl der Hiller Feuerwehrkräfte verteilen sich 197 auf die Einsatzabteilung, 57 auf die Jugendfeuerwehr sowie 28 auf die Kinderfeuerwehr. „Und der Musikzug besteht aus 41 Mitgliedern.“ Trotz der Coronakrise haben im vergangenen Jahr 51 Hiller Feuerwehrkräfte an Ausbildungsmaßnahmen teilgenommen – einige davon auf digitalem Wege. „Ich denke, dass dieses Format in Zukunft nach Möglichkeit häufiger gewählt wird. Zufrieden ist der Feuerwehrchef auch mit der Altersstruktur der Einsatzabteilung. 121 und damit der deutlich überwiegende Teil der Feuerwehrleute ist unter 40 Jahre – und nach Worten von Bernhard Förster „noch voll im Safte“. Auch die Entwicklung der Jugendfeuerwehr und Kinderfeuerwehr „Hiller Moordrachen“ beurteilt er als sehr erfreulich. Nachwuchsarbeit sei besonders bei der Feuerwehr eine ganz bedeutende Angelegenheit, weil in den Löschgruppen eine hoheitliche Aufgabe wahrgenommen werde. Bernhard Förster ging auch auf die Ausstattung der Hiller Feuerwehr ein und erwähnt als „neueste Errungenschaft“ das Rettungsboot 1 der Löschgruppe Hille. Genannt werden auch die neuen Mannschaftstransportfahrzeuge für die Löschgruppe in Eickhorst oder die Kinderfeuerwehr. Der Höhepunkt des vergangen Jahres sei der Erwerb des Löschfahrzeugs LF 20 der Löschgruppe Hille gewesen. Der Feuerwehrchef machte deutlich, wie wichtig ihm eine zeitgemäße Ausstattung der Kräfte ist. Er stellte seinen Haushaltsentwurf vor, über den nun die Fraktionen beraten. Ein Bericht hierzu folgt.

Gut gerüstet: Feuerwehrchef Bernhard Förster hat den Jahresbericht vorgelegt

Im Spätsommer 2019 entstand dieses Bild mit Feuerwehrchef Bernhard Förster (links) und Bürgermeister Michael Schweiß in Holzhausen II. Seinerzeit hatte die Gemeinde ein Löschfahrzeug LF 20 angeschafft, das als Ersatz für ein außer Dienst gestelltes Fahrzeug kam. MT-Archivfoto: Carsten Korfesmeyer © cko

Hille-Hartum.Bernhard Förster ist am Donnerstagabend gut beschäftigt. Der Feuerwehrchef stellt im Fachausschuss den Istzustand der Löschgruppen vor, begründet seine Anträge für Neuanschaffung und gibt dem Gremium auch einen Überblick zur Ausrüstung der Einsatzkräfte. Nahezu 70 Minuten steht er am Pult und beantwortet Zwischenfragen. Gegen 19.15 Uhr meldet sich der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Habbe zu Wort. „Richten Sie den Mitgliedern der Löschgruppen unseren großen Dank für das Geleistete aus“, sagt er. Im Sitzungssaal des Rathauses klopfen alle zustimmend auf die Tische.

Kurz nach 18 Uhr hatte Bernhard Förster mit dem Lagebericht der Hiller Feuerwehr begonnen. Detailliert ging er auf das abgelaufene Jahr ein und ließ aus seinen Worten häufig heraushören, dass er mit der Motivation, Leistungsstärke und Einsatzbereitschaft der neun Löschgruppen zufrieden ist. Insgesamt 3.290 Arbeitsstunden haben die Einsatzkräfte in 2020 geleistet. 113-mal rückten die Frauen und Männer aus – unter anderem gab es 19 Brandeinsätze. „Darunter einen Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen“, sagte Bernhard Förster. Die übrigen Feuer seien relativ schnell unter Kontrolle gebracht worden. In Flammen standen beispielsweise Strohballen, Maschinen und auch ein Dachstuhl.

Die Brandeinsätze liegen bei den geleisteten Hilfeleistungen allerdings auf Platz zwei. Insgesamt 39-mal mussten die Hiller Feuerwehrkräfte bei Sturm und Wasserschäden ausrücken. „Wir hatten außerdem 15 Türöffnungen“, sagte Bernhard Förster. Dabei gelte es, Menschen aus Notlagen zu befreien. Darüber hinaus ereigneten sich zehn Ölunfälle, vier Verkehrsunfälle und jeweils zweimal schlug der Alarm aufgrund von Gasfreisetzung sowie Gefahrstoffen aus. „Sechsmal gab es Blinden Alarm durch Brandmeldeanlagen und Fehlalarme.“

In seinem Bericht sprach der Feuerwehrchef deutlich an, dass sich die Einsatzkräfte oft starken körperlichen Belastungen aussetzen müssen. Verletzungen wie Zerrungen, Verstauchungen oder Prellungen seien auch im vergangenen Jahr vorgekommen. Bernhard Förster ging auch offen auf die seelischen Belastungen ein, die bei manchen Einsätzen entstehen können. „Es gibt diese Fälle, wo man emotional einfach überfordert ist und alleine damit nicht klarkommt.“ Dann stehe den Einsatzkräften eine psychologische Betreuung zur Seite.

Dass die Zahl der freiwilligen Feuerwehrkräfte gar nicht hoch genug sein kann, stellte Bernhard Förster an der ein oder anderen Stelle heraus. Nach dem Stand vom 31. Dezember beläuft sich die Gesamtstärke der Wehr auf 424 Personen. Hinzu kämen noch die 13 Mitglieder der Betriebsfeuerwehr der Kreis-Abfall-Verwertungsgesellschaft (KAVG) auf der Pohlschen Heide. Von der Zahl der Hiller Feuerwehrkräfte verteilen sich 197 auf die Einsatzabteilung, 57 auf die Jugendfeuerwehr sowie 28 auf die Kinderfeuerwehr. „Und der Musikzug besteht aus 41 Mitgliedern.“

Trotz der Coronakrise haben im vergangenen Jahr 51 Hiller Feuerwehrkräfte an Ausbildungsmaßnahmen teilgenommen – einige davon auf digitalem Wege. „Ich denke, dass dieses Format in Zukunft nach Möglichkeit häufiger gewählt wird. Zufrieden ist der Feuerwehrchef auch mit der Altersstruktur der Einsatzabteilung. 121 und damit der deutlich überwiegende Teil der Feuerwehrleute ist unter 40 Jahre – und nach Worten von Bernhard Förster „noch voll im Safte“. Auch die Entwicklung der Jugendfeuerwehr und Kinderfeuerwehr „Hiller Moordrachen“ beurteilt er als sehr erfreulich. Nachwuchsarbeit sei besonders bei der Feuerwehr eine ganz bedeutende Angelegenheit, weil in den Löschgruppen eine hoheitliche Aufgabe wahrgenommen werde.

Bernhard Förster ging auch auf die Ausstattung der Hiller Feuerwehr ein und erwähnt als „neueste Errungenschaft“ das Rettungsboot 1 der Löschgruppe Hille. Genannt werden auch die neuen Mannschaftstransportfahrzeuge für die Löschgruppe in Eickhorst oder die Kinderfeuerwehr. Der Höhepunkt des vergangen Jahres sei der Erwerb des Löschfahrzeugs LF 20 der Löschgruppe Hille gewesen. Der Feuerwehrchef machte deutlich, wie wichtig ihm eine zeitgemäße Ausstattung der Kräfte ist. Er stellte seinen Haushaltsentwurf vor, über den nun die Fraktionen beraten. Ein Bericht hierzu folgt.

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