Grundstücke gegen Höchstgebot: Bauplätze in Hille werden über ein Bieterverfahren vermarktet Stefanie Dullweber Hille. Einige Bauherren können noch in diesem Jahr Richtfest feiern, ist Karl-Dietrich von der Recke von der Sparkasse Minden-Lübbecke sicher. Vor einigen Tagen sind im Bereich der Schlandorfstraße in Hille die Bagger angerückt, um die ersten Hausanschlüsse für das neue Baugebiet „In der Loge“ zu legen. Wenn es nach den Vertretern der Bank geht, die das Gelände vermarkten, soll es jetzt schnell gehen. Denn im Vorfeld hatte es immer wieder Verzögerungen gegeben. Auf einer Gesamtfläche von rund 13.000 Quadratmetern gibt es 16 Bauplätze für Einzel-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser. Die durchschnittliche Grundstücksgröße liegt bei etwa 750 Quadratmetern. „Es bräuchte noch viel mehr Grundstücke, um für Entspannung auf dem Immobilienmarkt zu sorgen“, sagt Sparkassen-Vorstand Volker Böttcher. Dass es nicht genügend Wohnraum gebe, wirke sich natürlich auch auf den Preis aus. Trotzdem hat das neue Baugebiet reichlich Interessenten. Rund 40 Kunden habe sie auf der Liste, sagt Petra Schröder – und für die wird es in Kürze spannend. Der Verkauf der Grundstücke funktioniert über ein Bieterverfahren, erklärt von der Recke. Der Startpreis liegt demnach bei 123 Euro pro Quadratmeter. „Wir haben fast keine andere Chance, als die Vermarkung auf diese Weise anzugehen. Eine gerechte Verteilung ist aufgrund der großen Nachfrage nicht möglich.“ Die Grundstücke seien jetzt noch für kurze Zeit in den Portalen der Bank zu finden, dann würde das Bieterverfahren starten. Wie das funktioniert? Voraussetzung sei, dass die Finanzierung der künftigen Bauherren gesichert ist. Die Interessenten bekämen dann für die Grundstücke, auf die sie bieten wollen, einen Online-Zugang. Der Zeitraum würde etwa eine Woche betragen. Die Bieterschritte hätten sie noch nicht festgelegt. Wer am Ende der Frist Höchstbietender sei, würde den Zuschlag bekommen. Hilles Bürgermeister Michael Schweiß rechnet nicht damit, dass es hinsichtlich der Vermarktung Probleme geben werde. „Ich bin froh, dass hier investiert wird“, sagt er beim Ortstermin vergangene Woche. Die Preise für Bauland sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Die sogenannten Bodenrichtwerte sind im amtlichen Informationssystem zum Immobilienmarkt in Nordrhein-Westfalen hinterlegt (www.boris.nrw.de). Diese werden jährlich von einem örtlichen Ausschuss für Grundstückswerte beschlossen und veröffentlicht. Die Bodenrichtwerte sind angelehnt an Grundstückskaufpreise, die abgabenfrei ermittelt werden – das heißt, sie enthalten Erschließungs- und Anschlussbeiträge. Für den Ortskern von Hille zeigt das Portal einen Bodenrichtwert von 80 Euro pro Quadratmeter Bauland an. Beim Baugebiet „In der Loge“ stand jedoch relativ schnell fest, dass die Grundstückspreise höher ausfallen werden. Der Grund dafür waren nicht vorhersehbare „Überraschungen“, an die Karl-Dietrich von der Recke beim offiziellen Termin zum Spatenstich noch einmal erinnerte. Diese Überraschungen waren archäologische Funde, die das Verfahren nicht nur verzögerten, sondern auch die Kosten in die Höhe trieben. Laut ersten Schätzungen war von einer sechsstelligen Summe die Rede. Zum Hintergrund: Im März 2018 hatte die Sparkasse bei der Gemeinde Hille beantragt, einen Bebauungsplan für die bis dahin landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen Schlandorf-, Mühlen- und Von-Oeynhausen-Straße aufzustellen. In einem städtebaulichen Vertrag wurde geregelt, dass die Sparkasse sämtliche Kosten trägt. Es ist vorgeschrieben, dass Flächen, die Bauland werden sollen, im Vorfeld auf Bodendenkmäler überprüft werden. Und die Fachleute vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wurden tatsächlich fündig. Bei ihren Ausgrabungen kamen zwei bis drei Pfostenhäuser aus dem 12. Jahrhundert zum Vorschein. „Die Hausgrundrisse sind die ältesten von Hille und stammen aus der Frühzeit des Ortes, der 1170 erstmals in einer Schriftquelle auftaucht“, sagte seinerzeit Dr. Sven Spiong, Leiter der Bielefelder Außenstelle der LWL-Archäologie für Westfalen. Um die Kosten für die Ausgrabungen, die sich letztlich auf die Grundstückspreise auswirkten, so gering wie möglich zu halten, wurde der Bebauungsplan hinsichtlich der zu bebauenden Flächen 2019 angepasst. Von der Recke erinnerte aktuell noch einmal daran, dass es sich bei der Erschließung des Baugebietes um ein „sehr langwieriges Verfahren“ gehandelt habe. Die ersten Gespräche hätten er und seine Kollegen bereits im September 2012 mit der damaligen Besitzerin geführt. Nach dem Verkauf des Reimlerschen Hofes seien die Gespräche im Jahr 2017 wieder aufgenommen worden. Weitere drei Jahre später folgt nun der Spatenstich. „Jetzt sind keine Überraschungen mehr zu erwarten“, ist von der Recke optimistisch.

Grundstücke gegen Höchstgebot: Bauplätze in Hille werden über ein Bieterverfahren vermarktet

Spatenstich für neues Baugebiet: Im Hiller Ortskern könnten noch in diesem Jahr Richtfeste gefeiert werden. MT- © Foto: Stefanie Dullweber

Hille. Einige Bauherren können noch in diesem Jahr Richtfest feiern, ist Karl-Dietrich von der Recke von der Sparkasse Minden-Lübbecke sicher. Vor einigen Tagen sind im Bereich der Schlandorfstraße in Hille die Bagger angerückt, um die ersten Hausanschlüsse für das neue Baugebiet „In der Loge“ zu legen. Wenn es nach den Vertretern der Bank geht, die das Gelände vermarkten, soll es jetzt schnell gehen. Denn im Vorfeld hatte es immer wieder Verzögerungen gegeben.

Auf einer Gesamtfläche von rund 13.000 Quadratmetern gibt es 16 Bauplätze für Einzel-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser. Die durchschnittliche Grundstücksgröße liegt bei etwa 750 Quadratmetern. „Es bräuchte noch viel mehr Grundstücke, um für Entspannung auf dem Immobilienmarkt zu sorgen“, sagt Sparkassen-Vorstand Volker Böttcher. Dass es nicht genügend Wohnraum gebe, wirke sich natürlich auch auf den Preis aus. Trotzdem hat das neue Baugebiet reichlich Interessenten. Rund 40 Kunden habe sie auf der Liste, sagt Petra Schröder – und für die wird es in Kürze spannend.

Der Verkauf der Grundstücke funktioniert über ein Bieterverfahren, erklärt von der Recke. Der Startpreis liegt demnach bei 123 Euro pro Quadratmeter. „Wir haben fast keine andere Chance, als die Vermarkung auf diese Weise anzugehen. Eine gerechte Verteilung ist aufgrund der großen Nachfrage nicht möglich.“ Die Grundstücke seien jetzt noch für kurze Zeit in den Portalen der Bank zu finden, dann würde das Bieterverfahren starten.

Wie das funktioniert? Voraussetzung sei, dass die Finanzierung der künftigen Bauherren gesichert ist. Die Interessenten bekämen dann für die Grundstücke, auf die sie bieten wollen, einen Online-Zugang. Der Zeitraum würde etwa eine Woche betragen. Die Bieterschritte hätten sie noch nicht festgelegt. Wer am Ende der Frist Höchstbietender sei, würde den Zuschlag bekommen. Hilles Bürgermeister Michael Schweiß rechnet nicht damit, dass es hinsichtlich der Vermarktung Probleme geben werde. „Ich bin froh, dass hier investiert wird“, sagt er beim Ortstermin vergangene Woche.

Die Preise für Bauland sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Die sogenannten Bodenrichtwerte sind im amtlichen Informationssystem zum Immobilienmarkt in Nordrhein-Westfalen hinterlegt (www.boris.nrw.de). Diese werden jährlich von einem örtlichen Ausschuss für Grundstückswerte beschlossen und veröffentlicht. Die Bodenrichtwerte sind angelehnt an Grundstückskaufpreise, die abgabenfrei ermittelt werden – das heißt, sie enthalten Erschließungs- und Anschlussbeiträge. Für den Ortskern von Hille zeigt das Portal einen Bodenrichtwert von 80 Euro pro Quadratmeter Bauland an.

Beim Baugebiet „In der Loge“ stand jedoch relativ schnell fest, dass die Grundstückspreise höher ausfallen werden. Der Grund dafür waren nicht vorhersehbare „Überraschungen“, an die Karl-Dietrich von der Recke beim offiziellen Termin zum Spatenstich noch einmal erinnerte. Diese Überraschungen waren archäologische Funde, die das Verfahren nicht nur verzögerten, sondern auch die Kosten in die Höhe trieben. Laut ersten Schätzungen war von einer sechsstelligen Summe die Rede.

Zum Hintergrund: Im März 2018 hatte die Sparkasse bei der Gemeinde Hille beantragt, einen Bebauungsplan für die bis dahin landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen Schlandorf-, Mühlen- und Von-Oeynhausen-Straße aufzustellen. In einem städtebaulichen Vertrag wurde geregelt, dass die Sparkasse sämtliche Kosten trägt. Es ist vorgeschrieben, dass Flächen, die Bauland werden sollen, im Vorfeld auf Bodendenkmäler überprüft werden.

Und die Fachleute vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wurden tatsächlich fündig. Bei ihren Ausgrabungen kamen zwei bis drei Pfostenhäuser aus dem 12. Jahrhundert zum Vorschein. „Die Hausgrundrisse sind die ältesten von Hille und stammen aus der Frühzeit des Ortes, der 1170 erstmals in einer Schriftquelle auftaucht“, sagte seinerzeit Dr. Sven Spiong, Leiter der Bielefelder Außenstelle der LWL-Archäologie für Westfalen.

Um die Kosten für die Ausgrabungen, die sich letztlich auf die Grundstückspreise auswirkten, so gering wie möglich zu halten, wurde der Bebauungsplan hinsichtlich der zu bebauenden Flächen 2019 angepasst.

Von der Recke erinnerte aktuell noch einmal daran, dass es sich bei der Erschließung des Baugebietes um ein „sehr langwieriges Verfahren“ gehandelt habe. Die ersten Gespräche hätten er und seine Kollegen bereits im September 2012 mit der damaligen Besitzerin geführt. Nach dem Verkauf des Reimlerschen Hofes seien die Gespräche im Jahr 2017 wieder aufgenommen worden. Weitere drei Jahre später folgt nun der Spatenstich. „Jetzt sind keine Überraschungen mehr zu erwarten“, ist von der Recke optimistisch.

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