Großes Interesse an Hiller Gewerbegebiet: Nächster potenzieller Investor bekommt eine Absage Carsten Korfesmeyer,Stefanie Dullweber Hille. Das kann noch dauern. Frühestens im Sommer 2022 rechnet Sachbereisleiter Hans-Peter Seele mit dem finalen Beschluss zum Gewerbegebiet „Am Gleisbogen“. Bis auf den drei Grundstücken die Bauarbeiten starten, dürfte dann ebenfalls noch etwas Zeit ins Land ziehen. Das Ackerfeld vor den Toren Hilles könnte somit zumindest im nächsten Jahr noch bestellt werden. Noch steckt man in dem so genannten frühzeitigen Verfahren, in dem aber schon einiges auf den Weg gebracht wird. Die Gemeinde ist beispielsweise in engem Austausch mit dem Landesbetrieb Straßen NRW, der als Baulastträger für die Mindener Straße und damit auch für die Zufahrt in das neue Gewerbegebiet zuständig ist. Es geht buchstäblich darum, den „richtigen Weg“ zu finden. Kontakt besteht inzwischen auch zu einem Planungsbüro, das bereits ein Angebot vorgelegt hat. Sollte es den Auftrag erhalten, werde die entsprechende Planung für das neue Hartumer Gewerbegebiet, das ebenfalls an der Mindener Straße entstehen soll, gleich miterledigt. Wie die Lösungen aussehen könnten, ist noch nicht klar. Ein Baugrundgutachten und eine lärmtechnische Untersuchung sind bereits erfolgt, sagt der Mann aus dem Rathaus. „Wir legen Wert auf eine detaillierte Planung“, erklärt Seele am Montag gegenüber dem MT. Zu den möglichen Unternehmen, die sich auf den drei Grundstücken ansiedeln möchten, macht er keine Angaben. Nur so viel: das hintere ist noch zu haben. Das vordere an der Mindener Straße hat MT-Informationen zufolge die Firma Pofnetz aus Hille erworben. Der Anbieter von Elektronikbauteilen werde demnach dort eine Halle errichten und weitere Arbeitsplätze schaffen. Gegenüber dem MT hatte Geschäftsführer Willi Holstein bereits zu Jahresbeginn davon gesprochen, räumlich mit seiner Firma an der Kapazitätsgrenze angekommen zu sein. Für eine Bestätigung zum Kauf des Grundstücks ist er am Montag allerdings nicht erreichbar. Der Unternehmer Ulrich Borcherding hatte sich ebenfalls auf das etwas mehr als 6.000 Quadratmeter große Grundstück beworben. Er hatte vor, dort einen modernen Autowaschpark mit Indoor-Saugerhalle und SB-Waschboxen zu errichten. Nach eigenen Angaben hätte er dafür rund 1,5 Millionen Euro investiert. Letztlich zog der Investor jedoch den Kürzeren, was er zwar einigermaßen sportlich nimmt, jedoch nicht unbedingt nachvollziehen kann. Gegenüber dem MT spricht er von einer „vertanen Chance für Hille“. „Sowas hätte dort gut hingepasst“, sagt Ulrich Borcherding. Der Waschpark hätte Menschen aus einem großen Einzugsgebiet nach Hille gelockt, um dort „mal schnell das Auto sauber zu machen“. Und dabei wäre es seiner Überzeugung nach nicht geblieben. Denn nur wenige Meter weiter liegen die meisten Geschäfte der Gemeinde dicht beieinander. Der Unternehmer ist sich sicher, dass die Leute bei der Gelegenheit dort eingekauft hätten. Dass Pofnetz-Chef Willi Holstein das Grundstück bekommen hat, ist für ihn in Ordnung. Für ihn baut Ulrich Borcherding aktuell auch eine Halle am Hiller Hafen, die voraussichtlich in zwei Monaten fertiggestellt ist und die Pofnetz von ihm anmietet. Einigermaßen bedient ist der Investor allerdings vom Ablauf. Als beispielsweise seine Tochter Janine Borcherding die Planungen am 18. März im nicht öffentlichen Teil der Ratssitzung im Bürgerhaus Rothenuffeln vorgestellt hatte, kamen hinterher keinerlei konkrete Rückfragen mehr. Das sei sehr ungewöhnlich. „Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit sollte es damals ganz schnell abgehandelt werden“, sagt Borcherding. Das sei enttäuschend gewesen. Allein die aufwendige Visualisierung des Projekts hätte viel Zeit und Geld gekostet. Im Nachgang hätten aus politischen Kreisen lediglich Vertreter von CDU, SPD und FWG zu ihm Kontakt aufgenommen. Mit der Verwaltung hat Borcherding nach eigenen Angaben noch einmal am 28. Mai gesprochen. Dann kam die Absage – per E-Mail am 7. Juli. Die Pläne für einen Waschpark in Hille hat der Unternehmer inzwischen aufgegeben. Das noch freie hintere Grundstück käme aufgrund der Lage für ihn nicht in Betracht. „Da sieht einen ja keiner“, sagt er. Andere Standorte in der Gemeinde würden sich seiner Ansicht nach wirtschaftlich nicht rechnen. Ein weiterer Investor hatte bereits Ende April eine Absage bekommen (MT-Bericht vom 8. Mai). Für Christian Niemann ist seitdem die Vision von dem Vereins- und Gesundheitszentrum Hiller Land in weite Ferne gerückt. Den Bau hatte der gebürtige Hiller über Monate geplant. Das neue Gewerbegebiet „Am Gleisbogen“ an der Mindener Straße erfülle alle Voraussetzungen, sagte Niemann gegenüber dem MT. Zusammen mit anderen potenziellen Investoren hatte Niemann seine Pläne ebenfalls den Ratsmitgliedern und der Verwaltung vorgestellt. Doch die Politiker konnte er offenbar nicht überzeugen. Die Politik habe ihm eine Absage erteilt, weil sie zu geringe Gewerbesteuereinnahmen erwarten würde, hat Niemann erfahren. Am Gleisbogen solle sich eher klassisches Gewerbe ansiedeln. Zusammen mit ein bis zwei Partnern wollte der 62-Jährige rund vier Millionen Euro investieren. Niemann hatte ein Architekturbüro mit den Planungen der Immobilie auf der 6.600 Quadratmeter großen Fläche beauftragt. Das Bauvorhaben gliedert sich im Wesentlichen in vier Teile: 81 Stellplätze im Süden des Grundstückes, das dreigeschossige Vereins- und Gesundheitszentrum mit einer Grundfläche von 626 Quadratmetern, eine eingeschossige Halle für Indoorsport wie Tennis, Soccer und Padeltennis mit 1.344 Quadratmetern sowie eine Reservefläche von 526 Quadratmetern, die zunächst als Outdoorsportfläche genutzt werden sollte. Christian Niemann sieht sich im Gegensatz zu Ulrich Borcherding mittlerweile nach anderen Grundstücken um und hofft, sein Vorhaben an anderer Stelle realisieren zu können. Eine Unterschrift unter dem Kaufvertrag hat unterdessen die Firma Meier-Medizintechnik aus Friedewalde. Auf 13.500 Quadratmetern möchte Unternehmer Marcus Meier sein Vorhaben realisieren und mit seinem Betrieb in die Gemeinde Hille übersiedeln. „Ursprünglich habe ich eher nach einem leerstehenden Gebäude gesucht, aber nichts Passendes gefunden“, sagt der gebürtige Hiller. Sein Bedarf mit Lager, Büroräumen und Ladengeschäft sei sehr speziell. 2018 habe er die Entscheidung getroffen, nach einem passenden Baugrundstück zu suchen. Über den Gewerbeverein Hiller Land sei er in Kontakt mit dem Bürgermeister und der Verwaltung gekommen und habe sehr viel Unterstützung erfahren. Die Verhandlungen hätten sich dann noch einige Zeit hingezogen, so dass erst Ende letzten Jahres die Entscheidung für das Grundstück im Hiller Gewerbegebiet am Gleisbogen gefallen war. Mit einem Baubeginn rechnet Marcus Meier frühestens im nächsten Jahr. Sobald die finalen Pläne auf dem Tisch liegen, möchte er seine Pläne der Öffentlichkeit vorstellen.

Großes Interesse an Hiller Gewerbegebiet: Nächster potenzieller Investor bekommt eine Absage

So hätte es „Am Gleisbogen“ irgendwann aussehen können. Der von Unternehmer Ulrich Borcherding ins Spiel gebrachte Autowaschpark mit Indoor-Saugerhalle und SB-Waschboxen zog gegenüber dem Bau der Firma Pofnetz den Kürzeren. Foto: privat © privat

Hille. Das kann noch dauern. Frühestens im Sommer 2022 rechnet Sachbereisleiter Hans-Peter Seele mit dem finalen Beschluss zum Gewerbegebiet „Am Gleisbogen“. Bis auf den drei Grundstücken die Bauarbeiten starten, dürfte dann ebenfalls noch etwas Zeit ins Land ziehen. Das Ackerfeld vor den Toren Hilles könnte somit zumindest im nächsten Jahr noch bestellt werden.

Noch steckt man in dem so genannten frühzeitigen Verfahren, in dem aber schon einiges auf den Weg gebracht wird. Die Gemeinde ist beispielsweise in engem Austausch mit dem Landesbetrieb Straßen NRW, der als Baulastträger für die Mindener Straße und damit auch für die Zufahrt in das neue Gewerbegebiet zuständig ist. Es geht buchstäblich darum, den „richtigen Weg“ zu finden. Kontakt besteht inzwischen auch zu einem Planungsbüro, das bereits ein Angebot vorgelegt hat. Sollte es den Auftrag erhalten, werde die entsprechende Planung für das neue Hartumer Gewerbegebiet, das ebenfalls an der Mindener Straße entstehen soll, gleich miterledigt. Wie die Lösungen aussehen könnten, ist noch nicht klar.

Ein Baugrundgutachten und eine lärmtechnische Untersuchung sind bereits erfolgt, sagt der Mann aus dem Rathaus. „Wir legen Wert auf eine detaillierte Planung“, erklärt Seele am Montag gegenüber dem MT. Zu den möglichen Unternehmen, die sich auf den drei Grundstücken ansiedeln möchten, macht er keine Angaben. Nur so viel: das hintere ist noch zu haben.


Das vordere an der Mindener Straße hat MT-Informationen zufolge die Firma Pofnetz aus Hille erworben. Der Anbieter von Elektronikbauteilen werde demnach dort eine Halle errichten und weitere Arbeitsplätze schaffen. Gegenüber dem MT hatte Geschäftsführer Willi Holstein bereits zu Jahresbeginn davon gesprochen, räumlich mit seiner Firma an der Kapazitätsgrenze angekommen zu sein. Für eine Bestätigung zum Kauf des Grundstücks ist er am Montag allerdings nicht erreichbar.

Der Unternehmer Ulrich Borcherding hatte sich ebenfalls auf das etwas mehr als 6.000 Quadratmeter große Grundstück beworben. Er hatte vor, dort einen modernen Autowaschpark mit Indoor-Saugerhalle und SB-Waschboxen zu errichten. Nach eigenen Angaben hätte er dafür rund 1,5 Millionen Euro investiert. Letztlich zog der Investor jedoch den Kürzeren, was er zwar einigermaßen sportlich nimmt, jedoch nicht unbedingt nachvollziehen kann. Gegenüber dem MT spricht er von einer „vertanen Chance für Hille“. „Sowas hätte dort gut hingepasst“, sagt Ulrich Borcherding. Der Waschpark hätte Menschen aus einem großen Einzugsgebiet nach Hille gelockt, um dort „mal schnell das Auto sauber zu machen“. Und dabei wäre es seiner Überzeugung nach nicht geblieben. Denn nur wenige Meter weiter liegen die meisten Geschäfte der Gemeinde dicht beieinander. Der Unternehmer ist sich sicher, dass die Leute bei der Gelegenheit dort eingekauft hätten.

Dass Pofnetz-Chef Willi Holstein das Grundstück bekommen hat, ist für ihn in Ordnung. Für ihn baut Ulrich Borcherding aktuell auch eine Halle am Hiller Hafen, die voraussichtlich in zwei Monaten fertiggestellt ist und die Pofnetz von ihm anmietet. Einigermaßen bedient ist der Investor allerdings vom Ablauf. Als beispielsweise seine Tochter Janine Borcherding die Planungen am 18. März im nicht öffentlichen Teil der Ratssitzung im Bürgerhaus Rothenuffeln vorgestellt hatte, kamen hinterher keinerlei konkrete Rückfragen mehr. Das sei sehr ungewöhnlich. „Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit sollte es damals ganz schnell abgehandelt werden“, sagt Borcherding. Das sei enttäuschend gewesen. Allein die aufwendige Visualisierung des Projekts hätte viel Zeit und Geld gekostet. Im Nachgang hätten aus politischen Kreisen lediglich Vertreter von CDU, SPD und FWG zu ihm Kontakt aufgenommen.

Mit der Verwaltung hat Borcherding nach eigenen Angaben noch einmal am 28. Mai gesprochen. Dann kam die Absage – per E-Mail am 7. Juli. Die Pläne für einen Waschpark in Hille hat der Unternehmer inzwischen aufgegeben. Das noch freie hintere Grundstück käme aufgrund der Lage für ihn nicht in Betracht. „Da sieht einen ja keiner“, sagt er. Andere Standorte in der Gemeinde würden sich seiner Ansicht nach wirtschaftlich nicht rechnen.

Ein weiterer Investor hatte bereits Ende April eine Absage bekommen (MT-Bericht vom 8. Mai). Für Christian Niemann ist seitdem die Vision von dem Vereins- und Gesundheitszentrum Hiller Land in weite Ferne gerückt. Den Bau hatte der gebürtige Hiller über Monate geplant. Das neue Gewerbegebiet „Am Gleisbogen“ an der Mindener Straße erfülle alle Voraussetzungen, sagte Niemann gegenüber dem MT. Zusammen mit anderen potenziellen Investoren hatte Niemann seine Pläne ebenfalls den Ratsmitgliedern und der Verwaltung vorgestellt. Doch die Politiker konnte er offenbar nicht überzeugen.

Die Politik habe ihm eine Absage erteilt, weil sie zu geringe Gewerbesteuereinnahmen erwarten würde, hat Niemann erfahren. Am Gleisbogen solle sich eher klassisches Gewerbe ansiedeln. Zusammen mit ein bis zwei Partnern wollte der 62-Jährige rund vier Millionen Euro investieren.

Niemann hatte ein Architekturbüro mit den Planungen der Immobilie auf der 6.600 Quadratmeter großen Fläche beauftragt. Das Bauvorhaben gliedert sich im Wesentlichen in vier Teile: 81 Stellplätze im Süden des Grundstückes, das dreigeschossige Vereins- und Gesundheitszentrum mit einer Grundfläche von 626 Quadratmetern, eine eingeschossige Halle für Indoorsport wie Tennis, Soccer und Padeltennis mit 1.344 Quadratmetern sowie eine Reservefläche von 526 Quadratmetern, die zunächst als Outdoorsportfläche genutzt werden sollte.

Christian Niemann sieht sich im Gegensatz zu Ulrich Borcherding mittlerweile nach anderen Grundstücken um und hofft, sein Vorhaben an anderer Stelle realisieren zu können.

Eine Unterschrift unter dem Kaufvertrag hat unterdessen die Firma Meier-Medizintechnik aus Friedewalde. Auf 13.500 Quadratmetern möchte Unternehmer Marcus Meier sein Vorhaben realisieren und mit seinem Betrieb in die Gemeinde Hille übersiedeln. „Ursprünglich habe ich eher nach einem leerstehenden Gebäude gesucht, aber nichts Passendes gefunden“, sagt der gebürtige Hiller. Sein Bedarf mit Lager, Büroräumen und Ladengeschäft sei sehr speziell. 2018 habe er die Entscheidung getroffen, nach einem passenden Baugrundstück zu suchen.

Über den Gewerbeverein Hiller Land sei er in Kontakt mit dem Bürgermeister und der Verwaltung gekommen und habe sehr viel Unterstützung erfahren. Die Verhandlungen hätten sich dann noch einige Zeit hingezogen, so dass erst Ende letzten Jahres die Entscheidung für das Grundstück im Hiller Gewerbegebiet am Gleisbogen gefallen war. Mit einem Baubeginn rechnet Marcus Meier frühestens im nächsten Jahr. Sobald die finalen Pläne auf dem Tisch liegen, möchte er seine Pläne der Öffentlichkeit vorstellen.

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