Gemeinsame Sache: Hille und Stemwede teilen sich einen Klimaschutzmanager Stefanie Dullweber Hille-Hartum. Deutschland bekommt ein neues Klimagesetz und die Gemeinde Hille mit Paul Peters einen neuen Klimaschutzmanager. Die Kommune teilt sich die Stelle mit der Gemeinde Stemwede. Das hatten beide Gemeinden vor mehr als einem Jahr beschlossen. Mittlerweile nimmt das Thema so viel Fahrt auf, dass Peters allein in Hille eine ganze Stelle füllen könnte. Über zu wenig Projekte braucht sich der 40-Jährige keine Sorgen zu machen. Und in der Verwaltung sei man froh, in ihm vor allem einen Experten für die energetische Sanierung von Gebäude gefunden zu haben, sagt sein Kollege Bernd Küchhold. Seit dem 1. März ist Paul Peters im Dienst und pendelt zwischen Stemwede und Hille. Jeweils 19,5 Stunde sei er in jeder Kommune tätig. „Eine halbe Stelle wäre mir zu wenig gewesen, deshalb ist diese Lösung optimal“, sagt der gebürtige Hahler, der mittlerweile in Minderheide lebt. Montags und dienstags sei er in Stemwede, mittwochs und donnerstags und Hille und freitags arbeite er im Homeoffice. „Ich bin technisch so aufgestellt, dass ich theoretisch von überall arbeiten kann.“ Aktuell sei er noch damit befasst, sich einen Überblick zu verschaffen, die Kollegen kennenzulernen und sich beispielsweise mit den Klimaschutzbeauftragten der Stadt Minden oder des Kreises abzustimmen, mit denen es ebenfalls gemeinsame Projekte gibt. Parallel ist Peters in die ersten konkreten Vorhaben eingestiegen. „Priorität haben die Gebäude“, sagt er. Er sei unter anderem dabei, die Schulen energetisch zu erfassen, daraus ein Konzept zu entwickeln und auszuloten, für welche Bereiche die Gemeinde Fördergelder beantragen kann. Die Sanierung des Altbaus der Verbundschule Hille soll eines seiner Leuchtturmprojekte werden. Hier müssen Fenster saniert, Beleuchtung ausgetauscht und Rohrleitungen erneuert werden. Außerdem will Peters Synergieeffekte nutzen und hat erste Ideen. Im Stemwede beschäftigt er sich mit der Konzeption einer energieautarken Kläranlage. „Etwas ähnliches kann ich mir auch für Hille vorstellen.“ Einiges an Vorwissen bringt der Neue im Rathaus mit. Als ehemaliger Projektleiter einer Wohnungsbaugesellschaft bildete sich Peters 2012 zum Energieberater weiter. Nach einer längeren Krankheitsphase habe er mit der jetzigen Stelle einen Neustart gewagt. Neben eigenen Schwerpunkten gilt es für Peters auch die Maßnahmen aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept des Kreises abzuarbeiten. Insgesamt sieben Kommunen sind daran beteiligt, die sowohl gemeinsame Projekte als auch individuelle Maßnahmen beschlossen haben. Das Paket für die Gemeinde Hille ist im April letzten Jahres beschlossen worden und beinhaltete unter anderem den Aufbau eines geförderten Klimaschutzmanagements – also die Stelle, die Paul Peters jetzt mit Inhalten füllen soll. Die Stelle ist zunächst auf drei Jahre bis zum 29. Februar 2024 begrenzt. Eine Verlängerung um weitere zwei Jahre ist möglich. Weitere Vorhaben für die Gemeinde Hille sind die energetische Sanierung von Gebäuden sowie eine klimagesunde Schulküche in der Verbundschule. Die Hausmeister sollen geschult und Insektenhotels gebaut werden. Vorgesehen ist eine Aufforstung, das Anlegen von Blühstreifen, der Umstieg auf E-Fahrzeuge sowie die Anschaffung von Dienstfahrrädern für die Gemeindeverwaltung. Einige Vorhaben sind bereits angelaufen beziehungsweise wurden umgesetzt. So zum Beispiel die Wasserspender in Schulen sowie Photovoltaikanlagen auf Dachflächen kommunaler Gebäude – eine Anlage wurde 2020 auf dem Rathausdach installiert. Und auch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED ist bereits auf den Weg gebracht worden. In einem nächsten Schritt sollen auch die Bürgerinnen und Bürger aus Hille von den Kompetenzen des neuen Klimaschutzmanagers profitieren. „Im Moment ist der persönliche Kontakt schwierig. Ich denke das ist ein Projekt für die Zeit nach Corona“, sagt Peters. Wer beispielsweise einen Neubau oder eine Sanierung plant, kann den Experten um Rat fragen. Es bringe nichts, den Fokus nur auf eine Sache zu richten. Vielmehr gehe es um eine ganzheitliche Betrachtung. „Klimaschutz hat in erster Linie etwas mit der Denkweise der Menschen zu tun. Sie müssen sich damit befassen, wenn es zum Beispiel um die Anschaffung eines neuen Autos oder einer neuen Heizung geht.“ Aber eine nachhaltige Herangehensweise müsse für die Bürger auch bezahlbar sein. Die Kollegen im Rathaus versprechen sich vor in vielen Bereichen Einsparungen und sind froh, einen Ansprechpartner zu haben. „Klimaschutz ist so vielfältig. Da wird noch einiges auf uns zukommen“, ist sich Bernd Küchhold sicher.

Gemeinsame Sache: Hille und Stemwede teilen sich einen Klimaschutzmanager

Paul Peters arbeitet seit dem 1. März für die Gemeinde Hille. Sein Hauptaugenmerk liegt der 40-Jährige auf die energetische Sanierung von Gebäuden. MT-Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Hille-Hartum. Deutschland bekommt ein neues Klimagesetz und die Gemeinde Hille mit Paul Peters einen neuen Klimaschutzmanager. Die Kommune teilt sich die Stelle mit der Gemeinde Stemwede. Das hatten beide Gemeinden vor mehr als einem Jahr beschlossen. Mittlerweile nimmt das Thema so viel Fahrt auf, dass Peters allein in Hille eine ganze Stelle füllen könnte. Über zu wenig Projekte braucht sich der 40-Jährige keine Sorgen zu machen. Und in der Verwaltung sei man froh, in ihm vor allem einen Experten für die energetische Sanierung von Gebäude gefunden zu haben, sagt sein Kollege Bernd Küchhold.

Seit dem 1. März ist Paul Peters im Dienst und pendelt zwischen Stemwede und Hille. Jeweils 19,5 Stunde sei er in jeder Kommune tätig. „Eine halbe Stelle wäre mir zu wenig gewesen, deshalb ist diese Lösung optimal“, sagt der gebürtige Hahler, der mittlerweile in Minderheide lebt. Montags und dienstags sei er in Stemwede, mittwochs und donnerstags und Hille und freitags arbeite er im Homeoffice. „Ich bin technisch so aufgestellt, dass ich theoretisch von überall arbeiten kann.“

Aktuell sei er noch damit befasst, sich einen Überblick zu verschaffen, die Kollegen kennenzulernen und sich beispielsweise mit den Klimaschutzbeauftragten der Stadt Minden oder des Kreises abzustimmen, mit denen es ebenfalls gemeinsame Projekte gibt. Parallel ist Peters in die ersten konkreten Vorhaben eingestiegen. „Priorität haben die Gebäude“, sagt er. Er sei unter anderem dabei, die Schulen energetisch zu erfassen, daraus ein Konzept zu entwickeln und auszuloten, für welche Bereiche die Gemeinde Fördergelder beantragen kann. Die Sanierung des Altbaus der Verbundschule Hille soll eines seiner Leuchtturmprojekte werden. Hier müssen Fenster saniert, Beleuchtung ausgetauscht und Rohrleitungen erneuert werden. Außerdem will Peters Synergieeffekte nutzen und hat erste Ideen. Im Stemwede beschäftigt er sich mit der Konzeption einer energieautarken Kläranlage. „Etwas ähnliches kann ich mir auch für Hille vorstellen.“


Einiges an Vorwissen bringt der Neue im Rathaus mit. Als ehemaliger Projektleiter einer Wohnungsbaugesellschaft bildete sich Peters 2012 zum Energieberater weiter. Nach einer längeren Krankheitsphase habe er mit der jetzigen Stelle einen Neustart gewagt. Neben eigenen Schwerpunkten gilt es für Peters auch die Maßnahmen aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept des Kreises abzuarbeiten. Insgesamt sieben Kommunen sind daran beteiligt, die sowohl gemeinsame Projekte als auch individuelle Maßnahmen beschlossen haben.

Das Paket für die Gemeinde Hille ist im April letzten Jahres beschlossen worden und beinhaltete unter anderem den Aufbau eines geförderten Klimaschutzmanagements – also die Stelle, die Paul Peters jetzt mit Inhalten füllen soll. Die Stelle ist zunächst auf drei Jahre bis zum 29. Februar 2024 begrenzt. Eine Verlängerung um weitere zwei Jahre ist möglich.

Weitere Vorhaben für die Gemeinde Hille sind die energetische Sanierung von Gebäuden sowie eine klimagesunde Schulküche in der Verbundschule. Die Hausmeister sollen geschult und Insektenhotels gebaut werden. Vorgesehen ist eine Aufforstung, das Anlegen von Blühstreifen, der Umstieg auf E-Fahrzeuge sowie die Anschaffung von Dienstfahrrädern für die Gemeindeverwaltung.

Einige Vorhaben sind bereits angelaufen beziehungsweise wurden umgesetzt. So zum Beispiel die Wasserspender in Schulen sowie Photovoltaikanlagen auf Dachflächen kommunaler Gebäude – eine Anlage wurde 2020 auf dem Rathausdach installiert. Und auch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED ist bereits auf den Weg gebracht worden.

In einem nächsten Schritt sollen auch die Bürgerinnen und Bürger aus Hille von den Kompetenzen des neuen Klimaschutzmanagers profitieren. „Im Moment ist der persönliche Kontakt schwierig. Ich denke das ist ein Projekt für die Zeit nach Corona“, sagt Peters. Wer beispielsweise einen Neubau oder eine Sanierung plant, kann den Experten um Rat fragen. Es bringe nichts, den Fokus nur auf eine Sache zu richten. Vielmehr gehe es um eine ganzheitliche Betrachtung. „Klimaschutz hat in erster Linie etwas mit der Denkweise der Menschen zu tun. Sie müssen sich damit befassen, wenn es zum Beispiel um die Anschaffung eines neuen Autos oder einer neuen Heizung geht.“ Aber eine nachhaltige Herangehensweise müsse für die Bürger auch bezahlbar sein.

Die Kollegen im Rathaus versprechen sich vor in vielen Bereichen Einsparungen und sind froh, einen Ansprechpartner zu haben. „Klimaschutz ist so vielfältig. Da wird noch einiges auf uns zukommen“, ist sich Bernd Küchhold sicher.

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