Früchte des Lockdowns: "Daisy Town" gewinnt den deutschen Rock- und Pop-Preis in der Sparte "beste Countryband" Ursula Koch Hille. „Wir sind total glücklich. Das bringt viel Renommee“, sagt Daniel Ellermann. Mit seiner Band Daisy Town hat der Oberlübber den deutschen Rock- und Pop-Preis 2021 in der Kategorie „Beste Countryband“ gewonnen. Der Preis, der zum 39. Mal vergeben wurde, hatte in der Vergangenheit die Karrieren von Bands wie Pur (1986), Juli (2001) oder Luxuslärm (2008) beflügelt. 2021 gehört nun die Band Daisy Town zu den Gewinnern in den Hauptkategorien. Aufgrund der Pandemie wurde der Preis allerdings nicht als Wettbewerb mit Live-Auftritten vor Publikum in der Siegerlandhalle und ersten, zweiten und dritten Plätzen durchgeführt, sondern Fachjuroren wählten die Gewinner in den einzelnen Fachkategorien aus. Die Urkunden wurden per Post verschickt. Das sei zwar etwas unpersönlich, aber letztlich habe der Preis für ihn damit noch an Gewicht gewonnen. „Der Wettbewerbsgedanke ist mir im musikalischen Bereich zuwider. Musik macht man miteinander nicht gegeneinander“, findet Ellermann. Das sei eben anders als im Sport, in dem Ergebnisse objektiv gemessen werden können. Durch Pur war der Lehrer, der seit seiner Jugend im Pfarrhaus Oberlübbe zusammen mit seinem Freund Tobias Carmine Musik macht, schon vor langer Zeit auf diesen Preis aufmerksam geworden. Anfang vergangenen Jahres sei er wieder darauf gestoßen und darum habe er kurzerhand das frisch produzierte Album von „Daisy Town“ eingesandt. Im Herbst hatte die Band Nachricht bekommen, dass sie zur engeren Auswahl gehört, kurz vor Weihnachten kam die Urkunde. „Das Album“, so auch der Titel, war ein Ergebnis des ersten Lockdowns, den die Musiker, die alle noch einem anderen Brotberuf nachgehen, im Januar 2021 als Streaming-Angebot und auch als CD herausgebracht haben. Alle Auftritte waren weggebrochen, damit entfielen auch die Proben. Die frei gewordene Zeit nutzten Sängerin Silvia Eyres, die in Rothenuffeln lebt, Markus Lehmann (Gesang und Bass), Norman Inoue (Gitarre), Chris Beckmann (Akustik-Gitarre, Banjo, Background-Gesang), Carmine (Keyboards, Gitarre, Mandoline) sowie Ellermann (Schlagzeug und Background-Gesang) elf eigene Songs geschrieben und jeder seinen eigenen Part im eigenen Heimstudio aufgenommen. Neben Modern-Country-Songs sind auch einige Nummern im klassischen Stil darauf zu finden. In der aktuellen Formation spielt die Band seit 2019. Bereits sechs Jahre zuvor hatten Ellermann und Carmine das Projekt bereits ins Leben gerufen. Eine Country-Band habe er schon lange im Kopf gehabt, aber nicht die passenden Mitstreiter, sagt Ellermann, der ebenso wie Carmine als Lehrer in Rinteln arbeitet: „Mein Vater hat Country gehört. Ich bin damit groß geworden.“ Sänger war damals Paul Norman Eyres, in Folge dessen Unfalltod 2014 die Band längere Zeit pausierte. Erst als Ellermann 2016 den Bassisten Markus Lehmann kennen lernte, nahmen sie gemeinsam mit Carmine die Fäden wieder auf. Durch Lehmann, der bei der Post arbeitet, kam der Jurist Inoue aus Hildesheim zur Band. Anfang 2019 verließ Sängerin Franzi Kuhlmann die Band aus beruflichen Gründen. „Da habe ich Silvia Eyres angerufen und gefragt, ob sie mitmachen will“, erzählt Ellermann. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Minden hatte schon mit ihrem geschiedenen Mann als Duo „Sly & Paul“ Musik gemacht und war damit über die Region hinaus bekannt. „Silvia lebt Country-Musik einfach. Das passt menschlich und musikalisch“, schwärmt Ellermann. Zuletzt ist Chris Beckmann zur Band gestoßen, „ein junger Kollege aus Rinteln“. Geprobt wird, wenn Corona Kontakte zulässt, in Ellermanns Wohnhaus in Todenmann, daher gilt Daisy Town als Band aus Rinteln. Vor Corona war der Auftrittsplan gut gefüllt und auch für dieses Jahr sehe das ganz vielversprechend aus, berichtet Ellermann. Die Band habe sich selber zwölf bis vierzehn Konzerte im Jahr als Höchstgrenze gesetzt – „wir haben ja alle einen Beruf“. Die hätten sie vor Corona ausgeschöpft und dabei die Möglichkeit gehabt, sich die Perlen herauszusuchen. Für dieses Jahr seien sie für ein Truck- und US-Car-Treffen im Juni in Petershagen angefragt, werden im Juli ein Konzert im Fort A geben und Ellermann hofft, dass es eine Neuauflage der Picknick-Konzerte im Sommerbad geben wird – „ein tolles Format“. Außerdem wollen sie ihre bereits für 2020 geplante kleine Polen-Tournee endlich nachholen. Die sei über die Schule entstanden, weil Rinteln mit der Stadt Slawno eine Partnerschaft unterhalte. „Dort ist Daisy Town 2018 zum ersten Mal aufgetreten. Unsere polnischen Zuhörer waren so begeistert, dass sie sich gewünscht haben, dass wir wiederkommen“, erzählt Ellermann. Inzwischen sammelt die Band auch schon wieder Ideen für neue Songs. „Das geht nicht wie am Fließband. Deswegen haben wir erst einmal das Ergebnis genossen. Jetzt sprießen die Ideen wieder.“ Vielleicht werde daraus in diesem Jahr noch eine EP (Extended Play, ein Format zwischen Single und Album) entstehen.

Früchte des Lockdowns: "Daisy Town" gewinnt den deutschen Rock- und Pop-Preis in der Sparte "beste Countryband"

Stolze Preisträger: Die Band Daisy Town – Daniel Ellermann, Silvia Eyres, Markus Lehmann (stehend von links), Tobias Carmine und Chris Beckmann – freuen sich über den deutschen Rock- und Pop-Preis. Foto: pr

Hille. „Wir sind total glücklich. Das bringt viel Renommee“, sagt Daniel Ellermann. Mit seiner Band Daisy Town hat der Oberlübber den deutschen Rock- und Pop-Preis 2021 in der Kategorie „Beste Countryband“ gewonnen. Der Preis, der zum 39. Mal vergeben wurde, hatte in der Vergangenheit die Karrieren von Bands wie Pur (1986), Juli (2001) oder Luxuslärm (2008) beflügelt. 2021 gehört nun die Band Daisy Town zu den Gewinnern in den Hauptkategorien.

Aufgrund der Pandemie wurde der Preis allerdings nicht als Wettbewerb mit Live-Auftritten vor Publikum in der Siegerlandhalle und ersten, zweiten und dritten Plätzen durchgeführt, sondern Fachjuroren wählten die Gewinner in den einzelnen Fachkategorien aus. Die Urkunden wurden per Post verschickt. Das sei zwar etwas unpersönlich, aber letztlich habe der Preis für ihn damit noch an Gewicht gewonnen. „Der Wettbewerbsgedanke ist mir im musikalischen Bereich zuwider. Musik macht man miteinander nicht gegeneinander“, findet Ellermann. Das sei eben anders als im Sport, in dem Ergebnisse objektiv gemessen werden können.

Durch Pur war der Lehrer, der seit seiner Jugend im Pfarrhaus Oberlübbe zusammen mit seinem Freund Tobias Carmine Musik macht, schon vor langer Zeit auf diesen Preis aufmerksam geworden. Anfang vergangenen Jahres sei er wieder darauf gestoßen und darum habe er kurzerhand das frisch produzierte Album von „Daisy Town“ eingesandt. Im Herbst hatte die Band Nachricht bekommen, dass sie zur engeren Auswahl gehört, kurz vor Weihnachten kam die Urkunde.

Newsletter
Patrick Schwemmling

Jetzt kostenlos „Die MT-Woche“ abonnieren!

Immer sonntags ab 18 Uhr erfahren, was wichtig ist

„Das Album“, so auch der Titel, war ein Ergebnis des ersten Lockdowns, den die Musiker, die alle noch einem anderen Brotberuf nachgehen, im Januar 2021 als Streaming-Angebot und auch als CD herausgebracht haben. Alle Auftritte waren weggebrochen, damit entfielen auch die Proben. Die frei gewordene Zeit nutzten Sängerin Silvia Eyres, die in Rothenuffeln lebt, Markus Lehmann (Gesang und Bass), Norman Inoue (Gitarre), Chris Beckmann (Akustik-Gitarre, Banjo, Background-Gesang), Carmine (Keyboards, Gitarre, Mandoline) sowie Ellermann (Schlagzeug und Background-Gesang) elf eigene Songs geschrieben und jeder seinen eigenen Part im eigenen Heimstudio aufgenommen. Neben Modern-Country-Songs sind auch einige Nummern im klassischen Stil darauf zu finden.

In der aktuellen Formation spielt die Band seit 2019. Bereits sechs Jahre zuvor hatten Ellermann und Carmine das Projekt bereits ins Leben gerufen. Eine Country-Band habe er schon lange im Kopf gehabt, aber nicht die passenden Mitstreiter, sagt Ellermann, der ebenso wie Carmine als Lehrer in Rinteln arbeitet: „Mein Vater hat Country gehört. Ich bin damit groß geworden.“ Sänger war damals Paul Norman Eyres, in Folge dessen Unfalltod 2014 die Band längere Zeit pausierte. Erst als Ellermann 2016 den Bassisten Markus Lehmann kennen lernte, nahmen sie gemeinsam mit Carmine die Fäden wieder auf. Durch Lehmann, der bei der Post arbeitet, kam der Jurist Inoue aus Hildesheim zur Band. Anfang 2019 verließ Sängerin Franzi Kuhlmann die Band aus beruflichen Gründen. „Da habe ich Silvia Eyres angerufen und gefragt, ob sie mitmachen will“, erzählt Ellermann. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Minden hatte schon mit ihrem geschiedenen Mann als Duo „Sly & Paul“ Musik gemacht und war damit über die Region hinaus bekannt. „Silvia lebt Country-Musik einfach. Das passt menschlich und musikalisch“, schwärmt Ellermann. Zuletzt ist Chris Beckmann zur Band gestoßen, „ein junger Kollege aus Rinteln“. Geprobt wird, wenn Corona Kontakte zulässt, in Ellermanns Wohnhaus in Todenmann, daher gilt Daisy Town als Band aus Rinteln.

Vor Corona war der Auftrittsplan gut gefüllt und auch für dieses Jahr sehe das ganz vielversprechend aus, berichtet Ellermann. Die Band habe sich selber zwölf bis vierzehn Konzerte im Jahr als Höchstgrenze gesetzt – „wir haben ja alle einen Beruf“. Die hätten sie vor Corona ausgeschöpft und dabei die Möglichkeit gehabt, sich die Perlen herauszusuchen. Für dieses Jahr seien sie für ein Truck- und US-Car-Treffen im Juni in Petershagen angefragt, werden im Juli ein Konzert im Fort A geben und Ellermann hofft, dass es eine Neuauflage der Picknick-Konzerte im Sommerbad geben wird – „ein tolles Format“. Außerdem wollen sie ihre bereits für 2020 geplante kleine Polen-Tournee endlich nachholen. Die sei über die Schule entstanden, weil Rinteln mit der Stadt Slawno eine Partnerschaft unterhalte. „Dort ist Daisy Town 2018 zum ersten Mal aufgetreten. Unsere polnischen Zuhörer waren so begeistert, dass sie sich gewünscht haben, dass wir wiederkommen“, erzählt Ellermann.

Inzwischen sammelt die Band auch schon wieder Ideen für neue Songs. „Das geht nicht wie am Fließband. Deswegen haben wir erst einmal das Ergebnis genossen. Jetzt sprießen die Ideen wieder.“ Vielleicht werde daraus in diesem Jahr noch eine EP (Extended Play, ein Format zwischen Single und Album) entstehen.

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Hille