Explosionsgefahr in Rothenuffeln: So haben sich die Anwohner gefühlt Stefanie Dullweber,Carsten Korfesmeyer,Nadine Schwan Hille-Rothenuffeln. Baustellenschilder stehen an der Straße und in der Grube liegen Glasfaserkabel. Still ist es am späten Sonntagvormittag im Bereich Eicksen/Hötkeweg. Wieder – denn 24 Stunden vorher lief in der idyllischen Ecke von Rothenuffeln ein großer Feuerwehreinsatz, der vielen Anwohnern einen Riesenschreck eingejagt hat. Bei Bauarbeiten zum Glasfaserausbau war eine Gasleitung beschädigt worden. Bewohner wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten und ihre Häuser nicht zu verlassen. Rund 60 Einsatzkräfte der Löschgruppen Rothenuffeln, Oberlübbe, Unterlübbe, Hartum und Hille sowie der Feuerwehr Minden waren seit 9.14 Uhr im Einsatz. „Das Gas strömt fontänenartig aus dem Boden“, sagte Hilles Feuerwehrsprecher Luis Rothe gegenüber dem MT. Zeitweise habe Gefahr für die Bevölkerung bestanden, da eine Explosion nicht ausgeschlossen werden konnte. Knapp zwei Stunden später dann Entwarnung: Der Notdienst des Energieversorgers Westfalica quetschte die Leitung ab, ein weiterer Gasaustritt wurde verhindert. Da es sich um eine Endleitung handelte, konnte die Leitung nicht durch ein einfaches Abschieben abgeklemmt werden, erklärte Luis Rothe. Zum Glück habe sich der Arbeiter, dem das Unglück passiert war, vorbildlich verhalten. Er hatte sich zunächst vom Ort des Geschehens entfernt und aus sicherer Entfernung den Notruf gewählt. „Jedes elektrische Gerät kann eine Explosion auslösen. Wir haben den Gefahrenbereich nur mit explosionsgeschützter Technik betreten“, schilderte Luis Rothe die brenzlige Situation. Auch um den Brandschutz kümmerte sich die Feuerwehr bei ihrem Einsatz. Der Gasgeruch sei weit entfernt von der Unglücksstelle noch wahrnehmbar gewesen. Mit Atemschutz mussten die Feuerwehrleute aber nicht arbeiten. „Hier gibt es keine dichte Bebauung. Das Gas konnte sich an der frischen Luft gut verteilen.“ Verletzt wurde bei dem Einsatz am Samstagmorgen niemand. Trotzdem war neben den Löschgruppen sicherheitshalber auch der Rettungsdienst vor Ort. Außerdem war die Polizei mit mehren Streifenwagen im Einsatz. Einzelne Anwohner wurden kurzzeitig evakuiert, die meisten Bürger blieben jedoch während des Einsatzes in ihren Häusern. Verkehrsteilnehmer mussten das Gebiet weiträumig umfahren und wurden umgeleitet. Nachdem die Gasleitung abgeklemmt war, blieben nur noch wenige Kräfte der Feuerwehr sowie das Tiefbauunternehmen, das an den Baggerarbeiten beteiligt ist, und der Gasversorger selbst vor Ort. Die Feuerwehr habe ihren Einsatz, den Bernhard Förster leitete, gegen 11 Uhr beendet, hieß es. Mitarbeiter des Energieversorgers prüften abschließend die Gaswerte und sicherten die Leitung. Rückfragen dazu, wie genau die Leitung zerstört wurde und welche Arbeiten jetzt anstehen, beantwortete das Unternehmen am Sonntag nicht. Für die Anwohner war der Vorfall eine nervenaufreibende Angelegenheit. Viele sind am Sonntagvormittag noch immer aufgewühlt. „Ich hatte ein ganz mulmiges Gefühl“, sagt Ilse Rüter, die mit ihrem Mann rund 150 Meter von der Unglücksstelle entfernt wohnt. Die Feuerwehr habe ihr gesagt, dass niemand das Haus verlassen dürfe, weil Explosionsgefahr bestehe. So etwas werde einem nicht jeden Tag gesagt, erzählt die Rothenufflerin. Entsprechend tief saß der Schock. „Alle Fenster mussten geschlossen bleiben. Nicht einmal die Klingel an der Haustür durfte man drücken“, sagt Ilse Rüter. Torsten Eggers war gerade zum Einkaufen im Barkhauser Porta-Markt, als das Dilemma passierte. Als er mit seiner Frau gegen 11 Uhr zurückkam, hätten überall Feuerwehrautos gestanden. „Das Gebiet war komplett abgesperrt“, sagt er. Dann haben beide erfahren, was passiert ist. Ein Mitarbeiter des Tiefbauunternehmens sei jedoch wenig später auf die Eheleute zugegangen und habe Entwarnung gegeben. „Das hat uns beruhigt“, sagt er. Wie dramatisch das Ereignis hingegen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde, zeigten beispielsweise die Worte, die Torsten Eggers Schwägerin auf den Anrufbeantworter sprach. „Sie wollte, dass wir uns sofort melden, damit sie weiß, dass wir noch leben“, sagt er. Monika Morgenstern, deren Lebensgefährte auf dem betroffenen Grundstück lebt, wurde telefonisch über das Unglück informiert. Die Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Ihr Freund sollte sich im ersten Stock aufhalten. Sie habe sich „große Sorgen gemacht“ und beschreibt die Zeit bis zur Entwarnung als „totalen Stress“. Hinzu käme, dass auf dem Grundstück einige Hühner und Katzen frei herumlaufen, die leicht hätten überfahren werden können. Dass es am Ende glimpflich ausging, habe sie sehr erleichtert. Kaum etwas mitbekommen hat Klaus-Peter Schäfer von dem großen Feuerwehreinsatz. „Wir waren nicht zuhause und erst gegen 16 Uhr zurück“, sagt er gegenüber dem MT. Die wenigen Feuerwehrleute, die zu diesem Zeitpunkt noch vor Ort waren, hätten auf ihn sehr entspannt gewirkt.

Explosionsgefahr in Rothenuffeln: So haben sich die Anwohner gefühlt

© Foto: Feuerwehr Hille/ Luis Rothe

Hille-Rothenuffeln. Baustellenschilder stehen an der Straße und in der Grube liegen Glasfaserkabel. Still ist es am späten Sonntagvormittag im Bereich Eicksen/Hötkeweg. Wieder – denn 24 Stunden vorher lief in der idyllischen Ecke von Rothenuffeln ein großer Feuerwehreinsatz, der vielen Anwohnern einen Riesenschreck eingejagt hat. Bei Bauarbeiten zum Glasfaserausbau war eine Gasleitung beschädigt worden. Bewohner wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten und ihre Häuser nicht zu verlassen.

Rund 60 Einsatzkräfte der Löschgruppen Rothenuffeln, Oberlübbe, Unterlübbe, Hartum und Hille sowie der Feuerwehr Minden waren seit 9.14 Uhr im Einsatz. „Das Gas strömt fontänenartig aus dem Boden“, sagte Hilles Feuerwehrsprecher Luis Rothe gegenüber dem MT. Zeitweise habe Gefahr für die Bevölkerung bestanden, da eine Explosion nicht ausgeschlossen werden konnte.

Weil Explosionsgefahr bestand, sperrten die Einsatzkräfte den Bereich Eicksen/Hötkeweg weiträumig ab. - © Foto: Feuerwehr Hille/Luis Rothe
Weil Explosionsgefahr bestand, sperrten die Einsatzkräfte den Bereich Eicksen/Hötkeweg weiträumig ab. - © Foto: Feuerwehr Hille/Luis Rothe

Knapp zwei Stunden später dann Entwarnung: Der Notdienst des Energieversorgers Westfalica quetschte die Leitung ab, ein weiterer Gasaustritt wurde verhindert. Da es sich um eine Endleitung handelte, konnte die Leitung nicht durch ein einfaches Abschieben abgeklemmt werden, erklärte Luis Rothe. Zum Glück habe sich der Arbeiter, dem das Unglück passiert war, vorbildlich verhalten. Er hatte sich zunächst vom Ort des Geschehens entfernt und aus sicherer Entfernung den Notruf gewählt. „Jedes elektrische Gerät kann eine Explosion auslösen. Wir haben den Gefahrenbereich nur mit explosionsgeschützter Technik betreten“, schilderte Luis Rothe die brenzlige Situation. Auch um den Brandschutz kümmerte sich die Feuerwehr bei ihrem Einsatz. Der Gasgeruch sei weit entfernt von der Unglücksstelle noch wahrnehmbar gewesen. Mit Atemschutz mussten die Feuerwehrleute aber nicht arbeiten. „Hier gibt es keine dichte Bebauung. Das Gas konnte sich an der frischen Luft gut verteilen.“

In dieser Baugrube ist am Samstagvormittag die Gasleitung beschädigt worden. - © MT-Foto: Carsten Korfesmeyer
In dieser Baugrube ist am Samstagvormittag die Gasleitung beschädigt worden. - © MT-Foto: Carsten Korfesmeyer

Verletzt wurde bei dem Einsatz am Samstagmorgen niemand. Trotzdem war neben den Löschgruppen sicherheitshalber auch der Rettungsdienst vor Ort. Außerdem war die Polizei mit mehren Streifenwagen im Einsatz. Einzelne Anwohner wurden kurzzeitig evakuiert, die meisten Bürger blieben jedoch während des Einsatzes in ihren Häusern. Verkehrsteilnehmer mussten das Gebiet weiträumig umfahren und wurden umgeleitet.

Nachdem die Gasleitung abgeklemmt war, blieben nur noch wenige Kräfte der Feuerwehr sowie das Tiefbauunternehmen, das an den Baggerarbeiten beteiligt ist, und der Gasversorger selbst vor Ort. Die Feuerwehr habe ihren Einsatz, den Bernhard Förster leitete, gegen 11 Uhr beendet, hieß es. Mitarbeiter des Energieversorgers prüften abschließend die Gaswerte und sicherten die Leitung. Rückfragen dazu, wie genau die Leitung zerstört wurde und welche Arbeiten jetzt anstehen, beantwortete das Unternehmen am Sonntag nicht.

Für die Anwohner war der Vorfall eine nervenaufreibende Angelegenheit. Viele sind am Sonntagvormittag noch immer aufgewühlt. „Ich hatte ein ganz mulmiges Gefühl“, sagt Ilse Rüter, die mit ihrem Mann rund 150 Meter von der Unglücksstelle entfernt wohnt. Die Feuerwehr habe ihr gesagt, dass niemand das Haus verlassen dürfe, weil Explosionsgefahr bestehe. So etwas werde einem nicht jeden Tag gesagt, erzählt die Rothenufflerin. Entsprechend tief saß der Schock. „Alle Fenster mussten geschlossen bleiben. Nicht einmal die Klingel an der Haustür durfte man drücken“, sagt Ilse Rüter.

Torsten Eggers war gerade zum Einkaufen im Barkhauser Porta-Markt, als das Dilemma passierte. Als er mit seiner Frau gegen 11 Uhr zurückkam, hätten überall Feuerwehrautos gestanden. „Das Gebiet war komplett abgesperrt“, sagt er. Dann haben beide erfahren, was passiert ist. Ein Mitarbeiter des Tiefbauunternehmens sei jedoch wenig später auf die Eheleute zugegangen und habe Entwarnung gegeben. „Das hat uns beruhigt“, sagt er. Wie dramatisch das Ereignis hingegen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde, zeigten beispielsweise die Worte, die Torsten Eggers Schwägerin auf den Anrufbeantworter sprach. „Sie wollte, dass wir uns sofort melden, damit sie weiß, dass wir noch leben“, sagt er.

Monika Morgenstern, deren Lebensgefährte auf dem betroffenen Grundstück lebt, wurde telefonisch über das Unglück informiert. Die Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Ihr Freund sollte sich im ersten Stock aufhalten. Sie habe sich „große Sorgen gemacht“ und beschreibt die Zeit bis zur Entwarnung als „totalen Stress“. Hinzu käme, dass auf dem Grundstück einige Hühner und Katzen frei herumlaufen, die leicht hätten überfahren werden können. Dass es am Ende glimpflich ausging, habe sie sehr erleichtert.

Kaum etwas mitbekommen hat Klaus-Peter Schäfer von dem großen Feuerwehreinsatz. „Wir waren nicht zuhause und erst gegen 16 Uhr zurück“, sagt er gegenüber dem MT. Die wenigen Feuerwehrleute, die zu diesem Zeitpunkt noch vor Ort waren, hätten auf ihn sehr entspannt gewirkt.

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