„Es wird einige Insolvenzen geben“: Vielen Friseuren hat der Lockdown tiefrote Zahlen beschert Minden (nw). Seit Mitte Dezember waren die Friseursalons dicht. Es sieht düster aus, warnt die Branche. Jeder weitere Tag verschlimmere die Lage. Den Friseuren in Deutschland steht nach eigenem Bekunden das Wasser bis zum Hals. „Es sind alle Rücklagen aufgebraucht, teilweise auch die Altersvorsorge – es geht um Existenzen“, sagt der Obermeister der Friseur-Innung Minden-Lübbecke, Hartmut Vahle aus Bad Oeynhausen. Doch die ersehnte Perspektive für die darbende Branche ist da: Seit Montag hat jeder die Möglichkeit, seine Corona-Langhaarfrisur wieder loszuwerden. Eigentlich ist der Montag traditionell der Ruhetag der Friseure. „Doch wollen wir das unseren Kunden nicht antun, nach zehn Wochen Schließung gleich mit einem Ruhetag zu beginnen. Das wäre jetzt das falsche Signal“, sagt Vahle im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Und so werden in allen Friseursalons im Lübbecker Land, das verspricht der Obermeister, seit gestern wieder Haare geschnitten. Vahle hatte allerdings in den vergangenen Wochen auch bemerkt, dass es wohl „einiges an Schwarzarbeit gegeben haben muss“. Er fand, dass „erstaunlich viele junge Menschen mit exakt geschnittenen Kurzhaarfrisuren herumgelaufen sind“. Dennoch seien erst einmal bei einigen Kollegen die Wartelisten ziemlich lang. Diejenigen, die sich jetzt etwas später einen Termin geholt hätten, müssten damit rechnen, erst in der 3. oder 4. Märzwoche auf dem Friseurstuhl Platz nehmen zu dürfen. Vahle verweist auf die Erfahrungen des ersten Lockdowns im Mai 2020. Da habe man nach sechs Wochen Schließung wieder starten dürfen. Dennoch habe das dazu geführt, dass selbst der größte Friseurfilialist in Deutschland, Klier, Insolvenz anmelden musste. Davon betroffen seien hauptsächlich die Filialen gewesen, die in großen Einkaufszentren und Shopping-Malls angesiedelt waren. „Hier sind die Mieten in der Regel astronomisch hoch, so dass das einfach nicht mehr so weiterging“, sagt Vahle. Was den Kreis Minden-Lübbecke ebenso wie das Lübbecker Land angeht, rechnet er nach der Lockerung zunächst mit keinen Insolvenzen. Die Frage sei, ob es in den kommenden Monaten gelinge, die roten Zahlen wieder aufzufangen, um so mit einem blauen Auge aus dem Lockdown herauszukommen. Gelingt dies nicht und entwickelt sich der Umsatz nicht so wie erhofft, rechnet er mit ersten Entlassungen in den kommenden Monaten. „Ich glaube, dass wir in einem Jahr bei den Friseuren ein anderes Bild haben als jetzt, es wird einige Insolvenzen geben“, ist sich Vahle sicher.

„Es wird einige Insolvenzen geben“: Vielen Friseuren hat der Lockdown tiefrote Zahlen beschert

Minden (nw). Seit Mitte Dezember waren die Friseursalons dicht. Es sieht düster aus, warnt die Branche. Jeder weitere Tag verschlimmere die Lage. Den Friseuren in Deutschland steht nach eigenem Bekunden das Wasser bis zum Hals. „Es sind alle Rücklagen aufgebraucht, teilweise auch die Altersvorsorge – es geht um Existenzen“, sagt der Obermeister der Friseur-Innung Minden-Lübbecke, Hartmut Vahle aus Bad Oeynhausen.

Hartmut Vahle befürchtet eine Pleitewelle. Foto: Obermeyer/privat - © xx
Hartmut Vahle befürchtet eine Pleitewelle. Foto: Obermeyer/privat - © xx

Doch die ersehnte Perspektive für die darbende Branche ist da: Seit Montag hat jeder die Möglichkeit, seine Corona-Langhaarfrisur wieder loszuwerden. Eigentlich ist der Montag traditionell der Ruhetag der Friseure. „Doch wollen wir das unseren Kunden nicht antun, nach zehn Wochen Schließung gleich mit einem Ruhetag zu beginnen. Das wäre jetzt das falsche Signal“, sagt Vahle im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Und so werden in allen Friseursalons im Lübbecker Land, das verspricht der Obermeister, seit gestern wieder Haare geschnitten.

Vahle hatte allerdings in den vergangenen Wochen auch bemerkt, dass es wohl „einiges an Schwarzarbeit gegeben haben muss“. Er fand, dass „erstaunlich viele junge Menschen mit exakt geschnittenen Kurzhaarfrisuren herumgelaufen sind“. Dennoch seien erst einmal bei einigen Kollegen die Wartelisten ziemlich lang. Diejenigen, die sich jetzt etwas später einen Termin geholt hätten, müssten damit rechnen, erst in der 3. oder 4. Märzwoche auf dem Friseurstuhl Platz nehmen zu dürfen.

Vahle verweist auf die Erfahrungen des ersten Lockdowns im Mai 2020. Da habe man nach sechs Wochen Schließung wieder starten dürfen. Dennoch habe das dazu geführt, dass selbst der größte Friseurfilialist in Deutschland, Klier, Insolvenz anmelden musste. Davon betroffen seien hauptsächlich die Filialen gewesen, die in großen Einkaufszentren und Shopping-Malls angesiedelt waren. „Hier sind die Mieten in der Regel astronomisch hoch, so dass das einfach nicht mehr so weiterging“, sagt Vahle.

Was den Kreis Minden-Lübbecke ebenso wie das Lübbecker Land angeht, rechnet er nach der Lockerung zunächst mit keinen Insolvenzen. Die Frage sei, ob es in den kommenden Monaten gelinge, die roten Zahlen wieder aufzufangen, um so mit einem blauen Auge aus dem Lockdown herauszukommen. Gelingt dies nicht und entwickelt sich der Umsatz nicht so wie erhofft, rechnet er mit ersten Entlassungen in den kommenden Monaten. „Ich glaube, dass wir in einem Jahr bei den Friseuren ein anderes Bild haben als jetzt, es wird einige Insolvenzen geben“, ist sich Vahle sicher.

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