„Es geht es um das Erforderliche“: Hiller Feuerwehr begründet geforderte Investitionen Carsten Korfesmeyer Hille-Hartum. Feuerwehrchef Bernhard Förster hat der Politik vorgestellt, was für den Brandschutz in Hille aktuell gebraucht wird. Das war am vergangenen Donnerstag und inzwischen liegt der Ball bei den Fraktionen. „Der Rat entscheidet, was von unseren Vorschlägen alles umgesetzt wird“, sagt er am Montag gegenüber dem MT. Oft fallen im Gespräch die Worte Sicherheit und Gesundheit – beides Begriffe, die für den Leiter der 424 Mitglieder starken Wehr immer an vorderster Stelle stehen. Es gelte, die Einsatzkräfte vor Verletzungen jeder Art zu schützen. Dafür brauche man eine zeitgemäße Ausrüstung. Bernhard Förster sagt ausdrücklich, dass sich seine Kostenansätze und Vorschläge auf das beschränken, was für die optimale Aufrechterhaltung des Brandschutzes gebraucht wird. „Es geht nicht um Wünsche, sondern um das Erforderliche“, sagt er. Dabei zeigt er das Foto, auf dem so genannte Schnittschutzgamaschen abgebildet sind. Die können beispielsweise bei Einsätzen von Motorsägen verhindern, dass man sich am Beim schwer verletzt. „Denn sobald die Kette mit den Gamaschen in Berührung kommt, bleibt sie stecken.“ Die Kosten für diese Investition lägen laut Feuerwehr bei 1.000 Euro. Im Vorfeld ihrer jährlichen Bedarfsplanungen haben sich Bernhard Förster sowie seine beiden Stellvertreter Andreas von Behren-Krüger und Sven Bredebusch die Vorschläge aus den neun Löschgruppen eingeholt. „Dann haben wir uns zusammengesetzt und jeden einzelnen Punkt durchgesprochen“, sagt er. Allein für die Bekleidung schlägt die Wehrführung eine Summe von insgesamt 65.000 Euro vor. Darin enthalten ist unter anderem neue Bekleidung für die Atemschutzgeräteträger, die mit 32.500 Euro zu Buche schlagen könnte. Schrittweise soll sie für die rund 70 geschulten Kräfte in den kommenden Jahren ersetzt werden. Für 2021 schlägt die Feuerwehr zunächst 25 Schutzanzüge für die Männer und Frauen vor, die nach Worten von Bernhard Förster bei ihren Einsätzen „durchs Feuer gehen“. Er weist zugleich darauf hin, dass die Kleidungsstücke nach jedem Einsatz speziell gereinigt werden müssen. In dieser Hinsicht zeige sich die jetzt vorgesehene Bekleidung für die Atemschutzgeräteträger auch wesentlich robuster. Mussten die Vorgänger bereits nach einem Dutzend Mal ausgetauscht werden, lassen sich die neuen rund 50 Mal verwenden. Die spezielle Reinigung erfolgt über eine Fachfirma. Im Gespräch mit Bernhard Förster zeigt sich, an was die Verantwortlichen bei ihren Berechnungen denken müssen. Viele Gegenstände zählen zu den Verschleißteilen und müssen nach einer bestimmten Zeit ausgetauscht werden. Darunter fallen Schläuche, Druckluftflaschen, Krankentragen, Werkzeugkästen oder das Hydrantenstandrohr mit Rückflussverhinderer. Besonders hoch ist nach Worten des Feuerwehrchefs der Verlust von rot-weißen Verkehrsleitkegeln. „Die werden oft umgefahren.“ Im Feuerschutzausschuss ist der Leiter auch nach den voraussichtlichen Gesamtkosten für den Haushalt 2021 gefragt worden, der Informationen zufolge im März eingebracht werden soll. Eine Antwort hat Bernhard Förster nicht gegeben, weil diese Zahlen zumindest derzeit keine solide Basis hätten. „Da sind so viele einzelne Posten zu bedenken“, sagt er. In seiner Darstellung sei aber alles enthalten, was aktuell stärker zu Buche schlägt. Dass die Investitionen im Bereich der Hiller Feuerwehr zuletzt recht hoch gewesen sind, ist Bernhard Förster bewusst. Allerdings läge das darin, dass sich die Kosten für etwaige Neuanschaffungen immer mal wieder auf höherem Niveau bewegen. Tanklöschfahrzeuge würden beispielsweise immer nach 25 Jahren ersetzt. „Das ist während meiner bisherigen Amtszeit öfter mal vorgekommen“, sagt er. Und im Gremium begründete Hilles erster Feuerwehrmann seinen Antrag zum Erwerb eines „wasserführenden Löschfahrzeugs“ für Holzhausen II. Dieses sollte idealerweise mit einem Wasservorrat von bis zu 3.000 Litern ausgestattet sein. Die sollen bei der ersten Brandbekämpfung verwendet werden, bevor das Wasser über die Hydranten kommt. „Der Ort zieht sich recht lang hin und deshalb macht so ein Tankvorrat viel Sinn“, sagt er. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf etwa 400.000 Euro. Erst 2019 hatte die Löschgruppe Holzhausen II ein LF 20 erhalten, nachdem das Vorgängerfahrzeug außer Dienst gestellt werden musste. Was viele nicht mehr ganz auf dem Schirm haben: „Es ist für den Übergang gedacht“, sagt Bernhard Förster. Denn obwohl es gut in Schuss ist, stammt es von 1999. „Und die Lieferfrist für ein Neues liegt etwa 30 Monate.“

„Es geht es um das Erforderliche“: Hiller Feuerwehr begründet geforderte Investitionen

Um bei Einsätzen optimal helfen zu können, braucht es eine gute Ausstattung. Jährlich muss die Feuerwehr veraltete Materialien gegen neue ersetzen.  © MT-Foto: Alex Lehn

Hille-Hartum. Feuerwehrchef Bernhard Förster hat der Politik vorgestellt, was für den Brandschutz in Hille aktuell gebraucht wird. Das war am vergangenen Donnerstag und inzwischen liegt der Ball bei den Fraktionen. „Der Rat entscheidet, was von unseren Vorschlägen alles umgesetzt wird“, sagt er am Montag gegenüber dem MT. Oft fallen im Gespräch die Worte Sicherheit und Gesundheit – beides Begriffe, die für den Leiter der 424 Mitglieder starken Wehr immer an vorderster Stelle stehen. Es gelte, die Einsatzkräfte vor Verletzungen jeder Art zu schützen. Dafür brauche man eine zeitgemäße Ausrüstung.

Bernhard Förster sagt ausdrücklich, dass sich seine Kostenansätze und Vorschläge auf das beschränken, was für die optimale Aufrechterhaltung des Brandschutzes gebraucht wird. „Es geht nicht um Wünsche, sondern um das Erforderliche“, sagt er. Dabei zeigt er das Foto, auf dem so genannte Schnittschutzgamaschen abgebildet sind. Die können beispielsweise bei Einsätzen von Motorsägen verhindern, dass man sich am Beim schwer verletzt. „Denn sobald die Kette mit den Gamaschen in Berührung kommt, bleibt sie stecken.“ Die Kosten für diese Investition lägen laut Feuerwehr bei 1.000 Euro.

Im Vorfeld ihrer jährlichen Bedarfsplanungen haben sich Bernhard Förster sowie seine beiden Stellvertreter Andreas von Behren-Krüger und Sven Bredebusch die Vorschläge aus den neun Löschgruppen eingeholt. „Dann haben wir uns zusammengesetzt und jeden einzelnen Punkt durchgesprochen“, sagt er. Allein für die Bekleidung schlägt die Wehrführung eine Summe von insgesamt 65.000 Euro vor. Darin enthalten ist unter anderem neue Bekleidung für die Atemschutzgeräteträger, die mit 32.500 Euro zu Buche schlagen könnte. Schrittweise soll sie für die rund 70 geschulten Kräfte in den kommenden Jahren ersetzt werden. Für 2021 schlägt die Feuerwehr zunächst 25 Schutzanzüge für die Männer und Frauen vor, die nach Worten von Bernhard Förster bei ihren Einsätzen „durchs Feuer gehen“. Er weist zugleich darauf hin, dass die Kleidungsstücke nach jedem Einsatz speziell gereinigt werden müssen. In dieser Hinsicht zeige sich die jetzt vorgesehene Bekleidung für die Atemschutzgeräteträger auch wesentlich robuster. Mussten die Vorgänger bereits nach einem Dutzend Mal ausgetauscht werden, lassen sich die neuen rund 50 Mal verwenden. Die spezielle Reinigung erfolgt über eine Fachfirma.

Im Gespräch mit Bernhard Förster zeigt sich, an was die Verantwortlichen bei ihren Berechnungen denken müssen. Viele Gegenstände zählen zu den Verschleißteilen und müssen nach einer bestimmten Zeit ausgetauscht werden. Darunter fallen Schläuche, Druckluftflaschen, Krankentragen, Werkzeugkästen oder das Hydrantenstandrohr mit Rückflussverhinderer. Besonders hoch ist nach Worten des Feuerwehrchefs der Verlust von rot-weißen Verkehrsleitkegeln. „Die werden oft umgefahren.“

Im Feuerschutzausschuss ist der Leiter auch nach den voraussichtlichen Gesamtkosten für den Haushalt 2021 gefragt worden, der Informationen zufolge im März eingebracht werden soll. Eine Antwort hat Bernhard Förster nicht gegeben, weil diese Zahlen zumindest derzeit keine solide Basis hätten. „Da sind so viele einzelne Posten zu bedenken“, sagt er. In seiner Darstellung sei aber alles enthalten, was aktuell stärker zu Buche schlägt.

Dass die Investitionen im Bereich der Hiller Feuerwehr zuletzt recht hoch gewesen sind, ist Bernhard Förster bewusst. Allerdings läge das darin, dass sich die Kosten für etwaige Neuanschaffungen immer mal wieder auf höherem Niveau bewegen. Tanklöschfahrzeuge würden beispielsweise immer nach 25 Jahren ersetzt. „Das ist während meiner bisherigen Amtszeit öfter mal vorgekommen“, sagt er. Und im Gremium begründete Hilles erster Feuerwehrmann seinen Antrag zum Erwerb eines „wasserführenden Löschfahrzeugs“ für Holzhausen II. Dieses sollte idealerweise mit einem Wasservorrat von bis zu 3.000 Litern ausgestattet sein. Die sollen bei der ersten Brandbekämpfung verwendet werden, bevor das Wasser über die Hydranten kommt. „Der Ort zieht sich recht lang hin und deshalb macht so ein Tankvorrat viel Sinn“, sagt er. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf etwa 400.000 Euro.

Erst 2019 hatte die Löschgruppe Holzhausen II ein LF 20 erhalten, nachdem das Vorgängerfahrzeug außer Dienst gestellt werden musste. Was viele nicht mehr ganz auf dem Schirm haben: „Es ist für den Übergang gedacht“, sagt Bernhard Förster. Denn obwohl es gut in Schuss ist, stammt es von 1999. „Und die Lieferfrist für ein Neues liegt etwa 30 Monate.“

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