Elke Ellermann aus Oberlübbe macht Furore als Seifensiederin "Herbstnebel" zieht durch die Dusche / Strenge Kontrollen garantieren Qualität Von Gisela Burmester Hille-Oberlübbe (mt). Wer sich den Luxus einer qualitativ hervorragenden Seife auf Biobasis gönnen will, kann Parfümerie oder Fachgeschäft aufsuchen. Oder sich an Elke Ellermann in Oberlübbe wenden. Sie gehört zu jenem Typus der Seifensiederinnen, die mit Herzblut und Kreativität die kleinen, schäumenden und wunderbar duftenden Waschstücke herstellen.Dabei ist zunächst alles nur Chemie. "Ich verwende hochwertige, biologische Öle und Fette, ätherische Öle für den Duft, Natriumlauge und Wasser." Elke Ellermann erwärmt feste Fette wie Sheabutter auf etwa 37 Grad und gibt flüssiges Fett wie Mandelöl hinzu, vermischt in einem anderen Topf die ätzende Natriumlauge mit Wasser, gibt diesem Gemenge Zeit zum Abkühlen, rührt dann alles sorgfältig zusammen, aromatisiert die Masse mit Duftölen und gießt sie anschließend in Formen aus Kunststoff oder Silikon."Dann muss die Seife 24 Stunden dick eingewickelt `schlafen´. In dieser Zeit erhitzt sie sich und kühlt wieder ab", sagt Elke Ellermann. Danach werden die großen, rechteckigen Stücke in Scheiben geschnitten, die Würfel aus der Form gedrückt, es wird geformt und dekoriert. "Um die Seife auszuhärten, muss sie dann zwei bis drei Monate lagern." Dafür hat Elke Ellermann neben ihrer Seifenküche im Keller in einem Raum ein Klimagerät aufgestellt. "Bei der Herstellung ist neben Sorgfalt, Schutzkleidung wegen der ätzenden Lauge und Hygiene die richtige Luftfeuchtigkeit wichtig, um eine perfekte Konsistenz zu erhalten."Ganz zum Schluss wird die Seife hübsch verpackt: In atmungsaktives Zellophanpapier und umhüllt von einer Papierbanderole, die Sohn Matthias Ellermann mit Fotos bedruckt und gestaltet. "Die Blumen wachsen in meinem Garten, die Kinderseife ziert ein Bild meiner Enkeltochter."Die duftenden Kunstwerke heißen Herbstnebel oder Viola, es gibt Herrenseife und Schalker Seife, die nach Apfelsinen duftende Weihnachtsseife und die Ziegenmilch-Rosmarin-Seife - Elke Ellermanns Liebling. "Die meisten Frauen mögen blumige Düfte, während die Männer herbe Aromen, wie sie sich in der Alepposeife aus Oliven- und Lorbeeröl finden, bevorzugen."Fast 40 Rezepte hat die Oberlübberin seit ihren Anfängen im Jahr 2010 entwickelt. Ideen und Informationen holt sie sich unter anderem aus Büchern und in Gesprächen mit ihren Kundinnen. Denn Elke Ellermann verkauft ihre Produkte auch. "Ich besuche Kunstmärkte, Weihnachtsmärkte, Gesundheits- und Frauenmessen im Lipperland, im Raum Hannover und Nienburg. Wichtig ist mir dabei ein gewisses Niveau." Meist seien es Frauen, die sich ein Stück ihrer Seife gönnten, manchmal schauten auch Männer vorbei. "Wenn, dann sind es Jüngere."Über die Verkäuferin wacht das Auge des Gesetzes: Sie hat mit "Seifenromantik" ein Gewerbe angemeldet, das Kreisveterinäramt weiß von der Seifensiederei an der Fichtenstraße, jedes Rezept wird bei der EU in Brüssel hinterlegt, jeder Inhaltsstoff einer Zutat von einer Sicherheitsbewerterin kontrolliert. "Die Standards sind hoch. So darf ich keine Rosenblätter oder Lavendelblüten aus dem Garten verarbeiten, sondern muss alles von einem zertifizierten Großhandel beziehen."Seifensieden nur ein HobbyDoch das geht für Elke Ellermann in Ordnung, denn damit ist sie auf der sicheren Seite. Und ihre qualitätsbewusste Kundschaft dankt es ihr. Denn mittlerweile ist die Seifensiederin nicht nur auf Märkten vertreten, sondern freut sich auch über einen langsam florierenden Versandhandel.Zudem gibt sie im Herbst ihren ersten Kurs. "Allerdings ist der schon ausgebucht. Aber es werden weitere folgen", verspricht sie.In ihrem liebevoll gestalteten Verkaufsraum bietet Elke Ellermann ebenfalls ihre Produkte an - unzählige duftende Seifenstücke liegen in Vitrinen und auf Tischen aus. Trotzdem ist die Seifenherstellung ein Hobby geblieben. "Ich mag den kreativen Umgang mit einer formbaren Masse", sagt die Oberlübberin, die früher töpferte. "Am schönsten ist es, wenn ich Wunschseifen machen kann wie eine Friedenstaube zur Taufe oder die Weihnachtsgabe für einen Altenklub, aber auch der Verkauf macht mir mittlerweile viel Spaß." Im Gespräch mit Kunden habe sie neue Freunde gefunden, und die sind ihr wichtig.Doch noch wichtiger sind ihr ihre Familie mit den drei Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln, der große Freundeskreis, das Seelsorgeteam des Mindener Krankenhauses, dem sie angehört, der Schütte-Chor und ihre Tätigkeit als Gesundheitsreferentin. "Erst danach kommt meine Seife."

Elke Ellermann aus Oberlübbe macht Furore als Seifensiederin

Hille-Oberlübbe (mt). Wer sich den Luxus einer qualitativ hervorragenden Seife auf Biobasis gönnen will, kann Parfümerie oder Fachgeschäft aufsuchen. Oder sich an Elke Ellermann in Oberlübbe wenden.

Für Schalkefans gibt es blau-weiße Seife.
Für Schalkefans gibt es blau-weiße Seife.

Sie gehört zu jenem Typus der Seifensiederinnen, die mit Herzblut und Kreativität die kleinen, schäumenden und wunderbar duftenden Waschstücke herstellen.

Dabei ist zunächst alles nur Chemie. "Ich verwende hochwertige, biologische Öle und Fette, ätherische Öle für den Duft, Natriumlauge und Wasser." Elke Ellermann erwärmt feste Fette wie Sheabutter auf etwa 37 Grad und gibt flüssiges Fett wie Mandelöl hinzu, vermischt in einem anderen Topf die ätzende Natriumlauge mit Wasser, gibt diesem Gemenge Zeit zum Abkühlen, rührt dann alles sorgfältig zusammen, aromatisiert die Masse mit Duftölen und gießt sie anschließend in Formen aus Kunststoff oder Silikon.

"Dann muss die Seife 24 Stunden dick eingewickelt `schlafen´. In dieser Zeit erhitzt sie sich und kühlt wieder ab", sagt Elke Ellermann. Danach werden die großen, rechteckigen Stücke in Scheiben geschnitten, die Würfel aus der Form gedrückt, es wird geformt und dekoriert. "Um die Seife auszuhärten, muss sie dann zwei bis drei Monate lagern." Dafür hat Elke Ellermann neben ihrer Seifenküche im Keller in einem Raum ein Klimagerät aufgestellt. "Bei der Herstellung ist neben Sorgfalt, Schutzkleidung wegen der ätzenden Lauge und Hygiene die richtige Luftfeuchtigkeit wichtig, um eine perfekte Konsistenz zu erhalten."

Ganz zum Schluss wird die Seife hübsch verpackt: In atmungsaktives Zellophanpapier und umhüllt von einer Papierbanderole, die Sohn Matthias Ellermann mit Fotos bedruckt und gestaltet. "Die Blumen wachsen in meinem Garten, die Kinderseife ziert ein Bild meiner Enkeltochter."

Die duftenden Kunstwerke heißen Herbstnebel oder Viola, es gibt Herrenseife und Schalker Seife, die nach Apfelsinen duftende Weihnachtsseife und die Ziegenmilch-Rosmarin-Seife - Elke Ellermanns Liebling. "Die meisten Frauen mögen blumige Düfte, während die Männer herbe Aromen, wie sie sich in der Alepposeife aus Oliven- und Lorbeeröl finden, bevorzugen."

Produziert aus Mandelöl, Ziegenmilch und Rosenöl duftende Seifen: Elke Ellermann aus Oberlübbe. - © MT-Foto: Gisela Burmester
Produziert aus Mandelöl, Ziegenmilch und Rosenöl duftende Seifen: Elke Ellermann aus Oberlübbe. - © MT-Foto: Gisela Burmester

Fast 40 Rezepte hat die Oberlübberin seit ihren Anfängen im Jahr 2010 entwickelt. Ideen und Informationen holt sie sich unter anderem aus Büchern und in Gesprächen mit ihren Kundinnen. Denn Elke Ellermann verkauft ihre Produkte auch. "Ich besuche Kunstmärkte, Weihnachtsmärkte, Gesundheits- und Frauenmessen im Lipperland, im Raum Hannover und Nienburg. Wichtig ist mir dabei ein gewisses Niveau." Meist seien es Frauen, die sich ein Stück ihrer Seife gönnten, manchmal schauten auch Männer vorbei. "Wenn, dann sind es Jüngere."

Über die Verkäuferin wacht das Auge des Gesetzes: Sie hat mit "Seifenromantik" ein Gewerbe angemeldet, das Kreisveterinäramt weiß von der Seifensiederei an der Fichtenstraße, jedes Rezept wird bei der EU in Brüssel hinterlegt, jeder Inhaltsstoff einer Zutat von einer Sicherheitsbewerterin kontrolliert. "Die Standards sind hoch. So darf ich keine Rosenblätter oder Lavendelblüten aus dem Garten verarbeiten, sondern muss alles von einem zertifizierten Großhandel beziehen."

Seifensieden nur ein Hobby

Doch das geht für Elke Ellermann in Ordnung, denn damit ist sie auf der sicheren Seite. Und ihre qualitätsbewusste Kundschaft dankt es ihr. Denn mittlerweile ist die Seifensiederin nicht nur auf Märkten vertreten, sondern freut sich auch über einen langsam florierenden Versandhandel.

Zudem gibt sie im Herbst ihren ersten Kurs. "Allerdings ist der schon ausgebucht. Aber es werden weitere folgen", verspricht sie.

In ihrem liebevoll gestalteten Verkaufsraum bietet Elke Ellermann ebenfalls ihre Produkte an - unzählige duftende Seifenstücke liegen in Vitrinen und auf Tischen aus. Trotzdem ist die Seifenherstellung ein Hobby geblieben. "Ich mag den kreativen Umgang mit einer formbaren Masse", sagt die Oberlübberin, die früher töpferte. "Am schönsten ist es, wenn ich Wunschseifen machen kann wie eine Friedenstaube zur Taufe oder die Weihnachtsgabe für einen Altenklub, aber auch der Verkauf macht mir mittlerweile viel Spaß." Im Gespräch mit Kunden habe sie neue Freunde gefunden, und die sind ihr wichtig.

Doch noch wichtiger sind ihr ihre Familie mit den drei Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln, der große Freundeskreis, das Seelsorgeteam des Mindener Krankenhauses, dem sie angehört, der Schütte-Chor und ihre Tätigkeit als Gesundheitsreferentin. "Erst danach kommt meine Seife."

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