Einwegflaschen-Verzicht: So lief der zweiwöchige Test des örtlichen Leitungswassers Hille (mt). Trinkwasser aus der Leitung kann deutschlandweit und damit auch im Kreis Minden-Lübbecke bedenkenlos getrunken werden – sofern keine Bleileitungen im Haus vorhanden sind, was nur noch vereinzelt bei alten Häusern der Fall ist. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin. Doch trotz der guten Qualität des Leitungswassers trinken deutschlandweit immer mehr Menschen Wasser aus Flaschen, vor allem aus Einwegflaschen. Sie trinken durchschnittlich 85 Ein-Liter-Einwegflaschen pro Kopf und Jahr. Für den Kreis Minden-Lübbecke haben Cornelia Franke-Röthemeyer und Anke Schiermeyer, Umweltberaterinnen der Verbraucherzentrale NRW, ein Einsparpotenzial von Einwegplastikflaschen pro Jahr errechnet: Mehr als 26 Millionen Einwegflaschen ließen sich einsparen, wenn alle Menschen im Mühlenkreis auf Leitungswasser umsteigen würden, heißt es. Im März hat die Umweltberatung Testpersonen gesucht, die zwei Wochen lang das örtliche Leitungswasser testen wollten – zu Hause und unterwegs. Rund 80 Menschen aus dem Kreis haben sich für den Leitungswassertest beworben und den Zuschlag erhalten. Ausgestattet mit einem praktischen Starter-Set – bestehend aus einer Glas- oder Edelstahlflasche für die Wasserversorgung unterwegs und Rezepten, um das Leitungswasser aufzuwerten – etwa durch aromatisches Obst oder erfrischende Kräuter, sowie Informationsmaterial rund um das Thema „Leitungswasser“. Zusätzlich erhielten die Teilnehmenden Mehrweg-Trinkhalme und frische Zutaten, um die Rezepte direkt auszuprobieren. Nach dem zweiwöchigen Test haben die Testerinnen und Tester in einer Online-Konferenz Bilanz gezogen: Das Leitungswasser konnte überzeugen. 80 Prozent der Testpersonen finden demnach das Leitungswasser in ihren Städten und Gemeinden schmackhaft und wollen es auch in Zukunft trinken. Die wichtigsten Gründe für den Umstieg waren das Vermeiden von Plastikmüll und der Preis. Cornelia Franke-Röthemeyer errechnete: Trinkwasser aus dem Hahn ist das günstigste Getränk überhaupt. Ein Liter kostet etwa einen halben Cent inklusive Abwassergebühren. Dieselbe Menge gibt es beim Discounter für etwa zwölf Cent, Markenwasser ist im Vergleich dazu deutlich teurer. Die getesteten Trinkflaschen haben sich, mit einer Ausnahme, unterwegs bewährt. Allerdings reichte das Volumen der getesteten Flaschen nicht für den kompletten Tagesbedarf an Wasser, und das Nachfüllen im öffentlichen Raum klappte bei den Testpersonen nicht immer. Anke Schiermeyer stellte für die kostenfreie Versorgung mit dem kühlen Nass die Trinkwasserbrunnen im Kreisgebiet sowie das System der „Refill“-Stationen vor und hofft auf eine Ausweitung dieser Angebote nach der Coronakrise. Die Verbraucherzentrale in Minden wird sich in Zukunft verstärkt für den Konsum von Leitungswasser einsetzen und freut sich über weitere Menschen im Kreisgebiet, die ihren persönlichen Trinkwassertest starten. Information und Beratung erhalten Interessierte unter Telefon (0571) 386 379 05 oder per Mail unter minden.umwelt@verbraucherzentrale.nrw. www.verbraucherzentrale.nrw/leitungswasser

Einwegflaschen-Verzicht: So lief der zweiwöchige Test des örtlichen Leitungswassers

Die Verbraucherzentrale setzt sich für den Konsum von Trinkwasser aus dem Hahn ein. Foto: imago-images.de © imago images/Jochen Eckel

Hille (mt). Trinkwasser aus der Leitung kann deutschlandweit und damit auch im Kreis Minden-Lübbecke bedenkenlos getrunken werden – sofern keine Bleileitungen im Haus vorhanden sind, was nur noch vereinzelt bei alten Häusern der Fall ist. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin. Doch trotz der guten Qualität des Leitungswassers trinken deutschlandweit immer mehr Menschen Wasser aus Flaschen, vor allem aus Einwegflaschen. Sie trinken durchschnittlich 85 Ein-Liter-Einwegflaschen pro Kopf und Jahr.

Für den Kreis Minden-Lübbecke haben Cornelia Franke-Röthemeyer und Anke Schiermeyer, Umweltberaterinnen der Verbraucherzentrale NRW, ein Einsparpotenzial von Einwegplastikflaschen pro Jahr errechnet: Mehr als 26 Millionen Einwegflaschen ließen sich einsparen, wenn alle Menschen im Mühlenkreis auf Leitungswasser umsteigen würden, heißt es.

Im März hat die Umweltberatung Testpersonen gesucht, die zwei Wochen lang das örtliche Leitungswasser testen wollten – zu Hause und unterwegs. Rund 80 Menschen aus dem Kreis haben sich für den Leitungswassertest beworben und den Zuschlag erhalten.


Ausgestattet mit einem praktischen Starter-Set – bestehend aus einer Glas- oder Edelstahlflasche für die Wasserversorgung unterwegs und Rezepten, um das Leitungswasser aufzuwerten – etwa durch aromatisches Obst oder erfrischende Kräuter, sowie Informationsmaterial rund um das Thema „Leitungswasser“. Zusätzlich erhielten die Teilnehmenden Mehrweg-Trinkhalme und frische Zutaten, um die Rezepte direkt auszuprobieren.

Nach dem zweiwöchigen Test haben die Testerinnen und Tester in einer Online-Konferenz Bilanz gezogen: Das Leitungswasser konnte überzeugen. 80 Prozent der Testpersonen finden demnach das Leitungswasser in ihren Städten und Gemeinden schmackhaft und wollen es auch in Zukunft trinken. Die wichtigsten Gründe für den Umstieg waren das Vermeiden von Plastikmüll und der Preis.

Cornelia Franke-Röthemeyer errechnete: Trinkwasser aus dem Hahn ist das günstigste Getränk überhaupt. Ein Liter kostet etwa einen halben Cent inklusive Abwassergebühren. Dieselbe Menge gibt es beim Discounter für etwa zwölf Cent, Markenwasser ist im Vergleich dazu deutlich teurer.

Die getesteten Trinkflaschen haben sich, mit einer Ausnahme, unterwegs bewährt. Allerdings reichte das Volumen der getesteten Flaschen nicht für den kompletten Tagesbedarf an Wasser, und das Nachfüllen im öffentlichen Raum klappte bei den Testpersonen nicht immer. Anke Schiermeyer stellte für die kostenfreie Versorgung mit dem kühlen Nass die Trinkwasserbrunnen im Kreisgebiet sowie das System der „Refill“-Stationen vor und hofft auf eine Ausweitung dieser Angebote nach der Coronakrise.

Die Verbraucherzentrale in Minden wird sich in Zukunft verstärkt für den Konsum von Leitungswasser einsetzen und freut sich über weitere Menschen im Kreisgebiet, die ihren persönlichen Trinkwassertest starten. Information und Beratung erhalten Interessierte unter Telefon (0571) 386 379 05 oder per Mail unter minden.umwelt@verbraucherzentrale.nrw.

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