„Ein Schlag gegen das Ehrenamt“: Führungstrio der Feuerwehr nimmt zu Vorwürfen Stellung Stefanie Dullweber Hille. „Das war nicht nur ein Schlag gegen die Wehrführung, sondern gegen alle Einsatzkräfte und gegen das Ehrenamt.“ Hilles Feuerwehr-Chef Bernhard Förster findet deutliche Worte für das, was in der letzten Ratssitzung passiert ist. Auch seine beiden Stellvertreter Andreas von Behren-Krüger und Sven Bredebusch haben sich entschieden, die politische Diskussion nicht unkommentiert zu lassen. Das Führungstrio bezieht im MT-Gespräch Stellung. Was ist passiert? In der Ratssitzung am 18. März sollen Bernhard Förster als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr und Andreas von Behren-Krüger als sein Stellvertreter für eine weitere Amtszeit bestellt werden. Diese war bereits im Dezember abgelaufen. CDU und FWG beantragen eine geheime Wahl – das ist zulässig, aber durchaus ungewöhnlich. Obwohl es einige Gegenstimmen und Enthaltungen gibt, werden beide im Amt bestätigt. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Von Seiten der CDU gibt es Kritik an einer Formalie. Bevor die Leitung der Feuerwehr gewählt wird, hat jedes Mitglied laut Gesetz die Möglichkeit, sich zu der Personalie zu äußern. Im Fall von Bernhard Förster und Andreas von Behren-Krüger wurde allen neun Löschgruppen, den drei Jugendgruppen, dem Musikzug und der Kinderfeuerwehr die Möglichkeit gegeben, ihre Gedanken zu einer weiteren Amtszeit zu äußern. Eberhard Peper (CDU) kritisiert, dass Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr befragt wurden, obwohl sie als Minderjährige gar kein Wahlrecht haben. „Es geht darum, im Vorfeld ein Meinungsbild einzuholen. Es findet keine Wahl statt“, betont Bernhard Förster und verweist auf Paragraf 11 des BHKG (Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz). Dort sei ausdrücklich von einer Anhörung die Rede. „In Präsenzzeiten hätten wir alle Kräfte eingeladen und befragt. Jedes Mitglied hätte die Möglichkeit gehabt, ein Statement abzugeben“, erklärt Sven Bredebusch. Aufgrund der Pandemie hätten sie sich für eine schriftliche Abfrage entschieden. Das Vorgehen sei im Vorfeld mit dem Bürgermeister, dem Kreisbrandmeister und dem Verband der Feuerwehren des Landes NRW abgeklärt gewesen. „Das Gesetz besagt, dass alle Angehörigen der Feuerwehr gehört werden müssen. Dazu zählt seit 2018 auch die Kinderfeuerwehr.“ Das Ergebnis der Abfrage sei eindeutig ein Statement zugunsten der beiden bisherigen Amtsinhaber gewesen, so Bredebusch weiter. Die Amtszeit des ehrenamtlichen Leiters der Feuerwehr und seiner Stellvertreter beträgt sechs Jahre. Bernhard Förster war zunächst Stellvertreter und hat jetzt seine zweite Amtszeit als Leiter der Feuerwehr angetreten. Für Andreas von Behren-Krüger ist es die zweite Amtszeit als Stellvertreter. „Wir haben uns bei unseren Feuerwehrkräften dafür entschuldigt, dass einige Politiker bei der Wahl offenbar persönliche Differenzen vorangestellt und nicht im Interesse der Feuerwehr gehandelt haben“, sagt Bernhard Förster. „Wir lassen uns unser Engagement nicht von einigen wenigen kaputt machen“, stellt Andreas von Behren-Krüger klar. Er glaubt, dass die Ratssitzung nachhallen wird und das Erlebte nicht förderlich für die weitere Zusammenarbeit ist. Zumal in der Versammlung der Vorwurf von Seiten der FWG laut wird, dass die Feuerwehr intransparent arbeite. Die Kritik zielt insbesondere auf die zuletzt beschlossenen Fahrzeugbeschaffungen ab. Er verstehe diese ablehnende Haltung nicht, kommentiert von Behren-Krüger diesen Vorwurf. Es stünden vielfältige Aufgaben an, die Politik, Verwaltung und Feuerwehr gemeinsam angehen müssten. Dazu gehöre die Beschaffung von Fahrzeugen, Geräten und Sicherheitskleidung. Außerdem müssten sie über Standorte sprechen. Auch die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Brandschutzbedarfsplan aus dem Jahr 2017 stünden noch aus. Dieser müsse im Übrigen bereits im nächsten Jahr fortgeschrieben werden. Dass es hinter den Kulissen brodelt, hätten sie nicht geahnt, bestätigen alle drei Verantwortlichen aus der Wehrführung. Auch mit der geheimen Wahl hätten sie nicht gerechnet. „So etwas gab es hier bei uns im Kreis noch nie“, sagt Bernhard Förster, der dazu auch viele Rückmeldungen aus anderen Kommunen bekommen hat. Das sieht auch Andreas von Behren-Krüger so, der die Abstimmung durchaus persönlich nimmt. „Ich kann mit Gegenstimmen leben, denn ich weiß, dass wir den Rückhalt aus den Reihen der Feuerwehrleute haben. Ich kann auch damit umgehen, wenn jemand ein Problem mit mir hat. Allerdings finde ich es immer besser, ein offenes Wort zu sprechen.“ Bernhard Förster haben vor allem die Enthaltungen verunsichert. Er könne sich das nur so erklären, dass es den Leuten an Informationen fehlt. „Ich sehe es als meine Aufgabe an, diese Fragen zu beantworten.“ Seine Kollegen und er seien jederzeit bereit, bei Sitzungen des Fachausschusses Sach- und Verständnisfragen zu beantworten, will Förster den Vorwurf der Intransparenz nicht stehen lassen. „Ich kann verstehen, dass ein immenser finanzieller Aufwand zu Nachfragen führt. Millionenbeträge lassen sich nicht mal eben so durchwinken, aber wir müssen diesen Berg irgendwann einmal abtragen.“ Das Problem würden sie schon einige Jahre vor sich herschieben. Und wenn Fahrzeuge mehr als ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hätten, müssten sie ausgetauscht werden. „Wir arbeiten unsere Vorgaben ab und das empfehle ich allen anderen Beteiligten auch.“ Für die nächsten Jahre sieht sich das Trio laut eigenen Angaben gut aufgestellt. „Auch wenn die letzte Ratssitzung unserer Motivation nicht unbedingt gut getan hat“, so Andreas von Behren-Krüger. Ihre Hauptaufgabe sei es, alle rechtlichen Auflagen zu erfüllen, denn es gehe in erster Linie um die Sicherheit der ehrenamtlich Tätigen und um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. In diesem Zusammenhang empfiehlt Bernhard Förster allen Beteiligten, sehr aufmerksam den Paragrafen 3 des BHKG zu studieren. Da sei nachzulesen, dass es die Pflicht der Gemeinde sei, eine leistungsfähige Feuerwehr zu unterhalten.

„Ein Schlag gegen das Ehrenamt“: Führungstrio der Feuerwehr nimmt zu Vorwürfen Stellung

Sehen sich als Trio für die nächsten Jahre gut aufgestellt: Sven Bredebusch (links), Andreas von Behren-Krüger und Bernhard Förster. MT-Foto: Alex Lehn © Lehn

Hille. „Das war nicht nur ein Schlag gegen die Wehrführung, sondern gegen alle Einsatzkräfte und gegen das Ehrenamt.“ Hilles Feuerwehr-Chef Bernhard Förster findet deutliche Worte für das, was in der letzten Ratssitzung passiert ist. Auch seine beiden Stellvertreter Andreas von Behren-Krüger und Sven Bredebusch haben sich entschieden, die politische Diskussion nicht unkommentiert zu lassen. Das Führungstrio bezieht im MT-Gespräch Stellung.

Was ist passiert? In der Ratssitzung am 18. März sollen Bernhard Förster als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr und Andreas von Behren-Krüger als sein Stellvertreter für eine weitere Amtszeit bestellt werden. Diese war bereits im Dezember abgelaufen. CDU und FWG beantragen eine geheime Wahl – das ist zulässig, aber durchaus ungewöhnlich. Obwohl es einige Gegenstimmen und Enthaltungen gibt, werden beide im Amt bestätigt.

Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Von Seiten der CDU gibt es Kritik an einer Formalie. Bevor die Leitung der Feuerwehr gewählt wird, hat jedes Mitglied laut Gesetz die Möglichkeit, sich zu der Personalie zu äußern. Im Fall von Bernhard Förster und Andreas von Behren-Krüger wurde allen neun Löschgruppen, den drei Jugendgruppen, dem Musikzug und der Kinderfeuerwehr die Möglichkeit gegeben, ihre Gedanken zu einer weiteren Amtszeit zu äußern. Eberhard Peper (CDU) kritisiert, dass Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr befragt wurden, obwohl sie als Minderjährige gar kein Wahlrecht haben.

„Es geht darum, im Vorfeld ein Meinungsbild einzuholen. Es findet keine Wahl statt“, betont Bernhard Förster und verweist auf Paragraf 11 des BHKG (Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz). Dort sei ausdrücklich von einer Anhörung die Rede. „In Präsenzzeiten hätten wir alle Kräfte eingeladen und befragt. Jedes Mitglied hätte die Möglichkeit gehabt, ein Statement abzugeben“, erklärt Sven Bredebusch.

Aufgrund der Pandemie hätten sie sich für eine schriftliche Abfrage entschieden. Das Vorgehen sei im Vorfeld mit dem Bürgermeister, dem Kreisbrandmeister und dem Verband der Feuerwehren des Landes NRW abgeklärt gewesen. „Das Gesetz besagt, dass alle Angehörigen der Feuerwehr gehört werden müssen. Dazu zählt seit 2018 auch die Kinderfeuerwehr.“ Das Ergebnis der Abfrage sei eindeutig ein Statement zugunsten der beiden bisherigen Amtsinhaber gewesen, so Bredebusch weiter.

Die Amtszeit des ehrenamtlichen Leiters der Feuerwehr und seiner Stellvertreter beträgt sechs Jahre. Bernhard Förster war zunächst Stellvertreter und hat jetzt seine zweite Amtszeit als Leiter der Feuerwehr angetreten. Für Andreas von Behren-Krüger ist es die zweite Amtszeit als Stellvertreter. „Wir haben uns bei unseren Feuerwehrkräften dafür entschuldigt, dass einige Politiker bei der Wahl offenbar persönliche Differenzen vorangestellt und nicht im Interesse der Feuerwehr gehandelt haben“, sagt Bernhard Förster.

„Wir lassen uns unser Engagement nicht von einigen wenigen kaputt machen“, stellt Andreas von Behren-Krüger klar. Er glaubt, dass die Ratssitzung nachhallen wird und das Erlebte nicht förderlich für die weitere Zusammenarbeit ist. Zumal in der Versammlung der Vorwurf von Seiten der FWG laut wird, dass die Feuerwehr intransparent arbeite. Die Kritik zielt insbesondere auf die zuletzt beschlossenen Fahrzeugbeschaffungen ab. Er verstehe diese ablehnende Haltung nicht, kommentiert von Behren-Krüger diesen Vorwurf. Es stünden vielfältige Aufgaben an, die Politik, Verwaltung und Feuerwehr gemeinsam angehen müssten. Dazu gehöre die Beschaffung von Fahrzeugen, Geräten und Sicherheitskleidung. Außerdem müssten sie über Standorte sprechen. Auch die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Brandschutzbedarfsplan aus dem Jahr 2017 stünden noch aus. Dieser müsse im Übrigen bereits im nächsten Jahr fortgeschrieben werden.

Dass es hinter den Kulissen brodelt, hätten sie nicht geahnt, bestätigen alle drei Verantwortlichen aus der Wehrführung. Auch mit der geheimen Wahl hätten sie nicht gerechnet. „So etwas gab es hier bei uns im Kreis noch nie“, sagt Bernhard Förster, der dazu auch viele Rückmeldungen aus anderen Kommunen bekommen hat. Das sieht auch Andreas von Behren-Krüger so, der die Abstimmung durchaus persönlich nimmt. „Ich kann mit Gegenstimmen leben, denn ich weiß, dass wir den Rückhalt aus den Reihen der Feuerwehrleute haben. Ich kann auch damit umgehen, wenn jemand ein Problem mit mir hat. Allerdings finde ich es immer besser, ein offenes Wort zu sprechen.“

Bernhard Förster haben vor allem die Enthaltungen verunsichert. Er könne sich das nur so erklären, dass es den Leuten an Informationen fehlt. „Ich sehe es als meine Aufgabe an, diese Fragen zu beantworten.“ Seine Kollegen und er seien jederzeit bereit, bei Sitzungen des Fachausschusses Sach- und Verständnisfragen zu beantworten, will Förster den Vorwurf der Intransparenz nicht stehen lassen. „Ich kann verstehen, dass ein immenser finanzieller Aufwand zu Nachfragen führt. Millionenbeträge lassen sich nicht mal eben so durchwinken, aber wir müssen diesen Berg irgendwann einmal abtragen.“ Das Problem würden sie schon einige Jahre vor sich herschieben. Und wenn Fahrzeuge mehr als ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hätten, müssten sie ausgetauscht werden. „Wir arbeiten unsere Vorgaben ab und das empfehle ich allen anderen Beteiligten auch.“

Für die nächsten Jahre sieht sich das Trio laut eigenen Angaben gut aufgestellt. „Auch wenn die letzte Ratssitzung unserer Motivation nicht unbedingt gut getan hat“, so Andreas von Behren-Krüger. Ihre Hauptaufgabe sei es, alle rechtlichen Auflagen zu erfüllen, denn es gehe in erster Linie um die Sicherheit der ehrenamtlich Tätigen und um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. In diesem Zusammenhang empfiehlt Bernhard Förster allen Beteiligten, sehr aufmerksam den Paragrafen 3 des BHKG zu studieren. Da sei nachzulesen, dass es die Pflicht der Gemeinde sei, eine leistungsfähige Feuerwehr zu unterhalten.

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