„Ein Leuchtturmprojekt“: Kreis setzt bei der Erweiterung der Pohlschen Heide auf Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit Sebastian Radermacher Hille. Eine Sache ist Sarah Golcher bei diesem Projekt besonders wichtig, und die bringt sie in der Sitzung des Betriebsausschusses gleich zu Beginn ihres Vortrages auf den Punkt: „Wir möchten die Zukunft aktiv gestalten – und zwar gemeinsam. Die Erweiterung der Pohlschen Heide ist ein Leuchtturmprojekt.“ Die 41-jährige Golcher koordiniert als neue Projektleiterin die Erweiterung des Entsorgungszentrums in Hille hin zu einem riesigen Kompetenz- und Innovationszentrum mit Vorzeigecharakter. Entstehen soll ein Lern- und Forschungsstandort für Hochschulen und Unternehmen, an dem neue Produkte, Technologien und Verfahren entwickelt werden. Außerdem ein Treffpunkt, an dem Schüler in einem mobilen Klassenzimmer und einem Labor auf der Deponie lernen können (das MT berichtete). Dieses Millionen-Projekt könne der Kreis Minden-Lübbecke auf keinen Fall alleine stemmen, unterstreicht Golcher. „Wir brauchen starke Partner aus der Wirtschaft und die Expertise aus der Wissenschaft.“ Das Ziel sei, möglichst viele Synergieeffekte zu nutzen. Ganz wichtig, betont Golcher, sei in diesem Zusammenhang, dass der Kreis auch die Bürger mit ins Boot hole und sie über die Pläne und alle einzelnen Bausteine ausreichend informiere. „Wir müssen dieses Projekt nach außen tragen und die Menschen mitnehmen, um dadurch eine neue Denkweise im Umgang mit Abfällen zu schaffen.“ Die Kommunikationsstrategie des Kreises sieht unter anderem vor, das Projekt in einer Broschüre zusammenzufassen und diese unter die Menschen zu bringen. Das Heft sei in Arbeit, berichtet Golcher. In den nächsten Wochen liegt der Fokus auf der Konkretisierung des Millionen-Projektes und der detaillierten Ausarbeitung der einzelnen Bausteine. Das ist Voraussetzung, um im Strukturförderprogramm „Regionale 2022“ das nächste Zwischenziel zu erreichen, nämlich die Bewertung mit dem B-Status. Das soll bis Ende 2020 geschehen, sagt Golcher. Der Zeitplan ist ambitioniert: Bis Anfang September muss der Kreis die erforderlichen Unterlagen einreichen. 2021 soll dann das A-Zertifikat erreicht werden, das einem Konzept gleicht, welches reif ist für die Umsetzung. Die Politiker im Betriebsausschuss sind angetan von den Plänen des Kreises Minden-Lübbecke. Frank Rabe (CDU) legt allerdings auch Wert darauf, dass der Kreis die Kosten im Blick behalte und Gebührenstabilität für die Bürger auch in Zukunft gewährleiste. Der Ausbau zu einem Innovationsstandort verfolgt das Ziel, langfristig die Deponie auf der Pohlschen Heide zu schließen. Zwei von fünf Bereichen werden aktuell genutzt, sie werden in den nächsten Jahren aber verfüllt sein. Also plant der Kreis, einen dritten Abschnitt zu nutzen – so lange, bis sich die „Smart Recycling Factory“ etabliert hat und möglichst viele Stoffe wiederverwertet werden können. Das Vergabeverfahren zur Deponieerweiterung ist aktuell allerdings gestoppt worden, berichtet Frank Werth vom Abfallentsorgungsbetrieb des Kreises den Politikern. Bei der Vergabekammer sei eine Rüge eines unterlegenen Büros eingegangen, das die Konditionen des Konkurrenten anzweifelt, auf den die Wahl gefallen ist. Laut Werth werde im Juli verhandelt, ob die Rüge abgewiesen werde und der Kreis den Auftrag so vergeben könne.

„Ein Leuchtturmprojekt“: Kreis setzt bei der Erweiterung der Pohlschen Heide auf Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit

Alle Abfälle sollen grundsätzlich als Rohstoffe wiederverwertet werden. MT-Archivfoto: Korfesmeyer

Hille. Eine Sache ist Sarah Golcher bei diesem Projekt besonders wichtig, und die bringt sie in der Sitzung des Betriebsausschusses gleich zu Beginn ihres Vortrages auf den Punkt: „Wir möchten die Zukunft aktiv gestalten – und zwar gemeinsam. Die Erweiterung der Pohlschen Heide ist ein Leuchtturmprojekt.“

Die 41-jährige Golcher koordiniert als neue Projektleiterin die Erweiterung des Entsorgungszentrums in Hille hin zu einem riesigen Kompetenz- und Innovationszentrum mit Vorzeigecharakter. Entstehen soll ein Lern- und Forschungsstandort für Hochschulen und Unternehmen, an dem neue Produkte, Technologien und Verfahren entwickelt werden. Außerdem ein Treffpunkt, an dem Schüler in einem mobilen Klassenzimmer und einem Labor auf der Deponie lernen können (das MT berichtete).

Dieses Millionen-Projekt könne der Kreis Minden-Lübbecke auf keinen Fall alleine stemmen, unterstreicht Golcher. „Wir brauchen starke Partner aus der Wirtschaft und die Expertise aus der Wissenschaft.“ Das Ziel sei, möglichst viele Synergieeffekte zu nutzen. Ganz wichtig, betont Golcher, sei in diesem Zusammenhang, dass der Kreis auch die Bürger mit ins Boot hole und sie über die Pläne und alle einzelnen Bausteine ausreichend informiere. „Wir müssen dieses Projekt nach außen tragen und die Menschen mitnehmen, um dadurch eine neue Denkweise im Umgang mit Abfällen zu schaffen.“ Die Kommunikationsstrategie des Kreises sieht unter anderem vor, das Projekt in einer Broschüre zusammenzufassen und diese unter die Menschen zu bringen. Das Heft sei in Arbeit, berichtet Golcher.

In den nächsten Wochen liegt der Fokus auf der Konkretisierung des Millionen-Projektes und der detaillierten Ausarbeitung der einzelnen Bausteine. Das ist Voraussetzung, um im Strukturförderprogramm „Regionale 2022“ das nächste Zwischenziel zu erreichen, nämlich die Bewertung mit dem B-Status. Das soll bis Ende 2020 geschehen, sagt Golcher. Der Zeitplan ist ambitioniert: Bis Anfang September muss der Kreis die erforderlichen Unterlagen einreichen. 2021 soll dann das A-Zertifikat erreicht werden, das einem Konzept gleicht, welches reif ist für die Umsetzung. Die Politiker im Betriebsausschuss sind angetan von den Plänen des Kreises Minden-Lübbecke. Frank Rabe (CDU) legt allerdings auch Wert darauf, dass der Kreis die Kosten im Blick behalte und Gebührenstabilität für die Bürger auch in Zukunft gewährleiste.

Der Ausbau zu einem Innovationsstandort verfolgt das Ziel, langfristig die Deponie auf der Pohlschen Heide zu schließen. Zwei von fünf Bereichen werden aktuell genutzt, sie werden in den nächsten Jahren aber verfüllt sein. Also plant der Kreis, einen dritten Abschnitt zu nutzen – so lange, bis sich die „Smart Recycling Factory“ etabliert hat und möglichst viele Stoffe wiederverwertet werden können.

Das Vergabeverfahren zur Deponieerweiterung ist aktuell allerdings gestoppt worden, berichtet Frank Werth vom Abfallentsorgungsbetrieb des Kreises den Politikern. Bei der Vergabekammer sei eine Rüge eines unterlegenen Büros eingegangen, das die Konditionen des Konkurrenten anzweifelt, auf den die Wahl gefallen ist.

Laut Werth werde im Juli verhandelt, ob die Rüge abgewiesen werde und der Kreis den Auftrag so vergeben könne.

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